Wahre Läuferinnen

„Widerlich“ ist aus der Perspektive nicht-laufender Menschen eine sehr gnädige Umschreibung dessen, was nach dem frühlingshaft-sonnigen Vormittag an diesem Abend draußen vor sich geht: Regen legt sich in auffrischenden Windböen fast waagerecht in die Luft, peitscht ins Gesicht, durchweicht selbst die beste Regenkleidung und erzeugt tiefe Pfützen über die gesamte Straßenbreite, in denen man sich gründlich nasse Füße holt.

2015-01-13_SonnigWahre Läuferinnen mögen so was. Vielleicht mögen sie es insgeheim auch nicht. Aber sie werden gern von anderen „wahren Läuferinnen“ als mimosenhaft verspottet, wenn sie durchblicken lassen, dass sie so was vielleicht doch nicht so wirklich mögen. Und sie laufen. Gerade an Tagen wie diesen.

Hmmmmm. Eigentlich bin ich im Moment ja keine Läuferin. Das bisschen Rumgehoppel ist doch kein Laufen?! Habe ich da nicht das Recht, vielleicht sogar die Pflicht, mich wie ein anständiger nicht-laufender Mensch zu verhalten? Sprich: Würde es sich nicht eigentlich gehören, lauthals und gepflegt über das Wetter zu nörgeln und mich dann in die warmen vier Wände verkriechen?

2015-01-13_Sonnig2NEIN! Einmal Läuferin – immer Läuferin! So wirklich mag ich das zwar heute nicht mit dem Ganzkörper-Waschgang unterm Kaltluftgebläse. Aber das wohlig-mollige Gefühl nach dem Trockenlegen, gepaart mit entspannter Müdigkeit und ein bisschen Heldinnenstolz, ist einfach durch nichts zu ersetzen. Wahre Läuferinnen kennen das! Wahre Läufer übrigens auch. 😎

 

Edit: Die Fotos stammen natürlich vom erwähnten „frühlingshaft-sonnigen Vormittag“. Abendlicher Regen und Sturm bei Dunkelheit ließen sich ohne Gefahr für das technische Equipment nicht ins Bild bannen. 😉

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34 Gedanken zu “Wahre Läuferinnen

  1. Oh ja, ich kenne dieses Gefühl. Anfangs frage ich mich, ob ich eigentlich spinne (Mein Mann zweifelt auch 🙂 ) aber wie Du schon sagst, das Gefühl, des „Trockenlegens“ danach ist einfach wunderbar. Aber ganz ehrlich – ohne peitschenden Regen und nass bis auf die Knochen, ist jetzt auch nicht sooo schlecht. Liebe Grüße

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  2. Danke für den kurzen Schlußsatz 😎

    Eine Läuferin in der Rekonvaleszenz bleibt ein Läuferin. Du willst es ja schließlich nicht bei den kurzen Läufen belassen. Und somit gibt es auch kein schlagkräftiges Argument sich vor solchen Heldinnenlaufwetter zu drücken 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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  3. Liebe Anne,
    „Ganzkörper-Waschgang unterm Kaltluftgebläse“ – herrlich!!! Und ich stehe dazu, mich törnt das auch nicht gerade sehr an und ich muss mich dann schon arg überwinden. Erst wenn ich mich dann warmgelaufen habe, kann ich der Sache etwas abgewinnen. Und am meisten natürlich, wenn dann der „Nachwaschgang“ daheim kommt und man sich nachher aufs Sofa hauane kann und sagen „Ja, ich habs getan!“
    Liebe Grüße
    Elke

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  4. Liebe Anne, wenn ich mir den blau-gesprenkelten Himmel auf deinen Fotos betrachte, dann gehörst du – zumindest wettermäßig – zu den Privilegierten, das würde ich mir wünschen, ein Stück blauen Himmels, bei uns regnet, gewittert, schneit, hagelt, regnet es Eis seit gefühlten Monaten,nix mit Aufhellen nichts, und wenn “ wahre “ Läuferinnen und Läufer (was ist das überhaupt ?) dieses Wetter mögen, es öffentlich kundtun, dann kann ich das gut nachempfinden, denn sonst müssten alle wahren Läuferinnen und Läufer hier über viele Wochen ihre Füße zu Hause im Trockenen halten – wer will das schon ? Und sie alle wissen um die effektvolle Wirkung danach…………. 😉

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    • Liebe Margitta, wie oben ergänzt: Es waren Vormittagsbilder – abends sah es aus wie bei euch heute am Tage. Aber in der Bude hocken, bis sich das Wetter eingekriegt hat? Tage-, gar wochenlang? Geht gar nicht! Wenigstens nicht für „wahre“ Läuferinnen, die dadurch definiert sind, dass sie sich allenfalls durch lebensgefährliche Wetterunbill vom Laufen abhalten lassen. 😉

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  5. Liebe Anne,

    „Ganzkörper-Waschgang unterm Kaltluftgebläse“ … 😆 super Beschreibung!!
    Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich so was besonders sehr mag – aber spätestens nach dem Lauf… genauso wie Du es beschreibst – das Gefühl ist herrlich und durch nichts zu ersetzen! 😀

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna, ohne das tolle Gefühl „danach“ würde es wohl den meisten schwerfallen, bei solchem Wetter zu laufen. Aber wer das Gefühl kennt, will es gern immer wieder haben – Du, ich und noch viele andere hier! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    ach wie wunderbar treffend beschrieben! 🙂
    Ich glaube jede von uns kennt dieses „nicht rauswollen“, obwohl wir doch „eigentlich“ gerne bei Regen, Schnee, etc. laufen. 😉 Irgendwann reicht es aber auch mal an kalt, nass und windig. Bei mir ist es immer dann, wenn ich an dem Tag schon mind. 2x (meist am Weg zum und vom Bahnhof) so richtig nass wurde und durchgefroren bin.
    Aber sogar dann ist so ein Lauf gut – und wenn nicht während, dann danach! 😀

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  7. Liebe Anne,

    wie definierst Du wahre Läuferin? Über die Distanz? Die Frequenz? Oder einfach nur über das Tun? Ich halte Dich für eine wahre Läuferin, da Du auch bei solchem Wetter Deinem Hobby nachgehst. Andere würden Ausreden finden 😉

    Salut
    Christian

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    • Das wollte ich hören, lieber Christian! 😆 „Wahre“ Läuferinnen laufen auch unter Umständen, die andere („Normalos“) davon abhalten würden, das wäre ein Bausteinchen einer Definition. „Ausreden“? Gibt’s nicht! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,

    Du provozierst natürlich die Beteuerung, dass Du eine echte Läuferin ist. Das sei hiermit getan. Stolz dürfen alle sein, die es gestern geschafft haben, sich am Nachmittag auf dne Weg zu machen. Es war wirklich sehr übel.

    Aber danach ist es immer schön … Sag‘ ich doch 😉

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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  9. Liebe Anne

    Schön, wieder mehr von dir zu lesen. Wenn auch ich deine Beiträge nicht sehr oft kommentiere, lesen tue ich sie immer und gerne 😄

    Sportliche Grüsse

    Claudia

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    • Danke, liebe Claudia, darüber freu ich mich! Ich hoffe, der Fuß hält, dann gibt’s hier tatsächlich wieder regelmäßiger was Neues! 🙂

      Sportliche Grüße zurück,
      Anne

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  10. Läuferin ist man vor allem im Herzen und das bleibt auch so, wenn man gerade mal nicht ganz so laufen kann. Von daher ist Dein Verlangen nach dem Regenlauf voll nachvollziehbar. Und das Danach ist immer ganz besonders schön.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  11. Hallo Anne,
    einmal Läuferin, immer Läuferin. Ich war am Dienstag Mittag in einem Tempo von 9min/km unterwegs. Sah nicht nach laufen aus, aber trotzden bezeichne ich mich weiter als Läuferin. Hauptsache überhaupt bewegt, finde ich. Und so ein Foto habe ich auch gemacht, hihi. Als ich dann vom Duschen aus dem Bad kam, war schon wieder Land unter draussen. Also haben wir die perfekten Minuten abgepasst.
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Liebe Karina, du hast recht: Das Tempo macht’s nicht aus, im Grunde auch nicht die zurückgelegte Distanz oder die Häufigkeit. Ich finde, Kornelia hat das wirklich schön ausgedrückt! 🙂

      Die Schönwetterbilder stammen vom Vormittag, als ich zwischen meinen zwei Arbeitsplätzen unterwegs war. Da wäre ein Wetter, wie ich es am Abend beim Laufen hatte, deutlich lästiger gewesen – mit patschnassen Sachen ins Büro zu kommen, ist wirklich widerlich.

      Liebe Grüße,
      Anne

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