Kettensägenmassaker

Dass in unseren Breiten der Winter 2013/14 ausfiel, hat eine Reihe von Konsequenzen. Einige sind positiv, die niedrigen Heizkosten und der geringe Verbrauch an Streusalz und Split zum Beispiel. Andere sind … nun ja … gewöhnungsbedürftig: Weil die Mitarbeiter der kommunalen Straßenmeistereien und privaten Hausmeisterdienste sich die Zeit nicht mit Schneeräumen vertreiben können, widmen sie sich derzeit hingebungsvoll der Pflege von Grünanlagen. Präziser muss man wohl sagen: Sie veranstalten wahre Kettensägenmassaker! 2014-03-02_Kettensägen05 2014-03-02_Kettensägen03Nun fehlt mir die Expertise um zu beurteilen, ob es sich um notwendige Vorsicht im Umgang mit maroden Bäumen handelt oder ob seit dem tragischen tödlichen Unfall vor anderthalb Jahren, bei dem eine Frau von einer kranken Kastanie erschlagen wurde, in Trier die Hysterie ausgebrochen ist. Aber schön finde ich die Ergebnisse so mancher „Pflegemaßnahmen“ nicht. Und dass der riesige alte Lebensbaum im Schönstatt-Park dran glauben musste, hat mich ziemlich traurig gemacht. 2014-03-02_Kettensägen01Ach ja, gelaufen wurde auch. Komische Laufwoche! Montag geplanter Ruhetag. Dienstag weiterer Ruhetag, weil nach der Arbeit einfach zu platt. Mittwoch ein gequältes 35-Minuten-Läufchen, für das es einiger Überredungskunst bedurfte. Donnerstag 13 Stunden Arbeit. Freitagabend losgelaufen, aber nach anderthalb Kilometern umgekehrt, weil Füße und ausgewählte Laufschuhe so gar nicht miteinander harmonieren wollten. Wenn die Achillessehnen ein dermaßen empörtes Protestgenörgel von sich geben, meinen die das richtig ernst! Konsequenz: Ich lass es lieber mit dem Laufen. 🙄 Bilanz bis Freitagabend – kurz und knackig formuliert: Mist!2014-03-02_Kettensägen02Samstagmorgen aufgerappelt, andere Schuhe rausgekramt und im Geniesel einfach mal los. „Lang“ wäre schon schön. „Lang“ heißt „15 km plus x“. Wie das gehen soll, frage ich mich schon nach 500 m. Es tut zwar nichts weh, aber das ist auch das einzig Positive, was es über das Laufgefühl zu sagen gibt. Nun gut, es soll ja auch nicht gehen, es soll laufen. Tut es auch „irgendwie“. Nicht ganz rund, aber ausreichend. Feyen – Konzer Eisenbahnbrücke – Zewen – Monaise – kurzer Trinkstopp beim Klopsbrater und über die Brücke zurück. Ergebnis: x = 2,3. Zufrieden. 😎

Sonntagmorgen mit schweren Beinen knapp 3 km ins Büro schlappen, 2 Stunden fleißig sein, 3 km zurück schlappen. Im Sonnenschein. Komisch. Wo sind die schweren Beine hin? Egal. Wenn die Haxen wieder lockerer sind, kann ich auch noch ein bisschen laufen. Warum das dann so schnell gehen muss – weiß der Geier?! 6 km im 5:40er-Schnitt sind eigentlich nix für einen gemütlichen Frühlings-Sonntags-Weinbergschneckentrab. Aber wenn die Beine nun mal wollen … sollen sie doch! So kommt wenigstens doch noch eine ganz brauchbare läuferische Wochenbilanz raus. 😎2014-03-02_Kettensägen04

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26 Gedanken zu “Kettensägenmassaker

  1. Anne, dein Körper hat in der Woche seine Ruhe gebraucht und erhalten … da passt das mit dem etwas längeren und schnelleren Wochenendlauf schon ganz gut. Bestimmt 😀
    Immer schön auf den Herrn Achilles hören. Der ist sonst zickig 😉

    Liebe Grüße und schönen Restsonntag
    Tati

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    • Die ersten 2-3 Tage der neuen Woche brauch ich dann vermutlich, um mich vom trainingsintensiven WE zu erholen! 😆 Da ich aber eh viel Arbeit habe, passt das schon.

      Auf Herrn Achilles höre ich immer, der ist nämlich sehr nachtragend, wenn man ihn ignoriert. 🙄

      Lieben Gruß & danke dir,
      Anne

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  2. Die Bäume sehen ja wirklich traurig aus, da hilft nur positives Denken, das wird schon wieder…!
    Du hattest ja dann echt eine negativ durchwachsene Woche… Abhaken, vorwärts schauen. Ist manchmal so, es kommen auch wieder bessere Zeiten!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Genau, die Bäume werden sich wieder zurecht wachsen (auch wenn das dauert 😦 ) und ich werde mehr Freiräume haben. Alles wird gut! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Manchmal braucht man halt ein bisschen Anlauf 😉
    Habe dich am Samstag laufen gesehen als ich vom Schwimmen kam – Höhe Estricher Hof.
    Die Jacke war einfach für die Augen zu anziehend 🙂 .
    Viele Grüße
    Karina

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  4. Liebe Anne,

    das mit dem scheinbar “ sinnlosen “ Zerstören der Natur – das unnütze Abholzen – ich sehe es wie du, gibt es bei uns auch, genau wie bei euch, insbesondere wurden innerorts die Folgen des Xaver dafür genutzt, Bäume, die nicht beschädigt waren, dann gleich mit weg zu rasieren, das fällt nicht auf – mir schon – aber es wird nicht geahndet – leider !

    Dein Sportprogramm sieht gut aus – schön dass du dich auch selbst überreden konntest. Die Zeit der längeren Abende wird bald wieder eingeläutet werden, und wenn es heller sein wird, dann bedarf es oft nicht großer Überwindung.

    Brauchbare Wochenbilanz
    um mit deinen Worten zu sprechen ! 😎

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    • Liebe Margitta, tja, wir verstehen vermutlich nicht, was der Sinn hinter dem Ganzen ist. Manche Bäume sind ja erkennbar krank und nicht mehr standsicher. aber andere? 😦

      Manchmal muss man sich einnfach überreden und vor allem schauen, wie man mit viel Flexibilität noch eine gute Dosis Laufen hinbekommt. Wenn die Abende hell sind, wird’s noch leichter fallen (obwohl ich auch mit Stirnlampe laufe).

      Für mich sind im Moment so ca. 30 km pro Woche die Zielgröße, wenn’s mehr wird, ist’s auch gut, wenn’s mal weniger wird, sollte das schon einen triftigen Grund haben. Der Umfang reicht, um fit zu bleiben – und Blumentöpfe würde ich auch bei mehr Training nicht gewinnen. 😉

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  5. LIebe Anne,
    zuhülf! Erschreck mich doch nicht so! Jetzt dachte ich schon der Zuckerentzug hätte dich rabiat werden lassen! 😉
    Aber ich finde auch wenn es „nur“ Bäume trifft, es sieht wirklich traurig aus. Auch wenn man fleißig weiter aufforstet – so schöne alte Baumriesen fallen zu sehn, tut weh!

    Zu deinen Läufen fällt mir nur ein: erster Teil – ausruhen für den zweiten Teil – der lief ja super! Dein Sonntagstempo beeindruckt mich sehr!! 😀
    Schönen Nachmittag noch!

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    • Zum Glück habe ich keine Kettensäge, liebe Doris, wer weiß, was ich sonst anrichten würde! 😉 Es reicht, wenn andere sich an den Bäumen vergehen. 😦

      Ja, der Lauf war schon ganz prima. Noch besser: Ich hab der Versuchung widerstanden, auf dem Rückweg beim Bäcker einen Belohnungskuchen zu holen! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Das ist mal flott unterwegs, finde ich. Und Dein Entsetzen zur Baumfällerei kann ich gut nachvollziehen. Vor Jahren hat man hier eine beachtliche Anzahl an GESUNDEN Pappeln erlegt. Angeblich hätten sie historisch hier nix zu suchen. Die nachgepflanzten Eichen werde ich in meinem Leben wohl nicht mehr so stattlich betrachten können…. aber mähste nix!

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    • Mähste nix – das kann man wohl sagen! Schlimm, wenn gesunde Bäume abgeholzt werden. In meiner Jugend hab ich auch miterlebt, wie ein Landwirt in einer Nacht-und-Nebelaktion ein geschütztes Wäldchen platt machte. Er musste zwar hinterher eine Strafe zahlen, aber das war ihm egal – die Bäume, die Schatten auf seinen Acker warfen, waren weg. 😦

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  7. Ist ja witzig! Als ich heute von meiner Laufrunde zurück kam, sagte ich zu Michael dass der Holzpreis wohl hoch sein muß, denn auf meiner Illerlaufstrecke wird abgeholzt wie verrückt 😦 Hoffentlich wird auch genau so schnell aufgeforstet. Aber die Baumpflegemaßnahen bei Euch schauen schon sehr gewöhnungsbedürftig aus, ich kenn mich da allerdings auch nicht aus.
    Und manchmal ist es mit dem Laufen schon komisch – einen Tag schleppt man sich dahin, als hätte man zum ersten Mal die Laufschuhe geschnürt und dann läuft es wieder von ganz allein 🙂
    Liebe Grüße Elke

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    • Der Holzpreis ist m.W. recht hoch, liebe Elke – seit so viel mit Holz geheizt wird, ist er kräftig gestiegen. Aber im Stadtbereich geht es wohl wirklich um Sicherheit bzw. darum, dass Leute zwar gern Grün vor ihren Häusern wollen, aber keinen Schatten bzw. keine Äste, die die Wohnungen verdunkeln.

      Dass die Tagesform beim Laufen so variiert, wundert mich auch oft. Wir nehmen es einfach wie es kommt – bleibt uns ja nichts anderes! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Oh, das mit den Bäumen sieht ja wirklich nicht sehr schön aus… 😕

    Auch wenn deine Laufwoche nicht so gut angefangen hat, wenigstens hast du sie gut abschließen können! 😉 Solche Wochen gibt es immer wieder, und es ist doch immer besser, wenn sie mies anfangen und gegen Ende besser werden, als umgekehrt!!

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche und Lauftechnisch natürlich eine bessere Woche!! 😀

    Liebe Grüße Anna

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    • Ja, liebe Anna, man kann Bäume zurechtschneiden – aber doch nicht so! Auf dem Nachbargrundstück wurde schon im letzten Jahr geschnitten – die Bäume sehen noch schlimmer aus. 😦

      Du hast recht: Besser schwach anfangen und sich steigern als stark anfangen und noch stärker nachlassen. 😉 Wenn ich nächste Woche auch wieder auf meine gut 30 km komme, will ich mich gar nicht beklagen. 🙂

      Liebe Grüße & auch dir eine schöne Woche,
      Anne

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  9. Bei Arbeitswochen mit 13 Stunden-Tagen und Samstagsarbeit würde mich nur eines von meinem ganz eigenen Kettensägenmassaker abhalten: Isch abe gar keine Kettensäge 😉

    Was nicht geht, geht nicht. Den langen Lauf hast Du aber pflichtschuldigst erledigt und wurdest dafür mit lockeren Tempobeinen belohnt. Ein versöhnlicher Wochenabschluß, liebe Anne.

    Geniess den Abend und liebe Grüße
    Volker

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    • Was glaubst du, warum ich mir keine Kettensäge anschaffe, lieber Volker?! 😆

      Alles gut, vor allem nach den zwei feinen Wochenendläufchen. 😎

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  10. Manchmal geht es einfach nicht so, wie es soll.
    Dann ist das halt so. Und wenn es wieder besser geht, dann nutzt man das. So wie du es getan hast. Und heute bei dem herrlichen Wetter noch mal raus.
    Die Bäume?
    Wir waren heute im Mattheiser Wald unterwegs. Da haben sie auch kräftig gewütet. Es heißt, das wäre notwendig. Kann ich nicht beurteilen.
    Leider sind einige Wege durch die Arbeiten auch etwas entstellt worden. Da soll noch einer was gegen Reiter und Mountainbiker sagen….
    Eine guten Start in die Woche,
    Birthe

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    • Zum Glück laufe ich ja nur zum Spaß, das hilft mir, solche teil-verkorksten Wochen gelassen hinzunehmen – und das Ende war dann ja prima!

      Im Mattheiser Wald sieht es z.T. wirklich schlimm aus, v.a. auf den Wegen. Ich setze darauf, dass man nach Abschluss der Arbeiten wenigstens die Hauptwege planieren wird. Gegen ein bisschen Trail hab ich nicht das Geringste. Aber wenn die Spurrillen in zerfurchten Wegen knüppelhart eintrocknen, muss man schon sehr aufmerksam laufen, um nicht umzuknicken. Brauch ich nicht!

      Gleichfalls einen guten Wochenstart – liebe Grüße,
      Anne

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  11. Liebe Anne,

    ja, dieser Unfall vor ein paar Jahren mit dem Baum in Trier hat so eine Art Panik ausgelöst. Und jetzt wird alles, was auch nur annähernd wie ein Baum aussieht auf ein Minimalmaß zusammen geschnitten oder einfach vernichtet.
    Und das Ergebnis ist zum Teil wirklich traurig. Mancher „Baum“ sieht nur noch aus wie seine eigene Karikatur.
    Was bin ich froh, das wohl noch niemandem aufgefallen ist, das im Wald ganz viele von diesen Bäumen stehen 🙂

    Lauftechnich hast du ja quasi am Ende der Woche richtig Gas gegeben :-). Da sieht man mal wieder, das auch eine eher durchwachsene Woche zum Ende hin doch noch sehr erfolgreich sein kann.

    Liebe Grüße
    Helge

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    • „Wie seine eigene Karikatur“ – du sagst es, liebe Helge! Da steht dann ein Stamm ohne Zweige, weil alles abgesäbelt wurde, was dünner als 20 cm ist. Und dann schießen aus diesem Stamm dürre Zweiglein – einfach nur albern. Bis man sich so einen Baum wieder anschauen kann, ohne mit dem Kopf zu schütteln, vergehen Jahre. Dann wäre Kahlschlag und Neuanpflanzung eindeutig die bessere Lösung. Im Wald macht man das ja so. 🙄

      Schwach anfangen und stark zulegen, so lässt sich meine Laufwoche wohl beschreiben. Heute muss ich mich davon erst einmal erholen! 😆 Bin gespannt, wie diese Woche wird. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  12. Wie derzeit geholzt wird, ist schon grenzwertig. Meide bitte den Weg von Kernscheid nach Franzenheim. Da sieht es aus …

    Das mit der Laufmotivation ist so ein Ding. Ich denke, das Wetter macht uns da ein wenig meschugge. Aber wie die zweite Wochenhälfte bei Dir zeigt, müssen wir uns ja keine Sorgen machen.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Danke für die Warnung, lieber Rainer! Schade eigentlich, im Frühjahr ist das einer meiner Lieblingswege mit dem frischen Buchengrün und den blühenden Obstbäumen.

      Diese Woche fing schon mal besser an als die letzte: Knapp 10 km waren es heute. Hoffentlich läuft’s nicht umgekehrt wie in der letzten … 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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