Zurechtflicken

Fahrrad müsste man sein: Wenn der Antrieb Verschleißerscheinungen zeigt, wird man in die Werkstatt gebracht, bekommt ein, zwei Tage Vollpension, wird zurechtgeflickt – und rollt hinterher auf Anhieb wieder wie neu!

2015-08-22_Zewen05OK, man muss sich leider auch ständig treten lassen. Aber in dieser Hinsicht sind wir Menschen bekanntermaßen oft auch nicht besser dran – obwohl es bei uns ohne Getreten-Werden viel runder liefe.

In punkto „Zurechtflicken“ geht es uns sogar deutlich schlechter als unseren Fahrrädern: An Vollpension ist gar nicht zu denken – und bis wir hinterher wieder rollen, laufen oder uns anderweitig fortbewegen können, braucht es viel Kraft und Geduld.

2015-08-22_Zewen04So langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass das eben so sein wird. Bis dahin versuche ich zu genießen, was geht. Und das ist ja gar nicht so wenig. Mit dem Bus nach Zewen zu fahren, um das zurechtgeflickte Rad abzuholen, würde länger dauern als hinzulaufen. Also wird gelaufen … ist zwar eigentlich ein bisschen weit, aber das wird schon gut gehen.

2015-08-22_Zewen02Nun ja, die Mutter aller schönen Strecken ist das nicht … vorsichtig ausgedrückt. Rainer hat die zweifelhaften Freuden der Mosel-Leinpfad-Läufe ja erst gestern beschrieben. Die Ausläufer des Zewener Industriegebiets sind auch nicht idyllischer. Und die Strecke wird keinesfalls als schöner empfunden, wenn man sie langsam absolviert, eher im Gegenteil, man nimmt das graubraune Elend um so intensiver wahr.

2015-08-22_Zewen01So werden die Beine fast automatisch schneller als sie sollten. Aber nur, bis die Feldränder erreicht sind und damit das, was die Natur um diese Jahreszeit so zu bieten hat. Für ein kleines zweites Frühstück perfekt, auch wenn die größten und süßesten Früchte natürlich wieder mal unerreichbar bleiben. Erwähnte ich es schon – ich mag den Spätsommer?2015-08-22_Zewen03

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20 Gedanken zu “Zurechtflicken

  1. Was du möchtest Fahrrad sein, getreten werden, dann auch noch in die Werkstatt mit vielen alten, herunter gekommenen Drahteseln, wo du von von vielen Händen überall betatscht wirst, ohne es zu wollen, nein, dann doch lieber Mensch, wo man selbst entscheiden kann, wer einen wann mit heilenden Händen berührt und wieder zurecht rückt !

    Genau, alles genießen, mitnehmen , was geht, das habe ich mir heute in dir auch nicht fremder Umgebung gesagt – und es tat mir fast so gut wie dir, bis auf……lies selbst.

    Spätsommer – bei uns ist Hochsommer pur – in jeder Beziehung !!

    Was ist denn das für ein Fahrrad – das kenne ich nicht !! 🙄

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    • Naja, wenn Mensch zurechtgeflickt wird, wird er auch von vielen Händen betatscht – und nicht jede kann er sich aussuchen. Aber trotzdem: Ich denke auch, alles in allem haben wir Menschen es besser! 😉

      Hochsommer ist hier auch, aber mit Spätsommer-Anmutung und mit den Früchten des Spätsommers. Ungeziefer ist mir zum Glück nicht begegnet – in hiesigen Mooren wäre es aber wohl nicht anders.

      Das Rad könntest du kennen – mein Alltagsdrahtesel: https://weinbergschnecke.wordpress.com/2010/06/04/frustkauf/ 😎

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    • Ich hab auch noch ein vergleichsweise wenig gruseliges Eckchen geknipst. Aber ich gebe zu, ich nörgele auf hohem Niveau! Dankeschön & liebe Grüße,
      Anne

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    • Lieber Christian, doch, ich konnte schon laufen, nur hab ich zwischendurch mal eine Gehpause eingelegt, was das Knie an seine Belastbarkeitsgrenze kam. Das Radl ist wieder richtig fit … mit mir wird’s noch dauern. 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne,
    bei dir Rad sein, ja vielleicht… bei mir, danke nein!
    Da steht man in der Garage rum und wird wochenlang ignoriert (als Rennrad), muss Hitze, Regen, Stürme über sich ergehen lassen, weil man ständig draußen steht damit man schnell auf der Straße ist, wenn die Zeit mal wieder knapp ist (als Tourenrad) oder wird einfach in eine andere Stadt gestellt und nur 2-3x pro Woche „getreten“ (als Ex-Alltagsrad)! 😉

    Aber dein Eselchen ist wieder fit, es hat die Nachurlaubsbehandlung gut überstanden und dich noch dazu zu ungeplant langen Läufen gebracht! 🙂 All das mit Wegesrandverpflegung und zugegebenerweise „abwechslungsreicher“ Umgebung! 😀
    Klingt ziemlich gut!

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    • Liebe Doris, nee, wenn ich kein Dach überm Kopf bekäme, wollte ich auch nicht Fahrrad sein. 😉 Meine haben es gut, das neue darf noch immer im Arbeitszimmer schlafen, die anderen immerhin im Keller. 😉

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  3. Liebe Anne,

    der Spätsommer ist wirklich wunderbar!! 🙂

    Schön, dass Du laufen konntest, nur schade, dass die Strecke nicht mehr zu bieten hatte. Was sein muss, muss sein – und um die OP kommst Du wohl nicht herum… Wenn das alles aber überstanden ist, und Du Dich den Weg wieder zurück gekämpft hast… dann!! und bis dann sind wir hier um Dich zu unterstützen und aufzubauen!! 🙂

    Ganz liebe Grüße Anna

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    • Danke, liebe Anna! Ja, im Moment sieht es aus, als ginge es nicht dauerhaft ohne OP. Nervt mich grad ziemlich, vor allem das aufwändige organisatorische Drumherum. Aber das wird … 🙂

      Ganz liieber Gruß zurück,
      Anne

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  4. Oh ja Anne, ich möchte auch Fahrrad sein. Das würd mir arg gefallen.

    Für die wenigen Strecken, die Du laufen kannst, hätte ich Dir weniger Tristesse gegönnt. Aber du hast ja auch die schönen Dinge gesehen.

    Schönen Sonntag noch und viel Spaß beim Treten des Rads.

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    • Wenn wir die Wahl hätten, Anja, … aber vermutlich wären wir dann mit irgendetwas anderem gestraft. 🙄

      Eigentlich sollte ich ja gar kein Wort über die Strecken verlieren, ich laufe ja wenigstens. Soll auch kein Genöle sein, nur die Feststellung, dass es idyllischer geht. Immerhin haben Brombeeren und Mirabellen für manchen nicht so schönen Anblick entschädigt.

      Dir auch einen schönen (Wander-?)Sonntag,
      Anne

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  5. Genießen, was geht – mach‘ das, liebe Anne! Das gefällt mir gut. Alles andere hilft nicht. Und mit Geduld und Kraft geht bestimmt auch irgendwann wieder mehr.
    Spätsommer – toll!!!
    Da werde ich gleich auch mal loshoppeln. Immer schön „gehen-laufen-gehen“ – ist in Ordnung. Bald wird daraus bestimmt wieder „nur laufen“.
    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Bianca

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    • Liebe Bianca,
      ja, Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht – im Gegenteil. So ist eben Geduld angesagt. 🙂

      Dir viel Spaß beim „Sonntagstraining“. Mit der nötigen Geduld und Hartnäckigkeit wird darauf bestimmt bald wieder durchgängiges Laufen! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    treffender Vergleich mit dem Fahrrad. Wir Menschen haben da leider Grenzen, die hat mir mein Schuheinlagenmacher auch vorgestern deutlich gemacht. Das wir manches früh verhindern müssen, weil es nachher nur noch schlimmer wird.
    Ha, ich erkenne Brombeeren ;-)! Waren sie lecker?
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      in mancher Hinsicht haben wir Menschen wirklich Grenzen. Aber auch Vorteile, daran haben zum Glück die Vorschreiberinnen erinnert! Zu denen gehört, dass wir kontrollieren können, was wir mit unserem Körper anstellen. Diese Verantwortung kann läastig oder gar eine Last sein, letztlich tut sie aber gut! 🙂

      Ob die Brombeeren auf dem Foto lecker waren, kann ich nicht sagen – sie hingen zu hoch und ich kam nicht dran. Die weiter unten haben aber gut geschmeckt. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,

    Dein vorletzter Satz weckt bei mir mal wieder musikalische Erinnerungen:

    😀

    Ansonsten finde ich die Gelegenheit das Laufen gleich mit dem Nützlichen zu verbinden nicht schlecht, auch wenn nicht immer eine Traumstrecke dabei herauskommt. Kulinarisch war so doch aber gar nicht so verkehrt.

    Ich hoffe Dein Knie hat das Laufen und Heimradeln gut verkraftet.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker, auf eben dieses Lied wollte ich anspielen – du hast es erkannt! 😆

      Die Verbindung Lauf plus Rad hab ich gut vertragen, gutes Gefühl! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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