12 Wochen

Eigentlich könnte ich heute die läuferische Jahresbilanz für 2015 ziehen. Lohnt aber nicht. Offizielle Läufe = 0. Jahreskilometer irrelevant, irgendwas zwischen 400 und 500 sind es wohl. Die einzige Zahl, die mich heute interessiert: 12. So viele Wochen Pause soll ich meinem Knie nach der OP insgesamt mindestens gönnen, bevor ich wieder mit dem Laufen anfange, so der Arzt heute.

Ich dachte, ich hör‘ nicht recht! Klar, noch habe ich Beschwerden beim Gehen. In den kommenden drei, vier Wochen hätte ich daher eh nicht ans Laufen gedacht. Aber eigentlich hatte ich den Eindruck, dass ich mich gut erhole und so 8, 9 Wochen nach der OP, also „zwischen den Jahren“ vorsichtig wieder loslegen kann.

Nur ist eben jede OP anders – und da bei meiner nicht nur ein großer Teil vom Innenmeniskus rauskam, sondern auch der Knorpel schon kräftig „einen mitgekriegt hatte“ und das Gelenk entzündet war, braucht der Heilungsprozess seine Zeit. Die Stoßbelastungen beim Laufen würden da empfindlich stören.

2015-11-24_NoRunning

Bildquelle: Leo Reynolds auf http://www.flickr.com/photos/lwr/289560924

Und nun? Auch wenn mir die Empfehlung im Moment sehr konservativ vorkommt, halte ich mich selbstverständlich dran! Aber was tun in den 12 Wochen? Jammern bringt gar nix! Frustfressen oder Mich-Besaufen erst recht nicht! Alle anderen Formen des Ausdrucks von Selbstmitleid bringen mich auch nicht weiter. Radfahren dagegen schon. Aquajoggen auch. Mit Rudern kann ich es ebenfalls probieren, natürlich erstmal nur piano. Gymnastik und Krafttraining gehören sowieso dazu. In drei, vier Wochen darf ich zusätzlich mit Nordic Walking anfangen. Und Kraulschwimmen lernen wollte ich ja auch schon lange … Wie soll ich all das nur in meinem Tag unterbringen, wenn ich „nebenbei“ auch noch arbeiten will und soll? 😉

Die Zeit wird also schnell vergehen, ebenso wie die bisherigen vier Wochen seit der OP schnell vergangen sind. Und ich kann sie abwechslungsreich füllen, nicht nur mit ruhigeren Aktivitäten, sondern auch mit Alternativsport. Darum beschwer‘ ich mich auch gar nicht, bleibe optimistisch und freu mich drauf, dass ich (hoffentlich) im kommenden Frühjahr wieder auf der Piste bin. Aber ein bisschen Trost kann ich schon gebrauchen. Es geht halt doch nix über’s Laufen!

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27 Gedanken zu “12 Wochen

  1. Liebe Anne, nimm es leicht, gut Ding braucht Zeit, habe es dir vorgemacht, die Zeit vergeht wie im Flug, und wenn du auf dem Fahrrad fahren, Aquajoggen, spazieren gehen kannst, bereitest du dich optimal auf den großen Tag vor.

    Genau, nimm es gelassen, bleibe optimistisch – und du wirst belohnt werden – YES !! 😎

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    • Liebe Margitta, ja, die Zeit wird mit Alternativsport und Arbeit schnell vergehen. Zum Spazierengehen werde ich unter der Woche nicht so viel Gelegenheit haben wie du, im Hellen muss ich nun mal arbeiten, höchstens den Weg zur Arbeit werde ich zur Fuß zurücklegen. Aber dann müssen es halt Sportarten drinnen sein, die momentan eh besser für’s Knie sind.

      Auf „den“ (womöglich noch im Kalender angestrichenen) großen Tag fiebere ich irgendwie gar nicht hin. Ich denke, irgendwann nach Ablauf der 12 Wochen, je nach Gefühl im Knie, probier ich’s halt – in der Hoffnung und sehr zuversichtlich, dass sich dann die Geduld auszahlt und ich nicht (wie es dir leider passierte) nach ein paar Läufen wieder die Rote Karte bekomme. So gesehen bin ich meinem Arzt dankbar für seine Empfehlung es langsam anzugehen, auch wenn er mich damit heute komplett auf dem falschen Fuß erwischt hat. 😎

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  2. Gut Ding will Weile haben. Wenn man laufen will und nicht kann und auch nicht darf , ist das schon doof. Aber Du hast ja so viele gute Alternativen. So, wie ich es lese, sind die Alternativen so vielseitig, dass Du gar nicht alle unterbringen kannst an einem Tag.
    Deine Laufzeit wird wieder kommen und dann wirst Du es ganz besonders genießen.
    Ich wünsche Dir gute Besserung und halte die Ohren steif.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • Nee, in einen Tag passen die Alternativen wirklich nicht. Wär vielleicht auch ein bisschen viel, selbst wenn ich die Zeit dafür hätte. 😉

      Dankeschön und liebe Grüße,
      Anne

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  3. 12 Wochen – das ist schon eine ganz schöne Zeit. Aber nimm es positiv und sei geduldit. Es zahlt sich bestimmt aus. Allerdings kann ich schon verstehen, dass Du ein wenig enttäuscht bist. Gerade, weil die Heilung, subjektiv betrachtet, so gut voran schreitet. Aber wenn der Doktor es so anordnet, wird es wohl richtig sein.
    Ein tolle Gelegenheit, uns gaaaanz viele Ausgleichsportarten vorzustellen. Ich find‘ Dich ja sowas von fleißig!
    Liebe Grüße und eine Portion Geduld sende ich Dir
    Bianca

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    • Vier Wochen hab ich ja schon rum, also ein Drittel. Das war körperlich sicher ätzender als das, was jetzt kommt. Mental sieht das sicher anders aus. Im Moment ist klar, dass ich ans Laufen nicht zu denken brauche, solange ich beim Gehen das Knie noch unangenehm spüre. Wenn sich das ändernd, wird es sicher schwieriger sich zu bremsen. Wie auch immer, ich verlass mich auf den Arzt.

      Was das Vorstellen von Ausgleichssport etc. angeht: Mal sehen … 😎

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    auweia, du Arme… So eine Zahl zu hören, macht sicher keine Freude. 😦
    Aber andererseits – vielleicht ist es besser, gleich von vornherein zu wissen, dass eben noch mal 8 Wochen Laufverbot herrschen, als dich alle 2-3 Wochen wieder vertrösten zu lassen. Und deine Alternativsportmöglichkeiten sind ja sehr breit gefächert! 🙂
    Die Rolle für die mentale Härte, die Spaziergänge und Nordic Walking für die Frischluftzufuhr und Lichttanken am Wochenende, die Aquajoggingeinheiten für Blogstories (ok, der letzte Punkt war jetzt nicht ganz uneingennützig 😉 )! Und in der ganzen Zeit darf das Knie in seinem ganz eigenen Tempo heilen.

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    • Liebe Doris, ja häppchenweise wär’s auch Mist gewesen. Für mich kam’s jetzt einfach total überraschend – ich hatte den Arzt vorher ja noch gar nicht gefragt, aber war angesichts des subjektiv guten Heilungsverlaufs davon ausgegangen, dass ich so in drei, vier Wochen wieder lo darf. Tja, is nich. Rolle und Aquajoggen jetzt, bisschen Rudern, bisschen Spazierengehen. Nordic Walking muss noch warten, dafür werde ich die Zeit im Schwimmbad ausnutzen. 🙂 Hauptsache, die Geduld zahlt sich aus und das Knie heilt wirklich gut.

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  5. Ach, liebe Anne, Du willst Dich also nicht besaufen? Dann ist es ja gut, dass ich nicht in Deiner Nähe wohne, ich wäre sonst mal mit einem Schnäpschen vorbeigekommen :mrgreen:

    12 Wochen finde ich für so eine OP, die in den Bewegungsapparat eingegriffen hat, eigentlich noch ziemlich zivil. Wenn ich daran denke, dass ich nach meinen recht oberflächlichen Zysten-Operationen vier Wochen nicht laufen durfte …

    Also, ob 9 oder 12 Wochen, nach dem für Dich bescheidenen Laufjahr kommt es auf die allerletzten 3 Wochen auch nicht mehr an! Sag ich jetzt einfach mal so! 🙂

    Tschakka, Du schaffst das!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, hättest gern vorbeikommen können und wir hätten meine selbstgemachten Liköre durchgetestet. 😆

      Stimmt schon, auf drei bis vier Wochen mehr oder weniger kommt es rational betrachtet auch nicht mehr an. Nur war ich darauf eben nicht eingestellt, nachdem ich bislang so gute Fortschritte gemacht habe. Nichtsdestotrotz schaff ich das natürlich … allein schon mangels Alternativen.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Ohje, 12 Wochen? Hilfe…
    Ich weiß nicht ob ich mich daran halten würde wenn es mit dem Knie wieder besser wäre und ich mich nach 10 Wochen gut fühlen würde. Aber da steck ich jetzt nicht drin.
    Klar ist der Frust jetzt groß. Und verständlich. Aber du zählst soviele Alternativen auf, da wird dann schon was dabei sein was dem Laufen etwas näher kommt. Ansonsten halt doch Schnaps 🙂

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    • Da ich während der OP meinen angegriffenen Knorpel gesehen habe und von anderen Betroffenen weiß, wie schädlich ein zu früher Wiedereinstieg sein kann, werde ich mich an die Empfehlung halten. Ich hoffe, ich schaffe es auch mich an meine guten Vorsätze mit dem Alternativsport zu halten. Ansonsten: Der Schnaps läuft mir ja nicht weg … 😉

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  7. Liebe Anne,

    ich schicke Dir ne Ladung Trost und Geduld. Blöd ist es ja schon, wenn man sich selbst nen anderen Plan gemacht hat. Aber zack, ist die Zeit vorbei und Du wieder auf der Piste. Und mit all den Alternativen hast Du ja auch wenig Zeit, drüber nachzudenken.

    Gruß
    Anja

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    • Danke, liebe Anja! So ein richtiger „Plan“ war es ja nicht, nur eine vage Einschätzung, von der ich angesichts des bisherigen Verlaufs dachte, sie sei realistisch. Naja, das Denken überlasse ich wohl doch besser, denen die Ahnung haben – und mache das, was sie mir erlauben, in einem Maße, in dem es mir gut tut. Im Moment denk ich leider doch viel drüber. Aber das wird sich auch wieder geben, spätestens wenn ich heute wieder durch’s Wasser pflüge.

      Viele Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,
    Du hast hier ja schon sehr viel Beistand und gute Wünsche bekommen. Da schließe ich mich natürlich an. Zudem war es eine gute Entscheidung, die OP zeitlich so zu wählen, dass die lauffreie Zeit im Winter liegt.
    Deinie Geduld wird sich hoffentlich auszahlen. Und dann läufst Du in den Frühling, fitter als je zuvor, wenn ich auf Dein Alternativprogramm blicke. 😉

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Danke, liebe Rainer!

      Das Timing für die OP war wirklich perfekt, Reha im Winter, aber nicht über die Feiertage (da wär’s mit der Physiotherapie schwierig) – und dann im Januar – irgendwann um meinen Geburtstag rum, langsam wieder einsteigen, wenn alles gut läuft. Ich hatte nicht mit einer so langen Pause gerechnet, daher war ich erst einmal etwas zerknittert und musste mich an den Gedanken gewöhnen. Aber angesichts der Fülle des Alternativprogramms laufe (sic! 😉 ) ich wohl eher Gefahr, mich zu überfordern als an Langeweile einzugehen. Fitter denn je werde ich hoffentlich sein. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Liebe Anne,
    ok, Besaufen willst du dich nicht. Das wäre eh nur eine sehr sehr kurzfristige Lösung deiner Probleme.
    Ich finde 12 Wochen gar nicht so schlimm. Zumal du ja schon 4 Wochen hast.
    Sieh es mal so: es hätten auch 16 Wochen sein können.
    Ich habe aber vollstes Verständnis dafür, das es trotzdem eben einfach doof ist, das man so lange nicht laufen darf.
    Wenn du aber lieb und artig bist, dann wirst du hinterher umso mehr Freude haben. Und so lange kannst du dich ja auf dem Rad und im Schwimmbad rumtreiben.
    Damit du die Zeit als nicht so lang empfindest, kauf dir einfach 2 Adventskalender. Wenn der 1. alle ist (24.) dann fängste den zweiten an. Und dann haste es bald geschafft 🙂
    Man muss sich ja schließlich für Geduld auch belohnen 😉
    Ich wünsche dir jeden Tag gute Heilungsfortschritte und sende dir liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      so gesehen bin ich froh, den Arzt nicht gleich nach der OP gefragt zu haben. Da hätten die 12 Wochen grauenvoll geklungen. Jetzt ist schon gut 1/3 rum – knapp 8 Wochen klingen schon viel besser und ich hoffe, dass es dabei auch bleibt, wenn ich weiter so folgsam und so gewissenhaft meine Physio-Übungen mache und Alternativsport betreibe.

      Gibt ja genug Alternativen: Rad auf der Rolle und bei erträglichem Wetter auch draußen, Schwimmbad mit Aquajoggen und dem Versuch Kraulen zu lernen, Ruderergometer, ca. ab 3. Advent Nordic Walking, vermutlich ab kommende Woche Spaziergänge zur Arbeit.

      Das mit dem zweiten Adventskalender ist eine prima Idee. Nur: Ob ich da Schokolade reintun sollte wie in den ersten? Als Belohnung sicher prima, aber mit Blick auf die erwünschte Gewichtsabnahme vielleicht doch kontraproduktiv. Ich glaub, ich schreib mir einen Stapel Zettelchen mit den Alternativsportarten und steck sie nach dem Zufallsprinzip in die Türchen – dann gibt’s jeden Tag ein sportliches Überraschungsprogramm. 😉

      Danke dir für die Anregung und die guten Wünsche, liebe Grüße zurück,
      Anne

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  10. Liebe Anne,

    ich finde Du bist sehr tapfer!! 4 Wochen sind seit der OP schon vergangen 😯 – so schnell geht die Zeit 🙂 Ja, ich weiß, wenn man zurück blickt kommt es einem immer schneller vor als wenn man nach vorne schaut…

    Du hast genug Alternativsport, der Du machen kannst und ich Drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es dann wirklich ohne Rückschläge in 8 Wochen langsam los gehen kann mit vorsichtigem Laufen!

    Kopf hoch!
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      manchmal komm ich mir auch ganz tapfer vor … aber im Grund sind 12 Wochen ja gar nicht viel, vor allem wenn Aussicht besteht, dann wieder richtig fit zu werden, ergo braucht’s auch keine besondere Tapferkeit. 🙂
      Wenn ich vorsichtig bleibe und vernünftig wieder aufbaue, wird das mit den 8 Wochen schon passen, da bin ich sehr zuversichtlich. Und der Kopf ist nach kurzem Hängenlassen auch schon wieder oben.

      Vielen Dank und liebe Grüße,
      Anne

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  11. Wünsche Dir eine gute Genesung. Hatte auch ein bisschen Knie Probleme und rund 2 Wochen geschohnt…alleine da bin ich schon richtig verrückt geworden. Lass dich nicht unter kriegen und bleib am Ball. Die besseren Zeiten kommen wieder 🙂

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    • Danke dir! Die besseren Zeiten kommen auf jeden Fall – auch jetzt sind sie ja nicht soooo schlecht, weil ich ziemlich viele Alternativen habe und nicht bewegungsunfähig rumhängen muss. 🙂

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  12. Liebe Anne,
    ich würde die Empfehlung nicht konservativ nennen, sondern vernünftig. Wobei sich beides nicht ausschließt, wenn ich es recht bedenke. Sieh‘ es mal so, mathematisch hast Du schon den größten Laufpausenanteil rum, das Ende ist in Sicht und es läuft doch bisher gut. Zudem fällt es in eine eh‘ nicht so lauftolle Jahreszeit und so kannst Du noch ein wenig länger die Vorfreude genießen auf den Wiedereinstieg! Wenn das mal nichts ist…
    Zur Not kannst Du ja noch die Zeit nutzen, die Schuhe zu putzen für den ersten Auslauf 😉
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      konservativ und vernünftig schließen sich gewiss nicht aus. Leider hast du dich aber verrechnet, ich hab erst gut ein Drittel der Pause rum, d.h. 4 1/2 von (mindestens) 12 Wochen … 😎
      Egal, auch die fehlenden Wochen werden gut vergehen. Das mit der „nicht so lauftollen Jahreszeit“ ist nicht unbedingt ein Argument für mich, weil ich eher mit Nässe und Kälte und Dunkelheit als mit Hitze klarkomme. Und 7 Wochen mit Schuheputzen verbringen? Da geh ich doch lieber zum Aquajogging! 😆

      Liebe Grüße,
      Anne

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  13. Pingback: Eint trister November | Rhein-Neckar Runner

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