Orientierungslos

Wer sich nicht auf ausgelatschten Pfaden bewegt, kann schon mal die Orientierung verlieren. Auch und gerade als Läufer. Die Orientierungslosigkeit kann dramatische Ausmaße annehmen, wie die heutige Pressemitteilung über einen Japaner zeigt, der beim Goldsteig-Ultrarace in den Tiefen des Bayerischen Waldes verschütt ging und 50 km von der Route abkam. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn zeitgleich hungrige Brunos oder andere Problembären durch die Lande gestreift wären … obwohl: Ist ja nix dran an so einem Ultraläufer! 😉

50 km vom Weg abkommen? Auch wenn es sich manchmal so anfühlt: Könnte mir nicht passieren. Allein schon, weil meine Kondition noch nie für eben diese 50 km gereicht hat. Verlaufen hab ich mich trotzdem schon in hiesigen Gefilden. Vor allem im Mattheiser Wald mit seinen zahlreichen verschlungenen Pfaden. Und auch in den Ausläufern der Stadt fand sich schon so manche Sackgasse.

2014-07_27_Markusberg-Busental_17Sowas kann lästig sein. Kann ziemlich verunsichern. Kann auch mal Angst machen, wenn das Wasser zur Neige geht und man fürchten muss, dass die Kräfte nicht reichen, um wieder in die Zivilisation zurückzufinden. Aber man entdeckt auch manch Schönes und Interessantes, das einem ansonsten verborgen geblieben wäre. Und auf §3 des Kölschen Grundgesetzes darf man letztlich doch vertrauen. Das zeigt auch das Schicksal unseres japanischen Ultraläufers. 😉

Und ihr? Auch schon mal verlaufen? Zurückgefunden habt ihr offensichtlich alle! Immerhin. 😎

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28 Gedanken zu “Orientierungslos

  1. Liebe Anne,
    Verirrungen gehören, auf jeden Fall im Wald, zum Läuferleben dazu, allerdings 50 Kilometer vom Weg ab zu kommen könnte mir auch nicht passieren 😉
    Sackgassen gibt es im Wald zu Hauf, allerdings ohne Beschilderung und ein Weg findet sich immer…

    Salut

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    • Lieber Christian, klar, ein Waldläufer wie du kennt das mit dem Verlaufen – war ja auch schon des Öfteren bei dir zu lesen. 😉 Abenteuer im Alltag, anstrengend, aber harmlos … im Regelfall wenigstens.

      Die ausgeschilderten Sackgassen sind ja für uns LäuferInnen in der Regel keine – sie sind eher die Verheißung auf einen schönen Trail. Die unausgeschilderten Sackgassen mitten im Wald können schon mehr Probleme bereiten. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Das ist vermutlich jedem von uns schon passiert. Im Spessart musste ich mal zehn Kilometer mehr laufen als geplant. Der Wald hat durchaus seine Tücken, besonders, wenn man ihn nicht gut kennt.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • 10 Kilometer sind schon ganz schön heftig, kann aber natürlich in einer fremden Gegend passieren. Zum Glück hat man ja heutzutage meist ein Handy dabei (und hoffentlich auch Empfang), so dass man zum Beispiel besorgt wartende Menschen informieren, mittels GPS zurücknavigieren oder notfalls Hilfe herbeirufen kann. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Liebe Anne, auch das ist mir natüüüüüüürlich auch schon passiert, natürlich im Pfälzer Wald, wo man sich richtig gut verlaufen kann, zum Glück fanden wir dann doch noch den Weg – gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück, unsere Partner hatten sich schon Sorgen gemacht, weil wir seit Stunden überfällig waren, keine schöne Erfahrung, ohne Wasser, ohne Karte, ganz zu schweigen von GPS oder einem Smartphone, gut, dass ich nicht alleine war, aber es war die “ Schuld “ meines Laufpartners, der unbedingt neue Pfade – gegen meinen Willen – erkunden wollte, dann hatten wir den Salat ! 🙄

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    • Liebe Margitta, jaja, der tiefe Pfälzer Wald, ich erinnere mich an deine lebhaften Schilderungen unnd vor allem an die Unterstellungen, die mit eurer ungeplant langen Abwesenheit verbunden waren! 😆 Heute wär das so nicht mehr möglich, vorausgesetzt man hat a) Handy und b) Empfang. 😎

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  4. Verlaufen ist meine Königsdisziplin, das habe ich perfektioniert 😉
    Aber da auf meinem neuen GPS-Helferlein nun auch eine richtige Karte angezeigt wird, sollte das wohl endlich mal ein Ende haben jetzt.

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    • Willkommen im Club! Aber ob die Karte hilft? Auf meinen Wandertouren rund um Monschau in diesem Sommer hab ich mich jedenfalls trotz Karten so oft verlaufen, dass ich schon dachte, ich müsste meinen Blognamen von „Weinbergschnecke“ in „Die-wo-zu-blöd-zum-Karten-Lesen-ist“ ändern! 😆

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  5. Liebe Anne,

    ich habe mich im Barneführer Holz, da wo ich letztens Wandern war, auch schon mal laufend verlaufen. Aus geplanten 10 km wurden schlußendlich 16. Dabei drohte es, weil Winter, auch noch dunkel zu werden. Die Mini-Strichellinie auf dem Garmin-Display hatte mir letzten Endes die Orientierung für die richtige Richtung gegeben.

    Von daher habe ich vollstes Mitgefühl für den armen Japaner 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Ach ja, lieber Volker, die wilden Oldenburger Wälder! Man muss unbedingt entschuldigend anführen, dass du ja wenig Gelegenheiten hast, die Orientierung im finsteren Walde zu erlernen. Bei euch ist ja die Landschaft so flach und „geleckt“, dass du dein Zuhause noch aus 5 km Entfernung erkennen kannst?! 😉

      Der Japaner tat mir aber mindestens so Leid wie du; der arme Kerl dürfte etliche Stunden rumgeirrt sein, bis er wenigstens den Bauernhof gefunden hat, der dann seine Rettung wurde.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Da wo ich laufe, sind die Wälder überschaubar und ein Verlaufen nicht wirklich möglich. Deswegen hätte ich wohl Angst, wenn mir sowas irgendwo, wo ich mich womöglich nicht auskenne, passieren würde. 50 km verlaufen, weiß nicht, ob mi das passieren könnte. Glaube nicht.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • Liebe Kornelia, da hast du es gut; hier sind manche Wälder schon sehr unübersichtlich. Ich müsste da nicht laufen, aber es macht Spaß. Und das Gefühl, wieder auf den richtigen Pfad zurückzufi nden, ist hervorragend! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Wirklich verlaufen habe ich mich noch nicht … sollte zumindest in der heutigen Zeit mit Smartphone nicht mehr passieren … aber ein paar Kilometer mehr, weil ich den Weg einfach falsch eingeschätzt hab und er Bögen und Kehren schlug, hab ich auch schon erlebt …

    Was den Japaner betrifft … vor allem bei den Ultraläufern sagt man doch immer im Scherz „Laufen macht blöd“ … und bei bereits bei 600 km in den Beinen ist ein falscher Abstecher schnell passiert … zum Glück wurde er gefunden … 🙂

    Liebe Grüße

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    • Dass Ultralaufen „blöd macht“, hab ich auch schon gelesen. Und wenn jemand wie der Herr Midlifecrisis schon bei „läppischen“ 42 km nicht mehr ans regelmäßige Essen denkt, ist nur zu verständlich, dass es nach 600 km zu Schwierigkeiten im Umgang mit dem GPS kommt. Bei so einem Lauf muss man sich ja selbstständig durchnavigieren, nix mit Streckenbeschilderung wie beim Volkslauf.

      Liebe Grüße zurück 🙂

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  8. Liebe Anne,

    ein wenig orientierungslos bin ich immer wieder 🙄 Ich habe aber hier in den Bergen natürlich den kleinen Vorteil, ich kann mich ein wenig nach den Bergen orientieren – nach unten geht ins Tal und nach oben zum Gipfel… 😉 Spaß beiseite – die Wege hier sind so gut beschildert, dass es eigentlich schwer ist sich zu verlaufen.

    Natürlich passiert es auch mir ab und zu, dass ich einen kleinen Umweg laufen muss, aber 50 Kilometer 😯 nein das wird mir bestimmt nicht passieren… 😆

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna, sag das nicht, ich wäre auch bei bester Beschilderung in der Lage mich zu verlaufen (siehe mein Eifelurlaub im August). Aber selbst da waren es höchstens 5 und keine 50 km – ähnlich oder kürzer werden deine Umwege auch sein, oder?

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Olálá! 50 Km verlaufen. Na, wenn das mal nicht ein großer Umweg war 😀
    Also ich bin ja der orientierungsloseste Mensch schlechthin. Ich kann mich sogar in meinem eigenen Haus verlaufen. Aber 50 km …. !!!!
    Ich probiere ja gern neue Wege und da kommt es oft vor, das ich mich „verlaufe“. Aber meistens ist das eher dann sowas wie 20 Minuten mehr oder weniger.
    So richtig mulmig wurde mir auch schon ein paar mal, wenn es irgendwie gar nicht mehr aus dem Wald heraus ging …
    Aber eher selten 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Holla, ich ahnte nicht, dass ihr im Schloss Versailles des Hunsrück lebt, liebe Helge! 😆

      Dieses mulmige Gefühl kommt mir nur zu bekannt vor, hatte ich auch schon ab und zu beim Experimentieren mit neuen Pfaden.. Aber wie bei dir: Mehr als 20, 30 Minuten und ein bisschen Aufregung hat mich das nie gekostet.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  10. Liebe Anne,
    ich nenne das schon lange nicht mehr „orientierungslos“ sondern lieber:
    interessiert an neuen Wegen,
    experimentierfreudig
    offen für Neues
    fleißig (wegen der vielen zusätzlichen Kilometer, die mir meine Orientierungslosigkeit schon beschert hat)
    oder ich behaupte einfach, nie den kürzesten sondern immer den schönsten Weg zu wählen.
    😀

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  11. Liebe Anne,
    also bevor ich mich 50 km verlaufe, würde ich jemand nach dem Weg fragen bzw. jemand suchen, den ich fragen kann.
    Mich hat beim ersten http://www.ahrathon.de mal ein Streckenposten falsch geschickt, so dass ich einen km mehr laufen musste. Naja, §2 und § 7 des kölschen Grundgesetzes klären auch diese Sachlage 😉
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      beim Japaner ist das mit dem „Fragen“ schon daran gescheitert, dass er weder deutsch noch englisch sprach! 🙄 Der Ärmste!

      Das kölsche Grundgesetz hilft eben doch in jeder Lebenslage!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  12. Liebe Anne,

    die Ausstattung mit GPS nimmt einem ja irgendwie meist das Vergnügen, sich zu verlaufen. Ist mir zwar auch schon passiert aber dadurch extrem selten. 50km beim Ultra? Der arme Kerl.

    Gruß
    Anja

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    • Liebe Anja, GPS hilft ja nur, wenn es auch eine Navi-Funktion hat und man die zu nutzen weiß. Bei reinen Laufuhren ist das m.W. selten. Der arme Japaner dagegen hatte bestimmt ein GPS, weil’s vorgeschrieben war, aber Probleme bei der Nutzung … wie Jana oben schrieb: „Ultra“ kann schon mal blöd machen. 😉

      VG,
      Anne

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