Ruhig

Ruhig ist es auf meinem Blog. Mir ist einfach momentan sehr nach Ruhe zwischen all den Turbulenzen in der Welt, in meiner kleinen eigenen wie auch in der großen. So versuche ich sie mir selbst zu schaffen. Mich auf wenige Aktivitäten und Menschen konzentrieren. Mir insgesamt nicht zu viel vornehmen. Mir öfter mal was Schönes gönnen.2017-02-11_schneelauf01

Vorgestern Abend zum Beispiel: Kleiner Ausflug in die Hauptstadt des Nachbar-Bundeslandes. Per Bahn nach Saarbrücken, gemütlich Pasta essen, ein Gläschen Wein dazu. Und danach wunderbar ruhige Musik von Hannes Wader. Ich höre ihn zum allerersten Mal live, in dem Bewusstsein, dass es wohl auch das letzte Mal sein wird: Er ist 2017/18 auf Abschiedstour, nach über 50 Jahren im „Liedermacher-Geschäft“. Ein sehr schönes Konzert in der Congresshalle mit sehr bekannten und weniger bekannten Stücken auf der Setlist. Und ein langer Tag, erst gegen Mitternacht bin ich daheim.2017-02-11_schneelauf06

Das hindert mich aber nicht dran, am nächsten Morgen die Laufschuhe zu schnüren. Schon auf dem nächtlichen Heimweg hat es ein wenig geschneit. Am Morgen präsentiert sich eine Puderzuckerwelt – wer will da nicht raus, auch wenn alles noch müde ist, Beine inklusive? Ein Himmel mit einem Hauch von Sonne, dann wieder Wolkengrau, am Ende sogar kurz strahlend blau. Die Müdigkeit läuft sich raus. Sehr effektiv sogar. Leicht wellige Strecken mit wechselndem Untergrund zwischen Asphalt, festem Sand, Split und Waldboden scheinen meinem Fahrwerk gut zu bekommen. Mag sein, dass es daran liegt, dass die Muskulatur immer wieder anders angesprochen wird und dadurch nicht so leicht ermüdet wie bei monotonem flachem Laufen auf Asphalt. So kommt dann hier noch ein Schlenkerchen dazu und da noch eins.

Fazit: Erstmals seit der Knie-OP 2 Stunden durchgelaufen, gut 18 Kilometer insgesamt. Viel wichtiger: Keine Probleme unterwegs und – bislang – hinterher. Nur das Bedürfnis nach Ruhe. Und mächtiger Hunger. 😉

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33 Gedanken zu “Ruhig

  1. Liebe Anne, du hast vollkommen Recht, genieße dein Leben, deine wiedergewonnene Bewegungsfreiheit, die sich auch auf deine Stimmung positiv niederschlägt. Du warst lange genug zwischen Zweifel, wird es wieder oder wird es nicht – und jetzt ist es soweit !

    “ Mich auf wenige Aktivitäten und Menschen konzentrieren „, sich das herausfischen, was einem selbst am besten tut, ein guter Weg, auch, wenn manche Menschen dabei vielleicht auf der Strecke bleiben. Freue mich für dich und würde dir gerne dieses Buch empfehlen: https://www.amazon.de/Die-Kunst-ein-Egoist-sein/dp/3426822946/ref=pd_sim_14_5?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=8WTGD8R0XWC9P8KFM8FV und weil es aus meiner Sicht so gut und hilfreich ist, auch noch dieses: https://www.amazon.de/Die-100-Schritte-zum-Gl%C3%BCcklichsein/dp/3776620056/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1486886327&sr=1-8

    Die Ostsee lässt dich grüßen mit eisigem Ostwind, eisig schön 😎

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    • Liebe Margitta,

      läuferisch fühle ich mich immer noch ein bisschen wie „auf Bewährung“, die Zweifel bleiben. Aber ich habe jetzt ein Level erreicht, mit dem ich auch längerfristig sehr zufrieden wäre. Alles, was an Umfang oder Tempo darüber hinausgeht, ist Zugabe. 🙂

      Vielen Dank für die Bücher, Josef Kirschner kenne ich (natürlich) als einen „Klassiker“ der Psychologie-Ratgeberliteratur. Steckt viel Hilfreiches und Wahres drin! 🙂

      Frühlingshafte Grüße von der Mosel 😎

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  2. Liebe Anne,
    nimm Dir die Ruhe, die Du brauchst. Das Leben an sich ist schon unruhig genug. Da tut es gut, sich auf das Wesentliche zu beschränken und sich nicht zuviel vorzunehmen. Sonst artet die Freizeit auch noch in Stress aus. Nee, das soll nicht sein.
    Hannes Wader – eine kulture Lücke bei mir. Kannte ich gar nicht. Den Abend hast Du schön verbracht.
    Und am nächsten Morgen dann der erste 2-Stunden-Lauf seit Ewigkeiten… ja, seit wann eigentlich?
    Ich freue mich sehr für Dich, dass Dir solche Läufe wieder möglich sind, ohne dass das Fahrwerk sich meldet. Hartnäckigkeit und gleichzeitige Vorsicht zahlen sich aus.
    Hunger ist ein Grundbedürfniss – dem MUSS nachgegeben werden. 😀
    Ich starte jetzt auch mal zu meinem ersten 45-Minuten-Lauf seit Langem, damit das geplante Raclette mit Gästen nachher nicht zu sehr zu Buche schlägt. 🙄
    Einen schönen Sonntag, liebe Anne, und viele Grüße von der Weser
    Bianca

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    • Liebe Bianca,

      Freizeit soll wirklich kein Stress sein, zumal in unruhigen Zeiten. 🙂

      Wader kenne ich schon ewig, früher war mir die Musik zu ruhig, da mochte ich es lieber hardrockig. Mit dem Alter hat sich das geändert.

      Wann ich den letzten 2-Stunden-Lauf hatte, weiß ich schon gar nicht mehr. Da muss ich schon sehr, sehr lange im Lauftagebuch graben. So 2 1/2 Jahre könnte das schon her sein …

      Liebe Grüße und viel Freude bei deinem Lauf und beim Raclette (gehabt zu haben) wünsche ich dir,
      Anne 🙂

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  3. Liebe Anne,
    gratuliere zum 2-Stunden-Lauf ohne Mucken, scheint sich auszuzahlen Deine Geduld 🙂
    Wenn Du Ruhe brauchst, dann nimm sie Dir, ist vollkommen in Ordnung, mir geht es zu 95% des Jahres so und daher kann ich es gut nachvollziehen.
    Ich darf mich momentan von allen läuferischen Zielen verabschieden, da die A-Sehne einfach keine Ruhe gibt…werde in der kommenden Woche mal den Orthopäden belästigen, der soll den Ultraschall draufhalten 😦

    Salut und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir

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    • Danke, lieber Christian! Dass man sich auch mal zurückzieht, wenn es äußerlich turbulent zugeht, finde ich ja auch ganz normal. Gerade die Anwesenheit im Netz ist ja ein Luxus, den man sich als Berufstätiger oder als Mensch mit anderweitigen, z.B. familiären Verpflichtungen nicht immer leisten kann und will. 😎

      Das mit deiner Sehne ist ja frustrierend! Da muss wohl wirklich erstmal der Profi ran, bevor du mit auch viel Geduld wieder aufbauen kannst. Gute Ratschläge muss man dir in der Hinsicht sicher nicht geben, also belasse ich es bei fest gedrückten Daumen! 🙂

      Schönen Rest-Sonntag noch und liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    alles hat seine Zeit…
    Mal mögen wir es ruhig, mal turbulent. Wichtig ist doch einzig, herauszufinden, was du im Moment brauchst und danach zu handeln. 🙂
    Dein kurzer Ausflug nach Saarbrücken mit Wader Konzert und kulinarischem Programm klingt sehr danach, dass du genau das tust! Und mir hast du einen Riesenappetit auf Linguine gemacht und den Rotwein dazu habe ich eben aus dem Keller geholt! 😀

    Zu deinem 2Stundenlauf gratuliere ich dir nochmal ganz, ganz herzlich. Es ist so schön zu lesen, dass es jetzt immer weiter geht, immer besser bei dir läuft. Rückschritte und Verzögerungen hattest du ja wirklich genug!

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    • Liebe Doris,
      eben, es werden andere Zeiten kommen, aber die jetzigen sind, wie sie sind. Und ich habe im Laufe meiner 50 Lebensjahre ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt, was mir wann gut tut! 😎 Jetzt wo ich deinen Kommentar lese, krieg ich auch wieder Hunger. Bei mir ist noch Chili con carne auf dem Herd! 😉
      Was das Laufen angeht: Doooch, ich kann mehr als zufrieden sein! Geduldig und vorsichtig bleibe ich dennoch. Beflügelt durch die Erfolge könnte es mir sonst passieren, dass ich zu schnell zu viel will. 😎

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  5. Liebe Anne,

    die Zeiten werden nicht ruhiger und jeder muß seinen Weg finden, wie man damit umgeht.

    Sich auf wenige Aktivitäten und Menschen zu beschränken ist sicher nicht der schlechteste Weg. Hoffentlich sind es jeweils die richtigen.

    Zwei Stunden Laufen sind auf jeden Fall eine richtig gute Aktion!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, die Zeiten werden in der Welt nicht ruhiger, im Persönlichen hoffentlich schon. Und da der Mensch ja auch dazulernt, ändern sich auch die Wege des Umgangs mit der Unruhe. Lufen hilft aber fast immer … 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Ach, du auch?! Ich hab‘ das Hannes Wader – Abschiedskonzert noch vor mir: morgen im Gasteig und auch für mich das erste Mal, dass ich den Mann, mit dessen Liedern ich alt geworden bin, live erlebe. Nur, dass im am Folgetag ganz sicher keine zwei Stunden werde laufen können und das nicht NUR, weil Arbeit ansteht. Zwei Stunden. Alle Achtung!

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    • Warum ahnte ich, dass du auch hingehst? 😉 Ich sah die Konzertliste und dachte, ach in München isser auch, ob da die Lizzy wohl hingeht? Da dachte ich allerdings auch, du hättest ihn bestimmt schon öfter gesehen … 🙂
      Müde Beine hab ich schon, gestern hätte ich nicht laufen mögen und auch heute werde ich es wohl bei Spaziergängen belassen. Bin nix Gutes mehr gewohnt! 😎

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      • Insgesamt gehe ich eher selten zu Konzerten und früher fast nie (schon, weil es mir zu Münsteraner Zeiten zu teuer war – in den letzten Jahren allerdings häufiger). Meist bekomme ich gar nicht mit, was so läuft und ich hätte auch Hannes Wader verpasst, wenn ich nicht bei FB zufällig an dem Tag die Ankündigung gelesen hätte (warum auch immer die dort sichtbar wurde. Sähe man alle Konzertankündigungen, würde ich damit so zugeschissen, dass ich dem Gasteig nicht mehr folgen würde – es war also eine seltene Ausnahme. Warum auch immer FB oder sonstwer wusste, dass ich gerade DAS lesen möchte …), an dem ich kurz darauf in die Innenstadt musste. Machte einen Schwenker zum Gasteig, fragte, ob es noch Karten gäbe und war daraufhin im Besitz einer der vier Restkarten, die noch zu erwerben waren. Habe ich mich wirklich gefreut und freue mich jetzt immer noch – weil: ist ja noch nicht soweit 😉

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        • Geht mir ähnlich wie dir, ich bin keine große Konzertgängerin. War eher Zufall, dass ich von dem Konzert mitbekommen hatte und davon, dass es die Abschiedstour ist. Weiß gar nicht mehr, woher die Info kam – vermutlich auch von FB, die kennen ja meine geheimen Bedürfnisse manchmal besser als ich selbst … 😉 Viel Freude dir jedenfalls! 🙂

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          • Ja, da könnte FB 1+1 zusammengezählt haben (von mir Likes jeweils bei Hannes Wader und beim Gasteig) und das war mal gut so. Hat mich sehr ergriffen und insbesondere die Tatsache, dass mir gerade diejenigen Lieder am besten gefielen, die ich noch gar nicht kannte 😉
            Trotzdem habe nicht nur ich am Schluss, als er nach diversen Zugagen ein „wir singen zusammen Liedchen“ ankündigte, dann doch statt auf das angestimmte „Sag mir wo die Blumen sind“ (laaaangweilig – vermutlich damit keine weiteren Zugaben geradezu erzwungen werden 😉 ein bisschen auf die Internationale gehofft, die dermaleinst vermutlich nicht nur auf meinen Klassenfeiern lauthals mitgegrölt wurde. Kleine Portiönchen Nostalgie müssen erlaubt sein 😉
            Ich habe dann auf dem Heimweg – alle blöden Blicke stumpf ignorierend – schief und falsch selber einfach die Internationale geschmettert und bin dann im Gegensatz zur dir nicht laufen gegangen, sondern habe mir – späte Stunde und Arbeit am Folgetag hin oder her – erstmal noch ein Bierchen hinter die Binde gekippt. Es fühlte sich an wie: „War schön – aber hat klar gemacht, dass mein Leben dann doch irgendwie stumpfer, braver und unfreier verlaufen ist, als ich mir das zu Grölzeiten vorgestellt habe“ Ist okay im Grunde – aber ein bisschen hat’s für den Moment wieder mal gejuckt … 😉

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            • Tja, auch der Hannes ist wohl ein wenig zahmer geworden auf seine alten Tage – von den ganzen Arbeiterliedern sind nur die Moorsoldaten im Programm geblieben, den Rest der Musik aus meinen „Revoluzzerzeiten“ hab ich auch vermisst! Und habe wie du festgestellt, dass ich mein ganzes Leben lang Salonrevoluzzerin geblieben bin. 😉

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  7. Hammer liebe Anne. 18 Km, 2 Stunden und keine Probleme. Du hast es dir echt verdient 🙂
    Ich freue mich für dich.
    Hannes Wader macht sehr gute Musik. „Es ist an der Zeit“ war ein Lied, das mich sehr berührt hat. War bestimmt ein tolles Konzert.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Geduld zahlt sich manchmal doch aus, liebe Helge! Ich hab mich tierisch gefreut über den Lauf und tue das jetzt noch! 🙂
      Viele Stücke von Hannes Wader sind wirklich großartig. Das von dir angesprochene hat er mal auf einem Live-Konzert gemeinsam mit Konstantin Wecker und Reinhard Mey gesungen, eine grandiose Aufnahme – das Lied (das aus dem Englischen kommt: The Green Fields of France) hat auch mich sehr berührt.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,

    ich bin begeistert.18km. Wunderbar. Endlich wieder die Bewegungsfreiheit, die man sucht. 🙂
    Und ruhigere Zeiten? Auch das muss sein. Immer wieder mal zur Ruhe kommen, sich Zeit lassen. Viele Menschen schaffen das überhaupt nicht, sich solche Phasen zu gönnen, selbst oder gerade wenn sie sie brauchen. Und es tut so gut. Zur Ruhe kommen, Kraft tanken (wie Markus schon sagte). Früher oder später tauchst du hier wieder auf.

    Bis dahin, liebe Grüße
    Birthe

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    • Liebe Birthe, und wie begeistert ich erst bin … 😉

      Im Ernst, das ist wohl das, was ich die letzten 2 1/2 Jahre am meisten vermisst habe: Einfach loslaufen, mal 2-3 Stunden komplett in diese Welt eintauchen und (fast) alles dabei vergessen. Jetzt schein es wieder möglich, zumindest hab ich diesen Lauf wirklich super verkraftet. 🙂

      Was die Ruhe angeht: So richtig Blogpause wird’s nichtgeben. Einfach nur weniger Beiträge, je nach Lust & Laune. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Liebe Anne,

    ja Mensch, was les ich da. 2 Stunden unterwegs. Wie großartiges ist das denn? Und ja.. wir sollten uns schöne Dinge gönnen. Es liegt ja irgendwie an uns, nicht wahr?

    In dem Sinne.. eine schöne Woche noch.

    Anja

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    • Genau, liebe Anja, sich was Schönes zu gönnen liegt allein an uns. Ob’s uns gesundheitlich gut geht und der Körper tun kann, was wir uns wünschen, nur bedingt – um so dankbarer bin ich, dass das im Moment so gut läuft! 🙂

      Schöne Woche auch dir!
      Anne

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