Fauler Sack

Normalerweise lass ich ja meinen Körper bestimmen, ob, wie weit und wie schnell am jeweiligen Tag gelaufen wird. Trainingspläne, feste Vorsätze etc. haben seit einiger Zeit keine Gültigkeit mehr für mich.

„Normalerweise“ heißt aber nicht „immer“. Denn manchmal ist mein Körper echt ein fauler Sack! Vorgestern Abend wollte er nicht laufen – Kopfschmerzen. Gestern wollte er nicht laufen – Müdigkeit. Und heute früh wollte er sich schon wieder drücken.

Nix da! Da kannst du noch so sehr durch Knarzen im Gebälk und Unbeweglichkeit vorzutäuschen versuchen, dass es besser wäre, gemütlich zu Hause zu bleiben, du alter Simulant! Das läuft sich alles raus! Und du kannst ruhig so tun, als könntest du heute nicht zügig laufen – du kannst, wenn ich will!

Ein paar Konzessionen mache ich: Es wird flach gelaufen, sprich: an der Mosel. Und es wird „Steffny-Tempodauerlauftempo“ angeschlagen, also moderate Geschwindigkeit deutlich unterhalb der Schwelle, die sich zügig anfühlt, aber nicht wirklich anstrengend ist.

Der faule Sack in mir versucht zwar auch das zu sabotieren, indem er immer wieder in Trödelei verfällt. Aber damit kommt er heute nicht durch. 3 km ruhig (im „Midlaufcrisis-Füße-Einschlaf-Tempo“ sozusagen), 6 Kilometer zügig, 1,5 km ruhig – und dann noch 1 km Spaziergang nach Hause. Mit einer 750 g-Brottüte in der Hand läuft es sich nämlich irgendwie unrund. 😉

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24 Gedanken zu “Fauler Sack

  1. Kennen wir das nicht alle, dass unser Körper lieber mal ins Koma verfallen möchte als sich sportlich zu betätigen? Wie gut, dass über ihm noch dieses Ding names Kopf schwebt, was ihm sagt was Trumpf ist 😉

    „Midlaufcrisis-Füße-Einschlaf-Tempo“ Glaube mir, des Midlaufcrisis Füße müssen sich demnächst an ein sehr ruhiges Tempo gewöhnen ohne einzuschlafen 😉

    Das Brot hättest Du Dir auch in der Mitte durchschneiden lassen und in zwei Tüten verpacken lassen können. Schon wäre das Gleichgewicht wieder hergestellt gewesen und Du hättest rund weiterlaufen können :mrgreen:

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Tja, ohne Kopf geht eben nix! 😎

      Der Herr Midlifecrises wird sich wohl mitsamt seiner Füße anpassen müssen. Oder er muss sie zwischendurch schlafen lassen und dann sprinten, um euch einzuholen. 😉

      Das mit den 2 Tüten hätte mir aber auch selbst einfallen könnten … 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Hallo Anne,

    also ich glaube dein Körper hat sich gedacht – wenn sie mir auf die Kopfwehtour eingegangen ist, dann probier ich es heute doch mal mit… 😀
    Aber da hat er sich geschnitten, der faule Sack (sorry, deine Wortwahl!) – Anne bringt ihn wieder in Schwung! Gut, wenn der Geist sich durchsetzt – mir ist es letzte Woche mal passiert, dass die Beine einfach eine Gehpause eingelegt haben, die gar nicht genehmigt war! Erst nach 2 Schritten, kam die Info im Kopf an, da wurde dann aber gaanz schnell wieder weitergelaufen! Aber hallo!!! 😉

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    • Hallo Doris,
      mein Körper ist genau so fintenreich wie ein Kleinkind, das den Eltern nicht gehorchen will. Irgend einen Trick findet er immer – wenn man ihn lässt! Aber wir lassen ihn nicht … Gehpausen, pah, wo kommen wir da hin? 😉

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  3. “ Midlaufcrisis-Füße-Einschlaf-Tempo “
    Hach !
    Wer nie im Bette Brot aß
    weiß nicht
    wie Krümel pieksen “
    Ich liebe dieses “ Einschlaftempo “
    bei längeren Kanten sowieso
    der Körper diktiert
    und du tust es
    genau wie ich
    das ist die schönste Art des Laufens ! 😎

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    • Mal Einschlaftempo, mal flotter … aber je länger die Strecke und je größer das Entspannungsbedürfnis, desto schöner das Einschlaftempo. 😎

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  4. Liebe Anne,

    gib ihm was er will, aber manchmal muss man sich einfach verweigern :mrgreen:
    Du hast Dich über den faulen Sack hinweg gesetzt und einen Kompromiss versucht, nur das zählt. Ich wünsche Dir, dass damit dem Müßiggang der Sieg verwehrt wurde und Du wieder mit Spass unterwegs sein darfst ohne Überzeugungsarbeit leisten zu müssen 😉

    Schöne Restwoche wünsche ich Dir

    Salut
    Christian

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    • Lieber Christian,

      das ist wie bei der Kindererziehung: Man muss rausfinden, wann Gewährenlassen wichtig ist und wann man Grenzen setzen muss. Heute war etwas mehr Druck vonnöten, unbeschwert-leichten Spaß gibt es beim nächsten Mal wieder. 😉

      Danke – auch dir eine nicht so stressige Restwoche 😎
      Anne

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  5. Liebe Anne,
    MAL kann man das ja gelten lassen. Die Ausreden des Körpers. Aber wer jeden Tag mit einer neuen Masche kommt, der hat nichts anderes verdient, als dass man ihm nicht glaubt. 😉
    Wenn es dann doch zu viel ist, wird er schon Bescheid sagen.
    Und für nächstes Mal: Zwei Brote kaufen, dann ist es ausbalanciert. 🙂

    Liebe Grüße
    Birthe

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    • Liebe Birthe,

      das mit den 2 Broten ist in einem Singlehaushalt problematisch – TK-Brot mag ich nicht und eine so KH-lastige Ernährung ist auch nicht der Hit. Dann befolge ich doch eher Volkers Tipp mit dem Durchschneidenlassen … 😉
      Was den Körper angeht: Man lernt ja zu erkennen, ob Faulheit oder echtes Ruhebedürfnis hinter der Lustlosigkeit stehen. Wenn es ersteres ist, sollte man den Körper besser an die kurze Leine nehmen … 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Nicht konsequent, liebe Elke! So ab und an geb ich mir mal ein bisschen Mühe mit dem Tempo, weil ich voraussichtlich Ende Juni einen HM laufen will und mit einem sub2-Versuch liebäugle. Aber das Engagement hält immer für ein oder zwei Läufe – dann merke ich, dass mir diese Zeit im Grunde schnurz ist und ich eigentlich nur Spaß am Laufen will und brauche!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,

    oh wie gut ich das kenne – so geht es mir Momentan öfters. Aber ich lasse mich meistens nicht von Müdigkeit zum Nichtlaufen „überreden“, dann würde ich nämlich nie zum Laufen kommen 😆 Zum Glück wache ich meistens dann auf, wenn ich an der frischen Luft komme und anfange mich zu bewegen.

    Du hast aber absolut recht, man soll natürlich auf den Körper hören!!! Nur ist der eben von Natur aus Faul und brauch ab und zu einen kleinen Schubs 😉

    Liebe Grüße Anna

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    • Liebe Anna,

      kein Wunder, dass auch du manchmal „eigentlich“ zu müde und kaputt zum Laufen bist – und gut, dass auch du dem nicht immer nachgibst und der Faulheit Einhalt gebieten kannst. Oft macht Laufen ja wirklich wieder wach und frisch! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Ich hätte es wohl ähnlich gemacht wie Du. Ein bis zwei Tage gnädig sein und dann aber müsste es wieder losgehen.
    Achja und langsames Tempo ist für sowas sehr gut geeignet.
    Ich bin sicher, Deinem Körper hat es gefallen, oder?
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  8. Doch, liebe Kornelia, dem Körper hat’s gefallen. Sogar die schnelleren km zwischendurch waren irgendwann ok für ihn. 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

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  9. Da habe ich mir mit meiner Formulierung ja ein Ei ins eigene Nest gelegt. Ich hatte schon gedacht, dass mich das mehrfach einholt. Aber danke für die Reminiszenz. Hoffentlich habe ich da in der Laufbloggerszene keinen bleibenden Begriff geprägt. 🙄

    Ich werde das schon schaffen mit dem gemächlicheren Tempo. Beim Hospizlauf hat das bislang ja auch immer funktioniert.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Ja, lieber Rainer, als Journalist weißt du um die Macht des geschriebenen Wortes … 😉 Das Netz vergisst nichts – aber ich denke, die Laufbloggerszene wird gnädig genug sein, dir diese kleine, etwas überheblich klingende „Entgleisung“ nicht immer wieder unter die Nase zu reiben – Schwamm drüber! 😉

      Da du ja ein ganz Ausgeschlafener bist, wird dir das mit dem Schontempo sicher gelingen. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  10. Du hast Recht, manchmal muss dem Körper aber auch mal gezeigt werden, wo es lang geht, und dass der Weg nicht immer auf’s Sofa führen kann.
    Es ist doch ein guter Lauf daraus geworden. Guuut!
    Liebe Grüße, Bianca

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