Kluge Worte

„Wat kümmert mich ming Jeschwätz von jestern?“ – dieser Satz wird dem berühmten Rosenzüchter und Bocciaspieler Konrad Adenauer, zugeschrieben, der nebenbei auch der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war.

Noch gestern hatte ich gegenüber Lauffreunden verkündet, ich wolle es ein wenig ruhiger angehen lassen. Sehr aktive Reha hat die Belastbarkeit meines Knies nicht gesteigert, also hilft vielleicht mäßig aktive, sprich: Ein Programm, bei dem ich nicht nur die Intensität gering halte, sondern auch die Umfänge einschränke. Möglicherweise hab ich in den letzten Wochen einfach zu viel gemacht und bin besser bedient, wenn ich eine Zeitlang so 25, 30 Prozent rausnehme.

Bundesarchiv, B 145 Bild-F005916-0009; Foto: Unterberg, Rolf; 30. August 1958

Guter Vorsatz. Zwei Tage hat er gehalten. Bis dann heute Abend eine Mail mit beruflich sehr unerfreulichem Inhalt in den Briefkasten flatterte. „Wat kümmert mich ming Jeschwätz von jestern?“ Zum Abreagieren rauf auf’s Rad und zweimal die 2,5 km mit jeweils 115 HM hinauf nach Mariahof gestrampelt und wieder hinuntergesaust.

Zum Glück fiel mir in der zweiten Abfahrt wieder ein, dass das obige Zitat des Namensgebers einer der drei Trierer Moselbrücken unvollständig ist. Wohl kaum jemand weiß, dass er hinzugefügt haben soll: „…, nichts hindert mich, weiser zu werden.“ Vermutlich hat er Letzteres auch „op Kölsch“ gesagt, aber die Übersetzung für diesen Halbsatz ist mir nicht geläufig.

Also versuche ich ebenfalls weiser zu werden und mich an meinen guten Vorsatz, der in diesem Fall ganz sicher vernünftig ist, zu halten. Ein wertvoller Anfang war schon mal, dass ich mir die dritte Fahrt bergauf gespart habe. Und für den Fall, dass auch das schonende Bewegungsprogramm keinen günstigen Effekt auf mein Gebälk hat, eifere ich einfach den klugen Worten von Thomas A. Edison, dem Meister in der Kunst des positiven Umdeutens, nach: “I have not failed. I’ve just found 10.000 ways that won’t work.“. Irgendwann wird schon was Funktionierendes dabei sein.

Portrait of Thomas A. Edison.jpg

Bildquelle: https://archive.org/stream/worldswork10gard#page/6222/mode/2up (Urheber: A. Radclyffe Dugmore)

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18 Gedanken zu “Kluge Worte

  1. Ohje ohje, das mit der beruflichen E-Mail klngt nicht gut, liebe Anne.

    Ich hoffe, dass Dir die Ausfahrt beim Abreagieren wenigstens einwenig geholfen hat. Das Du auf die dritte Runde verzichtet hast, spricht aber doch dafür, dass Du Dich noch etwas unter Kontrolle hattest. Gut so. Ich hoffe, Dein Knie weiß das zu würdigen 🙂

    Paß bitte auf Dich auf!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, war nix Persönliches, eher was sehr Unschönes und Enttäuschendes für meinen AG und damit natürlich indirekt auch für mich. So’n bisschen half die Radelei. Das Knie war leicht beleidigt, kriegt sich aber heute früh schon wieder ein. Du siehst, ich bin trotz allem noch halbwegs vernünftig – ich bin ja auch nicht „am Anschlag“ die Steigungen hoch, sondern gleichmäßig im eher kleinen Gang.

      Danke dir & liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne,
    ach das kenne ich. Wenn einen so richtige Frust-News erreichen, und man die Adrenalinwelle durch den Körper schwappt… da ist es sicher gut, diese sofort aktiv abzubauen. Auch wenn vielleicht das kleine Ritzel und nur eine kleine Runde dran ist, tut es gut. Ansonsten würde ich dann auch wie Du versuchen, dem Knie dann eben mit Schonung beizukommen.
    Ach, ich liebe auch Aphorismen.
    Die kölsche Übersetzung wäre wörtlich „Nix hindert misch, weise ze wähde“. Wobei aber „weiser“ irgendwie zu gestelzt klingt. Eher tippe ich auf „Nix hindert misch, klüjer ze wähde“.
    Kann man inhaltlich nur unterstreichen!
    Liebe Grüße und demnächst mal eine frohe Botschaft in der Post!
    Elke

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    • Liebe Elke,

      vielen Dank für die Übersetzung – die etwas „lässigere“ Variante passt besser zu unserem früheren Kanzler, das denke ich auch! 🙂
      Liebe Grüße & danke auch dir für die guten Wünsche,
      Anne

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  3. Guten Morgen, liebe Anne, man könnte auch sagen:“ Schmerzen lehren denken und Denken macht weise „, ein Wort, das sich in meinem Gedächtnis fest verankert hast, seit dem Tag, an dem ich es das erste Mal gehört hatte. Dass es stimmt, kann ich nur bestätigen.

    Verstehen kann ich es auch, wenn man frustriert, verärgert, sauer ist, dass man sich in irgendeiner Art und Weise abreagieren muss, dass man dabei vielleicht auch über die Stränge haut, wen wundert es ?

    Tut mir leid, wenn du erneut weniger schöne Nachrichten erhalten hast, dann wird es Zeit für Erfolgserlebnisse, Freuden anderer Art, damit dein Seelenleben gerettet wird. Macht keinen Spaß, wenn einem wenig Gutes widerfährt. Um das alles wieder wett zu machen, was dir in der letzten Zeit widerfährt, muss schon einiges Positives dich ereilen, vielleicht schon in nächster Zeit ? 😉

    Die Daumen sind weiterhin ganz fest gedrückt, ich wünsche dir von ♥, dass du ganz bald wieder Licht am Ende des Tunnels sehen kannst ! 😎

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    • Liebe Margitta, wirklich über die Stränge geschlagen habe ich nicht und in Schmerzen reingefahren bin ich auch nicht – ich glaube, du kennst mich gut genug um zu wissen, dass ich für sowas trotz allem zu vernünftig bin. Das Knie war halt beansprucht und wird jetzt ein paar Tage noch pfleglicher behandelt als sonst. Und „der Rest“ muss erstmal noch anderthalb Wochen durchhalten … danach wird man sehen! 😉

      Vielen Dank auch dir für’s Daumendrücken und die guten Wünsche! ❤ ❤ ❤

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  4. Liebe Anne,
    solche Emails braucht ja wirklich keiner 😦
    Eine Not-Radausfahrt ist in so einem Falle aber doch kein Vorsatz umwerfen, sondern einfach nur Erste-Hilfe gegen das Überschwappen von Frusthormonen und daher medizinisch indiziert! 😉
    Und du hast selbst in dieser Situation noch die Vernunft walten lassen und nicht über die Stränge geschlagen – das schaffen nicht viele! 🙂

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    • Liebe Doris,

      so ganz sicher bin ich mir bzgl. der Indikationsstellung nicht – subjektiv hat’s aber gut getan! Und ja, ich finde mich SEHR vernünftig … oder besser: einigermaßen vernünftig! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,

    ich wünsche Dir so sehr, dass mal ruhigere Zeiten kommen. Sowohl beruflich als auch gesundheitlich. So sehr kenne ich den Frust in beiden Fällen. Das kann schon ganz schön an die Substanz gehen.

    Aber Vernunft hilft dann auch manchmal… ach…
    Gruß
    Anja

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    • Danke, liebe Anja! Das mit den ruhigen Zeiten wird dauern, in absehbarer Zeit wird es zumindest an der beruflichen Front eher schlimmer als besser, so zumindest die aktuelle Prognose. Da fällt es manchmal schon schwer mit der Vernunft … immerhin: gestern bin ich mal wirklich nur mit dem Rad ins Büro und zurück, statt noch ’ne Dreiviertelstunde anzuhängen. 😉

      Viele Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    na zum Glück haben wir was zum Abreagieren.
    Und ich hoffe, es hat geholfen. Und das Knie hat es gut überstanden. Ich denke das dein Knie auch weiß, wann es Sinn macht, dir mal das „über die Stränge schlagen“ durchgehen zu lassen 😉
    Schließlich möchte ja auch dein Knie, das der Frust abgebaut wird.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      ja, das ist ein großes Glück! Das mit dem Abreagieren durch Essen hab ich mir zum Glück abgewöhnt, Entspannungsübungen sind nicht so meins, mich betrinken war es eigentlich noch nie. Also muss es Sport sein – und da funktioniert Radeln nun einmal besser als Aquajoggen. War grenzwertig, aber hat zumindest keine drastische Verschlimmerung bewirkt, weil ich mir doch einen Rest Vernunft bewahrt habe. Trotzdem nervt’s natürlich, dass das Knie nicht nur auf Stoßbelastungen wie beim Walken, sondern auch auf Radfahren mit mehr Krafteinsatz zickig reagiert …

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,

    oh wie gut ich Dich verstehen kann – um sich abzureagieren ist so eine Fahrt an der frischen Luft wahrscheinlich viel besser als eine Runde Aquajoggen – ich glaube ich wäre nach dem Aquajoggen nur noch mehr frustriert… 👿 nur für das Knie wäre das Aquajoggen vielleicht einen Tick besser… 🙄

    Ich wünsche Dir ruhigere Zeiten, für das Knie sowohl in der Arbeit!!

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      vielleicht sollte ich es mit Boxen probieren, danach ist mir wenigstens im Moment. Aber wahrscheinlich reiße ich mir dabei irgendeine Sehne oder was auch immer. 😦

      Vielen Dank dir und liebe Grüße,
      Anne

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