Verflüchtigte Gelüste

Ein Sonntagmorgen.

  • Kreuzchen im Wahllokal gemacht? Check!
  • Sonne? Check!
  • Wind? Check! Fies. Kalt. Subjektiv immer von vorn.
  • Läuft? Check! Allerdings nur die Nase!
  • Rollt? Check!

Auf dem Rückweg aus dem Ruwertal ist mein einzig Sinnen und Trachten: Zucker! Marmeladenbrötchen! Und ein Schokoweck! Und heiße Schokolade!

Und was ist? Ich komm nach Hause, lege mich trocken, wärme mich auf, öffne die Kühlschranktür … und dann kommt so was raus!

2016-03-13_Ruwertal04Interessant! Scheinbar hab ich Kopf und Körper inzwischen so weit „umprogrammiert“, dass solche Gelüste wie die auf ein Übermaß an leeren Kohlenhydraten sich – zumindest meistens – schnell und von selbst wieder verflüchtigen.

Natürlich hätte das mit dem Schokoweck sein dürfen! So entsetzlich streng bin ich nicht mit mir, dass ich mir das nicht gegönnt hätte, wenn ich es partout gewollt hätte. Und grundsätzlich esse ich nach wie vor sehr gern und sehr gern gut.

Aber mir ist – zum Glück! – im Verlauf des letzten Jahres die Selbstverständlichkeit abhanden gekommen, mit der ich mir solche süßen Sachen als „Belohnung“ einverleibe. Ich hatte mir diesen Quatsch vor ungefähr 25 Jahren in einer Phase angewöhnt, in der ich sehr darauf achten musste, mich nicht zu vernachlässigen und nach dem Motto „Tu dir oft genug was Gutes!“ zu leben.

Nun ist kulinarischer Schweinkram ja nicht nur leicht zu beschaffen, sondern kurzfristig durchaus „was Gutes“ mit hohem Belohnungswert. Aber eben mit Betonung auf „kurz“fristig. Was mittel- und langfristig dabei rumkommt, hat die Waage überdeutlich gezeigt.

Und nun? Ich gehe mit solchen „Belohnungen“ bewusster um, hau sie mir nicht automatisch und wie selbstverständlich rein. Stattdessen denke ich drüber nach, ob sie jetzt das Richtige für mich sind. So’n Obstsalat mit Quark und Nüssen hat schließlich auch Belohnungswert – großen sogar! Denn auch wenn der darin enthaltene (Frucht-)Zucker nicht so schnell im Gehirn ankommt, lecker ist der Kram allemal. Also vermiss ich nichts! Gar nichts!

Und wenn sich die Gelüste auf Süßes einmal partout nicht verflüchtigen wollen: Ein Stückchen dunkle Schokolade oder ein löslicher dunkler Kakao sind immer im Schrank. Und im allergrößten Notfall hat auch irgendein Bäcker (schlimmstenfalls der Backautomat an der Tankstelle) immer noch auf … 😉

 

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22 Gedanken zu “Verflüchtigte Gelüste

  1. Dein Obstsalat sieht sehr gut aus. Und er bringt Dir so viel mehr Gutes kurz-, mittel- und langfristig als jedes Stück Schokolade. Gut, dass Du das so hinbekommst.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Restsonntag.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • Die Schokolade esse ich mitunter ja trotzdem! 😉 Sie auch noch komplett wegzulassen, wäre vielleicht noch besser – aber das will ich nicht.

      Gleichfalls einen schönen Restsonntag & liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne,
    ach das kenne ich, wenn der Unterzucker aus einem rausruft: Zucker! Gebt mir Zucker, egal in welcher Form!! 😉 Schön, dass du auf ihn hörst – wenn auch mehr auf den 2. Teil des Rufes!
    Die überdachte Brücke ist wunderhübsch! 🙂

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    • Liebe Doris,

      ist es wirklich der Unterzucker? Oder benutzen wir diese Annahme nur als Rechtfertigung, um uns den Bauch vollzuschlagen? 😉 Wie auch immer: Obst mit Quark ist wohl sinnvoller als Schokoweck.

      Die Brücke mag ich auch sehr! 🙂

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  3. Öhmmm *hüstel* Öhmmm *rüsper*

    Nimm es mir nicht übel, aber das Foto, ja also, hmmm, wie soll ich es sagen. Öhmmm. Irgendwie sieht das aus wie ein Blick in unseren Biomüllbehälter *wegduck*

    Marmeladenbrötchen und Schokoweck sehen sicher etwas leckerer aus. Aber Hauptsache es hat geschmeckt 😀

    Ich hoffe, Du hast mich trotzdem noch lieb 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      vielleicht solltet ihr euren Biomüll häufiger rausbringen, also bevor sich die kleinen Maden darin vermehren?! 😉

      Im Fall meines Obstquarks sind die schwarzen Punkte Chia-Samen. Kann man essen, muss man aber nicht haben. Wenn die Tüte leer ist, werde ich sie auch durch billigere und ernährungstechnisch fast ebenso wertvolle Leinsamen o.ä. ersetzen. Insgesamt hat’s hervorragend geschmeckt! 😎

      Und klar hab ich dich noch lieb. So lieb, dass ich dich nicht mal nötigen würde, sowas zu essen – für dich würd ich extra einen Schokoweck als Alternative beschaffen! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    im Gegensatz zu Volker, der anscheinend keine Ahnung von gesunder Nahrung hat 😉 hätte ich den Schüsselcheninhalt mit Genuss genommen! Dann wäre der Appetit auf Marmeladenbrötchen sicher reduziert. Wobei ich letzterem auch nicht abgeneigt bin. Du hast recht, man muss manche Gewohnheit auch mal hinterfragen, und vielleicht hier und da neue Sitten ausprobieren!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      beim Volker denke ich: Der weiß schon Bescheid, aber setzt halt andere Prioritäten! 😆 Und wer so ein Strich in der Landschaft ist wie er, kann das auch tun – jemand wie ich, der zum Pummelig-Werden neigt und momentan nicht immer das wünschenswerte Ausmaß an Bewegung zeigen kann, muss halt aufpassen. So ab und an werde ich sicher auch weiterhin Marmeladenbrötchen und Schokowecken verspeisen, nur eben nicht so oft und nicht „automatisch“.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne, weniger gute Gewohnheiten dürfen ruhig hin und wieder überdacht und verändert werden, das habe ich aus eigener Erfahrung gelernt. Konnte ich an mir feststellen, dass Dinge, die früher (schon sehr lange her) auf der Speisekarte standen, mein Magen ablehnt, es sich mit Gesünderem, das auch nicht schlecht sein muss- im Gegenteil – sehr gut lebt.

    Am liebsten wäre ich auch wählen gegangen ! 🙄

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    • Liebe Margitta,

      ja, die gute Pälzer Lewerworscht landet bekanntlich inzwischen nicht mehr in deinem Magen! 😆

      Gesünderes kann furchtbar langweilig schmecken – muss es aber nicht. Viele gesunde Dinge munden auch mir mittlerweile viel besser als das fette oder überzuckerte Zeugs. Letzteres wegzulassen, erlebe ich auch nicht als Verzicht, mir fehlt dann einfach nichts. Und wenn ich doch mal Lust drauf hätte, würde ich es vielleicht wieder essen – und dann möglicherweise feststellen, dass ich es aus guten Gründen weglasse.

      So geht es mir mit dem Essen in Imbissketten: Alle paar Jahre bestelle ich dort mal einen Salat oder einen Burger – nur um festzustellen, dass der Kram weder schmeckt noch sättigt. Dann bin ich wieder für die nächsten paar Jahre kuriert! 😉

      Ach ja, wärest du nur in der Lage gewesen, hier (oder besser noch: in Sachsen-Anhalt) mitzuwählen. Erschütternd, dass es einer solchen Partei wie der AFD bedurfte, um so viele NichtwählerInnen zu mobilisieren ….

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  6. Liebe Anne,

    Du machst es genau richtig, gesund und ausgewogen…und selten dann noch die Belohnung mit etwas Süßem 😉
    Ich halte mich gerade an Lindenblütentee um die Rasseltest wieder los zu werden, Lauf- bzw. Sportpause 😦

    Salut

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    • Lieber Christian,

      momentan bin ich wirklich ein bisschen stolz auf mich, weil ich das mit der ausgewogenen Ernährung gut hinbekomme und weil sie auch Wirkung zeigt. Das Gewicht wird trotz relativ wenig Bewegung gehalten bzw. geht tendenziell weiter runter, genau wie ich es mir wünsche.

      Gute Besserung für dich – auf dass die Rüsselpest (ich vermute, die Autokorrektur-Funktion hat einen Rasseltest draus gemacht 😉 ) dich schnell verlassen möge, so dass du wieder aktiv sein kannst!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,

    da sieht man was der Gewohnheit alles mit uns macht – und wenn man es mal schafft, sich „umzuprogrammieren“ und neue Gewohnheiten anzulegen, dann geht es ja auch fast von alleine. Ich bin sowieso der Meinung, so ein Obstsalat mit Quark und Nüsse eine viel größere Belohnung ist, als leere Kohlenhydrate. Du machst das auf jeden Fall genau richtig – nichts ist verboten, das ist genau der richtige Weg! Weiter so 🙂

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      gründlich mit alten Gewohnheiten zu brechen ist wohl der entscheidene Punkt, wenn es ums Abnehmen geht.Irgendwann muss man sich dann nicht mehr „zwingen“, bestimmte Dinge zu essen und andere wegzulassen, sondern es klappt tatsächlich wie von selbst. Momentan bin ich, wie bei Christians Kommentar geschrieben, wirklich stolz, wie ich das hinbekomme. Ich bleib dran, auf jeden Fall! 🙂

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,
    fast genauso sieht meine erste Mahlzeit am Tag aus. Einzig Magerquark – nee, da komme ich nicht ran, 20% müssen es bei mir schon sein. Manchmal mische ich noch Naturyoghurt drunter. Ich ziehe Chiasamen dem Leinsamen vor. Da ist mir der Preis dann auch egal. Sooo viele Tüten kaufe ich davon nicht im Monat. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Es ist für jeden was dabei.
    Trotzdem – ich bin noch nicht ganz weg vom süßen Belohnungssystem bzw. süßem Frustessen. Aber ich arbeite dran.
    Du bist schon gut dabei!
    Liebe Grüße
    Bianca

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    • Liebe Bianca,

      morgens gibt es bei mir Müsli, auf den Obstquark freu ich mich dann den ganzen Nachmittag. Ich mag den fetteren, sahnigeren Quark gar nicht so gern, mir schmeckt der magere besser. Zum Glück! 🙂

      Bei dir klappt’s bestimmt auch mit dem Ausstieg aus dem Frust- und Belohnungsfuttern. Den Anfang hast du geschafft, nun heißt es dranbleiben!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Liebe Anne,
    das sieht sehr gesund aus. Ich muss gestehen ich kann sowas ja nicht mit Quark essen. Ich nehme Milch. Und noch Haferflocken, nur von Obst würde ich glaube nicht satt werden. Und dann liebe ich Leinsamen, geschrotet, vom Biohof. Da weiß ich sogar wo der wächst und wie der geerntet wird und verarbeitet. Das ist ja auch immer sehr beruhigend.
    Ich denke auch, alles muss erlaubt sein, auch mal Schokolade und Nutellabrötchen. Aber eben nicht ständig.
    Ich merke das ziemlich schnell, wenn ich mich nicht gut ernähre. Dann fühlt man sich so träge. Die Energie fehlt.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      für mein Morgenmüsli nehme ich auch lieber Milch, dazu Haferflocken, Nüsse, evtl. etwas Obst. Aber nach dem Sport ist mir das mit den Flocken oft zu viel zu kauen, genau so abends. Da dürfen dann nur ein paar Kerne und Chia- oder Leinsamen sein. Ich hab mi dies Chia-Zeugs mal gekauft, aber werde das nicht noch einmal tun. Inzwischen hat sich zwar mein Magen dran gewöhnt (anfangs hab ich wirklich Magenkrämpfe davon bekommen), aber weder gesundheitlich noch geschmacklich seh ich echte Vorteile gegenüber Leinsamen. Und wie du schreibst: Bei Leinsamen hat man die Chance, welche aus heimischer Bioproduktion zu kriegen. Das exotische „Super-Food“ ist dagegen eine riesengroße ökologische Sauerei!

      Und ja, ich finde auch, man sollte sich nichts krampfhaft verbieten. Wenn’s bei einzelnen „Ausrutschern“ bleibt, ist da ja nur menschlich und hat oft auch seinen guten Grund. MMn sind normalerweise nicht die „kleinen Sünden“ wie das gelegentliche Nutellabrötchen das Problem – sowas steckt der Körper weg. Viel wichtiger ist, was und wie viel man „gewohnheitsmäßig“ isst, denn das hat eben nachhaltige Konsequenzen, sei es, dass man fitter oder schlapper, fetter oder dünner wird.

      Liebe Grüße,
      Anne

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