Hasenfüßlertrail

Echte Trails sind nix für Pussies: Blutrünstige Brombeerranken lauern in Bodennähe, um sich um unschuldige Läuferfüße zu schlingen. Rabiate Rosensträucher ragen über den Pfad und versehen Läufergesichter mit blutigen Schmissen. Bombastische Brennesselwälder lassen zarte Läuferwaden jucken.

Nee, das ist so manchem Fan dieses Weges dann doch zu viel der urwüchsigen Natur, nicht nur Herrn Midlaufcrisis, sondern auch mir. Also Handschuhe und Gartenschere eingepackt, ein paar Rodungsarbeiten hier, ein paar gezielte Schnitte dort. Fertig ist der Hasenfüßlertrail – extra für alle, die Angst um ihre makellose Schönheit haben. 😉

Bedauerlich, dass sich die Natur den befreiten Trampelpfad schnell zurückholt, wenn er nicht oft genug genutzt wird. Also, lieber Rainer, tu dein Bestes! Ich trau mich da im Moment noch nicht laufenderweise ran. Asphalt ja. Feldweg auch. Aber laufen mit angedetschtem Knie in unebenem Gelände – vermutlich keine gute Idee. Auch in dieser Hinsicht bin ich ein ziemlicher Hasenfuß.

Advertisements

31 Gedanken zu “Hasenfüßlertrail

  1. Ha, ihr guten Waldgeister – stellvertretend für alle Trailläufer dieser Erde (bißchen anmaßend, oder? Naja…) danke ich euch für eure Rodungsarbeit 😉

    Gefällt mir

  2. Liebe Anne,

    das ist aber nett von Dir, den Weg freizuschneiden, obwohl Du ihn selbst gar nicht nutzen kannst. Die Trailgötter werden es Dir danken, nehm ich an. Oder stellvertretend der Rainer.

    Gruß
    Anja

    Gefällt mir

    • Liebe Anja,

      so ganz selbstlos war das nicht – ich hoffe, in ein paar Wochen trau ich mich wieder laufend dort entlang. Und da der Trail ein möglicher Heimweg von der Arbeit ist, kann ich ihn ja auch ab und zu entlangspazieren. 🙂

      Grüße,
      Anne

      Gefällt mir

  3. Meine, mehr oder weniger, geheimen Trials würde ich nie freischneiden. Ich glaube, gerade weil es da Stellen gibt wo es kaum ein Durchkommen gibt ist da nix los. Und das sind dann die Stellen die ich so sehr genieße 🙂

    Gefällt mir

    • Tja, bei dir dürfen Trails noch echte Trails sein – nix für Pussies eben! Ich gehöre eher zur Hasenfuß-Fraktion. 😉 Nichtsdestotrotz: Auf dem Weg ist mir noch nie jemand begegnet – und ich bin ihn schon oft gelaufen oder gegangen.

      Gefällt mir

  4. Wir Frauen schreiten halt zur Tat.. 😀 Fleissige Anne! Die Läufer und Spaziergänger, vielleicht auch MTBiker?, werden es dir danken. 🙂
    Schönen Wochenanfang!

    Gefällt mir

    • Fleißig, gell?! Find ich auch! 😎 Zumindest Rainer und seine LaufkameradInnen werden dankbar sein!

      Gleichfalls guten Wochenstart, liebe Grüße,
      Anne

      Gefällt mir

  5. Liebe Anne, du hast aber auch Ideen, mit Handschuhen und Gartenschere den Laufweg freizuschneiden !! Wer macht denn sowas ? Aber ich würde solche Wege auch nicht zum Laufen nehmen, weil ich keine Lust hätte, Blut tropfend zu Hause anzukommen, ganz abgesehen mal von der Gefahr der Zecken, die ja überall lauert, aber wie man weiß, manche mögen das, jeder nach seinem Gusto, gell ❓

    Aber schön ist die Landschaft schon, gibt es doch bestimmt freie Wege, die man nutzen kann – oder ❓

    Gefällt mir

    • Liebe Margitta,

      es ist ja nur ein kurzes verwildertes Stück. Wenn man das brombeer- und brennesselfrei hält, ermöglichst es einem ein schönes Stück Laufweg und tolle Ausblicke, die man sonst nicht hätte. Freie Wege gibt es dort natürlich auch, aber wenn man das Besondere will und nicht genug von der Landschaft bekommen kann … 😉

      Gefällt mir

  6. Liebe Anne,

    Vielen Dank! Ich war gerade unterwegs und habe mich über Deine Altion gefreut. Beim nächsten Mal bin ich dann wieder an der Reihe 🙂 dieser Trail ist aber wirklich zu schön, um ihn zuwuchern zu lassen.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    Gefällt mir

  7. Liebe Anne,
    fleißig fleißig. Nicht viel drumherum geredet, sondern einfach gemacht 🙂
    Du hast es drauf.
    Dafür das die Natur sich nicht so leicht geschlagen gibt, kannst du ja nix .
    Jetzt muss Rainer ran.
    Ich persönlich laufe uach gern da entlang, wo man gar keinen Weg sieht. Vermutlich deshalb, weil man dort dann auch keine anderen Läufer sieht 😆
    Liebe Grüße
    Helge

    Gefällt mir

    • Klar hab ich’s drauf, liebe Helge, wer hätte je dran gezweifelt? 😉

      Auf dem Weg sieht man auch nie andere Läufer … bis auf Rainer natürlich! Ich hoffe, das ändert sich jetzt nicht.

      Liebe Grüße,
      Anne

      Gefällt mir

  8. Du kommst auf Ideen. Wenn es Dir dann Spaß macht und auch den erhofften Nutzen bringt, warum nicht? Ich würde solche Wege wohl nicht wählen, alleine schon wegen der erhöhten Stolpergefahr. Aber jedem das Seine.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    Gefällt mir

    • Stolpern gehört zum Laufen, liebe Kornelia. Auch mal hinfallen und wieder aufstehen. Wie im richtigen Leben. Aber ich versteh gut, wenn man sich das nicht gern antut. Mich hat’s ja vermutlich auch den unversehrten Meniskus gekostet …

      Liebe Grüße,
      Anne

      Gefällt mir

  9. Liebe Anne,
    ich glaube, ich bin hungrig… gerade las ich „Haselnüssetrail“ 🙄

    Aber zurück zum Hasenfuss: war da Anne mit den Scherenhänden oder doch noch ein wenig Jacqueline the Ripper mitbeteiligt, wie du dich auf die Brombersträucher gestürzt hast? 😉 Egal welcher Anteil in dir da die Heckenschere geführt hat – die Ergebnisse sprechen für dich! 🙂 Wirklich sehr löblich!

    Gefällt mir

    • Liebe Doris, nee, Scherenhände nicht, meine zarten Akademikerpfötchen haben keine Klingen und bedurften des Schutzes durch dicke Handschuhe! Eher Jacqueline the Ripper, die unschuldige Brombeeren dahingemetzelt hat 😆

      Gefällt mir

  10. Moment – nochmal zum Mitschreiben: du schnippelst Wege in der Wildnis frei, die du dann selber überhaupt nicht benutzt? Das ist ja irgendwie …hmmm … schreibe ich jetzt „irre“ oder „selbstlos“? Oder hattest du gerade einen Anfall von Zerstörungswut und die Befürchtung, ansonsten deinen Garten zu verwüsten?

    Gefällt mir

    • Jein. Laufend mag ich den Weg gerade nicht benutzen. Aber ab und an gehend auf dem Heimweg von der Arbeit. Also hab ich auch was von meiner Aktion. Und da Rainer im vergangenen Jahr der Held mit der Heckenschere war, finde ich es nur fair mich zu revanchieren. 🙂

      Gefällt mir

  11. Liebe Anne,

    so was ähnliches müsste ich auch langsam auf meiner neuen Lieblingsstrecke machen… auf solche zugewachsenen Strecken lauern nicht nur die Gefahr von Brennnesseln, Zecken und verkratzte Beine durch Brombeerstacheln, sondern auch die Gefahr eines Fehltrittes da man gar nicht sieht was sich da drunter versteckt – und das ist doch viel schlimmer als ein paar verkratzte Beine – hast Du gut gemacht!! 🙂

    Liebe Grüße Anna

    Gefällt mir

    • Liebe Anna, du hast recht, das Sturzrisiko ist sicher noch wichtiger als das des Umknickens. Rainer hat glaube ich mit seinen Lauffreunden oder allein schon mehrfach von meiner Arbeit profitiert, also war sie nicht umsonst. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

      Gefällt mir

  12. Pingback: Kurzer Dienstweg | Weinbergschneckes Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s