Drecksack

Um 15 Uhr hält mich nichts mehr am Schreibtisch. Mal den Kopf freikriegen, wo endlich einmal die Sonne wieder zum Vorschein kommt in Trierer Breiten. Wird eben eine Wochendend-Schicht im Büro oder am häuslichen Computer eingeschoben! Und stattdessen im Schlendertempo der Weg nach Hause zu Fuß absolviert.

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Die Schlenderei endet schon nach 200 Metern vorübergehend, weil mir Trailfrosch Birthe begegnet, die nach einem halben Jahr „Laufen auf Sparflamme“ endlich wieder anfangen kann ernst zu machen. Ein bisschen Quatschen muss sein, weil wir uns – von einer kurzen Begegnung an Silvester abgesehen – ewig nicht getroffen haben.2016-01-08_Drecksack02

Dann geht’s weiter, über schlammige, teils von tierischen Wildschweinen zerwühlte Wege. Mein Ziel ist aber – angeregt durch Rainers heutigen Blogpost über die Hinterlassenschaften menschlicher Wildschweine – die Bank in den Weinbergen, an der sich eben diese Schweinerei befindet. Das gute Werk des Großreinemachens, das er begonnen hat, will ich vollenden.2016-01-08_Drecksack04

Dank Rainers fleißiger Vorarbeit ist das Einsammeln schnell erledigt und alles in einem Müllsack verstaut. Nur: Der Plunder ist elend schwer! So eine Raketenbatterie besteht ja nicht aus fluffiger Pappe, sondern aus Papierschichten, die mit Unmengen Kleber zu Röhrchen verkleistert und teils noch mit Plaste ummantelt sind. Wenn ich ihn mitgeschleppt hätte, wäre die Tüte vermutlich unterwegs gerissen und ich hätte alles am Straßenrand liegen lassen müssen.

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Daher steht jetzt ein großer blauer Drecksack mitten in den Weinbergen. Ich hoffe, dass sich jemand seiner erbarmt und ihn auf dem Traktor oder im Auto mitnimmt und entsorgt. Wenn nicht, muss ich wohl noch einmal ran und den Mist notfalls portionsweise abschleppen, damit „uns schöner Trier“ so schön bleibt wie es ist!

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23 Gedanken zu “Drecksack

  1. Sehr aufmerksam von euch, dass ihr den Müll zusammengetragen habt. Schade, dass manche Menschen meinen sie müssten irgendwo ballern, wo noch nicht einmal geräumt wird und den Dreck dann dort liegen lassen….

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    • Das Geballer lasse ich zähneknirschend noch als „Brauchtum“ durchgehen, sofern es nicht übertrieben wird. Aber den Dreck dazulassen ist unterste Schublade! 😦

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  2. Liebe Anne,

    danke, dass Du die Reinigungsaktion vollendet hast. Vielleicht nehme ich mich morgen dann dem Sack und den Flaschen an. Die waren wiederum zu schwer für meine bereits prall gefüllten Mülltüten. Da habe ich lieber ein paar Plastikflaschen mehr eingepackt. 😉

    Die Birthe hast Du getroffen. Da hätte ich mir auch Zeit für ein Schwätzchen genommen. Dann hören wir ja bald wieder von ihren Großtaten.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Halb vollendet, lieber Rainer, leider konnte ich den Kram ja nicht mitnehmen und entsorgen. In diesem Zustand lässt der Sack sich nicht tragen ohne zu reißen.
      Birthe hat wohl Schweich für eine erste vorsichtige Standortbestimmung im Auge. Was längere Kanten angeht, wird sie sich bestimmt die nötige Zeit für den Trainingsaufbau lassen.

      Liebe Grüße,
      Anne 😎

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  3. Liebe Anne,

    wie schon bei Rainer geschrieben,habt ihr beiden meinen vollen Respekt, aber es wäre noch schöner wenn die wahren Drecksäcke ihren Müll gar nicht erst liegen lassen würden bzw. den Müll in ihrem Vorgarten wiederfinden würden 😀

    Salut

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    • Das Verhalten der Drecksäcke können wir ja nicht beeinflussen, lieber Christian. Nur unser eigenes. Aber: Wüsste ich, wo ihre Vorgärten sind, würde ich deinen Vorschlag zur Entsorgungsfrage sofort aufgreifen! 😉

      Lieben Gruß,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    auch an dich ein großes Kompliment, dass du dich (wieder) aufgemacht hast, um den Müll aus den Weinbergen zu entsorgen! 🙂
    Wenn ich diesen Müll sehe, würde ich die Verursacher am liebsten so treten, dass aus den Schweinen am Weinberg, Schweine im Weltall werden! 😉

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    • Liebe Doris, mich stört der Müll einfach sehr, dann macht mir die Beseitigung auch nicht so viel aus. Aber die Verursacher hab ich im Geiste trotzdem ins Weltall bzw. auf den Mond geschossen … 😆

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,

    auch hier von mir im Namen der Natur einfach ein Danke für Deine gute Tat.

    Wie schon bei Rainer geschrieben. Toll. Wenn es auch nicht toll ist, dass es überhaupt notwendig ist. Das alte leidige Thema.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      so eine Räumaktion macht man ja (auch) für sich selbst. Mich stört der Dreck einfach, wenn ich tagtäglich dran vorbeikomme. Allerdings ärgere ich mich natürlich, dass die Verursacher das Räumen nicht selbst übernehmen, auch auf unserem (offenen) Grundstück, das ich an Neujahr auch immer vom Dreck befreien muss.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,

    eine weise Entscheidung, das schöne Wetter zu nutzen. In der heutigen Zeit ist es ja kein Problem, der Arbeit dann wieder bei zu kommen.

    Löblich Eure Aufräumaktionen (bei Rainer muss ich noch lesen) – man kann ich wohl über so nen Mist immer aufregen aber es wegräumen ist natürlich noch deutlich besser.

    Freue mich auf saubere Weinberge. 😉

    Gruß
    Anja

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    • Liebe Anja, da ich das Glück einer großzügigen Gleitzeitregelung habe, ist das wirklich kein Problem. Habe mir nach der Krankheit vorgenommen, davon mehr Gebrauch zu machen, und ziehe das jetzt auch durch. 🙂
      Freue mich drauf, dass du zur persönlichen Inaugenscheinnahme der Ergebnisse unserer Reinigungsaktion kommst! 🙂

      Viele Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,
    es war wirklich schön, dich so unverhofft unterwegs zu treffen. Auch wenn es zum Rumstehen frisch war.
    Dass du dich um den Dreck anderer kümmerst, ist echt lobenswert. Schade, dass sich so voiele nicht für ihre Hinterlassenschaften verantwortlich fühlen.
    Ach ja, bis zu irgendwelchen „Großtaten(?)“ ist noch einiges zu tun. Behaupten zumindest ganz sachlich und kommentarlos aber einmütig meine Waage und meine Uhr…
    Bis hoffentlich demnächst mal wieder,
    Birthe

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    • Liebe Birthe, wenn du jetzt in der Vorbereitung deiner Großtaten (sprich: schnelle und/oder weite) Läufe wieder öfter im Gelände unterwegs bist, treffen wir uns hoffentlich auch ab und an wieder. Ich hoffe sehr, dass du dich beim Rumstehen nicht verkühlt hast, die Sonne war trügerisch.

      Bis bald, liebe Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,
    Du bist echt vorbildlich. Bisher grummele ich bei solchen Anblicken immer in mich rein, aber ich sehe schon, die neue Welle ist laufen mit Sack, also mit dem blauen aus Plastik! Und umgekerht wie der Weihnachtsmann: Hinterher ist er voller als vorher.
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke, das eigentliche Vorbild ist Rainer, ich bin ja sozusagen nur Trittbrettfahrerin! Egal, Hauptsache der Dreck ist weg – ob laufend oder gehend, ob mit oder ohne Weihnachtsmannmütze! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Sehr löblich! Wenn jetzt noch jemand die Winzer davon überzeugen würde, auf den massenhaften Einsatz von Gift zu verzichten, dann wäre dort vielleicht sogar wieder Leben jenseits der paar Jogger möglich ;). (So es kein ökologischer Anbau ist dort. Dann müsste ich ein bisschen zurücknehmen. Obwohl sogar dort noch so einiges erlaubt ist, was natürlichem Kleinleben schadet). Ich meine: klar ist es für die Optik – also das menschliche Auge und Ästhetikempfinden – netter, wenn dort kein Müll rumliegt. Für die Erhaltung eines natürlichen Lebens ist DAS aber eher unbedeutend. Insbesondere in der Landwirtschaft und noch vielfach mehr im Weinbau.

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    • Ein komplexes Thema, Lizzy! Ich stimme dir zu, dass der Verzicht auf Pestizide deutlich mehr zum ökologischen Gleichgewicht betragen würde als ein bisschen aufgesammelter Papier- und Plastikplunder. Nur kann ich das Verhalten der Winzer und Landwirte (und der „sparsamen“ Konsumenten) nicht beeinflussen, zumindest kurzfristig und direkt nicht.

      Am Rumliegen von Müll kann ich dagegen sofort und unmittelbar was ändern. Und das tut nicht nur meinem Auge , meinem Ästhetikempfinden und meinem Gewissen gut, sondern auch – und wenn es nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein ist – der Fauna und Flora. Der ganze Müll würde sich schließlich auch zersetzen und Giftstoffe in den Boden abgeben, Vögel würden die zerbröselten leuchtendorangenen Plastikspitzen der Raketen für Beeren halten und aufpicken etc.

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      • Genau, du hast recht: es ist ein komplexes Thema. Und ich finde nach wie vor gut, wenn jemand den Müll einsammelt. Was ich nur immer mal wieder gerne loswerden möchte wenn jemand – und damit sage ich nicht, dass du das hier getan hast. Es ist aber eben so verbreitet – die „anderen“ als Ökoferkel hinstellt im Vergleich zu sich Engelchen. Wie gesagt: sehe ich hier gar nicht und würde weder dich noch jemand anderen oder mich da irgendwo einordnen wollen. Nur eben darauf hinweisen, dass einer, der egal wie oft seinen Müll irgendwo stehen, fallen oder liegen lässt aber womöglich kein Auto fährt oder sich niemals eine Flugreise leistet, dass der das vergleichsweise (zu mir z. B. oder zu anderen, die ihren Müll evtl. immer brav einsammeln) kleinere Umweltferkel ist. Ob er das plant oder weiß, es ihm bewusst ist oder nicht. Ein konventioneller Landwirt richtet auf jeden Fall unglaublichen Schaden am Grundwasser an – so viele Pillen kann ein Privatmensch gar nicht einwerfen und über die Fäkalien der Umwelt wieder zumuten. Ich glaube, die Rechnung ist nicht einfach – ich kann sie nicht lösen. Bin mir aber sicher, weltweit gesehen zu den … sagen wir … 20% größten Ferkeln zu gehören. Und ich fliege sehr selten, fahre kein Auto, sammele meinen Müll ein und kaufe zu ca. 50% Bio-Produkte. Trotzdem bin ich alleine über Urlaube, Computer und sonstige Technik irgendwo im weltweiten Müllferkel-Spitzenbereich. Das lässt mich dann auch gerne mal bescheiden werden, wenn ein Habenichts ’ne Kippe oder sonstwas in die Botanik schmeißt.

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  10. Liebe Anne,

    wenn nur die, die den Dreck hinterlassen haben ihn auch wegräumen würden… 👿 zum Glück gibt es Menschen wie Du und Rainer, die die Sache einfach in die Hand nehmen und etwas wirklich gutes tun!! Sehr vorbildlich!! 🙂

    Ja, mal den Computer abschalten und an der frischen Luft zu gehen ist eine sehr gute Idee – vor allem wenn auch die Sonne zum Vorschein kommt!! Gute Entscheidung!!

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      die Umweltsäue sterben leider nicht aus! Da muss man einfach was tun, wenn man nicht im Dreck ersticken will!

      Gute Entscheidung – allerdings kriege icch heute ein bisschen Stress, wenn ich meinen Vortrag für morgen noch einigermaßen hinbekommen will. Aber das war’s wert!

      Liebe Grüße
      Anne

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