Ernte brutal

Doch, Arbeit musste sein am Wochenende. Aber Zeit für ein Sommersonntagabend-Lauf war trotzdem: Durch den Wald hoch, zwischen Getreidefeldern nach Kernscheid und wieder zurück durch den Wald.2014-06-22_Kernscheid_03 - Kopie10 Kilometer, noch immer mit etwas schlappen Beinen und müde. Aber jeder Lauf ist ein Sieg gegen die Antriebslosigkeit.2014-06-22_Kernscheid_012014-06-22_Kernscheid_02 - Kopie2014-06-22_Kernscheid_04 - KopieEinen solchen gab’s auch am gestrigen Samstag: Bekanntermaßen existieren verschiedene Methoden, einen zu groß gewordenen Kirschbaum vollständig abzuernten, um das Obst nicht den Vögeln zu überlassen. Die meisten sind für die Pflückenden mit Risiken verbunden: Rumkraxeln im Baum. Eine sehr lange Leiter anlehnen. Auf einer Stehleiter herumbalancieren. Es gibt aber auch eine Methode, die einzig für den Baum mit Risiken verbunden und zugegeben etwas brutal ist: Ihn einen Kopf kürzer machen! Die noch mit Früchten behangenen Äste absägen und dann am Boden abernten.2014-06-20_Garten 040Da mein Baum inzwischen nicht nur nach den Maßstäben des Kleingartengesetzes viel zu hoch war, sondern auch nach meinen eigenen (ich kam einfach nicht mehr dran und sein Laub verstopfte im Herbst die Dachrinne des Gartenhäuschens!), musste er jetzt mit Hilfe einiger Gartennachbarn dran glauben. Das Ergebnis: Insgesamt sechs große Wassereimer voller schwarzer, dicker Kirschen, die an alle Helfer verteilt wurden. Ein riesiger Berg Grünschnitt, der teils auf dem Kompost und teils auf der Deponie landete. Und ein Baum, der in den nächsten Monaten einen sehr traurigen Anblick bieten wird. Aber in ein, zwei Jahren wächst sich alles wieder zurecht. Hoffentlich. 🙂2014-06-22_Kernscheid_05

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26 Gedanken zu “Ernte brutal

    • Mir tut der Baum leid – aber es half alles nichts, er war nun mal zu groß. So haben sich viele Leute über seine Früchte gefreut. Und er wird ja wieder … 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  1. Natur contra Kleingartengesetz, war ja klar, wer da den Kürzeren zieht. Die Natur ist aber auch selbst Schuld, die Früchte in so große Höhen zu hängen 😉

    Immer dieses Arbeiten. Wer hat das bloß erfunden. Umso schöner und vor allem auch wichtiger, dass Du die Zeit für einen Lauf gefunden hast!

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Den Gesetzesverstoß hätte ich auszusitzen versucht, lieber Volker. Aber was nützt mir ein Baum, wenn ich seine Früchte nicht ernten kann, weil ich nicht drankomme. Also … 😉

      Im Grunde macht mir das Arbeiten Spaß und ich ziehe auch viel Energie draus. Nur manchmal gibts halt Phasen, in denen es nicht so passt. Da muss ich dann eben sehen, dass ich mir die Energie aus dem Laufen hole – was voraussetzt, erstmal fit zu sein und dann den A*** hochzubekommen. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. „Die süßesten Früchte schmecken dir und mir genauso, doch weil wir beide klein sind erreichen wir sie nicht!“
    Liebe Anne,
    das Lied von Peter Alexander fiel mir gerade beim lesen deines Eintrags ein 😀 , der wußte wohl noch nichts von deiner brutalen Art zu ernten! 😉
    Da warst du ja wieder sehr fleißig! Aber schön zu lesen, dass du wieder laufend unterwegs bist! 10km – schlappe Beine? Wieso kommt mir das nur so bekannt vor? 😆

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  3. Die Bilder sind hübsch, da hat sich das Aufraffen doch gelohnt, oder? 6 Eimer voller Kirschen ist nicht nur ein gutes Resultat (wenn auch durch Gewalt erzielt;-) sondern auch eine echte Herausforderung der Verarbeitung. Gut, wenn man es dann an viele Hände verteilen kann, nicht nur die Arbeit. Ich stell mir gerade Kirschmarmelade mit Schokostückchen vor… ja, das würd ich draus machen.

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    • Oh ja, es hat sich gelohnt, noch gelaufen zu sein, die Sommerstimmung war wunderbar und es war warm, aber nicht unangenehm heiß. 🙂

      Die Kirschen hätte ich allein gar nicht verarbeiten können – und selbst wenn: Die Marmelade hätte für eine Großfamilie gereicht. So habe ich nur 6 Gläser gemischt mit schwarzer Johannisbeere und 6 Gläser mit Rhabarber gekocht. Und es sind eigentlich noch genug Früchte im Kühlschrank, um eine Portion mit Schokosplits zu kochen. Feine Idee – Schwarzwälder Kirschmarmelade mit Süßkirschen. 🙂 Danke dafür! 😎

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  4. Ach herrje, liebe Anne, um den Baum tut es mir schon ein wenig Leid, auch wenn es wohl sein musste. Aber er darf ja neu austreiben 🙂 Über die leckeren Kirschen hätte ich mich dennoch auch gern hergemacht, ich gebs ja zu…
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Zwei Jahre wird der Baum wohl leiden, aber ich hoffe, im dritten Jahr kriegt er sich wieder ein, liebe Elke! Es musste leider wirklich sein … und ohne den brutalen Schnitt hätten wir die meisten Kirschen den Vögeln überlassen müssen …

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Liebe Anne,

    fleißig, fleißig…wie Du noch den Tatendrang aufbringst einen Garten zu pflegen mit einem doch sehr hohen Anspruch und Arbeitsaufwand ist mir ein Rätsel. Meinen Respekt hast Du dafür allemal.
    Kletterpartien sind sicher nicht ungefährlich haben aber bestimmt einen Rumpf stabilisierende Effekt 😉 Allerdings ist die von Dir angewandte Methode auch nicht schlecht, und die Methode war ja nicht aus der Not geboren, möglichst einen geringen Aufwand zu betreiben :mrgreen:

    Salut und eine angenehme Woche
    Christian

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    • Neben dem Laufen ist Gärtnern für mich der beste Ausgleich, lieber Christian. „Gepflegt“ ist das Ganze leider nicht, aber es reicht, um keinen Ärger zu bekommen. Und um diesen zu vermeiden, müssen gelegentlich auch mal brutale Methoden her! 😆

      Gleichfalls eine gute Woche, liebe Grüße,
      Anne

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  6. Alles richtig gemacht, liebe Anne.
    Hatte heute ein Gespräch mit jemandem, der beim Kirschen pflücken von der Leiter gefallen ist. Ergebnis: Rippen gebrochen. Ich habe direkt an deinen Bericht denken müssen.
    Und die Beine werden auch wieder lockerer. Aber das weißt du ja sicher schon.
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Oh weh, Rippenbrüche können schmerzhaft sein! Bin ich froh, dass ich andere Menschen hatte, die zum Sägen in den Baum geklettert sind. Ergebnis: Alle heil geblieben – bis auf den Baum! 😉 Die Beine werden sich schon berappeln … 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. 10km gegen die Antriebslosigkeit – finde ich gut.
    Die Kirschenernte auch. Lecker!!! Und der Baum wird bestimmt wieder schön prächtig.
    Es ist schon recht gefährlich, in alten Kirschbäumen rumzuturnen.
    Liebe Grüße
    Bianca

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    • Mir war das Risiko zu groß, liebe Bianca, da hab ich andere klettern und sägen lassen. Ich denke auch, der Baum kriegt sich wieder ein. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Liebe Anne,
    ja, vor diesem Problem mit dem Baum, der viel zu groß ist und den millionen Kirschen dran, stehen wir auch.
    Unsere Süßkirschen sind noch nicht ganz reif. 1-2 Wochen noch. Dann machen wir das genau wie du. Einfach alles ab, was zu weit oben ist 🙂
    Und dann kommen die Bauchschmerzen vom vielen Kirschen essen.
    Startest du in Trier beim Stadtlauf? Wenn ja, sehen wir uns vielleicht. Ich starte zwar nicht, aber ich werde den Andi und die Kassandra anfeuern 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      die Methode kann ich sehr empfehlen – man braucht nur jemanden, der mit der Leiter in den Baum steigen und Säge bzw. Astschere bedienen kann. Einfach darauf achten, dass man in alle Himmelsrichtungen ein paar Äste bzw. Astknospen stehen lässt, die nach außen wachsen. Das, was nach innen oder steil nach oben wächst, muss weg. 😎 Und dann gibt’s Kirschen pur, Kirschkuchen, Kirschkompott, Kirschmarmelade … 🙂

      Starten werde ich nicht, ich bin zu unfit im Moment und hab dann keine Lust, das hohe Startgeld zu zahlen. Aber vll. komme ich zum Anfeuern – wo wirst du/werdet ihr denn sein? 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Liebe Anne,

    in der Tat eine brutale Ernte, aber die Natur hat zum Glück die wunderbare Gabe, sich von solche Maßnahmen gut erholen zu können 🙂

    Antriebslosigkeit mit einem 10 km-Lauf entgegen zu kämpfen ist eine sehr gute Methode, meine Ansicht nach!! 😉 Ich hoffe, dass deine Beine bald wieder fit und munter sind!

    Liebe Grüße Anna

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  10. Wenn man nicht genügend Arbeit hat
    dann bietet sie sich kostenfrei auch noch in der Freizeit an
    so viele Kirschen
    herrlisch
    wie gut dass du liebe Gartennachbarn hast
    alleine hättest du es wohl kaum geschafft
    Ach ja
    Arbeit
    Arbeit
    Arbeit
    versüßt das Leben
    hat mal einer gesagt
    wirklich ?

    Mitfühlende Grüße, liebe Anne !

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    • Ca. 40-50 Kilo Kirschen? Nein, damit wäre ich nicht fertig geworden, da mussten die Nachbarn herhalten! So hatten beide Seiten was davon: Ich einen geschnittenen Kirschbaum, sie jede Menge Früchte! 🙂

      Ja, Arbeit versüßt das Leben – aber zu süß ist auch nicht mehr lecker! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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