Alltag

Ab morgen geht es schritt- bzw. stundenweise zurück in den (Arbeits-)Alltag. Einen Alltag, in den auf jeden Fall der Sport gehört, auch wenn mir die Hüfte momentan einen Strich durch die Rechnung macht und ich mir mal ein paar Tage ohne Laufen, mit wenig Radfahren und dafür Dehnen und Blackroll „gönnen“ muss. Aber das wird schon wieder.

2018-01-14_Schneegloeckchen„Muss“ auch, wenn ich, wie ich mir das momentan wünsche und zum Ziel gesetzt habe, im Mai mal wieder einen „offiziellen“ Halbmarathon laufen will. Bis dahin ist ja zum Glück noch viel Zeit. Ich hoffe nur, dass der Winter, der uns bislang ja fast komplett verschont hat, keine ganz fiese Spätzündung hinlegt.

2018-01-14_WinterlingOk, eigentlich hat er alles Recht der Welt dazu. Aber auch wenn mir Kälte beim Laufen nur bedingt was ausmacht: Auf dem Rad ist sie widerlich. Und Glätte ist sowieso die Pest, egal bei welcher Fortbewegungsart. Ich meckere nicht, wohlgemerkt, ich stelle nur fest. 😉 Und wer wie ich einmal die kleinen, zarten und Hoffnung spendenden Spuren des Frühlings gesehen hat, der möchte sie nicht durch zweistellige Minusgrade schockgefrostet wissen.

2018-01-14_Hasel

„Wenn Sie sich an die Natur halten, an das Einfache in ihr, an das Kleine, das kaum einer sieht, und das so unversehens zum Großen und Unermesslichen werden kann; wenn Sie diese Liebe haben zu dem Geringen und ganz schlicht als ein Dienender das Vertrauen dessen zu gewinnen suchen, was arm scheint: dann wird Ihnen alles leichter, einheitlicher und irgendwie versöhnender werden, nicht im Verstande vielleicht, der staunend zurückbleibt, aber in Ihrem innersten Bewusstsein, Wach-Sein und Wissen. …

2018-01-14_Distel

… und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Rainer Maria Rilke (1903, aus einem Brief an Franz Xaver Kappus)

2018-01-14_Gaensebluemchen

Advertisements

Pflichtbewusst

Einmal sollte man seine Siebensachen
Fortrollen aus diesen glatten Geleisen.
Man müsste sich aus dem Staube machen
Und früh am Morgen unbekannt verreisen …

(Mascha Kaléko, 1907-1975)

 2017-08-14_MorscheiderGrenzpfad22

Man sollte, man müsste … dafür bin ich zu protestantisch-pflichtbewusst. Also bleibt’s bei den „kleinen Fluchten“ am Sonntagmittag, wenn die Arbeit getan ist: Mit dem Bus hoch nach Bonerath. Von dort auf dem Saar-Hunsrück-Steig hinunter zur Riveristalsperre und weiter auf dem Steig und dem Morscheider Grenzpfad über Waldrach (inklusive Zwischenstopp am Kuchenbüffet bei der Laurentius-Kirmes 😉 ) bis Kasel und von dort mit dem Bus zurück. Zuviel und zu steil bergab, dem Knie war’s gar nicht recht. Schön war’s trotzdem.

Fazit: Man müsste viel öfter unbekannt verreisen … nur nicht allzu weit, damit man abends wiederkommen, den Kühlschrank leerfuttern, sich mit einem Glas Tee auf den Balkon lümmeln und hinterher gemütlich ins eigene Bett krabbeln kann! 🙂 Und heute mache ich mal komplett Sportpause. Nur arbeiten und danach zuhause die Beine hochlegen und regenerieren. Manchmal ist Schonprogramm eben auch „Pflicht“.2017-08-14_MorscheiderGrenzpfad18

Stille

Das Jahr 2016 kann ja doch noch „Sommer“. Keinen heißen. Sondern einen perfekt temperierten. Allerbestes Wanderwetter!2017-07-31_Naumett-Ruwertal-Wandern17Heiligkreuz – Tarforst – Naumetter Kupp – Waldrach – Kasel – mit dem Bus zurück. Ungefähr 15 Kilometer. Sträßchen – Feldwege – Waldwege – Trails. Zwischen Tarforst und Waldrach nicht eine Menschenseele unterwegs. Kein Autolärm, nichts. Nur Stille. Nur der Wald, die Felder und ich. Wunderbare Ausblicke inklusive. Passt so. 😎2017-07-31_Naumett-Ruwertal-Wandern15

Die Wälder schweigen

Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Erich Kästner

 

Dauerregen

… und immer, wenn du drauf hoffst, dass es nun endlich – wie vorhergesagt – heller und wärmer wird, kommst du doch wieder vom Regen in die Traufe. Da passt sich das Wetter nahtlos der beruflichen und gesundheitlichen Situation an. Gestern sehr früh zum Entspannen zwei Stunden an der Saar langzuradeln, war mit Blick auf die Stimmung auch nur mäßig erfolgreich. Ich glaub, ich geh heut’ Nachmittag ins Wasser…

2016-06-18_Saarmündung

Saarmündung bei Konz – ist ja nicht so, dass es IMMER regnen würde, manchmal ist es einfach auch nur dunkelgrau.

… aber nur ins Nordbad in lieber Begleitung und mit einem Gürtel um die Hüften. 😉

Regentag

Der Regen fällt. In den Tropfentanz
Starr ich hinaus, versunken ganz
In allerlei trübe Gedanken. Mir ist,
Als hätt‘ es geregnet zu jeder Frist,
Und alles, so lange ich denken kann,
Trüb, grau und nass in einander rann,
Als hätte es nie eine Sonne gegeben,
Als wäre nur immer das ganze Leben,
Die Jahre, die Tage, die Stunden all,
Ein trüber, hastiger Tropfenfall.

Gustav Falke (1853-1916)

Mohn

Schon wieder Nebel am Samstagmorgen. Aber mit ¾-Hose wunderbar frisch. Und wenn man dann noch ein bisschen Geduld hat, wird man mit wärmenden Sonnenstrahlen über den Mohnblumenmeeren am Wegesrand belohnt. Das Konzer Tälchen ist doch immer wieder eine Runde wert! 😎

 

Ein Augenblick hat da geglüht

In einer blauen Hügelwelt
Bei einer Amsel Sehnsuchtton
Ein großes, grünes Roggenfeld,
Und drinnen feuerroter Mohn.
Wie ein Laternlein jede Blüt,
Und brennen röter als der Tag.
Ein Augenblick hat da geglüht,
Der lang noch nicht erlöschen mag.

Max Dauthendey (1867-1918)

2016-05-28_TälchenrundeRad02

Ungestört

“Give me odorous at sunrise a garden of beautiful flowers where I can walk undisturbed.”

(Walt Whitman, 1819-1892)

OK, den Sonnenaufgang konnte ich mir hinter dichten Wolken nur mühsam vorstellen. Und bei Regen und gerade mal 7 Grad duftet ein Frühlingsgarten auch nicht besonders intensiv. Aber man kann halt nicht alles haben … 😉 Immerhin: Weil sich kein anderer Kleingärtner vor die Tür traute, konnte ich wenigstens ungestört Blümchen knipsen. 😎

Herbst

Dieser Oktober kommt wie ein Vorgeschmack auf den November daher. Nein, ich mecker’ nicht – ich stelle nur fest. Gefühlte 10 Minuten Sonne hatten wir vorhin, das war’s für den Tag. Ich hatte beim Spazierengehen auf ein paar Fotos zum Thema „Goldener Oktober“ gehofft. Allenfalls Mattgold hab ich bekommen. Trist. Nach dem leuchtenden stimmungsaufhellenden Gelb muss ich in den nächsten Tagen noch mal suchen. 😎     

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926)

2015-10-19_Verfall2015-10-19_Verfall3

2015-10-19_Verfall5

2015-10-19_Verfal02l

2015-10-19_Verfall4