Verdamp lang her!

YESSSSS!!! 31.03.2016 – ein historisches Datum! Läuft bei mir! 🙂

 

Das ist die „emotionale“ Variante des Blogposts zum heutigen Abend. Vielleicht reicht die so manchem schon! 😎

 

Aber nun bin ich ja nicht so `ne Emotionale. Eher so `ne Norddeutsch-Dröge, Analytische und Vernünftige. Also folgt jetzt noch die unvermeidlich nüchterne Variante. 😉

Verdamp lang her, der letzte Lauf. Genau 6 Monate und 4 Tage. Aber heute wird mein im November vergangenen Jahres als Motivationshilfe erworbener Terrorzwerg endlich erstmals auf „Laufmodus“ geschaltet.

Die ersten vorsichtigen Laufschritte – pssst! – hab ich in den letzten Tagen schon gewagt. Nix Richtiges, einfach nur mal `ne Treppe hoch oder ein paar Meter ins Walken eingebettet. War mir wichtig für’n Kopf. Erstens um die Sicherheit zu haben, dass das Knie nicht bei der ersten Stoßbelastung hysterisch aufjault oder gar blockiert. Und damit zweitens, um den ersten Laufversuch nicht mit ängstlicher Erwartung und Anspannung zu überfrachten.

So kann ich die Standortbestimmung ziemlich rational und gelassen angehen. Geht’s gut, bin ich happy und probiere es am Sonntag ein zweites Mal! Geht’s schief, kann ich direkt am Montag beim Arzt aufschlagen und dort berichten, dass es zwar wieder einigermaßen geht (bzw. stöckchenwalkt), aber eben bei Weitem nicht läuft!

Versuchsablauf: Ca. 10 Minuten stöckchenfrei walken bis zu den Weihern – 10 Minuten traben – ein Stückchen „bergab“ gehen und „reinhören“ ins Knie – noch mal knapp 15 Minuten traben – vor dem Edeka stoppen und Belohnungs-Erdinger (bleifrei natürlich) einsammeln. Tadaaaaaa! Tusch! Vorhang!

Und das Ergebnis? Muskulär und konditionell fühlte sich’s überraschend locker an. Aber nicht symptomfrei. Das Knie liegt daher erstmal unterm Beruhigungs-Coolpack und es wird sich zeigen müssen, ob ich morgen und übermorgen ohne Anlaufschmerzen aus dem Bett und vom Schreibtischstuhl hochkomme.

Bei ganz ehrlicher Betrachtung trete ich folglich mit beiden Füßen auf die Euphoriebremse. Das „Geduld“-Programm auf meinem mentalen Zentralrechner bleibt auf jeden Fall weiterhin parallel zu „Laufeinstieg 2016“ aktiviert – das geht ja zum Glück unter dem gemeinsamen Betriebssystem „Optimism unlimited“.

Wie auch immer: Trotz Nüchternheit, Realismus und einer gewissen Skepsis krieg ich gerade das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Geht halt doch nix übers Laufen. 🙂

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28 Gedanken zu “Verdamp lang her!

  1. Liebe Anne,
    ich freu mich für Dich, wenn Du auch noch verhalten bist mit Deinem Jubel. Dennoch ein erster zaghafter Versuch nach der langen Zeit und es mündete nicht in die Katastrophe…sehr schön.
    Grinsen nach dem Lauf? Besser noch während dem Lauf, aber das kommt noch, ganz sicher 🙂

    Salut

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    • Lieber Christian, danke dir!

      Der eine wertet den Versuch als „zaghaft“, die andere mahnt, es könne „zu viel“ sein – ich kann es hier scheinbar niemandem recht machen! 😉

      Selbst wenn ich wg. Schmerzen hätte abbrechen müssen und sich rausstellen sollte, dass das mit dem Laufen nichts mehr wird: Eine „Katastrophe“ sähe für mich anders aus – es gibt, wie du ja auch weißt, andere und wichtigere Dinge als das Laufen, also sollte man seinen Sport (wie ich finde) auch nicht zu etwas Überwertigem machen. Aber egal, ich hab mich gefreut – und auch während des Laufs schon gegrinst wie ein Honigkuchenpferd! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Ich grinse mit, liebe Anne! So schön, das zu lesen!
    Es geht doch nichts über’s Laufen!
    Liebe Grüße
    Bianca
    PS: Trotz aller Freude. Müssen die Laufpassagen gleich so lang sein? Ich würde da vorsichtiger rangehen, weil ich Angst hätte, zuviel zu wollen. Oder streust du schon länger Laufanteile beim Walken ein?

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    • Stimmt, liebe Bianca! Danke!

      Was die Länge der Laufpassagen angeht: Keine Ahnung – kennst du Regeln dazu, die mir nahe legen mit 5 x 2 Minuten oder so anzufangen?

      Ich walke ja sehr zügig und dynamisch, zwischen 8:00 und 8:30 auf flacher Strecke, das ist kurz vor dem Laufen und da ist der Unterschied zu den gestrigen Laufpassagen mit 7:00 bis 7:30 gar nicht soo groß. Und Bergabgehen macht das Knie inzwischen auch einigermaßen mit. Wie ich dieses Belastungsausmaß vertrage, muss ich mMn einfach ausprobieren. Wenn ich heute und morgen merke, dass es deutlich zu viel war, nehme ich mich am Sonntag natürlich zurück.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Wow, kann gar nicht glauben, was ich lese , obgleich es tatsächlich Zeit ist, dass dein Apparat wieder anfängt, zu funktionieren !! Super – mögen diese zaghaften Anfänge schmerzlos steigerbar werden, die Schmerzen den Hasen gegeben, um endlich wieder das tun zu können, was fehlt, wenn man es nicht darf !

    Herzlichen Glückwunsch, noch ein wenig verhalten und ganz leise, damit es das Knie nicht hört – vom gesamten Ostseeraum und natürlich von uns allen ! 😎

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    • Liebe Margitta,

      allzu schnell und allzu weit werden sich diese Anfänge nicht steigern lassen, da bin ich Realistin genug. Das Knie ist ja kaputter als vor der OP, weil ein großer Teil vom Meniskus fehlt und der verbliebene Rest wieder eingerissen ist. Ich hab beim Laufen wie auch hinterher die gleichen leichten bis mäßigen Beschwerden wie letzten Sommer. Ob sich die durch Wiederaufnahme des Krafttrainings für die Beine, regelmäßiges Alternativtraining und/oder durch ärztliche Therapien bessern, wird sich zeigen müssen.

      Meine Prognose (Stand heute): Ich werde wieder laufen. Aber mehr als 2-3 kurze (30-60-minütige) Läufe pro Woche werden mittelfristig (sprich: im Laufe des nächsten halben Jahres) nicht drin sein. Sehr viel besser als nichts und ich werde lernen, damit zufrieden zu sein und den Rest meines Aktivitätsdrangs durch Radfahren, Aquajoggen und Co. auszuleben. Aber natürlich ist es nicht das, was sich eine Ultraläuferin wie du unter „Laufen“ vorstellt (du würdest, wie du mal formuliert hast, für solche Strecken vermutlich nicht mal die Schuhe anziehen). Zum Glück hab ich mich noch nie an solchen Maßstäben gemessen, dann wäre meine Situation deutlich schwieriger. So freue ich mich einfach drüber, überhaupt mal wieder gelaufen zu sein. 😉

      Danke dir und liebe Grüße an den gesamten Ostseeraum und seine besonders liebenswerten BewohnerInnen! 😎

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  4. Liebe Anne,
    das liest sich doch prima! Ein erster kleiner verhaltener Test ist auf alle Fälle der richtige Einstieg. Und wenn kein Gejammere zwischen Unter- und Oberschenkel einsetzt, würde ich VORSICHTIG gaaaanz langsam weitermachen, immer mal ein paar Meterchen mehr mich an den heißen Brei heranwagen. Gewürzt mit Geduld und Zuversicht, angerichtet ohne jeden Erfolgsdruck – das könnte das Rezept sein! Das wird und damit es wird, drücke ich Dir ganz fest die Daumen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      beschwerdefrei bin ich heute nicht (was mich aber auch nicht wundert). Insofern ist Vorsicht gepaart mit Geduld und Optimismus das Einzige, was hilft … ergänzt notfalls um die Bereitschaft, unangenehmen Wirklichkeiten ins Auge zu schauen.

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  5. Das freut die Leut!
    Schön zu lesen und für mich gut nachvollziehbar. Jetzt heißt es weiter aufpassen. Auch davon kann ich ein Lied singen. 🙄
    Laufen klappt bei mir ohne jegliche Schmerzen. Sitzen ist eher das Problem. Damit könnte ich aber ganz gut leben! 😏
    Die weiterhin gute Besserung!👍

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    • Du kennst das ja nun schon alles, lieber Gerd! Ich weiß gar nicht mehr: Wie waren deine ersten Laufversuche. Ich merke inzwischen doch einige Nachwirkungen und frag mich, ob das normal ist oder ob der Riss im Restmeniskus den gleichen Ärger verursacht wie der ursprüngliche. „Schmerzen“ hab ich keine, aber Sitzen tut auch mir nicht gut und beim Gehen/Laufen zuppelt es manchmal. Kann ich mit leben, wenn ich nicht immer ein Bild im Hinterkopf habe, wie der ausgefranste Meniskus meinen Knorpel schreddert.

      Danke! 😎

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  6. Liebe Anne,

    ich freue mich sehr mit Dir / für Dich!! Das Grinsen, das Du nach dem Lauf nicht aus dem Gesicht bekommen hast kenne ich nur allzu gut – einfach herrlich das Gefühl!! 🙂 Ich hoffe, Dein Knie hat den Test einigermaßen gut überstanden!! Jetzt nur nicht übertreiben, aber wem sage ich denn das…!?

    Ganz liebe Grüße Anna

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    • Danke auch dir, liebe Anna!

      Einigermaßen überstanden, nicht mehr und nicht weniger. Auf jeden Fall besteht so wirklich kein Anlass zu übertreiben, mein Körper spricht schon eine deutliche Sprache.

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Anne

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  7. Liebe Anne,

    stark gedämpfter Optimismus … Die Erfahrung zeigt, dass so etwas vor einem erneuten emotionalen Fall schützt. Ich freue mich sehr und hoffe, die Nachwehen blieben aus!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Lieber Rainer, wie ich ahnte, kommen gewisse Nachwehen quasi mit Zeitzünder … mal sehen, wie sich das bis morgen entwickelt. Klar ist jedenfalls, dass es noch sehr viel Geduld brauchen wird.Liebe Grüße,
      Anne

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