Von der Rolle

Kalt geworden isses draußen. Und nass. Und dunkel. Beim Laufen wär’ mir das wurscht. Beim Radfahren isses das nicht. Bewegen und mich dabei ein bisschen anstrengen will ich mich aber trotzdem. Und pures  Rumturnen auf der Gymnastikmatte und mit Kurzhanteln ist irgendwie freudlos.

Ergo muss ein neues Sportgerät her, das jetzt im Arbeitszimmer aufgebaut ist. Und ich kann was „von der Rolle“ schreiben. Nein, nicht von der Blackroll – die hab ich schon länger. Vom Rollentrainer für’s Rad, genauer: Vom Tacx Blue Matic T2650.

2015-10_16_Rolle02Der Aufbau ist sehr simpel, selbst für eine Technik-Deppin wie mich. Die Einzelteile mit ein paar Schrauben gemäß Anleitung festzurren. Die „Hinterachse“ des Rades durch den mitgelieferten Schnellspanner ersetzen und das Rad einsetzen. Widerstandshebel für die Einstellung der Bremseinheit am Lenker befestigen. Das mit dem Hebel ist allerdings suboptimal gelöst: Wie auch in vielen Testberichten hervorgehoben, ist er extrem schwergängig. Angeblich wird das mit häufiger Benutzung besser – mal sehen. Eine Vorderradstütze sorgt dafür, dass das Rad stabiler steht und der Reifen geschont wird.

2015-10_16_Rolle03Und dann wird gefahren. Den Grad der Belastung kann man über die Einstellung der Magnetbremse am Trainer, die Schaltung des Rads und natürlich die Trittfrequenz regulieren. Das Rad steht superstabil, zumindest beim regenerativen bis lockeren Radeln. Tour der France-Etappen mit Wiegetritt hab ich noch nicht probiert. Ebenso intensive Zielsprints. Beides heb ich mir für später auf. Irgendwann …2015-10_16_Rolle01Der Geräuschpegel hält sich in Grenzen. Ein monotones, nichts ganz leises, aber auch nicht extrem unangenehmes Surren. Man kann beim Fahren Musik oder eine Film-DVD einlegen und dabei den Ton auf Zimmerlautstärke belassen. Zumindest haben die Nachbarn sich noch nicht beschwert. Auch das mag sich aber natürlich bei intensiveren Trainingseinheiten ändern.

Und wie fühlt sich’s an? Körperlich ok. Ich will noch mit der Sitzposition experimentieren; da hab ich den Eindruck, ein bisschen höher wäre besser für’s Knie. Gefühlt ist es etwas anstrengender als das Radeln im Freien, weil man einen sehr gleichmäßigen Tritt fährt, ohne die Beine zwischendurch mal hängen zu lassen, wie ich das draußen schon mal tue.

Vor allem aber ist es eines: Monoton. Präziser: Langweilig! Profi-Radfahrer, die angeblich im Winter manchmal 5 bis 6 Stunden auf so einem Ding verbringen, haben mein allergrößtes Mitgefühl, ja: nachgerade meine Bewunderung! Ich schaff’s bisher nicht länger als eine halbe Stunde am Stück, selbst mit Musik- oder Filmuntermalung nicht. Ich rede mich raus damit, dass ein „Mehr“ meinem Fahrwerk nicht gut tut. Die Wahrheit ist: „Rolle“ ist unglaublich öde! Aber was hilft’s? Auf der Couch rumzuliegen ist noch viel öder! Ergo: Roll on! 😎

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20 Gedanken zu “Von der Rolle

  1. Ich hatte mal so ein Heimtrainer-Fahrrad Zuhause. Das war ziemlich öde. Hab im geschlossenen Raum irre geschwitzt. Bei Deiner Errungenschaft ist vermutlich die Sitzposition eine angenehmere. Bin gespannt, wie es damit bei Dir wird.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • Heimtrainer wär die Alternative gewesen, war mir aber zu groß und zu teuer. Den Rollentrainer montier ich ab, wenn ich ihn nicht mehr will bzw. brauche, und stell ihn auf den Speicher. Wirkliche Freunde werden wir nicht, das weiß ich jetzt schon, aber irgendwas muss ich machen, wenn ich nicht laufen kann.

      Lieben Gruß,
      Anne

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  2. Liebe Anne,

    das sieht nach einer interessanten Alternative zu einem teuren Hometrainer aus. Ob das mit der preislichen Einschätzung stimmt, musst du aber noch verraten. 😉

    In jedem Fall ist so ein Spinning-Teil in Deiner Situation (leider!) eine gute Möglichkeit, die Fitness zu erhalten und Kalorien zu verbrennen. Der Schweißfluss beim Standradeln ist ja unglaublich, wie ich selbst schon einmal bei einer längeren Verletzungspause erfahren durfte/musste.

    Auf Deinen letzten Beitrag antworte ich übrigens erst nach Frankfurt 😉

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Lieber Rainer,

      zur Preisfrage: knapp 130 € mit Vorderradstütze. Ein Spinning-Rad ist es nicht, einfach ein ganz simpler Rollentrainer. Besonders schweißtreibend fand ich es noch nicht, weil a) mein Arbeitszimmer ungeheizt ist und b) mein Knie mich im Moment nur regenerativ radeln lässt. Ich bin supervorsichtig, weil ich merke, dass immer noch eine Reizung drin ist, die bis zum 26. zumindest nicht schlimmer werden sollte. Und danach kann ich es dann, wenn ich das OK von Arzt bzw. Physio habe, auch zum Reha-Training nutzen. 🙂

      Auf deinen Kommentar zum vorigen Beitrag hab ich schon gespannt gewartet. Dann also nach Frankfurt … 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Ich hab mir so ein Ding ja auch schon überlegt und hatte die gleiche Befürchtung, dass es eben, freundlich ausgedrückt, sehr monoton ist. Und mir auch der Fahrtwind fehlt. Bin gespannt was du weiterhin berichtest. Bisher setz ich mich einfach trotzdem aufs Rad , trotze kämpferisch Wind und Regen und ja, es fühlt sich trotzdem sehr gut an. Mitleidige Blicke der Nachbarn und Arbeitskollegen, wenn man tropfend ankommt, sind garantiert 🙂 Aber spätestens bei so viel Schnee, dass auch meine Spikereifen keine sichere Fahrt mehr zulassen werde ich mir Alternativen überlegen müssen. Hab die letzten Monate mit dem Laufen geschlampt und müsste wieder ganz klein anfangen. Mal sehen, mein Knie mault ja auch gerne..
    Ich hoffe du hast ein schönes, ruhiges WE vor dir!
    Liebe Grüße Elke

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    • Liebe Elke, zum Radfahren draußen fehlen mir oft Zeit und Gelegenheit. Am Wochenende ja, aber unter der Woche müsste ich im Dunkeln fahren – und dafür sehe ich zu schlecht. Das Ding soll vor allem als Reha-Sportgerät dienen. Ich denke, sobald ich wieder laufen kann, wird es verkauft oder eingemottet.

      Da ich momentan krank geschrieben bin, wird das WE sehr ruhig. Brauch ich auch! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    Rolle ist sowas von öde. Ich kann wirklich sagen, ich finde es furchtbar.
    Ich habe genau die gleiche Rolle wie du 🙂
    Letzten Winter saß ich vielleicht 3 mal drauf.
    Ich ziehe das MTB und den Matsch im Wald vor 😆
    Aber wenn ich mal Rolle fahre dann höchstens 1 Stunde und dann schaue ich Herr der Ringe an.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      du kannst dir glaube ich die Zeit frei einteilen, da kommt mir die Hürde mit dem Draußen-Fahren nicht so hoch vor. Ich könnte im Winter nur im Dunkeln – da seh ich aber extrem schlecht – und am WE. Vor allem aber denke ich, dass ich das Ding auch nach der OP nutzen kann, wenn Laufen noch nicht erlaubt ist, aber Radeln schon geht. Ich glaube, sobald ich wieder fit bin, kommt es „in die Bucht“! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,

    ich freu mich, dass Du eine Alternative gefunden hast oder sagen wir mal ausprobierst 😉 Allerdings kommt das Training auf der Rolle gleich nach dem Laufband was die Attraktivität für mich angeht. Aber in der Not, frisst die Anne wohl auch Fliegen 🙂
    Ich wünsch Dir dennoch viel Spass und v.a. starke Oberschenkel

    Salut

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    • Lieber Christian,

      mangels Laufbanderfahrung kann ich nicht sagen, ob Laufband oder Rolle schlimmer ist. Aber die Unterschiede dürften marginal sein. Trotzdem: Besser als nichts ist es allemal!

      Danke für die guten Wünsche und liebe Grüße,
      Anne

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  6. Oh Anne, wie ich Dich verstehe. Als vor 2 Jahren ein Hometrainer für die Reha meines Besten bei uns einzog (und immer noch ungenutzt im Schlafzimmer steht), dachte ich, prima… den kann ich auch mal ab und zu nutzen. 2 x genau hab ich mich auf das Ding gesetzt. Selbst jetzt bei der Laufpause bringt mich nichts auf das Rad. Es ist mir schlichtweg so langweilig, dass ich alle Minute auf die Uhr schaue.

    Ein Kollege von mir, der ein irrer Freizeitradler ist, verbringt aber auch Stunden auf der Rolle. Der hat aber auch so ein Hyper-Teil und fährt ganze Bergetappen mit Landschaftsanimation ab.

    Wie dem auch sei, ich hoffe, Du gewöhnst Dich an die Eintönigkeit und findest Gefallen daran. Sicherlich besser als auffer Couch liegen, da hast du wohl Recht.

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    • Liebe Anja, es ist wirklich grauenhaft langweilig! Heute früh habe ich mir meine Lieblingsmusik auf’s Ohr gezogen, aber selbst da war es eine einzige Folge von Durchhalteparolen: „Noch ein Lied! Komm, eines geht noch!“. Mit knapp 40 Minuten persönlicher Rekord! 😆
      So ein Hyper-Teil war mir schlicht zu teuer; ich wusste ja vorher (Fitnessstudio-Erfahrung), dass das Ding bald wieder auf dem Dachboden verstauben wird. Und wenn die „Bergetappen“ mangels Belastbarheit nicht in den Alpen, sondern bestenfalls in der Holsteinischen Schweiz gefahren werden können, sind die Landschaftsanimationen vermutlich auch nicht so spektakulär! 😉

      Egal – alles besser als nichts! Und man ist gut beraten das lieben zu lernen, was man nicht mag, wenn man gerade nichts anderes bekommen kann. 😎

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  7. Liebe Anne, wie gut ich dich verstehen kann, das wäre auch meine Rettung in meiner Reha-Phase gewesen, sicherlich ist es nicht die Erfüllung, aber du kannst dich bewegen, immer noch tausend Mal besser, als auf der Couch bewegungslos zu versauern, das wird dir auch in der Reha-Phase sehr gute Dienste erweisen.

    Wünsche dir eine ruhige, erholsame, stressfreie Woche, gönne dir was Schönes ! 😎

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    • Danke, liebe Margitta! Ja, so ein Teil wäre für dich bestimmt auch gut gewesen. Inzwischen habe ich den Sattel deutlich höher eingestellt, das ist viel weniger belastend für’s Knie und ich konnte heute erstmals so intensiv radeln, dass ich dabei richtig ins Schwitzen kam. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

      Gefällt 1 Person

  8. Aaah, ich hatte mal einen Hometrainer – Langeweile pur! Eine halbe Stunde war echte Überwindung. Aber ja, wenn alles andere nicht so geht – eine gute Alternative. Und nach der OP erst recht sicher nützlich. Trotz damaliger Langeweile habe ich auch schon mal wieder darüber nachgedacht, damit ich im Winter auch im Dunkeln zu einer Portion Bewegung komme. Aber der Preis war mir zu hoch. So eine Rolle wäre eine interessante Alternative.
    Ich behalte das mal im Hinterkopf. Kann man da jedes Rad drauf montieren? Wahrscheinlich eine blöde Frage…

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    • Im Fitnessstudio hab ich mich auf dem Hometrainer immer warmgefahren – bääh! Hier hat man wenigstens sein gewohntes Rad unter sich – ich denke und hoffe, davon profitiere ich auch in der kommenden Radsaison.
      Mit dem Einspannen von 29 Zoll-MTBs wird’s wohl schwierig, ansonsten passt aber m.W. jedes Rad drauf. 🙂

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  9. Liebe Anne,
    willkommen im Club! 😉
    Ich hometrainere ja gelegentlich im Winter, wenn die Wege zu rutschig und die Unlust noch mal im Finstern rauszugehen zu groß ist. Allerdings brauche ich dazu einen Krimi im Fernsehen, der mich so fesselt, dass ich das Teil unter mir vergesse oder eine Youtube Sportreportage! 😀
    Aber sportlicher bist du da sicher mit der Rolle unterwegs!

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    • Liebe Doris,

      tja – Hometrainer oder Rolle, das war die Frage. Aber eigentlich war es keine, Preis, Sportlichkeit und praktische Eigenschaften sprachen eindeutig für die Rolle. Einziger Nachteil für eine Reha ist, dass man nicht mit fest eingestellten Wattzahlen trainieren kann, sondern auf sein Gefühl angewiesen ist. Zu Anfang ist daher ein Hometrainer beim Physio sicher besser. 🙂

      Guten Lauf morgen und liebe Grüße
      Anne

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