Hochsommersamstag

Samstagmorgen 5:00 Uhr – seit 4:30 bin ich wach, also kann ich auch aufstehen. Und beim obligatorischen Morgenkaffee überlegen, wo ich denn heute hinradeln will. Plan A: Maare. Aber das bedeutet mindestens 80 Radkilometer. Heute zu viel. Außerdem müsste ich den ganzen Tag in der Eifel verbringen, damit die Tour sich lohnt. Will ich nicht, ich hab auch noch anderes vor.

Also Plan B: Obermosel. Gegen 5:45 los. Sonnenaufgang an der Saarmündung. Relative Morgenfrische, sofern man bei 23, 24 Grad von Frische reden kann. Weiter auf der deutschen Moselseite. Glatter Asphalt. Außer wenigen Anglern und einigen Rennradlern kein Mensch unterwegs. Vor allem keine Autos auf der Straße nebenan.

2015-07-04_Remicg-Obermosel02 2015-07-04_Remicg-Obermosel03Grün – grün – grün. Ich könnte ständig anhalten und die Spiegelungen der Weinberge, der Boote am Ufer und der Silhouetten kleiner Dörfer auf der stillen Wasseroberfläche digital festhalten. Mag ich aber nicht – es rollt so locker. So hab ich die schönsten Bilder nur im Kopf.

Nach 40 Kilometern kreuze ich die Mosel. Halb acht, an der Remicher Moselpromenade hat der Bäcker schon geöffnet. Zeit für eine Pause und ein luxemburgisches Frühstück mit dem besten Croissant der Welt – man gönnt sich ja sonst nichts.

2015-07-04_Remicg-Obermosel10Zurück über die Brücke und auf gleichem Weg. Wenigstens ein Hauch von Schatten, der auf der luxemburgischen Seite gefehlt hätte. Ich erinnere mich ungern an den verunglückten Halbmarathon dort, bei dem ich das einzige Mal in meiner Lauf“karriere“ Krämpfe hatte und fast nicht ins Ziel gekommen wäre. Auch heute geht’s mir nicht so dolle. Inzwischen ist es halb 9, schon viel zu warm, die Getränke reichen nicht, der gestrige Lauf steckt mir doch noch in den Beinen und das Knie fängt zu motzen an. Macht keinen Spaß mehr. Und fühlt sich nicht gut an.

Was soll ich groß jammern – wozu gibt’s die Bahnstrecke an der Mosel? Und wozu habe ich das Glück der Tüchtigen und der Abfahrtsplan in Wincheringen zeigt mir, dass der nächste Zug in drei Minuten kommt? Nee, quälen muss ich mich nicht. Ich darf nach gut 50 Kilometern auch mal kapitulieren. Und die Wonnen einer klimatisierten Regionalbahn genießen! 😉

2015-07-04_Remicg-Obermosel01So bleiben auch genug Zeit und Energie für das übrig, was der Tag noch zu bieten hat: Schlendern über den Trierer Handwerkermarkt. Mittagessen unterm Sonnenschirm auf dem Kornmarkt. Schlaf nachholen hinter geschlossenen Jalousien am Nachmittag. Und dann abends auf dem Weinfest des Olewiger Deutschherrenhofs mit Herrn Midlaufcrisis nebst Gemahlin und einem befreundeten Läuferpaar „versumpfen“. Kann man einen Hochsommersamstag besser vertrödeln? Ich glaube eigentlich nicht! 😎

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24 Gedanken zu “Hochsommersamstag

    • Ohne Arbeit ein tolles Wochenende genossen, genau, liebe Bianca! Nachdem mein Körper zuletzt mit dem Infekt die Notbremse gezogen hat, habe ich mich für ein Aufweichen der Definition von „Muss dringend erledigt werden“ entschieden! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Ja, liebe Kornelia! Ohne frühes Aufstehen wäre der Sport nicht vernünftig bzw. eher freudlos gewesen. so war’s einfach schön – die Fotos vermitteln einen kleinen Eindruck!

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Ach, wir saßen da ganz hübsch im Halbschatten bzw. im Dunkel einer Sommernacht, gelegentlich umweht von einer leichten Brise – da schmeckte der Wein! Zu gut … 😉

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  1. Liebe Anne,

    50 km radeln im Sommersud sind aller Ehren wert, da ist die Bahnfahrt mehr als verdient. Außerdem was hat man davon weiterzumachen, wenn Gemüt und Knie maulen. Alles richtig gemacht.

    Viel Spaß auf Weinfest und, falls Du es noch vorher liest, liebe Grüße auch an Familie Laufkriese 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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  2. Liebe Anne,
    nach so viel Fleiß darf frau sich immer eine Bahnfahrt nach Hause leisten! (Mach ich nämlich auch sehr gerne! 😉 ) Vor allem, wenn der Tag noch so einiges zu bieten hat – das klingt alles nach Sommer, Freizeit, Spass! 😀
    Aber das Frühstück war schon sehr mager… da hätte ich mir mehr „erwartet“! 😉

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    • Liebe Doris,

      50 km fallen eher noch unter „faule Genussradtour“ als unter „Fleiß“ – sind ja gerade mal 2 Stündchen. Aber der Tag bot noch so vieles, für das ich mir Energie bewahren wollte, da hab ich ich mit 50 km bewenden lassen.

      Das Frühstück fand ich sehr üppig – ein Marmeladenbrötchen und ein Croissant fallen schon fast unter „Völlerei“, zumindest wenn man noch weiterfahren will! 🙂

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    • Genau, das mit dem Radkauf find ich auch! Fit und flott gilt in Maßen, aber ich hab den Infekt gut weggesteckt und die damit verbundene „Auszeit hat mir auch sonst gut getan … macht lockerer!

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  3. Guten Morgen, liebe Anne, alles richtig gemacht, herrliche Fotos vom Wasser, das macht euer Leben derzeit einigermaßen erträglich, wenn ich mir die Temperaturwerte betrachte !, da können wir noch von Glück reden.

    Es lohnt sich immer, im Sommer ein wenig früher aus den Federn zu kriechen, wenn alle anderen noch schlafen und die Ruhe nur einem selbst beschert ist, und die kann DIR ganz bestimmt nicht schaden.

    Das Knie hat wieder gemeckert – besser ?

    Bei uns hat es abgekühlt – 17,5 Grad zeigt das Thermometer, von mir aus könnte es so bleiben !

    Schicke dir eine kühle Brise, dazu eine Umarmung und die besten Wünsche für die kommende Woche ! 😎

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    • Guten Morgen, liebe Margitta,

      ja, früh aufstehen, Ruhe haben, genießen – das brauchte ich und das hat gut getan! Gestern hätte das nicht geklappt, erstens wg. Weinfest am Samstagabend und zweitens wegen der zunehmenden Schwüle. Die hat sich leider nicht in Regen entladen, aber etwas frischer ist es heute auch hier.

      Dem Knie geht’s wieder blendend, ich bin da extrem vorsichtig und fahre die Belastung schon beim kleinsten Gemaule zurück und laufe bzw. fahre so gar nicht erst in Schmerzen hinein. Vielleicht übervorsichtig, aber besser als zu optimistisch. 🙂

      Umarmung und ein laues Mosellüftchen mit Grüßen aus dem Büro zurück!
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    was Du so alles in einen einzigen tag packen kannst, Chapeau! Diese Morgenfahrradtour war sicher wunderschön. Die ersten beiden Bilder zeigen ja eine so schöne Frühmorgenstimmung… Und nach 50 km den Zug zurück nehmen – wo soll da ein Problem sein? Und, ähm, wenn Du das „Vertrödeln“ nennst, was ist bei Dir dann „ausgefüllt“…?
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      so ein Hochsommertag hat viele Stunden, ergo passt viel rein! Aber natürlich muss man früh aufstehen und spät schlafen gehen – was sich am nächsten Tag rächt. Den hab ich dann nicht nur arbeits-, sondern auch weitgehend aktivitätenlos vertrödelt.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,

    das hört sich nach einem herrlichen Samstag an 🙂 Die ersten zwei Bilder zeigen wirklich, dass es sich auf jeden Fall lohnt früh aufzustehen – nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch für die wunderschöne Morgenstimmung!! 🙂

    50 Kilometer mit Rad reichen durchaus und wenn es die Möglichkeit gibt, mit dem Zug zurückzufahren, statt das Knie weiter zu belästigen ist doch eine super Idee!! Alles richtig gemacht!! 😀

    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche!!
    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      diese Stimmung an einem Sommermorgen ist unübertrefflich. 🙂
      Ich glaub auch, dass ich alles richtig gemacht habe, warum hätte ich mich auch quälen sollen?

      Vielen Dank & liebe Grüße,
      Anne

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  6. Da sind ja einige tolle Fotos dabei. Diese ruhige Moselstimmung werde ich beim Hospizlauf erleben. Ich freue mich schon darauf.

    Der Abend beim Hoffest war schön, auch wenn mir am Morgen danach ein wenig der Schädel gebrummt hat. Aber so ist das, wenn ich nicht bei einer Weinsorte bleibe …

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Lieber Rainer,

      ja, das werdet ihr am Samstagmorgen auch haben, hoffentlich bei ein paar Grad weniger!

      Mir ging es am Sonntag ähnlich: Hab mich gern, aber auch etwas schwerfällig im Kopf an einen schönen Abend erinnert. Zu viel durcheinander und zu schlecht im Training … 😆

      Liebe Grüße,
      Anne

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