Puddingbeine

Die Haselsträucher blühen – Frühling am 4. Adventssamstag. Vormittags ein etwas grauer Frühling, mittags ein sonniger. Für meine Radrunde hab ich den grauen Part erwischt. Macht aber nix. Jeder Kilometer, den ich im Freien zurücklegen kann, ist ein guter Kilometer.

Und ein wichtiger! Der Infekt hat mich in der Knie-Reha ein ganzes Stück zurückgeworfen. Bei allem Bemühen, Knie und Oberschenkel auch während der Krankheitszeit durch gezielte Übungen zu stärken: Wenn man fiebrig, schwindlig und schlapp ist, kann man nicht mal diese Übungen im erforderlichen Umfang machen. Und ohne Bewegung, die Krafteinsatz fordert, löst sich die ohnehin geschwächte Oberschenkelmuskulatur ziemlich schnell in ein wabbeliges So-Gut-Wie-Nichts-Mehr auf.

Entsprechend anstrengend sind momentan selbst Radtouren auf flacher Strecke. Anderthalb Stunden an Mosel und Saar, unterbrochen durch einen kurzen Fotostopp an der Kanzemer Staustufe. Gegen Ende hab ich solche Puddingbeine, dass der kurze Schlussanstieg echt Quälerei wird.

Tröstlich: Wenigstens komme ich schmerzfrei bergauf. Denn leider ist das Gehen, v.a. in zügigem Tempo, immer noch nicht beschwerdefrei, und das Knie lässt sich nicht ohne kräftiges Zwicken vollständig beugen. Daher warte ich mit dem Einstieg ins Nordic Walking noch bis nach Weihnachten. Und den ersten Lauftag schiebe ich gedanklich auch schon mal ein paar Tage nach hinten.

So ist das eben: Nicht der Kalender diktiert das Tempo des sportlichen Wiedereinstiegs, sondern der Körper. Und der will noch nicht so, wie er „laut Plan“ sollte und wie ich das gern hätte. Also kriegt er die Zeit, die er braucht. Und die nötige Achtsamkeit – aber natürlich ohne dass ich mich dabei zu Tode schone. Also wird auch morgen wieder was gegen die Puddingbeine getan, sei es im Freien oder – schlimmstenfalls – auf der Rolle. Erstaunlicherweise bin ich gerade ziemlich gelassen dabei. Aber was bleibt mir auch anderes? 😎

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12 Gedanken zu “Puddingbeine

  1. Liebe Anne,
    Infekt bekämpfen und Reha-Übungen aufrechterhalten geht nun mal nicht gleichzeitig. Immerhin sorgen die Puddingbeine nun für einen sanften Wiedereinstieg! 😉
    Und eineinhalb Stunden radeln ist schon was. Da werden sich die Muskeln im Oberschenkeln schnell wieder erinnern, was sie zu tun haben. 🙂
    Auch hier beginnen schon viele Sträucher wieder auszutreiben – nicht ganz so extrem, wie bei euch, aber deutlich sichtbar… 🙄

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    • Liebe Doris, ja, Reha und Infekt passen nicht zusammen, so ist das nun einmal und ich kann das auch gut akzeptieren. Ist im Moment schwierig abzuschätzen, wie viel ich mir zumuten kann, ich muss einfach kleine Brötchen backen, dann wird das richtig gut! 😎

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  2. Liebe Anne,

    Gelassenheit ist gut. Wie Du sagst.. es nützt ja nix. Ich bin gestern eine lange Treppe hoch und war sehr erstaunt, wie wunderbar sich meine Kondition in nix aufgelöst hat. So ist es halt und es wird auch wieder anders.

    Gruß
    Anja

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  3. Einen wunderschönen GUTEN MORGEN, liebe Anne, wie Anja schreibt, Gelassenheit ist gut, es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns unserem Schicksal zu beugen, aber mit Gelassenheit kommt man trotzdem voran, auch wenn es manchmal (so auch bei mir) so erschien, als gäbe es keine Fortschritte, als könne man nie wieder richtig in die Eisen steigen.

    ABER es wird, wie ich aus Erfahrung berichten kann, auch ich glaubte eine Zeitlang, dass ich mich nie wieder so bewegen könne, wie früher, zum Glück ging alles gut aus, und genauso wird es bei dir sein, bald, ganz bald.

    Wie immer an dieser Stelle anbei ein weihnachtlich geschmücktes Paket frischer Seeluft, jetzt hoffentlich schnell wirksam, dazu eine Kerze nur für dich . 😎

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    • Einen wunderbaren Adventssonntag, liebe Margitta, und dankeschön für die klare Ostseeluft! 🙂 So schlimm und schicksalhaft finde ich die Puddingbeine gar nicht, bei „vernünftigem“ Nachdenken ist ja klar, dass Ausdauermängel nach fast 8 Wochen mit wenig (Ausdauer-)Sport völlig normal sind. Daher hab ich auch nicht die geringsten Zweifel daran, dass sich Fortschritte einstellen und die Ausdauer wieder zurück kommt. Ich hatte nur nicht gedacht, dass ich so viel davon verloren habe … Grund genug, heute gleich wieder auf’s Rad zu steigen und jetzt im Halbkoma auf’s Sofa zu fallen … 😉

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  4. Liebe Anne,
    „schmerzfrei“ ist doch schonmal eine Ansage! Und ansonsten machst Du es richtig, langsam, so wie der Körper mitmacht. Was die Kondition angeht, so habe ich neulich gelesen, dass man doppelt so lange braucht, wieder „reinzukommen“, wie eine Sportpause dauerte. Also, Zeit&Geduld ist die Devise!
    Schönen Adventssonntag!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      ohne auf den Körper zu hören, geht es einfach nicht, auch wenn’s manchmal schwer fällt. Ich bin gespannt, wie lange es brauchen wird, wieder richtig fit zu sein. Da ich ja vor der Pause schon nicht mehr so intensiv Sport treiben konnte, trau ich mir keine Prognose zu. Hauptsache wieder regelmäßig bewegen. 🙂

      Dankeschön – dir auch einen schönen 4. Advent,
      Anne

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  5. die Blütenfülle zu Weihnachten ist schon ziemlich speziell, bei mir vor dem Bürofenster steht ein Weihnachtsbaum in traulicher Nachbarschaft zu tuffig rosa blühenden Zierkirsch-Bäumchen. Ein echter Blickfang 😉

    DAS für’s Knie!

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  6. Liebe Anne,

    manchmal wundert man sich über seine Gemütsverfassung. Freue Dich, dass die Gelassenheit gerade jetzt da ist. Gut Ding will Weile haben.

    1 1/2 Stunden Fahrradtour sind doch hingegen schon beachtlich, so nach OP und fieser Erkältung.

    Das Dir die Entspanntheit über Weihnachten erhalten bleibt wünscht Dir
    Volker

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    • Ich freu mich sehr, lieber Volker! Gut Ding will in der Tat Weile haben … gestern hab ich nochmal 2 Stunden auf dem Rad draufgepackt und merken müssen, dass so ein Doppelpack noch Quälerei für die nicht mehr existente Muskulatur ist – ergo: Es wird ein weiter Weg!

      Danke dir für die guten Wünsche und liebe Grüße,
      Anne

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