Alles Kopfsache

*** Kleines Jubiläum: Der 1.000ste Beitrag auf weinbergschnecke.wordpress.com ***

Wie schnell doch aus etwas Erzwungenem eine Gewohnheit wird! 2 ½ Wochen hab ich viele Dinge auf einem Bein erledigt – jetzt muss ich mich darauf konzentrieren, beim Abwaschen oder Zähneputzen das Gewicht wieder „ganz normal“ auf beide Beine gleichmäßig zu verlagern. Und beim Aufstehen vom Schreibtisch oder Sofa muss ich mir bewusst machen, dass ich nicht mit rechts losgehen muss, sondern das operierte Bein zuerst ansetzen kann. Alles Kopfsache!

Erstaunlich aber auch, wie schnell ich jetzt, wo ich endlich wieder voll belasten darf, wieder in halbwegs normale Bewegungsabläufe zurückfinde. Gestern früh noch auf zwei Gehstützen durch die Wohnung gehumpelt. Allenfalls ab und zu vier, fünf schüchterne Probeschrittchen „ohne“ gewagt, immer in der Erwartung, dass das Knie doch wehtun müsste. Tat es aber nicht, zog höchstens ab und an ein bisschen, kein Grund zur (Über-)Vorsicht. Auch das Kopfsache!

Heute in der Wohnung schon komplett ohne Stützen. Draußen hab ich sie noch dabei, weil mich bei längeren Wegen die Kraft zu verlassen droht. Morgens der erste kleine Spaziergang, knapp 2 Kilometer. Nachmittags zum Einkaufen im 500 Meter entfernten Supermarkt. Alles schön langsam, aber – zumindest gefühlt – flüssig. Selbst der Einbeinstand auf dem Stabi-Pad klappt, natürlich – safety first! – mit der Tischkante zum Festhalten in Reichweite.

Nur auf’s Fahrrad steige ich noch nicht, obwohl es mir ständig in den Ohren liegt, wenn ich ins Arbeitszimmer komme. Mit meinem Physio ist vereinbart, dass ich den Bewegungsablauf unter Aufsicht auf dem Radergometer probiere, bevor ich mich allein daran versuche. Also ist Selbstbeherrschung gefragt. Die ist schließlich auch Kopfsache!

Wenn allerdings jetzt auch noch das Ruderergometer zu quengeln anfängt, wird das wohl ein Mentaltraining der herausfordernden Art. 😉 Mir ist diese gut dosierte Herausforderung sehr recht! Würde ich keine solchen Fortschritte machen, wäre die psychische Beanspruchung erheblich höher und würde wohl ins mentale Übertraining führen. Und Übertraining – egal in welchem Bereich – braucht kein Mensch. 😎

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22 Gedanken zu “Alles Kopfsache

  1. Glückwunsch zum Blogjubiläum! Und natürlich noch viel mehr zur Krückenfreiheit. 🙂 Ich hoffe für dich, dass es weiter so schnell aufwärts geht, dass das Ruderergometer gar nicht zum Meckern kommt. 🙂

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    • Dankeschön! Dummerweise kann ich den Physio erst am Mittwoch fragen, wann ich wieder rudern darf. Daher ist Vorsicht … im Moment schweigt das Gerät zum Glück noch! 🙂

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  2. Liebe Anne,

    jaja, der Kopf…die Gewohnheit verliert sich so schnell wie sie gekommen ist und schon bald kehrt wieder Normalität ein, die Vorsicht ist vergessen.
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende und weiter gute Besserung

    Salut

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    • Lieber Christian, ich hoffe, die Gewohnheit verschwindet sogar etwas schneller, damit ich mir keine Fehlbelastungen einhandle. Ein bisschen Vorsicht muss sicherlich bleiben, aber Übervorsicht ist mitunter sogar schädlich. Das richtige Maß werde ich schon finden! 😎

      Auch dir ein schönes Wochenende, liebe Grüße & dankeschön,
      Anne

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  3. Liebe Anne,

    rasant gehts vorwärts, das ist toll.

    Hab ja gestern schon einen Hinweis auf die Fuß-OP hinterlassen. Ich kann mich gut erinnern, dass ich nach Monaten der Humpelei vor und nach der OP irgendwann sagte: „Es gibt keinen Grund mehr, zu humpeln, aber ich kann es einfach noch nicht lassen.“ Es hat lange gedauert, bis sich das wieder normalisierte.

    Da es bei Dir aber ne kurze Phase ist, wird sich das sicherlich einfinden. Und ja.. mentale Härte ich eh gefragt, in allen Lebenslagen.

    Gruß
    Anja

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    • Liebe Anja,

      da bei mir schon so kurze Zeit reichte, um solche Angewohnheiten zu etablieren, mag ich mir gar nicht vorstellen, wie das nach monatelanger Schonhaltung aussieht. Irgendwie schafft man das ja auch, aber das Ausmaß an mentaler Härte, das dann gebraucht wird, ist ’ne ganz andere Liga verglichen mit meiner Minimalverletzung.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    1000 Blogbeiträge – wow! Was für eine tolle Zahl! Da mach ich doch gleich ’ne Flasche Prosecco auf und…
    ach so, erst halb 9. 😦 Gut, dann trink ich noch ein Schlückchen Caro auf dein Blogjubiläum und vertage den Alkohol auf heute Abend bei der Jahresfeier des Vereins! 😀
    Du machst tolle Fortschritte! Braves Knie!! 🙂
    Dass der Kopf extra wieder auf „normal belasten“ umgeschalten werden muss, kenne ich noch von meiner Fussverletzung im letzten Sommer. Da traute ich mich noch ein paar Tage nachdem die Fäden gezogen waren noch nicht so recht! 😀

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    • Liebe Doris,

      och, so’n Schlückchen Prosecco am Morgen … aber mir wäre ein Kaffee auch lieber gewesen! 🙂

      Das Knie ist ein extrem Braves … und ich finde mich auch sehr brav, weil ich ohne Murren tue und lasse, was Arzt, Physio und Knie mir abverlangen. 😎 Und das mit dem „widerspenstigen Kopf“ haben wir bisher auch immer hingekriegt!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Guten Morgen, liebe Anne, Glückwunsch zum 1.000. Blogbeitrag ! Wieder ein Grund zum Feiern.

    Auch die Fortschritte, die du nach relativ kurzer Zeit zu verzeichnen hast, ein weiterer Grund, die Gläser klingen zu lassen !

    Was das mentale Training betrifft,so kannst du dich glücklich schätzen, nach relativ kurzer Zeit schon das tun zu können, was du derzeit im wahrsten Sinne des Wortes auf die Beine stellst, da kenne ich andere Fälle, in denen es weitaus mehr Geduld erforderte, aber Hauptsache, wieder fit und gesund – nur das zählt unter dem Strich.

    Und wenn es so forsch und gut weitergeht, hast du bald alles abgehakt

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    • Dankeschön, liebe Margitta! Wie in so vielem bist du mir auch im Zeitpunkt des 1.000 Blogbeitrags voraus – darum kannst du vielleicht um so besser nachvollziehen, dass man/frau sich über sowas wirklich freuen kann.

      Ich denke, wie glücklich ich mich über die schnellen Fortschritte schätze, ist an meinem Beitrag auch abzulesen. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass alles bislang so glatt lief, und hab in Gedanken schon etliche Dankgebete dafür in die himmlische Chefetage geschickt. Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben – wer weiß besser als du, dass der Weg zurück ins sportliche Leben mühselig und auch mal durch Rückschläge gekennzeichnet sein kann. Aber wenn es so gut weiterläuft, sind bald wieder Fersensporn und Achillessehne die problematischen Baustellen im Körper und nicht mehr das Knie.

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  6. Liebe Anne,

    das liest sich sehr gut – ich habe es schon gesagt, ich freue mich sehr für Dich !! vor allem da Du vor ein paar Monate nicht gerade überzeugt warst. Jetzt hast Du (hoffentlich) das schlimmste schon hinter Dir – es geht immer wieder vorwärts und Du bist vorsichtig genug! So soll es sein, so kann es weiter gehen und irgendwann geht alles wieder wie gewohnt – ohne das Du überlegen musst 🙂

    Herzlichen Glückwunsch zum Blogjubiläum – auf die nächsten 1000!! 🙂

    Liebe Grüße Anna

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    • Dankeschön, liebe Anna!

      Ja, ich bin jetzt, wie auch schon einmal geschrieben, sehr froh, dass ich mich für die OP entschieden habe und sie relativ zügig machen lassen konnte. Und ich bin glücklich und dankbar, dass ich (auch dank eines guten Operateurs) insgesamt mit sehr wenig Schmerzen und Folgeproblemen davongekommen bin, bislang wenigstens. Das Knie ist außerdem selbst klug genug mir zu signalisieren, dass ich es nicht übertreiben darf; so hilft es mir geduldig zu bleiben. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,
    das liest sich klasse! Die zweibeinigen Bewegungsabläufe hast Du ja ein paar Jahrzehnte geübt, sicher klappt die Umstellung reibungslos. Und radeln wird bald wieder genauso gut gelingen.
    Ich freue mich für Dich!!!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      von Stunde zu Stunde wird es besser mit den Bewegungsabläufen, der Körper braucht nur noch ab und zu eine kleine Erinnerung. Weil ich noch bis zum Physiotermin am Mittwoch mit dem Radeln warten soll, kommt erst einmal Bewegung im Wasser dran … neu und dadurch interessant.

      Dankeschön und liebe Grüße,
      Anne

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  8. 1.000 Blogbeiträge sind sehr beachtlich. Meinen Glückwunsch.
    Und Du machst stetig Deine Fortschritte. Das freut mich sehr, zu lesen. Liest sich alles sehr positiv. Und die Kopfsache bekommst Du auch hin.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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