Schäfchen im Trockenen – Panoramalauf Olewig

Frühling in Hochform. Leuchtend grüne Bäume, sattgrüne Wiesen, blühende Rapsfelder – und das alles unter blauem Himmel mit wuchtigen Wolkengebirgen. So schön, dass am Schreibtisch sitzend der Blick immer wieder sehnsüchtig vom Bildschirm nach draußen wandert. Aber so ein bisschen Broterwerb muss nun mal auch sein. Es gibt ja den Heimweg nach Feierabend und die 40 Minuten Spaziergang über den Petrisberg bis nach Hause.

Und es gibt den Panoramalauf des LT Olewig. Einen Freundschaftslauf ohne Zeitmessung. Das hindert nicht unbedingt daran loszurennen, als gäbe es doch eine. Aber irgendwann erinnert man sich dann noch daran, dass es keine gibt, und lässt es ruhiger angehen.

So halte ich das wenigstens auf der 16 km-Strecke, die ich gebucht habe, um mich Rainers ortskundiger Führung anzuvertrauen. So komme ich zwar nicht zu einem gemeinsamen Lauf mit Doris, die sich mit den 10 km begnügt. Dafür treffe ich andere: Die ersten 5 km zum Neubaugebiet am Trimmelter Hof geht’s recht flott hinauf, zusammen unter anderem mit Trailfrosch Birthe. Wir freuen uns beide riesig, dass es endlich mal mit einem gemeinsamen Läufchen klappt – und darüber, dass ihr nicht die Füße einschlafen und ich nicht röchelnd am Streckenrand verende.

Nach dem ersten Verpflegungspunkt entscheide ich mich dann für „piano“ und halte mich in der gut 30 Leute umfassenden Gruppe bewusst hinten bis ganz hinten. Das erlaubt es mir, mit Harald zu quatschen, mit dem ich auch ewig nicht gelaufen bin, weitere Läufer kennenzulernen und nebenbei die Gräten zu schonen. Schmerzen hab ich nicht, nur muskulär und vom Puls her merke ich, dass mir nach der vielen schnellen Rennerei in den letzten 14 Tagen mit 2 Wettkämpfen und vorgestern dem flotteren Lauf mit Rainer ein ruhigeres Tempo besser tut. Außerdem geht es langwierig bergauf, am Rand von Tarforst entlang und zwischen Filsch und Tarforst durch die Felder auf die Höhe. Dort der zweite Verpflegungspunkt bei toller Aussicht, aber auch mitten im Wind – das wird frisch. Gut, dass es bald weitergeht, nun unterteilt in zwei Gruppen, damit die Schnelleren ohne schlechtes Gewissen wegziehen und die Langsameren ohne Druck ihr Tempo laufen können.

Durch die Felder führt die Strecke nun rüber Richtung Domäne Avelsbach, erst durch das idyllische kleine Dörfchen mit den ehemaligen Arbeiterhäusern, die jetzt allesamt liebevoll saniert und mit gepflegten Gärtchen einen Puppenstubencharme versprühen. Dann am „Schlösschen“ vorbei runter ins Tal, hoch zum Unicampus und über den Skulpturenweg auf den Feldweg, der unterhalb von Campus 2 in die Olewiger Weinberge führt. Dort ist gerade wieder einmal der Schäfer aus Oberemmel mit seiner Herde unterwegs. Direkt an den Schafen mit ihrer Nachzucht vorbei traben wir mit teils nun doch schon müden Beinen.

Noch einmal vom Weinbergsweg ausgiebig den Weitblick genießen! In der klaren Luft des Tages sieht man bis fast nach Luxemburg hinüber und kann sich über die sonnenglitzernde Mosel in der Ferne freuen – aber auch mit einem Stirnrunzeln sehen, was sich da an Gewitterwolken zusammenbraut. Egal, nur noch ein gutes Auslaufkilometerchen, dann ist’s geschafft und Rainer hat alle seine (Lauf-)Schäfchen wieder ins Trockene gebracht. Dem Guide der 25 km-Läufer wird das nicht mehr gelingen und die Strecke wird dank nicht ganz so ortskundiger Führung auch etwas länger ausfallen. Aber ein bisschen Wasser von oben und ein paar Kilometer mehr haben noch keinem trainierten Läufer geschadet. Das süße und herzhafte Büffet ist außerdem so überreichlich gefüllt, dass auch der letzte Läufer ausgehungert ankommen, aber pappsatt wieder von dannen fahren kann. Bisschen quasseln noch mit Karin, Doris und manch anderem. Dann aber ab nach Hause. Einen nassen Balg krieg ich auf dem Rad dann doch noch. Aber so ein bisschen Wasser …

Fazit: Fein war’s! Durchaus fordernd waren die 16,7 km. Das war angesichts der Höhenmeter zu erwarten (waren lt. meiner Uhr nur 300 und nicht 400, fühlten sich aber wie 400 an)  und wurde durch die teils stechende Sonne und eine gewisse Schwüle verstärkt. Aber das Wetter war der Hammer! Sonne, Wolken, Wind, unglaublich klare Luft – ein Läuferträumchen! Die Strecke war einfach toll gewählt, die Bezeichnung „Panoramalauf“ war alles andere als eine Mogelpackung!  Und die Orga drumherum mit dem exzellenten Büffet war wie immer vom Feinsten – vielen Dank an die Mädels und Jungs vom Olewiger Lauftreff! Gerne wieder im kommenden Jahr!

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26 Gedanken zu “Schäfchen im Trockenen – Panoramalauf Olewig

  1. Liebe Anne,
    wie immer treffend und anschaulich beschrieben. Ergänzen darf ich noch die warmen Duschen mit ordentlichem Strahl, eine Wohltat nach dem Lauf. Es war wirklich ein toller Panoramalauf, aber ich war hundskaputt, was ich heute noch beim Krafttraining gemerkt habe. Gute Meldung: Das Knie tut nicht weh. Danke, dass du mich ein paar Kilometer begleitet hast. Ich habe so lange darauf warten müssen.
    Noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Harald

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    • Lieber Harald,

      der Pluspunkt „Duschen“ ist mir tatsächlich entgangen, da ich die häusliche Wellness-Oase vorzog. War richtig schön, mal wieder ein paar km gemeinsam zu laufen. Dass du kaputt warst, glaub ich dir nach den vielen Trainingskilometern und Wettkämpfen der letzten Wochen gern. Vielleicht ist jetzt mal für ein oder zwei Wochen weniger = mehr? 😉

      Liebe Grüße & gleichfalls noch einen schönen Sonntag,
      Anne

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    • Lieber Rainer, ein fein organisierter Lauf verdient auch lobende Worte – schön war’s wirklich! Wenn nur die ganze Arbeit vor- und hinterher nicht wäre … aber Spaß macht ja dann auch das Schreiben und Bebildern des Berichts, oder?;-)

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne,

    ich habe an Euch gedacht. Schön, dass alles so wunderbar gelaufen ist. Allerdings lese ich bei Dir Worte wie „frisch“ und „klare Luft“. Das konnte ich hier knicken.

    Auf jeden Fall macht Dein Bericht Lust darauf im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Wäre doch klasse, wenn wir auch mal wieder gemeinsam unterwegs sein könnten!

    Liebe Grüße, auch an Doris, sofern sie noch da ist.
    Volker

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    • Lieber Volker, du hast – zusammen mit Jens – gefehlt in unserer Runde und ich würde mich riesig freuen, wenn es im kommenden Jahr mit einem gemeinsamen Lauf bei dieser Veranstaltung klappt! Doris hat dieses Mal bei Rainer und Karin genächtigt; sie ist glaube ich inzwischen wieder auf Reisen (ich musste arbeiten und wir haben uns daher gestern schon verabschiedet). 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Huch – dachte ich doch fast, ich wäre im falschen Blog gelandet. Dabei betreibt ihr nur einen regen Laufblogger-Tourismus und Doris lief fremd 😉
    Das Törchen, durch das die Läufer da laufen, gehört das zum Skulpturenweg und stellt ein Tori dar? Oder ganz was anderes?

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    • So fremd ist Doris gar nicht – sie ist schließlich schon zum dritten Mal in Trier und laufend dabei! 🙂
      Das Tor gehört zum Skulpturenweg; aber ob es ein Tori darstellt? Keine Ahnung! Muss ich mal eruieren – ich hab es immer als „Presse“ interpretiert, die den Druck der Leistungsgesellschaft repräsentiert! 😉

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    • ups – so unterschiedlich können Assoziationen daherkommen bei identischen Dingen. Vielleicht solltest du gar nicht nachforschen sondern für jeden bleibt als Bild was er oder sie fühlt 😉 und vielleicht sind wir gar nicht so weit auseinander sondern sehen nur die entgegengesetzten Pole desselben Phänomen
      LEBEN

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        • Kunst erlaubt uns solche Projektionen – darum kann ich auch mit „vorgeschriebenen“ Deutungen von Kunstwerken nichts anfangen. Nicht nur Schönheit, auch Bedeutung liegt (mindestens teilweise) im Auge der Betrachterin und muss sich nicht mit der durch Künstler/innen intendierten Bedeutung decken! 🙂

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  4. Liebe Anne,
    ich glaube es ist schon 2 Jahre her (oder erst eines ?, keine Ahnung 😆 ) das ich dort mitgelaufen bin und falls sich nicht sonderlich viel geändert hat, ist es wirklich ein sehr empfehlenswerter Lauf 🙂
    Interessant, das manche auch bei Läufen ohne Zeitnahme einfach losrennen. Aber wie du schon sagst, das normalesiert sich dann ja von selbst.
    Und tolle Bilder hast du mal wieder gemacht 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      ja, ihr wart vor 2 Jahren dabei. Da hatte ich mir gerade frisch den Meniskus eingerissen und konnte nicht mitlaufen, aber Doris und Volker waren dabei! Die Strecke war vielleicht sogar noch attraktiver als die „damals“, weil sie mehr durch die Felder führte und weniger durch den Wald. Da ich aber damals nicht dabei war, bin ich mir nicht sicher. Schön war sie allemal, um Olewig rum geht das auch kaum anders! 😉 Eigentlich viel zu schade zum Schnell-Laufen. Aber „schnell“ ist ja relativ, denn die Fitness-Unterschiede sind nun mal gravierend. Für den einen ist 6:00 bergauf Joggingtempo, für den anderen nicht machbar. Da ist ein Aufteilen in mehrere Gruppen sinnvoll, sonst ist das Tempo für fast alle ein fauler Kompromis.

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  5. Pingback: Viel Spaß, viel Schweiß, viel Panorama | midLAUFcrisis

  6. Liebe Anne,
    ooooch so schön! Durch das Lesen deines Beitrags kann ich gleich noch besser „nachschwelgen“! 🙂
    Es war so richtig schön dich wieder zu treffen ich habe mich riesig gefreut, dass du dir so viel Zeit genommen hast. Ich hoffe, dein Plan, die Beine am Sonntag Nachmittag noch radelnd zu lockern, hat geklappt!
    Ganz lieben Gruß von wieder daheim! 😀

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    • Liebe Doris, auch ich hab mich riesig gefreut dich mal wieder zu treffen – das nächste Mal gern auch wieder mit Asyl bei mir, wenn die Zeiten dann ruhiger sind. Immerhin haben wir zwei Abende und ein wenig Zeit am Nachmittag miteinander verbringen können.

      Ich war dann nicht mehr radeln, aber im Garten – war auch wichtig und erholsam. Die Beine wären allerdings nach einer Radtour lockerer geworden … 😉

      Ganz liebe Grüße gen Süden! 🙂

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  7. Liebe Anne,
    zeitversetzt bin ich virtuell auf eure Runde gegangen, wenn auch nur per Bilderreigen! 😆
    Durch die vielen tollen Bilder konnte ich vieles zumindest ein klein wenig nachvollziehen. Schön ist es immer mit Gleichgesinnten gemeinsam unterwegs sein zu können!
    Da muss ich es doch irgend wann mal schaffen in die älteste Stadt Deutschlands zu fahren und euch zu besuchen! 😉
    Bis dahin LG Manfred

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    • Lieber Manfred,

      irgendwann klappt das, ganz bestimmt! Rainer hat ja schon drauf hingewiesen, dass es nächstes Jahr wieder einen Freundschaftslauf gibt. Und wenn das nichts wird, kriegen wir das mit Laufbloggertreffen auch ohne offizielle Veranstaltung hin!

      LG,
      Anne

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