Tritt für Tritt

„Step by step“, „Schritt für Schritt“ soll es allmählich wieder zurück ins LäuferInnenleben gehen. „Schritt für Schritt“ im Sinne von alltäglichen Gehschritten zum Bus oder zum Einkaufen klappt schon ganz gut. Bei zügigen Walkingschritten mit Stockunterstützung hält sich die Verträglichkeit noch in Grenzen.

Dafür heißt es seit gestern mit Erlaubnis meines Physios „Tritt für Tritt“. Nachdem der 10-minütige Versuch auf dem Studio-Ergometer ohne Schmerzen und ohne Beanstandungen des Bewegungsablaufs gelang, darf ich jetzt auf’s Rad. Erstmal reicht mir dafür (aus vermutlich allseits nachvollziehbaren Gründen – siehe „Belastung vorsichtig steigern“, siehe „Heini“, siehe „Dunkelheit“) die Rolle.

2015-11-19_Tritt

Noch ist die Bremse auf Minimalwiderstand gestellt und ich fahre in niedrigen Gängen. Aber ich fahre. 😎 15 Minuten vor dem Frühstück. Sowas tut gut zum Beinelockern. Dazu brav ein paar Übungen für Kraft, Koordination und Beweglichkeit mit Matte, Pezzi-Ball und Stabipad. Und ins Wasser will und sollte ich auch noch.

Um das alles im Tag unterzubringen heißt es früh aufstehen. Schließlich gehe ich seit gestern wieder meinem Broterwerb nach. Zum Glück gilt hier ebenfalls das Prinzip „Schritt für Schritt“. Mit einer großzügigen Homeoffice-Regelung und der Erlaubnis, anfangs auch ein paar Minusstunden zu schreiben (bzw. den offiziell nicht existenten dreistelligen Überstundenberg abzubauen) fällt die Rückkehr ins Arbeitsleben nach 5 Wochen krankheitsbedingter Auszeit deutlich leichter.

Geduld brauche ich aber auch in diesem Bereich. Gestern reichten 3 Stunden, um mich am Nachmittag erstmal auf die Couch zu zwingen, bevor ich noch ein Stündchen dranhängen konnte. Auch das wird sich Schritt für Schritt bessern. Oder „Tritt für Tritt“? Lieber nicht! Der gute Vorsatz ist da, die Arbeit nicht so schnell wieder zur Tretmühle werden zu lassen, sondern mir ein Stück mehr Leichtigkeit im Umgang mit ihr zu bewahren. 😎

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27 Gedanken zu “Tritt für Tritt

  1. Liebe Anne,
    Arbeitszeit langsam steigern. Und eines ist ganz wichtig: Nach 8 Stunden sind 100% erreicht 🙂
    Da kannst du aufhören mit der Steigerung.
    Ich habe auch eine Arbeit wo man nicht den Hammer nach 8 Stunden fallen lassen kann (vor allem, da ich gar nicht mit Hammer arbeite 😆 )
    Aber wenn es halt mal länger wird, dann achte ich drauf, das ich das zeitnah wieder ausgleiche.
    Für die Produktivität helfen Überstunden erwiesenmaßen eh kein bisschen.
    Manchmal, wie auch in diesem Falle, ist weniger mehr.
    Also bei 100 % ist Schluss mit steigern.
    Bei der Arbeit.
    Beim Sport kannst du gern 100% draus machen 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      mehr als 100% Arbeit sind wirklich ungesund, jedenfalls auf Dauer! Und wie du schon schreibst: Oft wird das, was über die 100% hinausgeht, so ineffizient, dass man es besser gleich lassen sollte. 😎

      200% beim Sport würden mir aber auch nicht bekommen, im Moment schon gar nicht, später und auf Dauer aber auch nicht. Das wäre sozusagen der Weg in en orthopödischen Untergang. 🙄

      Liebe Grüße und arbeite nicht so viel!
      Anne

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  2. Liebe Anne, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, jetzt kommt der nächste Schritt – das Radfahren, dazu brauchte ich viel mehr Zeit als du, freue dich, oh freue dich, du kannst dich auch anderweitig bewegen. Noch besser, dass du auch zu Hause arbeiten kannst, so dass der Übergang von einer relativ langen Pause nicht allzu anstrengend ist . Alles gut, wie ich meine, step by step………………

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    • Liebe Margitta, da hast du doch glatt die Überschrift meines vorletzten Beitrags „gemopst“. Alles wunderbar, natürlich freu ich mich und bin dankbar für all das Gute im Moment. Ich denke, das ist aus meinen Zeilen zu lesen, auch wenn ich es nicht wörtlich reingeschrieben habe … ich bin halt nicht der Typ für euphorische Reden und lautes Rumjubilieren, sondern freu mich „nüchterner“! 😎

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  3. Radfahren ist schon mal wieder ein guter Fortschritt. Freue mich sehr für Dich. Naja, die Arbeit sorgt vielleicht auch für eine nicht ganz so unangenehme Abwechslung. Es geht voran step by step.
    Weiter so. 😉
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  4. Liebe Anne,

    Ratschläge in Sachen nicht mehr als 8 Stunden zu arbeiten, gebe ich Dir besser nicht. Da bin ich leider nicht glaubwürdig. Es war aber schön, dich gestern zu erleben. Da war viel positive Energie. 🙂

    Bleib‘ dabei!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Lieber Rainer, man muss ja nicht nach exakt 8 Stunden den Rechner runterfahren – ich finde, es darf auch mal mehr sein. Nur darf eben der Ausgleich nicht fehlen und man muss aufpassen, den ungetrübten Blick darauf nicht zu verlieren, um die Balance wiederherzustellen, bevor es zu spät ist.

      Danke für die positive Rückmeldung. Die Auszeit war bitter nötig, wenn auch wegen der OP nur begrenzt erholsam (aber sonst hätte ich sie ja auch nicht bekommen) – letztlich hat sie gut getan!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,

    sind es tatsächlich schon fünf Wochen gewesen? Verrückt, die Zeit rast.

    Deine Fortschritte sind super, Schritt für Schritt und Tritt für Tritt. Macht Spaß zu lesen!

    Laß es ruhig angehen, was die Schritte und Tritte anbelangt, genauso wie bei der Arbeit.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, die OP ist erst gut 3 Wochen her, aber ich war ja zuvor schon knapp 2 Wochen AU geschrieben. Umso bemerkenswerter sind die Schritte und Tritte, die nach der OP schon wieder möglich sind und ich kann gar nicht dankbar genug dafür sein. Nichtsdestotrotz: Ich lasse es vorsichtig angehen – in allen Bereichen!

      Liebe Grüße und danke für die guten Wünsche,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    auch mit kleinen Schritten kommt man/frau ans Ziel! 😀
    Schön, dass dein Bewegungsradius wieder ein Stückchen größer geworden und dein Einstieg ins Arbeitsleben auch „sanft“ möglich ist! 🙂

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  7. Liebe Anne,

    Schritt für Schritt und wenn wir in 2 Monaten lesen, wird das meiste sein, wie vorher. Aber sag mal… war das Rad jemals im Gelände unterwegs? Oder anders gefragt: Darf ich Dir mein Rad mal zum putzen vorbei bringen?

    Weiterhin so gute Fortschritte!

    Gruß
    Anja

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    • Liebe Anja, danke, dein Wort in Gottes Ohr, wie es so abgedroschen heißt … ich bin zuversichtlich, dass es – bei hinreichender Vorsicht – tatsächlich in zwei Monaten fast wieder gut ist, aber lasse all das auf mich zukommen.

      Was das Rad angeht: Das war bisher nur bei schönem Wetter auf Asphalt untrwegs. Für den Alltag inklusive Schlamm und Schlechtwetter habe ich ein anderes Rad, das vermutlich mindestens so angeschmuddelt ist wie deines. Fahrradputzen nervt! 😉

      Viele Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,
    die Reha erfordert Geduld und die scheinst Du zu haben. Dennoch kannst Du über Fortschritte berichten, was ich ganz besonders toll finde. Freu Dich an jedem Schritt und Tritt, dann bleibt auch die Geduld vorhanden.
    Mach weiter so

    Salut

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    • Lieber Christian,

      bisher empfinde ich das Ausmaß an aufzubringender Geduld gar nicht als so sehr groß. Ich hab ja den Vergleich mit anderen, bei denen es sehr viel länger gedauert hat. Außerdem merke ich eigentlich jeden Tag Fortschritte, über die ich mich freuen kann – die machen es tatsächlich leicht, sich dir Geduld zu bewahren!

      Dankeschön & liebe Grüße,
      Anne

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  9. Liebe Anne,
    das läuft bei Dir ja mit der Genesung wie bei einem Uhrwerk! Es freut mich wirklich, dass Deine Hoffnung nicht enttäuscht wird und Du die Geduld aufbringst, brav auch Dein Begleitprogramm durchzuziehen. Auch wenn nun auch wieder der Job angeklopft hat, ok, da muss man dann auch durch. Doch unterm Strich: Aufwärts gehts, weiter so!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke, ja, es läuft überraschend rund, ich bin total happy damit. Jeden Morgen und jeden Abend Physio-Übungen, dazu täglich mindestens eine kleinere oder größere Einheit im Wasser oder jetzt auch auf dem Rad, dazu die Fußwege zum Bus etc. – es wird. Und dass mit der Arbeit auch Normalität einkehrt, tut mir trotz aller Anstrengung gut.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  10. Liebe Anne,

    seit Wochen verfolge ich hier Deinen Weg von der OP bis zur Wiedereingliederung in den Berufs- und Sportalltag unkommentiert. Sehr schön zu lesen, dass alles so komplikationslos abläuft. Ich bewundere Deine Disziplin bei den notwendigen Übungen.

    Was ich bei Dir online verfolgt habe, kann ich vielleicht bald zuhause live erleben. Anna hat heute als erste Diagnose beim Orthopäden auch Meniskusschaden im Knie und wahrscheinlich OP bekommen. Sie muß aber noch zum MRT am 30.11..Da können wir ja dann auf Deinen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen ;-).

    Wir wünschen Dir weiter eine schnelle Heilung.

    Liebe Grüße
    Norbert

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    • Danke, lieber Norbert & liebe Anna!

      Läuft bei mir wirklich alles (mit kleineren Rückschlägen) super – und wenn die Übungen spürbar was bewirken, fällt es auch leicht, die notwendige Disziplin zu bewahren. Ich drücke Anna natürlich trotzdem die Daumen, dass ihr die OP erspart bleibt. Wenn‘ s doch nit zu umgehen ist, könnt ich euch auch gern mal melden, wenn mein Blog als Infoquelle nicht reicht! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Liebe Anne,

        leider hat Dein Daumendrücken nicht geholfen. Orthopäde, MRT und Krankenhauskniespezialist sind sich einig – eine OP ist erforderlich. Nächster freier Termin ist am 19.April. Krücken hat sie gleich bekommen, falls jemand von der OP-Liste abspringt und sie früher dran kommen kann. Prognose ist eine Woche nach dem Eingriff gar nicht belasten und dann sechs Wochen später könnte sie wieder joggen…..? Bis zur OP darf sie alles machen, was keine Schmerzem verursacht – also fast nichts.

        Liebe Grüße und gute Besserung für Deine Resterkältung
        Norbert

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        • Oh Mist, lieber Norbert! Vier Monate Wartezeit sind natürlich lang, v.a. wenn fast nichts schmerzfrei möglich ist. Da drücke ich fest die Daumen, dass kurzfristig ein früherer Termin möglich ist!

          Und bei allem Optimismus würde ich mich nicht zu sehr auf die Prognose verlassen. Ich kenne jemanden, bei dem es wirklich so glatt lief. aber mehr Leute, bei denen das nicht der Fall war. Auch bei mir ist nach anfänglich so schnellen Fortschritten an Laufen jetzt, d.h. 7 1/2 Wochen nach der OP, überhaupt noch nicht zu denken. Das zeichnete sich zwar schon nach der OP ab, denn ich hatte ja 2 Wochen Belastungsverbot und dann die Prognose 12 Wochen Laufpause, vorher nach 8 Wochen mit Nordic Walking wieder einsteigen. Momentan zwickt das Knie aber sogar noch beim normalen (zügigen) Gehen, so dass ich nicht sicher bin, ob es vor Weihnachten sinnvoll ist, mit dem Walken anzufangen.

          Danke dir für die Besserungswünsche – gleiche gehen zurück mit einem Toitoitoi an Anna!

          Hustende, nicht minder liebe Grüße,
          Anne

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  11. Liebe Anne,

    sehr vorbildlich bist Du unterwegs und es hört sich alles sehr positiv an – ich kann es nicht oft genug sagen, ich freue mich so sehr für Dich, vor allem da Du wirklich so skeptisch war vor der OP. Es ist klar, es braucht Geduld und es wird noch viel Geduld brauchen – aber Du bist auf dem richtigen Weg!! Ich wünsche Dir vom ganzen Herzen, dass es so glatt weiter geht! 🙂

    Ganz liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      danke auch dir! Ja, bis auf kleine, nicht erwähnenswerte Rückschläge läuft alles super. Dass ich Geduld brauche, war spätestens nach Margittas Erfahrungen klar. Bislang bin ich aber selbst positiv überrascht, wie gut ich mich erhole. Innerlich „quengelig“ werde ich nur, wenn ich mich mit Leuten vergleiche, mit denen ich mich eigentlich nicht vergleichen darf, weil sie deutlich jünger und austrainierter sind als ich – und diese Vergleiche meide ich! 😎

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Anne

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