Ameisenstraße

Die ersten begegnen mir schon unmittelbar an der Haustür. Die nächsten gleich im Rudel mit mehreren Kinderwagen am Spielplatz. Dann wieder eine Horde, bestehend aus ein bis zwei Familien. Eine Frau mit zwei Hunden. Ein Pärchen, das mich erbost anglotzt, als ich hinter ihnen halblaut „Achtung bitte“ rufe – wenn man zu zweit die komplette Straßenbreite belegt, weil man im Zickzack läuft, muss man sich eben einen Warnruf gefallen lassen. An der Gärtnerei wieder eine Familie. Läufer von vorn und von hinten. Gassigänger werden überholt und kommen mir entgegen. Kurzum: Einer Ameisenstraße gleich wuselt es auf dem schmalen Sträßchen im Tiergartental … iiiiih, ich will beim Laufen meine Ruhe! 😉

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Bildquelle: virra / pixelio.de

Auch wenn dort öfter mal mehr Betrieb ist: Normal ist das nicht, dass es heute zugeht wie an der Außenalster oder am Kölner Rheinufer! Ob’s dran liegt, dass die Wetterfrösche mal wieder Märchenstunde gehalten haben? Entgegen ihrer Vorhersage hat sich der morgendliche Nebel nämlich nicht aufgelöst. Und jetzt ist es „kurz vor dunkel“ – mit anderen Worten: Wer seinen Sonntagsspaziergang aufgeschoben und auf Sonnenschein gewartet hat, hat vergebens gewartet und muss jetzt raus, wenn er noch ein wenig Tageslicht erhaschen will. 🙄

Ich gestehe: Gegen ein bisschen Blau und ein paar wärmende Strahlen hätte ich auch nichts gehabt. Aber da es sich heute so schön locker läuft und die Achillessehne so gut wie gar nicht zu spüren ist, hab ich stattdessen halt die Sonne im Herzen. 🙂

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24 Gedanken zu “Ameisenstraße

  1. Ha. Ich hatte mich auch auf die Wetterfrösche verlassen und mit meinem Lauf bis zum Nachmittag gewartet. Vergebens. Nebel, so dass man noch nicht mal die andere Seite des Tals sieht. Dann sind wir ja wohl zur gleichen Zeit unterwegs gewesen. Da ich mehr im Wald unterwegs war, habe ich nicht viel Leute getroffen. Dafür hatten wir gestern auf unserer MTB Runde viel Sonne. Das gleicht es dann aus.
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Ein paar Bilder von eurer MTB-Tour hat Helge ja gezeigt – traumhaft! Die Nebelsuppe war dagegen schon sehr „speziell“. Gut, dass du in den Wald ausweichen konntest, um die Menschenmassen zu vermeiden. Ich bin im Moment ziemlich vorsichtig, denn Wald bedeutet „bergauf und bergab“ – passt nicht zum Sehnenschonprogramm. aber egal, Hauptsache ausgelüftet! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne,

    ähm, ärgerlich ist das schon, allerdings noch ärgerlicher, wenn die Wege verstopft sind, weil eben der Sonnenschein den Nebel pulverisiert hat, das durfte ich heute beim regenerativen Lauf mit der Liebsten am späten Nachmittag erfahren 😉
    Ich wünsche uns wieder schlechtes Wetter oder zumindest einen anderen Wetterbericht für den Sonntagnachmittag 😎

    Salut
    Christian

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    • Oha, lieber Christian, ich kann mir lebhaft vorstellen, durch welches Gewusel ihr euch schieben musstet – vermutlich ist ein verkaufsoffener Sonntag in der Fußgängerzone nichts dagegen! 😉

      „Schlechtes“ Wetter bekommen wir bestimmt in den nächsten Wochen noch oft genug, dann gehören die Wege wieder uns allein! 😎

      Guten Start in die Woche, liebe Grüße,
      Anne

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  3. Bei uns war es heute auch voll an der Weser. Wir gehörten auch zu den Rudelspaziergängern.
    Und soll ich Dir verraten, wo die Sonne war???
    Nicht nur in Deinem Herzen. 🙂
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Wenn die Sonne nicht nur auch in deinem Herzen war, sondern auch über deinem Haupt schien, liebe Bianca, gönn ich dir das von Herzen! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Heute hätte höchsten der Flo bis zu den sonnigen Wegen laufen können. Wir haben uns ins Auto gesetzt und sind in den Hochwald gefahren, um ein wenig zu wandern. Aus dem Plan Morscheid wurde nichts: dicker Nebel! Dann eben weiter nach Osburg: dicker Nebel! Farschweiler: Sonne! Östlich der B52, wie ich heute gelernt habe, war das zu Römerszeiten schon ein wichtiger Handesweg, kein Wölkchen am Himmel. Westlich davon wabernde Nebelsuppe bis auf 500 Höhenmeter und mehr. Ein grandioses Schauspiel. Ameisen haben wir keine gesehen. Auch keine Gassigeher. Nur drei oder vier gut gelaunte Spaziergänger. Beim nächsten Mal nehmen wir Dich mit!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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  5. Die Alster habe ich heute nur aus dem Zugfenster gesehen 😉

    Aber auf dem Weg vom Bahnhof zum Messegelände wurden wir auch von reichlich Läufern umkurvt, denen es sicher so ging wie Dir.

    Also ich wäre froh gewesen, wenn ich soviel Platz gehabt hätte wie Du. Fällt eigentlich fünf Stunden auf einer Messe rumrennen auch unter Laufen? 🙄

    Schön, dass Deine Achillessehnen Ruhe geben! 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Fünf Stunden auf einer Messe rumrennen? Hmmm, Kombination aus regenerativem Lauf und Mentaltraining der härteren Art, würde ich sagen! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Hallo Anne,
    sieh es mal so: Hätte die Sonne geschienen, wären noch mehr unterwegs gewesen… Außerdem lässt sich so doch eine neue Trendsportart erfinden: Slalomlauf ;-), macht schön gelenkig in der Hüfte…
    Nee, aber ich verstehe Dich. Ich hatte neulich mal das Erlebnis, dass 5-6 Leute eine schmale Straße so abreigelten, und auch auf Zurüf nicht reagierten. Ätzend.
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Hätte die Sonne geschienen, wäre es wohl tatsächlich schlimmer gewesen – es sei denn, sie hätte den ganzen Tag geschienen, dass hätten sich die Massen zeitlich etwas mehr verteilt. 😎

      Ich nehm das mit den weg-blockierenden Spaziergängern oder Walkern eher locker und rege mich auch nicht (mehr) drüber auf. Aber wenn sie unfreundlich gucken oder sogar eine blöde Bemerkung machen (von wegen „Nicht so schnell“), wenn man sie höflich bittet Platz zu machen, löst das bei mir ein inneres Kopfschütteln aus. Wenn ich mich ohne Zuruf seitlich vorbeidrängeln oder zwischen ihnen hindurch laufen würde, wäre es auch wieder nicht recht. 🙄

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Die Sonne im Herzen. Wer braucht denn mehr 🙂
    Du hättest einfach zu uns hoch kommen sollen.
    Hier war die Sonne. Und so ganz nebenbei gibt es hier auch keine Ameisenstraßen.
    Aber mal davon abgesehen war ich gestern auch unten im Moseltal laufen 😀
    Aber ganz früh morgends. Eisekalt aber leer.

    Aber wirklich toll das du ohne Probleme und locker laufen konntest. Das ist ja sehr viel mehr wert als freie Laufwege
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Wenn die öffentlichen Verkehrsmittel auch am Sonntag in den Hochwald fahren würden, hätte ich mir das glatt überlegt, liebe Helge. Aber so musste die Sonne im Herzen reichen. Wenn’s locker läuft und nichts wehtut, nimmt man ein bisschen Betrieb auf der Strecke gern in Kauf!

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Genau
    die Sonne im ♥
    die haben wir sowieso
    und die Ameisen kennen wir auch zu genüge
    auch wenn ein Durchkommen auf dem Weg nicht möglich ist
    Sonntag halt !
    Sage ich es nicht immer wieder
    du solltest unbedingt hierher kommen
    strahlender Sonnenschein
    dazu ein grandioses Meer
    ach ja
    dafür ist sie heute wieder weg
    aber ich habe sie
    natüüüüüüüürlich auch im ♥
    genau wie du !

    Schöne Woche
    nur mit Freude
    und Sonne im ♥

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    • Ja, liebe Margitta, was die Ameisenstraßen angeht, seid ihr ja leidgeprüft – und wisst damit umzugehen. 😎

      Hier nur Nebel und Grau, kein Meer, keine Sonne (nur im Herzen und so – ich tue mein Bestes, damit das so bleibt!)

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Oh dann bin ich aber froh einige Ausweichmöglichkeiten zu haben. Obwohl, die Massen sind hier eher klein-außer um die bekannten Waldhütten herum und die kann man meiden. Aber sehr schön beschrieben!

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    • Auch bei uns konzentrieren sich die Spaziergänger auf wenigen km in der Nähe der Stadt oder der Ausflugslokale. Normalerweise nutze ich daher an solchen Tagen Ausweichmöglichkeiten. Nur muss ich dafür bergauf und etwas weiter laufen – beides wollte ich aber meiner leicht nörgeligen Achillessehne nicht zumuten. Naja, ab und an übersteht man auch einen solchen Menschenauflauf. 😉

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  10. Die Sonne im Herzen sollte man sich niemals nehmen lassen, schon mal gar nicht beim Laufen und auch nicht, wenn man auf einer Ameisenstraße unterwegs ist. Ich mag solche Slalomkurse auch nicht so gerne. Aber manchmal läßt sich sowas nicht vermeiden.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • Ja, liebe Kornelia, manchmal lässt sich ein Slalom nicht vermeiden. Aber es ist eben alles halb so wild, solange man laufen kann und die Sonne im Herzen bewahrt. 🙂

      Lieben Gruß,
      Anne

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  11. Liebe Anne,

    da beschreibst du ein schönes Phänomen. Mir geht’s beim Laufen in der Stadt auch oft so. Die Blicke sind immer die gleichen, wenn man rufend darum bittet, doch etwas Platz zu machen und auf andere zu achten. Letztens (vor meiner krankheitsbedingten Pause, *hust*), bin ich fast mit einem Fußgänger zusammen gestoßen, der seine Augen irgendwo am Handy, leider aber nicht gerade aus hatte.

    Und mit der Sonne im Herzen läuft es sich sicherlich gut 😉

    Liebe Grüße,
    Markus

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    • Ja, lieber Markus, die Handy-Junkies in der Stadt oder sogar auf Spazierwegen in der Natur (!) sind besonders unaufmerksam – und gucken oft besonders erbost, wenn man sich seinen Weg bahnt.

      Gute Besserung dir, damit du auch bald wieder mit Sonne im Herzen laufen kannst!

      Liebe Grüße,
      Anne

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