Kaltes Pflaster – Prag 2016

Mag sein, dass Prag mit Fug und Recht die „Goldene Stadt“ genannt wird. Wenn ich ihr einen Beinamen geben dürfte, würde ich sie allerdings die „Gepflasterte Stadt“ nennen. Denn das Gold kommt wohl nur bei Sonnenschein zu seiner strahlenden Geltung. Das Pflaster aber im 24/7/365-Takt – und das in den mannigfaltigsten Erscheinungsformen. Seht selbst!

Nee, Prag ist keine Läuferstadt. Wenigstens keine für mich. Unebener Untergrund, Treppen, ein ständiges Bergauf-Bergab – das mag ich meinem zuletzt so braven Knie nicht zumuten, schon gar nicht bei Kälte und morgendlichem Dauerregen. So bleibt es bei einem einzigen Freiluft-Mini-Läufchen den Petrín hinauf, Prags Aussichtsberg oberhalb des Strachovsky-Klosters. Der Rest der sportlichen Aktivitäten wird  kurzerhand auf Crosstrainer und Laufband im hoteleigenen Fitnessstudio verlegt. Ein wenig Ausgleich zu all der Tagungs-Rumsitzerei braucht der Mensch!

Umso schöner ist es, wenn das dieses Mal nicht ganz so korsettartig geschnürte Kongressprogramm auch Freiräume lässt. Für zwei Stadtbummel, die auf beschriebenem Pflaster auch nicht ganz ohne für das Fahrwerk sind. Aber für die Mühsal entschädigen die vielen wunderbar restaurierten Hausfassaden und Kirchen mit ihren vielen liebevoll gestalteten Details, die weiten Plätze, der breite Strom der Moldau, die über allem thronende Burg mit dem St. Vitus-Dom, dem Goldenen Gässchen und den tollen Panoramablicken über die roten Ziegeldächer der Stadt.

All das lenkt von Wehwehchen im Gebälk ebenso ab wie von der unerfreulichen Tatsache, dass man das Schöne in Prag nie für sich allein hat. Vor allem auf der Karlsbrücke nicht. 😉

Kulinarisch ist Prag dagegen eher ein Flop – es sei denn, man liebt eine fleischlastige und deftige Küche, Bier und süßen „Schweinkram“. Am Allerschlimmsten: Der Kaffee! Fünf Tage Kongress mit einer braunen Automatenplörre, die nach Nescafé riecht und auch so schmeckt, lassen mich zur Teetrinkerin mutieren. Die abgestandene bitterschwarze Brühe am Flughafen ist auch nichts gegen selbst zubereiteten Milchkaffee aus der alten Saeco-Siebträgermaschine zuhause.

Fazit: Gut wieder hier zu sein! Und die ersten 8 Freiluft-Laufkilometer bei Nieselregen und Wind sind auch schon wieder auf der Haben-Seite. 🙂

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16 Gedanken zu “Kaltes Pflaster – Prag 2016

  1. Liebe Anne,

    willkommen zurück, schöne Impressionen deines Aufenthaltes hast du mitgebracht – Prag – immer eine Reise wert ! Das Pflaster ist wahrlich nicht das, was wir uns wünschen, aber da dein Aufenthalt begrenzt war und es genügend Interessantes, Neues zu sehen gab, können die Laufschuhe ruhig mal im Hotel bleiben.

    Das mit den Knödeln und dem “ Schweinkram “ und vor allem das Bier bleibt mir auch immer in Erinnerung, aber das ist ja nun auch wieder Schnee von gestern, auch der Kaffee von exzellenter Qualität, so wie wir ihn lieben, gehört wieder zu deinem Alltag ! YES ! 😎

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    • Liebe Margitta,

      wenn du nach Prag fährst, musst du vermutlich eine Kühlbox voll Essen mitnehmen – oder hungern! 😉 Unter dem Kaffee hättest du wohl mindestens ebenso gelitten wie ich.

      Nichtsdestotrotz ist Prag eine sehr schöne und eindrucksvolle Stadt. Nur eben nichts für Läufer. Da war das Laufband im Hotel schon praktisch, v.a. weil ich da ein paar Tipps zum Laufstil aus meiner Bewegungsanalyse ausprobieren konnte. Wenn man nicht drauf achten muss, wo man hintritt, kann man sich ja gut auf seinen Körper konzentrieren.

      Trotzdem ist draußen zu laufen viiiiel schöner. Und wieder richtigen Kaffee zu trinken auch. YES! 😎

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  2. Liebe Anne,

    ich werde eine Petition an die Stadtoberen von Prag richten, sie mögen die Straßen, Gassen und Wege doch bitte schön teeren, um dort vernünftig laufen zu können 😉

    Nein im Ernst, solch holpriger Untergrund ist nicht nur in Laufschuhen unangenehm. Und mit gerade wieder genesenem Knie mustest Du da auch wirklich nichts riskieren. Zum Glück weiß die Stadt durch ihre Schönheit von solch Ungemach abzulenken.

    Lecker sieht es aber aus, das ungesunde Essen und das Bier 😀

    Willkommen zurück in der lauff- und kaffeereundlichen Heimat!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      so idyllisch das Pflaster ist und so toll es zur sonstigen Kulisse passt – ich habe so einen Untergrund noch nie gemocht, weder gehend noch laufend. Aber man kann sich durch die Blicke auf die Fassaden wirklich gut ablenken.

      Das Essen auf dem Bild war auch ganz lecker, das war ja böhmische Küche. Die Büffets im Hotel dagegen waren schlimm. Dort hat man versucht international zu kochen, also Pasta, Fisch, Salat etc. „Sie haben sich sehr bemüht“ könnte man den Köchen ins Zeugnis schreiben …

      Dankeschöm und liebe Grüße zurück,
      Anne

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  3. Liebe Anne,
    so unangenehm das Pflaster zum laufen ist, so schön ist es doch! Wie lebendig, wie vielseitig, wie künstlerisch. Gerade im Vergleich zum grau-in-grau Asphalt gewinnen die Pflastersteine da eindeutig die Sympathiewertung! 😀
    Aber auch sonst bringst du ganz wunderbare Bilder aus der „goldenen Stadt“ und deine Beschreibung unterstreicht sie noch mehr! Schön, dass du diesesmal ein wenig Zeit hattest, dir deine Umgebung anzusehen. 🙂
    Über das Kaffeedesaster durfte ich ja schon lesen – Tee kann da wirklich eine gute Alternative sein! Und nun bist du zurück – Kaffee genießend und !laufend! – das lese ich gerne! 🙂

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    • Liebe Doris,

      die Kunstfertigkeit der Pflasterer habe ich auch bewundert – wunderschön anzuschauen ist der Untergrund, nur eben nicht fußgängerfreundlich (über Radfahren mag ich gar nicht nachdenken). 😉

      Die schöne Umgebung habe ich durchaus genossen. Aber wieder hier zu sein, leckeren Kaffee zu genießen und die heimischen Laufstrecken unter den Füßen, das ist schon was Tolles! 🙂

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  4. Liebe Anne,
    erstmal vielen Dank für das ungewöhnliche Sightseeing nach unten, hat was, aber definitiv nicht zum Laufen 😉
    Schade, dass die Schönheit der Stadt sich nicht auch kulinarisch ausgewirkt hat. Kongress-KAffee kann wirklich grausam sein. Mein Kollege hat seine Camping-Espressomaschine auf jeder Reise dabei, vielleicht wäre eine solche Anschaffung langfristig zu überlegen? 😀
    Ich bin seit heute auch Teetrinker, Lindenblütentee, da mich die Männergrippe erwischt hat. Laufpause also…. 😦

    Salut und willkommen zurück

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    • Lieber Christian, für dich als bekennenden Naturlaufliebhaber wäre das Pflaster wirklich gar nichts gewesen, zumal man mit den Minimalschuhen vermutlich jeden Pflasterstein einzeln spürt.

      Das mit der Camping-Espressomaschine wäre wirklich eine Option … 😆

      Gute Besserung dir – Männergrippe ist grausam, aber sie geht vorüber. Und wenn sie die Erklärung für deine Schlappheit in der letzten Zeit ist – um so besser, dann bist du sehr bald wieder „auf dem Damm“.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,
    deine Bilder beweisen mal wieder das du einen guten Blick für’s Detail hast. Echt tolle Bilder hast du mitgebracht.
    Ich glaube dir aber sofort, das es schön ist, wieder zu Hause zu sein 🙂
    Da schmeckt es am besten und da ist es einfach am schönsten.
    Herzlich Willkommen zurück
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Danke, liebe Helge! Mir macht die Knipserei einfach Spaß. 🙂

      Doheem is halt doheem, endlich wieder guter Espresso und Quark mit frischem Obst zum Abendessen – „I’m lovin‘ it“, um den Klopsbrater-Werbespruch aufzugreifen. 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    Auch wenn das Pflaster unangenehm zum Laufen ist, es ist auf jeden Fall sehr schön anzuschauen! 🙂
    Prag sieht nach einer schönen Stadt aus – ich war noch nie dort… Nur das mit dem Essen und noch schlimmer mit dem Kaffee… 😯 da würde ich schon dreimal überlegen vor ich hinfahre 😆
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      ja, wunderschön und wirklich kunstfertig ist das Pflaster. Wie die ganze Altstadt. Das mit dem Essen muss man halt in Kauf nehmen. Nur der Kaffee – aber gut, ein paar Tage hält man auch das aus. Und es gibt sicher auch gute Cafés, der grottige Hotelkaffee ist vermutlich eine Ausnahme. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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