Platt

Am Samstag festzustellen dass das Sporttagebuch für die Woche erst einen einzigen Eintrag aufweist – keine Ahnung, wann dass zum letzten Mal der Fall war. Ein einziger Eintrag an 5 Tagen! Dass ich nur einmal laufen war, war vernünftig. Neben dem Knie weisen auch ein paar ältere körperliche Baustellen (sprich: Achilles- und Plantarsehnen) darauf hin, dass Laufumfänge über 20-25 Wochenkilometer derzeit keine gute Idee wären und dass ich nach zügigen Läufen besser zwei Tage Pause mache und nicht nur einen. Nichtsdestotrotz: Ich hätte ja Alternativen gehabt! Dass das CORE-Training im Unisport eher eine Vorlesung mit ein wenig Rumgeturne am Rande ist als ein Sportkurs, konnte ich zwar nicht ahnen. Aber ich hätte ins Schwimmbad gehen können. Oder zuhause Rumpfstabi und Koordinationstraining machen. Oder das Rad auf den Rollentrainer spannen, wenn ich schon draußen nicht zum Radeln komme. Oder öfter mal zur Arbeit walken oder wieder heim, und zwar zügig, nicht spazierengehmäßig.

2016-11-19_wasserbillig3Fakt ist: Gemacht hab ich nix! Und warum? Ich war schlicht zu kaputt. Matt, müde, erschöpft, unausgeschlafen, platt. So platt, dass die Energie abends gerade noch reichte, um einen Obstsalat zu schnibbeln und eine heiße Schokolade für die Seele zu kochen, beides mit einem Päckchen Quark und einer zu großen Handvoll Magenbrot an die Wohnzimmercouch zu schleppen und den Rest des Abends dort zu verdämmern. Ich versuch ja immer die Jahreszeiten und ihre Wetterkapriolen zu nehmen, wie sie nun mal sind. Fakt ist trotzdem: Der November mit seinen grauen düsteren Tagen ist in jedem Jahr ein richtig mieser Monat für mich. Selbsttherapieversuche mit der Lichtlampe hin, positives Denken und „das Beste draus machen“ her – ich bin einfach nur froh, wenn er rum ist!

2016-11-19_wasserbillig2Fakt ist aber auch: Er geht gefühlt schneller rum, wenn man ihn nicht auch noch am Wochenende auf der Couch verdämmert, sondern wenigstens den Teil des Tages, der hell und trocken ist, für Bewegung im Freien nutzt. Also: Um kurz vor 8 rein in die Laufklamotten und für ein lockeres Stündchen-Ründchen an die Weiher und an die Mosel. Klappt doch!

Wesentlich herausfordernder ist die Geschichte mit dem Alternativsport: Ein Stündchen Aquajoggen oder zwei Stunden Rad? Wasser ist mir zu nass heute, also Rad. Aber Rad ist windig. Nee, ich mag nicht. Aber eigentlich doch. Und wieder nicht. Die inneren Verhandlungen mit mir verlaufen zäh. Da braucht es schon ein paar gehörige Tritte in den Allerwertesten und eine kräftige Portion Kompromissbereitschaft: 2 Stunden mag ich heute nicht. 1 ½ Stunden müssen reichen. Tun sie dann auch – zumindest für’s gute Gewissen.2016-11-19_wasserbillig1

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14 Gedanken zu “Platt

  1. Guten Morgen, liebe Anne, das mit dem Knie und den “ älteren Baustellen “ ist ja nicht gerade erfreulich, dazu noch noch die graue Novemberstimmung, die Saft- und Kraftlosigkeit, das braucht keiner, ABER immerhin, du hast es geschafft, bist doch aufs Fahrrad gestiegen – wurdest belohnt.

    Der November ist bald vorbei – dann wird alles besser, das wünsche ich dir von ♥, noch ein paar Tage !! Vielleicht solltest du deinen Gedanken ein Schnäppchen schlagen, sie in diesem tristen Monat in einen anderen lenken, damit dir das erspart bleibt jedes Jahr aufs Neue ! 😉

    Anbei ein Paket frischer Seeluft, die hilft garantiert immer – weiß ich doch ! 😎

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    • Liebe Margitta,

      mit einem Sammelsurium an Selbsthilfemaßnahmen und dann auch noch einem Paket guter Seeluft (daaankeschön! ❤ ) schaff ich das! 2/3 des Monats sind rum, durch zwei mehrtägige Dienstreisen wird der Rest auch noch kürzer, dann ist schon Advent mit Kerzen und Lichterglanz in der Stadt, bald Weihnachten mit ein paar Tagen Auszeit, drei Wochen Januar-Arbeit, dann 14 Tage Urlaub … ich krieg das hin! 🙂

      Was die Baustellen angeht und das Knie: Tja, ist schon unerfreulich. Aber es wäre auch naiv gewesen zu glauben, dass sich Probleme in Luft auflösen, die mich schon vor der Knie-OP über mehrere Jahre immer wieder zum Pausieren bzw. Kürzertreten gezwungen haben. Alles was deutlich jenseits einer Stunde liegt, scheint mein Körper (noch nicht/nicht mehr?) zu mögen. Andere ziehen dafür kaum ihre Schuhe an, aber für mich ist da eben "Ende Gelände", nicht weil die Ausdauer fehlen würde (ich fühl mich sogar eher unausgelastet), sondern weil das Fahrwerk nicht mitspielt. Muss ich akzeptieren.

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  2. Liebe Anne,
    es läuft nicht immer so, wie man gerne möchte. Ich drücke Dir die Daumen, dass deine „sonstigen alten Baustellen“ Ruhe geben und dich tun lassen, was du gerne möchtest. Der November geht vorbei. Ist wirklich nicht mehr lang. 🙂 Und dass Alternativsport eben so heißt, weil man immer viele Anternativen dazu findet, erklärt sich doch von selbst.
    Aber du bist ja anscheinend eine zähe Verhandlungspartnerin. Ich habe keine Bedenken, dass du auch diese eher unefreulichen Tage gut hinter dich bringst.
    Liebe Grüße,
    Birthe

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    • Liebe Birthe,

      du kennst das ja auch mit dem „manchmal läuft’s nicht, wie man möchte“. Isso, um ein überstrapaziertes Jugendwort zu bemühen. Und geht vorbei.

      Deine Interpretation von „Alternativ“sport ist herrlich – einfach sooo treffend! 😆 Aber ich geb die Hoffnung nicht auf, dass mir die Alternativen und Ausreden ab und an ausgehen, so dass dann wieder so nette Radrunden rumkommen.

      Liebe Grüße & dankeschön,
      Anne

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  3. Liebe Anne,
    eine Stündchen-Ründchen! Ach ist das nett! Darf ich das in meinen Laufwortschatz mit aufnehmen? 😀
    Ansonsten kann ich dir sagen, dass in nur einem Monat die Tage schon wieder länger werden und dann sieht die Welt überhaupt gleich wieder freundlicher aus! Bis dahin machst du ja, wie zu lesen ist eh das Beste draus und setzt dich auch in härtesten Verhandlungen durch. Nochmal Gratulation dafür! 🙂

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    • Liebe Doris,

      selbstverständlich, es wäre mir ein Vergnügen, das bei dir zu lesen oder aus deinem Munde zu hören! 😉

      Und ja, nur noch 4 Wochen, bis die Tage wieder länger werden. Und jetzt ist ja auch schon Advent und Berlin wird ein Lichtermeer sein und überhaupt … 🙂 Um da Unter den Linden (wo besonders schön geschmückt ist) und durchs Brandenburger Tor zu laufen, dürften keine allzu harten Verhalnlungen erforderlich sein – und falls doch, hab ich mich zur Sicherheit verabredet und „muss“ daher los. 🙂

      LG & dankeschön für die Glückwünsche,
      Anne

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  4. Liebe Anne,

    ach, hätte ich wenigstens einen Eintrag. Seit dem Lieserpfad geht nix mehr. Erkältung und keine Möglichkeit, irgendetwas sinnvoll aktiv zu tun. Aber hey… das ist Dein Blog, nicht meiner. 🙂

    Du hast trotzdem ne Runde geschafft, mit schönem Foto. Der November geht vorbei… der Dezember auch und dann wird es schon wieder heller.

    Wohl dem, der dem platten Körper die Ruhe gönnt.

    Gruß
    Anja

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    • Liebe Anja,

      au verflixt, da hat dich der „Gewaltmarsch“ ja so richtig aus den Latschen gehauen. Die Daumen bleiben gedrückt für baldige Besserung, damit auch du wieder sportlich losziehen und schöne Fotos machen kannst.

      Gegen körperliches Plattsein anzukämpfen ist nur bedingt sinnvoll. Wenn der Körper wirklich Ruhe braucht, kriegt er sie. Aber Bewegung kann ja auch aufrichten und wieder munter machen, zumindest hilft sie gegen die mentalen Anteile und Begleiterscheinungen des Plattseins. So zumindest am Samstag erlebt! 🙂

      Viele Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,
    der November ist ja bald vorbei, hab Geduld. Und wahrscheinlich ist das auch das Schlüsselwort für Deine Beschwerden. Immerhin, laufen geht ja schon wieder ein wenig, ist doch ein, wenn auch zaghafter Neubeginn.
    Ich wünsche Dir gute Fortschritte und dass Dich bald nichts mehr plagt.
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      Geduld hab ich ja schon eine Menge bewiesen und werde ich auch weiterhin haben und brauchen. Von „zaghaft“ und „ein wenig laufen“ – was für mich ehrlich gesagt sehr herablassend klingt – würde ich nicht sprechen, weil meine momentanen Umfänge in etwa dem entsprechen, was wg. der anderen „Baustellen“ vor der Knie-OP möglich war – mehr wird in absehbarer Zeit einfach nicht gehen. Ich bin stolz auf die Fortschritte und ich kann und darf mich einfach nicht an dem messen (lassen), was „früher“ möglich war oder was andere können.

      Nichtdestotrotz: Vielen Dank für die guten Wünsche und viele Grüße,
      Anne

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      • Liebe Anne,
        es war wirklich nicht herablassend gemeint. Es tut mir Leid, wenn Du das in die falsche Kehle bekommen hast. Ich habe Dir wirklich nur ganz ehrlich und mit meinen, dann leider für Dich negativ klingenden Worten Zuspruch zukommen lassen wollen.
        Ich frage mich, warum gut gemeinte Worte bei Dir so ankommen…?:-(
        Liebe Grüße
        Elke

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        • Liebe Elke,

          „gut gemeint“ ist leider nicht gleich „passend auf die individuelle Situation“ – ich hätte mir Wertschätzung für das gewünscht, was ich schon geschafft habe. Wenn mir jemand nach einem Jahr weitgehender und 10 weiteren Monaten kompletter geduldiger Laufpause, gefolgt von 2 1/2 Monaten geduldigen Trainingsaufbaus erklärt, „Geduld“ sei „wahrscheinlich“ das Schlüsselwort für den Umgang mit meinen Beschwerden, wirkt das auf mich wahlweise unfreiwillig komisch oder gedankenlos – was mach ich denn seit ca. zwei Jahren außer Geduld haben? Warum ich die Attribute, mit denen du meine bisherigen Fortschritte versiehst, wenig wertschätzend fand, hab ich dir im vorigen Kommentar geschrieben.

          Passt halt manchmal nicht, daher mein Vorschlag: Schwamm drüber, belassen wir’s dabei.

          Viele Grüße,
          Anne

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  6. Liebe Anne,
    manchmal reicht die Energie einfach nicht um sich so zu Bewegen wie man möchte, das kenne ich nur zu gut… Mal eine Woche etwas weniger gemacht, oder auch einen Monat – das ist ja alles nicht so schlimm, solange es kein Dauerzustand wird und da habe ich bei Dir kein Kummer! 😉
    Was Du alles in den letzten Jahren geschafft hast, trotz massive Knieprobleme – dann schaffst Du auch dieser November!! Zum Glück ist er ja bald schon vorbei 🙂
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      nee, da muss sich wirklich keiner Sorgen machen, zum Faultier werde ich nicht, wenigstens nicht als Dauerzustand. 🙂 Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass man aus zeitlichen, körperlichen und/oder mentalen Gründen einen Gang oder auch zwei bis drei runterschalten muss. Und dann „fluppt“ es wieder. Ich kenn das ja mit dem Novembergrau und weiß, dass es wieder aufhört und ich dann auch wieder mehr Energie habe. 🙂

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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