Flucht nach vorn

Gedacht ist das eigentlich als friedlicher Wochenendausklang-Lauf. Einfach so’n bisschen durch den Wald auf die Höhe wackeldackeln, der Innenstadtschwüle entkommen und mal wieder über den Dingen stehen statt in ihnen zu ersaufen. Nur haut das mit dem „friedlich“ nicht so ganz hin.2014-07-06_Regenwand 002Zuerst sind da ein paar männliche Jugendliche mit alterstypisch defizitärer neuronaler Verdrahtung. Im konkreten Fall äußert sich das Problem dadurch, dass sie auf ihren Motorrollern über „meinen“ Trail brettern – natürlich jeweils zu zweit auf den stinkenden Vehikeln und den Gasgriff heftiger bedienend als nötig. Immerhin scheinen ihre Häupter so viel Schützenswertes zu enthalten, dass sie sich entschlossen haben, bei ihrer Unternehmung Helme zu tragen. 😉2014-07-06_Regenwand 001Nun ja, und dann sind da diese Himmelserscheinungen, die sich in meinem Rücken auftürmen und derer ich erst ansichtig werde, als ich am höchsten Punkt der Strecke einen kurzen Fotostopp einlege und mich dazu um 180 Grad umdrehe. Gegen Regen hab ich nix, eher im Gegenteil. Aber ob da wirklich nur Regen drin ist? Oder auch Elektrizität?2014-07-06_Regenwand 004 Auch wenn da nichts blitzt und donnert: Ich hab keine Lust, mich im freien Feld bei ein paar hunderttausend Volt flambieren zu lassen! Mir bleibt nur die feige Flucht – allerdings die Flucht nach vorn, sprich: gegen die schwarze Wand, die sich über der Stadt aufgebaut hat. Im Renntempo geht’s bergab, unter den ersten dicken Tropfen hindurch und gegen den böigen Wind. Erst als ich merke, dass da wirklich nichts Gewittriges draus wird, nehme ich Tempo raus. Lasse mich von der intensiven warmen Dusche gründlich durchweichen, lasse mir die salzige Schweißschicht vom Gesicht spülen. Geht doch nix über einen kräftigen Sommerregen! 😎

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18 Gedanken zu “Flucht nach vorn

  1. Liebe Anne,

    Du Glückliche, mir war kein Regen, nicht mal ein Gewitter, vergönnt. Nur schwüle Hitze 🙂
    Das scheint überall um sich zu greifen, dass motorisierte Halbstarke sich auf die Trails wagen und uns in unserem Tun stören, ich kenn das inzwischen auch und bin teilweise stinkwütend 😦
    Auf jeden Fall kann die neue Woche kommen und bitte, ersauf nicht 😉

    Salut
    Christian

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    • Lieber Chrstian,

      der Regen hätte dir sooo gut gefallen – und ich hab mich geärgert, dass ich anfangs so gerannt bin, weil meine Beine dann zu müde waren, um noch einen großen Schlenker anzuhängen. 😉

      Ersaufen? Nee! Zum Glück kann ich schwimmen – aber manchmal brauch ich einfach eine Pause davon. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne,
    dass du dich wagemutig der schwarzen Wand entgegengeworfen hast, ist ja sehr tapfer! Gut zu lesen, dass es sich dann doch nicht über dir entladen hat!
    Ich wünsche dir einen guten Wochenstart! 🙂

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    • Liebe Doris,

      was hätte ich anderes tun können? 😆 Davonlaufen hätte ich nicht geschafft, so eine Regenfront ist schneller als unsereins. Und die Gewitter, die in der Eifel viel Unheil angerichtet haben, haben uns zum Glück nicht erreicht. Regen allein ist ja klasse, vor allem wenn er so warm ist wie heute.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Liebe Anne, angesichts dieser Wolken hätt ich wohl auch die Flucht angetreten. Wahrscheinlich nicht nach vorn aber ich denke, Dir wird auch gar nichts anderes übrig geblieben sein. Und was die Jugendlichen angeht.. auch sie werden irgendwann erwachsen sein und sich über andere Jugendliche ärgern, die blöde Dinge tun. Es wiederholt sich einfach immer wieder.

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    • Ja, liebe Anja, es gab nur eine Richtung – nach vorn!

      Bei den Jugendlichen hab ich nach dem ersten Ärgerimpuls auch gedacht: Ist das nicht eigentlich das Alter, in dem man auch mal blöde Dinge tun darf – wann, wenn nicht dann? Immer nur brav ist langweilig … 😉

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  4. Liebe Anne,

    es ist doch immer wieder erstaunlich welchen Unbilden wir beim Laufen so ausgesetzt sind. Wie schön, dass sie sich zum Ende hin alle auflösten und nur noch der reine Regengenuss übriggeblieben ist.

    Eine hoffentlich angenehme Woche wünscht
    Volker

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    • Lieber Volker,

      tja, Läufer/innen sind die wahren Held/innen des Alltags – wenigstens kam ich mir so allein im Feld bei Windböen und mit einer Regenwand vor Augen so vor. 😉

      Danke gleichfalls! 😎

      Anne

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  5. “ wieder über den Dingen stehen “
    YES, das klingt gut
    wer möchte das nicht ?
    Es ist dir offensichtlich gelungen
    und nicht das erste Mal !

    In der Regel sind wir ja furchtlos
    aber Gewitter macht uns Angst
    mit Recht
    Glück gehabt
    nichts kann mich vom Laufen abhalten
    außer Gewitter
    und Orkan
    auf beides könnten wir verzichten
    gell ?

    Wünsche dir eine tolle
    sehr harmonische
    sehr schöne Woche
    mit viel Sonnenschein
    nicht zu warm
    nicht zu heiß
    mit netten Menschen um dich herum
    ohne Stress
    ohne Ärger
    mit viel Freude
    und einem Sahnetörtchen obendrauf
    damit du in Zukunft des öfteren
    über den Dingen stehen kannst

    YES ! 😎

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    • YES! Über den Dingen stehen – das kriegen wir immer wieder hin! 😎 Und dann können wir mit „guten Gedanken“ sogar drohende Gewitter vertreiben. 🙂

      Daaaankeschön für die so zahlreichen guten Wünsche! Mögen sie wahr werden … nur auf das Sahnetörtchen verzichte ich lieber, damit die Hosen noch passen – es sei denn, das „Sahnetörtchen“ sind ein paar schöne Läufe! 😎

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  6. Liebe Anne,
    deswegen bin ich gestern immer mit Blick an den Himmel gelaufen… aber so einen warmen Landsommerregen – den hätte ich mir auch echt gewünscht! Du hattest es da echt gut, und zudem viel Glück, dass Du nicht vom Gewitter überrascht wurdest!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Liebe Elke,

      eigentlich wollte ich gestern auch weiter – aber der Blick in den Himmel über der Kirche ließ mich auf dem Absatz kehrt machen, denn es war Gewitter vorhergesagt. Dass es dann nur Regen wurde … lucky me! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Liebe Anne,

    bei dem Anblick würde ich auch schneller laufen, denn im Gewitter unterwegs zu sein ist wirklich nicht zu empfehlen!! Schön, wurde dann doch nur Regen!

    Ich habe bis jetzt das Glück gehabt, und wurde auf meinen Trails von den stinkenden Vehikeln verschont – ich hoffe sehr, dass es so bleibt!! 😉

    Liebe Grüße aus den Bergen

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    • Hallo, liebe Anna! Schön dich wieder zu lesen – alles gut überstanden?
      Gewitter sind wirklich fies. Eine der wenigen Wetterlagen (neben Sturm, extremem Glatteis und Temperaturen über 32, 33 Grad), bei denen ich nicht draußen laufen mag.
      Toitoitoi, damit du auch künftig keine Mopedflitzer auf deinen Strecken hast. Sowas braucht kein Mensch!

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Danke liebe Anne, es ist schön wieder „zurück“ zu sein!! 🙂 Alles gut überstanden – wir sind natürlich noch nicht fertig ausgepackt und eingerichtet, aber das hat jetzt noch Zeit!

        Liebe Grüße Anna

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