Wenn 10 km länger als 15 sind – 11. Ruwer-Riesling-Lauf

Achtung – wieder mal (zu) lang und leider fast unbebildert, weil die Cam wegen Nässe von oben im Rucksack blieb.

Wer regelmäßig läuft, der weiß, dass ein und derselbe Lauf unterschiedlich lang sein kann. Da gibt es die offiziell vermessene Länge der Wettkampfstrecke. Und die tatsächliche Länge, die ca. 1 % drüber liegt. Vor allem aber die gefühlte Länge. Manchmal saust so ein Lauf quasi an einem vorüber. Manchmal ziiiiiieeeeeeht er sich. Und man fragt sich und andere leicht verzweifelt, ob 10 Kilometer schon immer so lang waren … 😉

Der Ruwer-Riesling-Lauf lädt jedes Jahr wieder zu einem kleinen Koppeltraining ein. Knapp 10 Kilometer sind es von der Haustür bis zum Freibad in Mertesdorf, wo sich Start und Ziel befinden. Andere, wie die orangefarbige Hälfte des Tridreamteams, nehmen das mit dem Koppeln ernster und fahren vor- und hinterher jeweils zwei Stunden durch die Berge. Da ich aber kein(en) Inferno vor Augen habe, reichen mir jeweils 25 Minuten flaches Rumgestrampel am Stadtrand.

Dass sich der Sonnenschein vom Vormittag in dichte Bewölkung und leichtes Getröpfel von oben verwandelt hat, stört nicht, eher im Gegenteil. Dass das Getröpfel aber kurz nach dem gemeinsamen Einlaufen mit Moni und Kerstin in intensiveres Getröpfel übergeht, irritiert mich dagegen milde – kein Wetter für Brillenträgerinnen. Legt sich zum Glück kurz vor dem Start wieder, alles gut, wenigstens in dieser Hinsicht.

Mit 370 LäuferInnen ist es schon verflixt voll auf dem Radweg. Dass ich in diesem Gewusel kurz vor dem Start doch noch auf Helge treffe, grenzt an ein Wunder! Gemeinsame Freude, kurze  Absprache, dass wir beide getrennt und „auf eigene Rechnung laufen“, weil ich zügiger angehen will. Vielleicht kann ich ja meine alte Bestzeit von knapp über 52:30 ein bisschen aufpolieren?!2017-05-07_Ruwer-Riesling-Moselrad01Vor lauter Quasselei landen wir in der Startaufstellung recht weit hinten. Zu weit. Das wird auf dem engen Radweg zum Problem. Einerseits verhindert das Gedrängel und Überholen-Müssen zwar ein Überpacen. Andererseits wird der erste Kilometer aber extrem unrhythmisch: Slalom, Ausweichen auf den Grünstreifen neben der Strecke, Abbremsen, weil drei Vereinsmitglieder eine Quasi-Streckensperrung vornehmen. Erst kurz vor Kasel hab ich mich freigelaufen und sogar ein größeres Loch vor mir.

Sowas mag ich. Da kann ich mir einen Rücken ein Stückchen vor mir aussuchen und mich „ransaugen“. In diesem Fall gehört der Rücken einem bulligen Mann in Gelb. Kurz vor dem Ortsausgang Kasel hab ich ihn. Dann kommt der nächste Gelbe dran, ein Vereinstrikot aus Irrel oder so. Für den brauche ich sicherlich 2 Kilometer. Die leicht ansteigende Strecke fordert eine gewisse Zurückhaltung, um die nötige Lockerheit nicht zu verlieren. Wie schon letzte Woche in Hermeskeil sind die Steigungen mit 0,5 bis 1,5 % minimal. Sie kosten aber Kraft und man kommt gefühlt kaum vom Fleck.

Die Getränkestände lass ich links liegen. Auch wenn die Kleingartenkollegin, die in Waldrach für die Wasserversorgung zuständig ist, mir das frische Nass noch so herzlich aufdrängt, ich brauch nichts. Lieber versuchen, gleichmäßig zu laufen. Die Erinnerung verschwimmt, der 5. km wird hart. Man kann sich allerdings ablenken, weil massenhaft Schnellere von vorn kommen. Überraschend spät taucht Moni auf, gar nicht so weit dahinter Kerstin. Und ich bin schon kurz vor der Wende. Da geht was heute …

Der Wendepunkt ist eine Befreiung. Zwar waren die Beine auch vorher nicht „fest“. Das gelöste Gefühl, mit dem man auf einmal „abwärts“ rennen kann, ist trotzdem genial. Wie in Hermeskeil kriege ich es hin einfach „rollen zu lassen“ – den Oberkörper ganz leicht nach vorn, Beine bewusst locker machen, here we go!

Locker heißt nicht leicht. Aber viel schneller als vorher bei subjektiv gleicher oder minimal zunehmender Anstrengung. Kilometer 6 bis 8 bei einem 10er finde ich immer ein bisschen widerlich. Trotzdem mache ich mich weiter ans Leute-Einsammeln. Auch der große schlanke Kerl in Schwarz, der mich bei km 4 noch überholt hat, wird kassiert. Kerstin überlaufe ich irgendwo um km 8 herum.

So allmählich komm ich sogar Moni näher. Dieses „Ransaugen“ von hinten funktioniert überraschend gut – und zu merken, dass man wirklich näher kommt, setzt frische Kräfte frei. Kurz vor km 9 bin ich dran. Kein Wunder, nach einem Marathon vor 14 Tagen und dem zügig gelaufenen 15er vor einer Woche sind Monis Beine noch müder als meine. „Zieh und hol dir den 3. AK-Platz!“ – mit diesen Worten verabschiedet sie mich. (edit: Und – woran Moni mich hinterher bei Facebook erinnerte – mit einem „Ich sterbe!“ verabschiedete ich mich von ihr … so kann man sich täuschen!  😆 ).

Ok, dann mach ich mal. Dieser eine mickerige Kilometer, der noch vor mir liegt, zieht sich wirklich elend in die Länge. Ich hab mir eingebildet, die Strecke sei so gerade, dass man das Ziel schon 600 m vorher sieht. Nix is. Als dann endlich doch der Sprecher zu hören ist und der weißblaue Bogen in Sicht kommt, stellt sich die Freuden-Gänsehaut ein. Das Strahlen wird ganz von selbst ins Gesicht getackert. Geschafft! Ohne Einbruch durchgelaufen. Und das klappt auch noch mit der Bestzeit!  51:37. Auf der eigenen Uhr und später auch offiziell.

Moni, Kerstin und Helge trudeln ganz kurz nach mir ein, mehr oder weniger zufrieden, fertig und durstig. Auf den Sprung ins kühlende Schwimmbad-Nass oder unter die Dusche verzichte ich angesichts des Gedrängels. Bloß schnell das Shirt wechseln und raus, wo Helge und ihr Rennrad schon warten.

Kurz ein Blick auf die Ergebnislisten: Mit dem AK-Treppchenplatz hat’s dann doch nicht geklappt, weil zwei schnelle Frauen von auswärts dabei waren, die wir Einheimischen nicht auf der Rechnung hatten. Die erste in einer 42er-Zeit, Riesen-Respekt! Selbst für Platz 3 hätte ich noch eine tiefe 47er-Zeit gebraucht.

So what. Gibt’s halt statt Siegerehrung leckeren Kaffee und Rhabarberkuchen, dazu munteres Geplauder mit Helge. Dann machen wir uns gemeinsam auf den Heimweg, zwei Kilometerchen gemeinsam, dann in getrennte Richtungen. Ein Zwischenstopp im Gourmet-Tempel „Zum eiligen Esser“ am Bahnhof muss sein: Extrastark gesalzene Fritten zur Krampfprophylaxe, um die murrende Wade zu beruhigen, eine Cola als Energieschub für die letzten 2 km und ein Salat für’s gute Gewissen. 😉2017-05-07_Ruwer-Riesling-Moselrad02Fazit: Organisatorisch war bei dem Lauf alles super wie jedes Jahr. Gefühlt waren die 10 km für mich deutlich länger als die 15 in der Vorwoche. Dafür war die durchschnittliche Hf genau so hoch wie beim halb so langen 5er vor 6 Wochen. 😉

Dass es schwer wird, war angesichts des fehlenden Pacers und der Tatsache, dass die Beinmuskulatur bis Donnerstag noch ziemlich nörgelte, auch zu erwarten. Wirklich fiese Quälerei war’s trotzdem nicht. Dieses Kämpfen am Limit mit der Gefahr, sich die letzte Mahlzeit noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen, mag ich nicht mehr. Lieber ein kleines bisschen langsamer laufen, sich freuen, dass das Fahrwerk mitspielt, und mal ein Lächeln und ein Dankeschön spendieren für die Trommelgruppe am Wegesrand in Kasel oder die Musikbeschallung vom Band in Waldrach. Darüber freuen sich alle. Auf die paar Sekunden, die ich aus mangelnder Quälbereitschaft verschenke, kommt es keinem an. 😎 Ein bisschen „dicke Beine“ hab ich trotzdem hinterher – aber die heutige frühmorgendliche „Kaffeefahrt“ hat sie schon wieder lockerer gemacht. 😉

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21 Gedanken zu “Wenn 10 km länger als 15 sind – 11. Ruwer-Riesling-Lauf

  1. Liebe Anne, ein persönlicher Erfolg jagt den anderen, wie wir schon in Großformat der strahlenden Anne in FB erfahren durften. Es läuft wieder, Gott sei Dank, Anne ist rundum zufrieden mit sich und der Welt und strebt weitere persönliche Bestzeiten an, mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen und nicht nur die läuferischen ! Sehr sonnige Grüße aus dem hohen Norden ! 😎

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    • Vielen Dank, liebe Margitta! Ja, es läuft gerade sehr erfolgreich, an anderen Fronten muss ich noch abwarten. Läuferisch mach ich jetzt mal ein paar Wochen ruhiger, keine offiziellen Läufe (nur ein Firmenlauf, bei dem aber nur gejoggt wird). Vielleicht starte ich Ende Juni beim Halbmarathon im Rahmen des Stadtlaufs, aber nur, wenn ich mich gut vorbereitet fühle, um eine für mich so lange Strecke zu meistern. Wenn nicht, dann nicht – mit dieser Lockerheit fahre bzw. laufe ich gerade sehr gut! 😎

      Liebe Grüße aus dem verregneten Süden (den Garten freut es) in den sonnigen Norden,
      Anne

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  2. Liebe Anne,
    auch von mir herzliche Glückwünsche zur neuen 10er-Zeit! 😉
    Auch der lange Bericht ließ sich gut lesen, auch wenn nich so viele Bilder bei waren! – Und der Energieschub aus dem Gourmet-Tempel hat dich hoffentlich gut nach Hause gebracht. – Beim „Zum eiligen Esser“ war ich schon lange nicht mehr, obwohl das Bistro der Uni donnerstags (Lauftreff) ab und an auch für uns ein paar Fritten abwirft.
    Erhol dich gut und weiter so mit der aufsteigenden Fitness!
    LG aus dem regnerischen Südhessen! Manfred

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    • Danke, lieber Manfred! 🙂 Der Energieschub kam genau richtig. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis im „Zum eiligen Esser“ finde ich einfach grottig, das brauch und mag ich daher höchstens einmal im Jahr.

      Danke dir und liebe Grüße aus dem ebenfalls regnerischen Moselland,
      Anne

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  3. Schon wieder so eine affengeile Zeit! Herzlichen Glückwunsch dazu und ich bin mir fast sicher, dass da noch mehr bei dir ginge im Prinzip. Ich erinnere mich auch noch gut daran, was für gigantische Glückshormone den Körper nach diesen Erlebnissen und Erfolgen fluten *hach* (da kann ich fast schon ein bisschen nostalgisch dahinschwelgen 😉 Genieße sie, hau weiter drauf, hol‘ dir die Endorphine ab! (schade, dass man die nicht einkochen oder einfrieren kann)

    Dass du mit deiner Knievergangenheit vielleicht doch ein bisschen vorsichtig und unter den bestmöglichen Ergebnissen bleiben solltest weil dann die Belastung womöglich zu hoch würde, das weißt du eh selber.

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    • Merci! Dieser Endorphinflash ist wirklich grandios, würde ich gern öfter haben, wenn ich nicht wüsste und auch spüren würde, dass ich vorsichtig sein muss. 😎

      Um das „theoretisch bestmögliche Ergebnis“ zu erreichen, müsste ich meine Laufumfänge wahrscheinlich ein Stück erhöhen und planvoller trainieren. Das will und sollte ich aber wg. des drohenden Überlastungsproblems zumindest vorerst nicht.

      Derzeit laufe ich so 30-35 Wochenkm, über 40 km war ich noch nie seit meinem Wiedereinstieg. Da ist, weil sich das einfach so ergibt, viel Intensität durch Hügel- und Tempoläufe dabei, die Ausdauer hole ich mir z.T. eher durch’s Radfahren. Das muss reichen und ich werde sehen, wie weit ich damit komme bzw. wie schnell ich damit werde (ok, wenn ich mich in den nächsten Tagen doch pro HM-Vorbereitung entscheide, wird der lange Lauf am WE so 3-4 km länger werden müssen).

      Ein weiterer Faktor ist bestimmt, dass mir das Tempo gar nicht SO wichtig ist und gerade nur die Freude am Laufen zählt. Dadurch hab ich im Moment viel mehr Lockerheit als früher. Die spüre ich im Wettkampf auch in den Beinen, wo ich früher verkrampft und verbissen wurde und mich selbst ausgebremst habe. Insofern weiß ich gar nicht, ob ein intensiveres und/oder strukturierteres Training nach Lehrbuch sooo gut für mich wäre. 🙂

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      • „Ein weiterer Faktor ist bestimmt, dass mir das Tempo gar nicht SO wichtig ist und gerade nur die Freude am Laufen zählt“

        Da schreibst du die Grundwahrheit! Für mich jedenfalls ist die Freude am Tun sowieso DIE Grundvoraussetzung bei allen (Freizeit-)Aktivitäten und die (Tempo)Spiele wurden immer nur dann gespielt, wenn sie durch Freude und Spaß hervorgebracht und mit Spaß gespielt wurden bzw. werden. Was kleine Mankos – wie den Umstand, dass ich z. B. das Länderspiel nur noch gebremst zu Ende bringen kann (dass ich es zu Ende bringen will, steht fest. Zum Spaß gesellt sich bei mir jeweils eine gute Portion Hartnäckigkeit und Sturheit) – nicht ausschließt.

        Freude geht ja nicht weg nur weil Einzelpunkte mal nicht nach meiner Nase (oder meinen Knieen 😉 ) laufen. Von Anfang an habe ich die Lauferei als „Spiel“ gesehen. Momentan geht’s noch nicht wieder bzw. wäre spaßarm – aber vielleicht spiele ich ja in ein paar Jahren das alte Spiel in Neuauflage „Mit 60 unter 60“ – zur Zeit ein unerreichbares Tempo, schätze ich (keine wirkliche Ahnung weil nicht versucht – aber meine wieder größer werdenden Laufeinheiten geschehen noch im Schneckentempo – vielleicht leihst du mir mal eins deiner Häuser?). Aber auch bei mir bleibt die Hoffnung auf noch einmal wieder beschwerdefreie Gräten. Doch selbst, wenn nicht: den gehabten Spaß nimmt einem ja keiner wieder, der bleibt 🙂

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        • Tja, liebe Lizzy, mit angeschlagenen Gräten weiß man nie so recht, wie lange und was man spielen kann und soll, man kann es nur nehmen, wie es kommt, genießen, was geht, und möglichst gelassen hinnehmen, was nicht geht.

          Nun kann man ja auch Spiele mit unterschiedlichem Ehrgeiz betreiben (ich erinnere mich an meinen Bruder, er regelmäßig die Figuren vom Brett fegte, wenn er beim Mensch-ärgere-dich-nicht zu verlieren drohte). Ich glaube mich zu erinnern, dass du für dein „Mit 50 unter 50“-Spiel auch ziemlich viel Trainingseinsatz und Ernsthaftigkeit aufgebracht hast, wenigstens wirkte es von außen so. Und für mich sind solche selbst formulierten „Challenges“ wie auch das Länderpunkte sammeln gar nichts, ich bin eher der Typ von „Einfach mal gucken, worauf ich Lust habe und was sich ergibt“. Aber bei allem ist auch bei dir der Spaß nicht auf der Strecke geblieben – das ist es, was mMn zählt! 🙂

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          • „Trainingseinsatz“ stimmt, da war bei mir einiges notwendig zumindest dann, als es galt, die 50er Marke zu reißen. Die war schon nicht mehr ganz spielerisch zu bekommen – „Ernsthaftigkeit“ höchstens in dem Sinne, dass ich auch bei Spielen gerne konsequent und auch mal mit selber angelegten Scheuklappen vorgehe. Aber nie über die Vergnügungs-Grenze hinweg. So hat es auch Jahre gedauert, wurde mal weg- oder fast adActa geschoben weil uninteressant geworden, kam wieder ans Licht …
            Insgesamt gehöre ich im Leben wohl zu den eher „ernsthaft denkenden“ (manchmal humorlosen?) aber (oft leider) eher sprunghaft und mehr „chaosorientiert handelnden“ Menschen, bei denen sich aus dem Chaos dann doch oft wieder wie von selber und ungeplant eine stimmige Struktur bildet. In meinem Alter werde ich – auch, weil ich damit ganz gut und zufrieden fahre – wohl nix grundsätzliches mehr ändern. Frei nach dem immer netten Motto: „Es kommt, wie es kommt“ (womit wir wieder fast beisammen sind 😉 )

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          • Nachtrag: bei Spielen, bei denen mehrere beteiligt sind, hat es mich nie gestört, auch mal zu verlieren. Eigentlich und im Grunde spiele ich (ein kleiner Hang zum Autismus wurde mir gelegentlich auch schon attestiert) eher alleine und mit und gegen mich selber. Dass dann doch irgendwann Vergleiche mit anderen aufpoppen, ist mehr ein Nebeneffekt zur Zusatzerheiterung. Die kann aber durchaus auch mal völlig anders aufgezogen werden. Ich z. B. habe mir beim „Mensch-ärgere-dich-nicht“ manchmal zum Ziel genommen, letzte zu werden und die Spieler so oft wie möglich rauswerfen zu lassen. Und wenn das nicht klappte, aber auch keinen schlechte-Laune-Anfall bekommen. Erste oder Letzte zu sein fand ich zwar meist am unterhaltsamsten – aber im Grunde meines Herzens … habe ich (auch oft leider 😦 ) null tiefergehenden Ehrgeiz (was schon zu Kinder- und Jugendzeiten von vielen Seiten kritisiert wurde. Noch den Ton meines Chemie-Leistungskurslehrers im Ohr: „SO bringst du es im Leben nie zu etwas“ (wobei nie geklärt wurde, was genau er unter „etwas“ verstand). Oder die Deutsch-Leistungskurslehrerin als ich offenbarte, auf Mathe (das zunächst statt Deutsch als LK gewählt war und nach Vorkurs wegen „ist mir zu stressig“ wieder abgewählt wurde) nun gänzlich keine Lust mehr zu haben: „Du solltest dem lieben Gott täglich eine Kerze anzünden für die Gaben, die er dir mit auf den Weg gegeben hat und sie nicht für „Lust und Spaß“ einfach wegwerfen!“
            Beide hatten einerseits sicher Recht – andererseits finde ich Spaß und Vergnügen (und damit auch Lebenszufriedenheit) nicht das schlechteste „etwas“, das man unter Einbeziehung der – auch mal fallen gelassenen und vernachlässigten – Talente erreichen kann. Insofern hat der Umgang damit immerhin zu meinem Leben gepasst.

            Ende der Philosophiestunde – ich muss für den (dritten und wie ich fürchte: auch wieder erfolglosen ;( ) VHS-Grundkurs Italienisch meine Hausaufgaben erledigen (habe Urlaub). Denn leider hat mir der liebe Gott null Sprachen-Talent mit auf den Weg gegeben. Einer der Gründe, warum ich das auch nach Jahren immer wieder angehe: Dinge, die ich NICHT kann, die reizen mich oft besonders …

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            • Tja, was dir das Italienische, ist mir das Luxemburgische – insofern viel Spaß und vielleicht doch ein bisschen Erfolg dabei! 🙂

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  4. Liebe Anne,
    wow, was für ein toller Bericht, was für eine Super-Zeit! Gratuliere!! 🙂 Wenn du für einen Platz am Treppchen um soviel schneller hättest sein müssen, war das Niveau ja unglaublich hoch!
    Wie schön, dass du Helge nicht nur getroffen, sondern auch Gelegenheit zum quatschen gefunden hast! 😀
    Das tollste ist, dass du wieder nach Lust und Liebe laufen kannst und die Gräten nicht dagegen protestieren!

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    • Vielen Dank, liebe Doris! 🙂 Tja, da wurde schnell gerannt, 7 Frauen unter 40 Minuten, bei den Männern etliche unter 35. Selbst mittendrin zu sein und nicht komplett hinterher zu laufen, macht natürlich Spaß, aber das Wichtigste und Schönste ist eh, überhaupt wieder dabei zu sein. Und dann Helge endlich mal wieder zu treffen, war natürlich die Kirsche auf der Sahne! 🙂

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  5. Liebe Anne,
    es war wirklich schön, dass wir uns getroffen haben 🙂
    Und auch wenn es nur 2 Km waren, zumindedt mal eine Mini Radtour haben wir gemeinsam gemacht.
    Und das du 1 Woche nach deinem grandiosen Auftritt in Hermeskeil neue 10er Bestzeit läufst …. Echt Hammer!!! Du bist ne absolute Turbo- Weinbergschnecke 😆
    Übrigens, das Radfahren nach dem Laufen hilft tatsächlich gegen schwere Beine.
    Ich mach das besser jetzt immer so 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge, ich hätte dich ja gern aus Solidarität ein paar km mehr begleitet und wäre dann wieder zurück Richtung Trier. Aber ich war ziemlich k.o. – wenn die Weinbergschnecke mal den Turbo zündet, beansprucht das ihre Gräten schon noch ziemlich – nichts Gutes mehr gewöhnt eben. 😉
      Die 2 gemeinsamen km waren wenigstens ein Anfang. Ich hoffe, du bist nicht nur mit leichter gewordenen Beinen, sondern auch trocken nach Hause gekommen und hast auch die Sonntags-Aufgabe noch gut bewältigt! 🙂

      Ach ja, das mit dem Radfahren mach ich jetzt auch immer so; ok, nicht gerade 2 + 4 Stunden, aber ein bisschen wenigstens. Den Beinen geht’s nämlich prima heute; mir leider nicht, ich hab mir offenbar den Magen verkorkst. Aber das verschwindet hoffentlich schnell wieder.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Die liebe Anne im Wettkampffieber, ich traue meinen Augen nicht! 😀

    Und dann schielt sie auch noch wieder nach dem Treppchen. Aber wenn man da rauf will, braucht es bei einem 10er wohl doch jene Portion Quälerei, die Du vernünftiger Weise nicht einzugeben bereit bist. Wozu auch, wenn auch so eine neue PB herausspringt? 😀

    Ich denken einen HM kannst Du locker angehen, wenn Du bei dieser Taktik bleibst!

    Herzlichen Glückwunsch und gute Erholung!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, irgendwie ergab sich das so mit den zwei Wettkämpfen nacheinander. Jetzt ist bis zum Stadtlauf in 6 Wochen Ruhe; der Freundschaftslauf mit Rainers Lauftreff und der Firmenlauf Mitte Mai sind zwar Gemeinschaftsläufe, aber keine, bei denen es (mir) um die Zeit geht. Ob es dann auf die HM-Teilnahme rausläuft, weiß ich noch nicht. 21 km sind momentan noch sehr (zu?) lang für mich, v.a. wenn durchgängig auf Asphalt bzw. Pflaster gelaufen wird. 😎

      Was das Treppchen angeht: Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dahin zu schielen, weil ich eh davon ausgegangen war, dass man da mit Zeiten > 50 Minuten niemals landet, denn besonders schnell ist das ja nun – objektiv betrachtet – wirklich nicht. Witzigerweise hätte ich trotzdem draufgestanden, wenn nur „die üblichen Verdächtigen“ teilgenommen hätten. Aber bei der Besetzung am Samstag hätte ich selbst dann keine Chance gehabt, wenn ich mir die Lunge aus dem Leib gerannt hätte. Also: Alles richtig gemacht: Angestrengt, aber nur so viel, dass es letztlich noch Spaß machte! 🙂

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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    • Der Riesling lief nicht selbst, er floß aber nach dem Lauf in Strömen, in Form von Wein und Sekt. Für die AK-Platzierung hätte es auch welchen gegeben … wenn du dir da was ausrechnen könntest: Immer am ersten Mai-Samstag! 😉

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  7. Liebe Anne,

    Mir fehlen die Worte.
    Super Lauf, super Bericht und eine Hammerzeit. Die Freude sieht man dir auf jedem Bild an. (Das „ich sterbe“ wurde anscheinend nicht fotografisch festgehalten.) Das wird dein Jahr. 🙂
    Liebe Grüße
    Birthe

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    • Liebe Birthe, nee, beim subjektiven „Sterben“ war keiner dabei, nur bei der Wiederauferstehung im Ziel. Und wenn ich hinterher Kuchen kriege, ist die Welt eh wieder in Ordnung – wie auf dem Bild mit Helge zu sehen! 🙂

      Danke dir – es ist bisher ja schon mein Jahr gewesen, selbst wenn da nicht mehr so viele Bestzeiten nachkämen. Aber ich trau mir schon noch welche zu, spätestens im Herbst, wenn ich kontinuierlich und maßvoll am Ball bleibe. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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