Sonnendusche

Wie lange haben wir darauf warten müssen?! Sonne satt! Sie macht die Tage gleich leichter und fröhlicher. Und so habe ich in der vergangenen Woche die morgendliche Kunstsonnendusche unter der Tageslichtlampe so oft wie irgend möglich durch die Sonnendusche unter der großen Himmelslampe ersetzt. Traumhaft schön. Allein der Nach-der-Arbeit-Heimweg über den Petrisberg – immer wieder unschlagbar!

 

Nur kann man das Schöne leider selten uneingeschränkt genießen: Zusätzlich zu „Sonne satt“ gibt es seit Tagen „Wind satt“ – und zwar von der eisigen Sorte. Das böige Nordostgebläse ist nicht eben der beste Freund einer Läuferin, die sich „eigentlich“ vorgenommen hat, ganz brav den Trainingsplan abzuarbeiten, den ihr ein kompetenter Coach zusammengestrickt hat. Am Dienstag gibt’s Intervalltraining im Moselstadion – die ersten 10 x 400 m meines Lebens. Au weia! Die Nacht ist unruhig dank des Laktats in den Beinen. Aber in der Gruppe macht es eben auch Spaß. Am Donnerstag ein lockerer kurzer Dauerlauf, der unten im Tiergarten schon nicht mehr so locker ist, da ich komplett im Gegenwind hänge.

Freitagmittag dann die Kapitulation vor dem Trainingsplan. So wunderschön die Sonne scheint, so gut die Vorsätze sind – die Beine wollen keine 8 Kilometer Halbmarathontempo bei Böen Stärke 6-7 von vorn. Da pfeif ich auf mahnende Ratschläge wie „Wer einmal aufgegeben hat, gibt immer wieder auf!“ Ich sehe keinen Nutzen darin, meinem Körper etwas abzufordern, was er an diesem Tag nicht leisten will! So gönne ich es mir nach 2,3 km „aufzugeben“ und aus dem Tempolauf einen lockeren Dauerlauf zu machen. Wenigstens komme ich so noch auf meine 11 bis 12 km.

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Den Samstagnachmittag verstrampele und verplaudere ich auf das Angenehmste mit Herrn Midlaufcrisis, die Sonne allerdings nur durch die großen Panoramafester des Hallenbads bewundernd. Immerhin reicht es noch für einen zimtschneckengesättigten Abendspaziergang!

Am Sonntag strahlt die Sonne schon um 9 Uhr aus allen Löchern. Die Mosel ruft. Erst mit ein paar lockeren Kilometern und dann, weil es in den Beinen juckt und die Böen nur noch Stärke 4 haben, auch noch mit dem eigentlich für Freitag geplanten schnellen Dauerlauf. Geht doch! Aufgeschoben bzw. aufgegeben ist eben nicht aufgehoben! 🙂

 

Um der Sonnenwoche das Krönchen aufzusetzen, gibt’s in der zweiten Sonntagshälfte eine 2 ½-stündige zügige Wanderung mit lieben Freundinnen durch’s Konzer Tälchen. Noch mehr wärmende Strahlen, noch mehr Licht, noch mehr fieser Wind. Grandios!

 

Doch, es ist noch Winter. Aber bis voraussichtlich Mittwoch, Donnerstag ein ausgesprochen schöner, gemessen am Dauergrau von Dezember und Januar. Und das will ich genießen. Ich glaube, daher werde ich am Dienstag auf den Plan pfeifen und – statt in Kälte und Dunkelheit beim Gruppentraining auf irgendwelchen Treppen Koordinationstraining zu machen –  in der Spätnachmittagssonne ein paar Runden drehen. Ich kann ja einige Treppenläufe einbauen, um nicht als Drückebergerin dazustehen. 😉

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22 Gedanken zu „Sonnendusche

  1. Liebe Anne,
    Sonne, Sonne, Sonne 🌞 wie herrlich Deine Bilder! 😍
    Der fiese Wind ist zwar weniger erfreulich und mal eine Änderung im Trainingsplan darf schon sein. Ich laufe zwar auch gerne nach Plane, aber immer nur strikt danach – nein, das geht gar nicht!! Hast Du absolut richtig gemacht! 👍😊
    Auch hier ist eisige Kälte angesagt – bis Donnerstag… und danach hoffen wir auf etwas wärmere Temperaturen und so lange geht es (hoffentlich) nicht mehr – der Frühling kommt bestimmt!!
    LIebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      die Sonne ist ein Traum – heute war sie zwar nur sporadisch da, aber die am Wochenende getankte Energie hält sicher noch einige Zeit vor. Bis Donnerstag frieren wir noch, danach soll es auch hier mild und z.T. regnerisch werden. Und dann ist März und Zeit für den Frühling! 🙂

      Liebe Grüße in die Berge
      Anne

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  2. Liebe Anne, tja, der Wind hält uns bundesweit ganz schön in Schach, aber irgendwie hat er aus meiner Sicht trotzallem etwas Prickelndes, er fordert mich heraus, ihm zu trotzen – und das tue ich mit Freude. Wenn die Sonne noch mitmischt, umso besser !

    Weit und breit kein Schnee in Sicht, ob er euch auch noch erreichen wird ?

    Wie auch immer, wer weiß, was uns noch überraschen wird, nehmen wir es an, Hauptsache, wir können laufen, laufen, laufen……………… 😎

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    • Liebe Margitta,

      Wind und Wolken, aber kein Schnee, nur wenige verirrte Flocken. Das wird hier nix mehr in Trier mit „Ski und Rodel gut“, höchstens ein paar Stunden am Do/Fr, wenn der Wetterumschwung kommt. Aber unter dem Aspekt „Laufen“ kann uns das gleich sein, das geht fast immer. Nur bei Blitzeis mag ich nicht … 😉

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  3. Liebe Anne,
    die konsequente Umsetzung des Trainingsplanes sieht anders aus 😉, aber ich hätte das Plänchen wahrscheinlich schon viel früher in die Ecke gepfeffert. Umso löblicher, dass Du spontan den Tempolauf nachgeholt hast 🤗
    Das Sonnenwetter ist wirklich eine Wohltat, v.a. wenn man es nutzen kann. Da ist die Kälte und der böig kalte Nordostwind ein notwendiges Übel, was ich gerne in Kauf nehme.

    Ich wünsche Dir weiterhin ausreichend Spontanität in der Anpassung des Trainingsplanes und v.a. Gesundheit und Sonnenschein satt 🌞

    Salut

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    • Lieber Christian,

      so konsequent inkonsequent war ich mit Plänen schon immer. Plan ja, manchmal als Struktur ganz gut, aber nie mit strenger Disziplin. Der Körper entscheidet, was ich tue, und der Kopf hilft manchmal etwas nach, aber fordert keine Grenzüberschreitung oder Planerfüllung um jeden Preis. 🙂

      Genießen wir die Spontaneität, die wir uns zugestehen – und die Sonne! 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    ach dieser tiefblaue Himmel über den Weinbergen ist wirklich eine Augenweide! 😀 So schön, dass du die Sonnenstunden so gut nutzen kannst!
    Du trainierst nach Plan? Sogar mit Gruppe und Bahntraining? Da beneide ich dich drum. So ein wöchentliches Bahntraining hätte ich auch sehr gerne, ein HM steht bei mir ja auch in Bälde an und Tempoeinheiten fallen bei mir nun mal soooo gerne dem Schweineyeti zum Opfer! 😆
    Aber dass du dem eisigen Wind nachgegeben hast, verstehe ich gut. Sich – seine Läufe – der Witterung anzupassen ist doch vernünftig. Weiterhin viel Spaß mit der Vorbereitung! 😀

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    • Liebe Doris,

      vor allem der gestrige Sonntag war einfach bezaubernd … ein kalter Zauber, aber ein wunderschöner.

      Das mit dem Kurs und dem Plan ist so ein Versuch, mal wieder mit anderen zu trainieren und einen festen Termin zu haben, den ich – normalerweise – als verbindlich ansehe und nicht der Arbeit opfere (der Kälte nun aber sehr wohl). Der Kurs geht bis Mitte April, Trainingspläne kriege ich aber noch bis zum HM am 12. Mai. Ob ich dann im Sommer wieder einen Kurs mache als Vorbereitung auf einen Herbst-HM oder ob ich es mal mit einem Lauftreff (z.B. dem von Rainer) probiere, hab ich noch nicht entschieden. Eins nach dem anderen. Macht auf jeden Fall Spaß und motiviert. 🙂
      Vielen Dank dir & lG
      Anne

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  5. Liebe Anne,
    aufgeben ist was anderes, zumal du ja nur das Tempo gewechselt hast! 😉
    Und doch so viel Disziplin mit Trainingsplan und Tempotraining! – Bei mir spielt sich da nur ein Wochenrhythmus ein und ich versuche diesem Rhythmus gemäß meine Distanzen zu erweitern und das Tempo da und dort langsam zu erhöhen!
    Bleib dran und genieße die Sonne, solange sie jetzt da ist!
    LG Manfred

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    • Lieber Manfred, ja, eigentlich hab ich nur den Plan umgerührt. Wenn ich nach den verkorksten 2 schnellen km aufgehört hätte, wäre ich wohl unzufrieden gewesen. Aber so war alles gut, genau die richtige Mischung aus Disziplin und Locker-Lassen. Wünsch ich dir auch für dein selbstgestricktes Training. 😎

      Liebe Grüße
      Anne

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  6. Liebe Anne,

    so sehr wie die Sonne allenthalben Thema ist, merken wir, wie sehr wir sie vermisst haben und wir sehr unsere Psyche von ihrem Da- oder Nichtdasein abhängig ist. Da wäre es noch dumm, den Trainingsplan nicht den mentalen Bedürfnissen anzupassen.

    Das Du allerdings an Gruppen-Intervall-Training Freude hast, entlockt mir doch eine spontan, ertaunt hochgezogene Augenbraue. Wer hätte das Gedacht 🙂

    Dieses Dogma „Wer einmal aufgibt, der wird es immer wieder tun“ ist für mich, verzeihung wenn ich das jetzt so sage, das bescheuerste überhaupt. Klar gehört kämpfen und durchbeißen zum Sport, aber wenn es irgendwann nur noch Qual und mir überhaupt nichts mehr bringt, bis auf die Tatsache, dass ich mir im Nachhinein auf die Schulter klopfen kann, was für ein toller Hecht ich doch bin, dann laße ich es. Und ob das einmal, zweimal oder verweiß wie oft passiert, ist mir sowas von schnurzegal.

    Ansonsten freut es mich, dass Du wenigstens noch verstrampelte, verplauderte, und angenehme Zeit mit unserem Herrn Midlaufcrisis verbringst 😉

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, die Sonne erhellt tatsächlich unser Gemüt – ich hoffe, dein Zustand hat sich schon so gebessert, dass du dir nicht mehr die Nase an der Scheibe plattdrücken musst, sondern im Freien bei einem Spaziergang auftanken kannst. Mit dem Rennen wartest du wohl besser noch … 🙂

      Was den Spruch mit dem „Niemals aufgeben“ und seine Varianten angeht: Oft wird er ja auch von denen, die ihn propagieren, teils zurückgenommen, wenn man ihn kritisiert, insofern wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich steh auf dem Standpunkt, dass es einfach nur drauf ankommt, bewusst und unter Berücksichtigung von Konsequenzen zu entscheiden, ob ich weitermache oder abbreche. Also nicht einer Laune folgen, weil ich gerade müde bin oder es eklig finde, sondern abwägen, ob ein „Aufgeben“ mehr schadet als nützt oder ob das Durchkämpfen schädlicher wäre, z.B. weil ich mich ernsthafter verletze oder – wie es mir am Freitag ging – so über meine Kräfte laufe, dass die nächsten Trainingseinheiten leiden würden. Da vertraue ich mir, dass sich dieseEntscheidungen nicht als unflexibles Muster im Kopf festsetzen.

      Was Herrn Midlaufcrisis angeht: Ich hab den Vorteil der geringen Wohnortentfernung und kann ihn daher auch mal aus seiner Höhle ins Wasser zerren (etwas übertrieben formuliert 😉 ). Das tut uns beiden gut, glaube ich – und Karin bei der Gelegenheit zu treffen, ist auch jedes Mal schön.

      Liebe Grüße
      Anne

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  7. Ach, die Sonne würde dich bestimmt nicht „Drückebergerin“ nennen (und wer sonst sähe die Treppenläufe in dem Fall?) Die ist doch gebauchpinselt, dass du wegen ihr deine Pläne änderst. Ein besseres Kompliment könntest doch gerade DU ihr nicht machen.

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  8. Liebe Anne,
    die Sonne tut soooo unendlich gut.
    Was haben wir doch gewartet im Dunkeln …
    Man muss raus, auch wenn ich nicht mehr laufen kann, es ist einfach zu kalt für mich. Wohl doch ein Weichei 😆
    Ich mache das eigentlich im Winter oft so, wenn die Sonne scheint, gehe ich lieber Mittags laufen anstatt dann Mittwochs Abend ins Stadion zu gehen.
    Da ist mir die Sonne wichtiger als die Gemeinschaft 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      bei euch oben ist es sicher noch kälter und windiger als im milden Moseltal. Da versteh ich dich bestens, wenn du deine sportlichen Aktivitäten eher in Bad und Muckibude oder auf die Radrolle verlagerst. Dein Laufabenteuer in der Perle am Niederrhein ist ja noch weit! 😉 Und ab Donnerstag wird es ja auch frühlingshafter … bis dahin freuen wir uns an der Sonne und halten die Kälte aus! 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

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  9. Liebe Anne,
    da hast du aber ordentlich Sonne getankt! Das tut gut. Hier strahlt die Sonne auch seit Tagen vom Himmel . Herrlich!
    Training nach Plan ist ja immer so eine Sache. Ich finde, dass man durchaus dabei einmal alle Fünfe gerade sein lassen kann. Freischnauze ist auch schön!
    Liebe Grüße, Bianca

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