Ginster

Radfahren und Spazierengehen sind ja irgendwie auch Sport. Oder wenigstens Bewegung. Hauptsache Vitamin D tanken. Das geht nun mal nur draußen.

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Die Mohnblüten setzen rote Tupfer als knallige Akzente ins hellgrüne Feld.

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Und der Ginster strahlt so intensiv, dass sein Goldgelb fast schon in den Augen schmerzt. Er erinnert mich an meine norddeutsche Heimat, darum gibt’s auch ein Gedicht von dort. Um diese Jahreszeit vor Sonnenaufgang ins Moor zu gehen, die Birkhähne in der Morgendämmerung balzen zu hören und mit Glück sogar zu sehen – doch, manchmal vermisse ich das schon.

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Ein leises Lied, ein stilles Lied

Alle Birken grünen in Moor und Heid,
jeder Brambusch [Ginster] leuchtet wie Gold,
Alle Heidlerchen dudeln vor Fröhlichkeit,
jeder Birkhahn kullert und tollt.

Meine Augen, die gehen wohl hin und her
auf dem schwarzen, weißflockigen Moor,
auf dem braunen, grünschäumenden Heidemeer
und schweben zum Himmel empor.

Zum Blauhimmel hin, wo ein Wölkchen zieht
wie ein Wollgrasflöckchen so leicht,
und mein Herz, es singt sein leises Lied,
das auf zum Himmel steigt.

Ein leises Lied, ein stilles Lied,
ein Lied so fein und lind
wie ein Wölkchen, das über die Bläue zieht,
wie ein Wollgraswölkchen im Wind.

(Hermann Löns, 1866 – 1914)

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30 Gedanken zu “Ginster

  1. Liebe Anne,
    ein leises Lied, das doch so viel ausdrückt! Wunderschön!!

    Ich finde übrigens dass Radfahren absolut Sport ist! Wie geht es dir denn mit den neuen Pedalen? Hast du die Klickfunktion schon ausprobiert? Meine nächste Rennradausfahrt wäre für morgen geplant – mal sehen, erst will ich noch meine Schwester in Waging beim Triathlon anfeuern!
    Wünsche dir einen schönen Sonntag!

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    • Liebe Doris,

      das Gedicht mag ich sehr, es spiegelt genau die Stimmung wieder, in die ich in der Natur komme.

      Die Klickpedale kann ich erst kommende Woche montieren (lassen); ich hab’s allein versucht, aber ich bekomme die alten Pedale nicht ab, weil mir die Kraft und das geeignete Werkzeug fehlen.

      Auch dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße,
      Anne

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  2. Hihi, erzähl das mit dem irgendwie Sport mal den Tour de France Fahrern 😀 Was macht das Knie? Und ja, wie kommst du mit den Klickpedalen zurecht? Ich hab die dualen ja auch auf meinem guten MTB drauf, mich aber bisher nicht getraut meine Radschuhe dementsprechend umzubauen. Allerdings bin ich auch die personifizierte Schusseligkeit.
    So, ich geh jetzt ins Bett, bin vom Fastsport (Schwäbische Alb Radweg) hundemüde 😀
    Liebe Grüße Elke

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    • Vielleicht hätte ich schreiben sollen „Radfahren in kleinen Gängen“ – große Gänge bzw. viel Krafteinsatz beim Bergauffahren mag das Knie nicht. Die Klickpedale gibt’s erst gegen Ende der Woche, dann kann ich an Pfingsten mal eine erste Runde drehen.

      Gute Erholung vom richtigen (Rad-)Sport!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Liebe Anne,

    ich finde radeln und spazieren können auch ziemlich sportlich anstrengend sein…irgendwann klappt es auch wieder mit dem Laufen….schöne Bilder produziert Dein Alternativprogramm auf jeden Fall.

    Salut
    Christian

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    • Lieber Christian,

      momentan halte ich mich einfach ein bisschen zurück, denn wenn ich das Knie zu sehr belaste, spüre ich es noch deutlich – da hab ich Bammel, mir was kaputtzumachen.

      Viele Grüße,
      Anne

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  4. Hallo Schwester im Sportgeiste… klar ist das Sport. Wie sollen wir uns das ansonsten auch anders schön reden. 🙂 Wobei mich meine Wanderung letzten Sonntag schon ein wenig versöhnt hat – Radfahren ist auch schön und ja ich weiß, nichts kann das Laufen ersetzen aber es geht dann schon.

    Schönes Gedicht, schöne Bilder. Ich finde die Kontraste im Moment in der Natur so toll. Hab gestern auch den Klatschmohn fotografiert – Ginster gabs bei meinen Eltern in der Eifel nicht aber noch blühender Raps. Schön.

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    • Ja, liebe Anja, Radfahren und Spazierengehen bzw. Wandern sind ein akzeptabler Ersatz, verglichen mit Schwimmen, Aquajoggen oder – viel schlimmer – totaler erzwungener Untätigkeit.

      Die Natur ist herrlich momentan, man kommt aus dem Bildermachen gar nicht mehr raus!

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  5. Liebe Anne, ja, wer dich kennt, liest zwischen den Zeilen, das was er erwartet, schöne Worte, die deine derzeitige Lage widerspiegeln. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sei froh, dass du spazieren gehen, Rad fahren kannst, du bewegst dich in der Natur, und was das bedeutet, besonders, wenn man es liebt, so wie wir, das erfahre ich auch gerade wieder einmal, darum freue dich über das, was du kannst !

    Sehr windige, kühle, aber sonnige Grüße von der Ostsee, heute werde ich mal ein paar Meter mit Gehhilfen vor mich dahin wackeln und froh sein, es tun zu können.

    Dicke Umarmung ♥

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    • Liebe Margitta, ja, wie ich schon in den Kommentaren oben schrieb, es ist viel besser ein wenig zu radeln, spazierenzugehen oder sogar zu schwimmen, als gar nichts tun zu können. Und so genieße ich das, was geht, weil es mir erlaubt draußen zu sein. 😎

      Viel Erfolg bei deinen Gehversuchen – und wenn es nicht mehr geht, trägt dein Goldstück dich bestimmt auch noch auf Händen, oder? 😉

      Dicke Umarmung zurück und einmal kräftig pusten gegen die Restschmerzen 🙂

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  6. Liebe Anne,
    Radfahren und Spazierengehen – klar ist das Sport. Und egal, wie man es bezeichnen möchte. Raus an die Luft – das ist immer gut. Die Sonne, die Natur – ein Traum zur Zeit.
    Das Gedicht gefällt mir sehr gut. Eine schöne Stimmung hat das.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Bianca

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    • Hauptsache draußen, liebe Bianca! Der Mai mit seiner Farbenfülle ist einfach grandios!

      Gleichfalls einen schönen Sonntag, liebe Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,
    sich draußen zu bewegen ist immer besser, als das Sofa zu strapazieren, egal, ob man das als Sport bezeichnen will oder nicht. Solche wunderbaren Eindrücke der Natur sind durch nichts zu ersetzen. Schönes Gedicht zart wie ein Federwölkchen am Frühlingshimmel.
    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Elke

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    • Liebe Elke,

      das Sofa zu strapazieren ist definitiv kein Sport! 😉 So gesehen ist tatsächlich alles andere besser. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,

    jede Bewegung, jede Minute in der Natur ist in diesen Tagen eine Wohltat. Eine Traum in Grün und Gelb. Das lässt sich auch auf dem Rad genießen, wie Du vormachst.

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße aus der Redaktion
    Rainer 😎

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    • Lieber Rainer,

      du sagst es. Und so bin ich eben auch wieder 45 Minuten ins Büro marschiert!

      Liebe Grüße von Schreibtisch zu Schreibtisch,
      Anne

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  9. Liebe Anne,

    wenn man Läuferin ist und am liebsten läuft, dann möchte man eben laufen…! ich verstehe Dich so gut!! Trotzdem ist es natürlich schön, dass Du Alternativen hast! Spazieren gehen und Radfahren, frische Luft und Natur, Gesundheit und Glück! Es könnte schlimmer sein! 😉

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      die Alternativen sind sehr attraktiv. Ich hoffe, dass der Doc sie mir nicht verbietet, so dass wirklich nur noch Aquajoggen bleibt. Aber selbst wenn das so kommt: Alles besser als gar keine Bewegung!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  10. Liebe Anne,
    und ob das Sport ist! Auch wenn du ohne viel Druck fährst. Hast du es eigentlich mal mit Schwimmen oder Aquajoggen probiert? Du magst ja kein Hallenbad soweit ich mich erinnere, aber die Freibäder sind ja auf und die Bewegung im Wasser wird deinem Knie sicherlich gut tun. Da bewegt man sich ja auch ohne großen Druck:-)
    Das Gedicht ist wunderschön.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      was Bewegung im Wasser angeht, hab ich 1000 Ausreden: Das Südbad hat arbeitnehmerunfreundliche Öffnungszeiten und das Nordbad ist nur zeitaufwändig mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsamitteln erreichbar. Da ich nicht richtig Kraulschwimmen kann und das „auf die Schnelle“ als bekennende Bewegungslegasthenikerin auch nicht lernen werde, bliebe nur Brust – und ob das für’s Knie so gut ist? „Worst case“ wäre dann eben Aquajoggen, aber ich hoffe, dass dieser Kelch an mir vorübergeht. 🙄

      Liebe Grüße,
      Anne

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  11. Liebe Anne,

    Deine norddeutsche Heimat hat eben einfach ihre Reize. Das Gedicht gibt das sehr gut wieder. Aber immerhin kann Dir die Moselregion mit dezenten, grellgelben Farbmomenten die Erinnerung geben 🙂

    Du gönnst Dir das maximal Mögliche an Bewegung. So behälst Du den Kopf oben. Weiter so!

    Ganz liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      eigentlich sollte ich mal wieder im Mai in die Heide fahren, um das blühende Moor zu sehen. Aber wenn das nicht klappt, muss halt der Ginster auf dem Petrisberg die Erinnerung an die Heimat wachhalten.

      Weiter so? Klar! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  12. Hauptsache, man ist an der frischen Luft 😉
    Ich finde, solange zumindest IRGENDWAS geht, ist alles halb so wild…und bestimmt kommen ganz bald wieder läuferische Tage 😉

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    • Genau, Hauptsache irgendwas – aber an frischer Luft. Wenn nur Aquajoggen im Hallenbad übrig bliebe, würde mich das schon ziemlich frustrieren. Mal sehen. 😎

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  13. Immerhin kannst Du rausgehen in die Natur, kannst spazierengehend und radelnd alles erleben, sehen und genießen. Das Gedicht gefällt mir.
    Und es werden wieder bessere Zeiten kommen.
    Alles Gute für Dich und
    lieben Gruß
    Kornelia

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  14. Das kenne ich wirklich auch als Lied, zumindest die zwei ersten Zeilen. Muss ich von meinen Eltern haben, die kannten all sowas. Und auf Harriersand gab es viele Ginsterbüsche. Wenn man in der Sonne daneben lag auf der Liege, und es war heiß, dann sprangen die reifen Ginsterschoten mit einem kleinen Knall auf und bestreuten einen mit kleinen braunen Samen. Inbegriff von Sommer!

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    • Jaaaa, Ginster im Sonnenschein, das Geknister ist wirklich der Inbegriff von Sommer! 🙂

      Eine Vertonung des Gedichts kenn ich nicht, muss ich mal suchen!

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