Überfordert

Markusberg vs. Weinbergschnecke reloaded. Vor fast genau einem Jahr habe ich mir am Markusberg eine fürchterliche läuferische „Klatsche“ abgeholt. Ich ahne schon, dass das heute ähnlich sein wird. Aber versuchen will ich es trotzdem.2013-11-16_Markusberg 004Im Ruinenlabyrinth von Trier-West fällt mein Blick immer wieder auf den bewaldeten Hang, der sich wie die Eiger-Nordwand fast senkrecht vor mir auftürmt. Gut für den Kopf ist das nicht gerade. 🙄

Etwa nach vier Kilometern auf flachem Geläuf, an der Kleingartenanlage Trier-West, geht es langsam aufwärts. Zuerst auf Asphalt, dann zunehmend steiler auf einem Waldweg, dann wieder auf Asphalt. Insgesamt nur ungefähr 1,4 km. Allerdings mit 155 Höhenmetern. Und Abschnitten mit einer Steigung von angeblich 20 % und mehr. 🙄2013-11-16_Laufen 16.11.2013, HöheNur nicht stehen bleiben. Fotografiert habe ich im vergangenen Jahr, also zählen Knipspausen nicht als Ausrede. Einfach weiterdieseln. Nach gut der Hälfte merke ich trotzdem, dass das mit dem Durchlaufen den Berg hoch heute (noch!) nix gibt. Ich bin schlicht überfordert – mit Laufen hat das Geeiere nicht mehr viel zu tun. Also doch ein Stückchen „Wandertag“. Zügiges Gehen ist in so einer Situation einfach effizienter als Laufen. Auch wenn es mein jämmerliches bisschen läuferischen Stolz verletzt: Lieber gehen als wieder aufgeben und umkehren!

2013-11-16_Markusberg 020Am Ende der Steigung, am Parkplatz vom Café Mohrenkopf (da fällt mir ein, ich war dort lange nicht mehr Käsekuchen essen 😎 ) lohnt eine kurze Verschnaufpause für den Blick runter ins Busental. Und dann geht’s weiter auf unbekannten Wegen Richtung Euren. Zuerst vorbei an einer ziemlich protzigen Behausung mit gediegener Parkanlage am Waldrand. Und dann ein Stückchen ziemlich flach durch die Buchenwälder. Der Untergrund ist anfangs schön weich, danach aber unangenehm geschottert. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angesagt, um nicht umzuknicken.2013-11-16_Markusberg 006Dafür lässt sich’s bergab wunderbar „fliegen“. Aufgepasst an den rutschigen Stellen, wo nasse Felsen aus dem Waldboden ragen! Aber alles in allem: einfach g###l!

2013-11-16_Markusberg 009Auf den Abschnitt durch Euren und zurück Richtung Stadt trifft das nicht mehr zu. Ich lande im Gewerbegebiet, finde keine Möglichkeit, unter der Bahnlinie hindurch Richtung Mosel zu kommen. Aber gut, Körper auf Autopilot, innerlich die Umgebung ausblenden, dann passt das schon.2013-11-16_Markusberg 011Fazit: Markusberg vs. Weinbergschnecke: 2:0. Aber die Niederlage heute war schon knapper als die im vergangenen Jahr. Nächstes Jahr krieg ich diesen fiesen kleinen Dreckshubbel! Garantiert! 😉

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36 Gedanken zu “Überfordert

  1. Du kommst der Sache schon näher und im nächsten Jahr ist dieser Hubbel für Dich nicht mehr als eine Bodenwelle in einer verkehrsberuhigten Straße 😀

    Ich stelle mir gerade vor, wie ich mich dieser Eiger-Nordwand schlagen würde, oder lieber doch nicht 🙄

    Du hast Dir eine kräftige Bewegungsdosis gegeben, das hast Du gewollt, das hast Du gebraucht, das hast Du bekommen. Nur das zählt! 😀

    Liebe Grüße und hoffentlich ein arbeitsfreies, schönes Wochenende wünscht
    Volker

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    • Ich fürchte, eine im Schnitt 11%ige Steigung über 1,4 km wird für mich NIE eine bloße Bodenwelle sein. Aber wenn sie mir ein bisschen platter vorkäme, wäre ich schon sehr zufrieden. 😎 Egal – heute brauchte ich diese Herausforderung und ich hab sie zwar nicht gemeistert, aber mit einigermaßen Anstand bewältigt.

      Weitgehend arbeitsfrei, doch, dass brauch ich auch. Mindestens genau so wie den Lauf vorhin.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Liebe Anne, schön dass du wieder auf der Piste bist – vielleicht solltest du den Blick nicht nach oben, sondern stets nur nach vorne richten, denn was man nicht sieht, davor muss man sich auch nicht fürchten ! Kann mir sehr gut vorstellen, dass dir dieser Ausflug richtig gut getan hat, frische Luft, Ruhe, Laufen, genießen, abschalten – und dann gut auch Gehen gut. Lass es dir gut gehen – das volle Programm, du hast es dir verdient !! 😉

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    • Danke, liebe Margitta! In der Steigung hab ich deinen Rat schon beherzigt und mehr oder minder stur auf den Boden vor mir geguckt. Aber als ich von der Mosel so auf diesen Hang zulief, konnte ich leider nicht anders als gelegentlich hinzuschauen …

      Auf jeden Fall war die Runde auf einsamen Waldwegen genau das Richtige! Und jetzt, nachdem die Einkäufe erledigt sind: Soooooooofaaaaa! 🙂

      Schönes Wochenende euch beiden, liebe Grüße,
      Anne

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  3. Boah, ne 22% sind kein Spaß! Du solltest mal mein Gesicht sehen wenn ich beim MTBiken auf solche Schilder stoße. Bis 15% ist alles gut, darüber wirds (für mich) Quälerei.
    Aber wie wir mittlerweile wissen, steht die Anne ja auf Quälerei 😀 😉 und ich bin mir sicher du wirst es solange probieren, bis es mindestens 2 : 1 steht! Chapeau und liebe Grüße!

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    • Was heißt hier „mindestens 2:1“? Ich werde ihn VERNICHTEND schlagen, er wird im kommenden Jahr ein Debakel nach dem anderen erleben, schlimmer als die Gegner von Vitali Klitschko! 😆

      Danke, liebe Elke – liebe Grüße zurück,
      Anne
      (die dort mit dem MTB auch nicht hoch käme)

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  4. Liebe Anne,

    manchmal muss man sich einfach einer Herausforderung stellen auch wenn schon zu Beginn klar ist, dass es wahrscheinlich nichts wird 😉 Ich finde, Du hast das gut gemacht und von Niederlage kann keine Rede sein. Das nächste mal geht es dann ohne Gehpause, ganz sicher.
    Die Steigung könnte mir auch gefallen, ich hatte heute ein ähnliches Profil, allerdings auf einem Wanderweg, sprich unbefestigte tief schlammig-matschige Trampelpfade, es war einfach gigantophantastisch :mrgreen: Aber zurück zu Dir…

    Salut und schönen Samstag auf dem Sofa

    Christian

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    • Lieber Christian,

      die Läuferin wächst mit ihren Herausforderungen, das war mein Gedanke – ich wollte einfach „mit Anstand“ dort hoch kommen und hinterher noch mit Freude und locker weiterlkaufen. Hat alles geklappt. 🙂

      Trampfelpfad wäre mir auch lieber gewesen. Dieser Weg mit den groben Schottersteinen zwischendurch lief sich richtig unangenehm, da hätte ich ein tiefes Geläuf eindeutig bevorzugt.

      Dafür war der Weg bergab ebenfalls „gigantophantastisch“ – ein tolles Wort übrigens! 😆

      Gute Erholung auch dir & liebe Grüße,
      Anne

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  5. Na da hättest Du heute aber auch mit uns laufen können. Wir hatten auch einige Steigungen im Programm. Allerdings nicht so eine Mega-Rampe wie auf den Petrisberg. 😉

    Irgendwann wirst Du Klein-Eiger bezwingen. Und unter uns – es muss nicht jede Steigung gelaufen werden. Wenn es zu heftig wird, ist gehen auch nicht langsamer.

    Schön, wieder von Dir zu lesen!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Eure Runde hatte ich zuerst im Kopf, als ich aus dem Haus kam, lieber Rainer. Aber dann hab ich es mir anders überlegt. Ich wollte eine kurze und steile Steigung, nicht das lange Elend aus dem Tal hinterm Brubacher hof hinauf auf die Pellinger Höhe. 🙂

      Irgendwann schaffe ich das mit dem Markusberg. Und bis dahin gehe ich eben notfalls ein Stück. Wir sind uns einig: Wo es wirklich steil wird, ist gehen genau so schnell und spart viel Kraft. 😎

      Danke dir, genieß das hoffentlich dienstfreie Wochenende,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    also ich würde den „Spielstand“ keineswegs mit 2:0 benennen! Das ist schlimmsten falls eine 1,3;0,76!!! 😉
    Die strenge Steigung zu gehen ist ja wohl keine Niederlage sondern überlegtes Handeln und den Rest hast du doch wunderbar gewuppt! Alleine die Tatsache, dass du „oben“ noch genügend von deinen Beinen gespürt hast, um wieder runterzufliegen, spricht für einen Sieg deinerseits!
    Und wenn der Markusberg das weiß, wird er sich sicherlich ducken, wenn er dich im nächsten Jahr wieder sieht! 😀

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  7. Danke für die positive Deutung, liebe Doris! 🙂

    Allein, ich muss der Wahrheit ins Auge sehen: Die Steigung ist zwar keine Kleinigkeit, aber sie ist eine ganz normale Steigung, die ein richtig fitter Mensch angestrengt, jedoch ohne größere Probleme hochwetzt. Da fehlt’s bei mir einfach an zu vielem: Gewicht zu hoch, Krafteinteilung zu schlecht, „mentale Härte“ nicht vorhanden … Ich weiß, wann ich verloren habe. Aber aus solchen Niederlagen geht frau letztlich gestärkt hervor. Der Markusberg wird am Boden liegen wenn ich im nächsten Jahr komme. Und zwar nicht vor Lachen, sondern weil ich ihn platt machen werde! Jawoll!!! 😆

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  8. Also ich bin eher für ein Unentschieden als für eine Niederlage.
    Somit 1,5 : 0,5 . Und wenn du weiter so machst nehmen wir dich das nächste Mal zum Inferno HM mit 🙂
    Andere wären gar nicht erst auf die Idee gekommen da hoch zu laufen, von einem zweiten Versuch ganz zu schweigen.
    Und irgendwann wirst du ihn plattmachen!
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Ich würd mir den Lauf ja auch gern schön reden, liebe Karina! Aber im Grund ist der Markusberg ja nur ein harmloses kleines Hubbelchen. 🙄

      Da möchte ich schon gern ohne Gehpause hochkommen, bevor ich überhaupt anfange, an sowas wie den Inferno-HM zu denken. Wenn ich ihn wirklich platt gemacht habe, lässt sich über alles reden! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Stürmen muss ja nicht sein, liebe Elke! Ich wäre schon mit einem gleichmäßigen Trab zufrieden! 🙂

      Dein Blog mag mich übrigens nicht mehr – ich hab in den letzten Tagen drei Kommentare geschrieben, die scheinbar alle im Spam gelandet sind. 😦 Fehlermeldungen hatte ich wenigstens keine.

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Hallo Anne,
        hab sofort die Spams nachgeschaut, da ist aber nichts drin…;-( ich verstehe das nicht. Hatet aber neulich in 2 anderen Blogs meinerseits solch ein Erlebnis. Ob das ein Problem zwischen WordPress und Blogger ist?
        Das tut mir echt leid, ich habe leider gar keine Ahnung, was man da machen kann.
        Liebe Grüße
        Elke

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        • Sehr sonderbar, liebe Elke! Zweimal hatte ich über meinen WordPress-Account kommentiert, dann noch einmal anonym. Aber ich gebe nicht auf! Auf jeden Fall sollst du wissen, dass ich deinen Blog nicht „vom Schirm genommen“ habe – ich lese ihn sehr gern, mag deine Fotos und würde das auch gern wieder zum Ausdruck bringen. Vielleicht finde ich einen Weg, die Technik auszutricksen!

          Liebe Grüße,
          Anne

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          • Hallo Anne,
            siehe Kommentar von Volker zum Post vom 17.11. Verstehe einer diese Technik…:-(
            Danke auf alle Fälle für Dein Lob, dann weiß ich, die Weinbergschnecke ist immer dabei :-)))
            Liebe Grüße
            Elke

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  9. Liebe Anne,
    nächstes Jahr machst du ihn alle, den Markusberg!!
    Und zur Belohnung gibt es dann, wenn du schwitzend und – nach Möglichkeit- schlammverdreckt zwischen den Omas beim Kaffekränzchen auftauchst, einen leckeren Käsekuchen. (Bitte Bilder von deren entsetzten Gesichtern machen. )

    Da fällt mir ein, nach deinem Bericht letztes Jahr wollte ich eigentlich da auch mal hin. (Zum Berg, nicht zum Kuchen. Wobei das auch nicht verkehrt wäre.)
    Die schöne Aussicht und das bergab“fliegen“ entschädigen dann für den Aufstieg.

    Liebe Grüße,
    Birthe

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    • Genau, liebe Birthe, nächstes Jahr … 😆 Ich glaube, für den Käsekuchen komm ich dann nochmal wieder, denn den muss ich mit Muße und einer großen Tasse Kakao genießen – danach fliege ich aber nicht mehr bergab, sondern rolle nur noch. 😎

      Für dich wäre doch dieses Hubbelchen nur ein hübsches Gelände für kleines Intervalltraining – 5 x hoch und wieder runter oder so. Wer die zehnfache Menge an Höhenmetern verteilt auf 50 km in einer so sensationellen (und großartig verbesserten) Zeit gemeistert hat wie du, der hält sich doch mit einem so läppischen Hügel nicht weiter auf. Herzlichen Glückwunsch zu deinem supertollen Lauf! Ich bin unglaublich gespannt auf deinen Bericht. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  10. Liebe Anne,
    irre, es ist einfach großartig, wie du dir selbst den Zweikampf mit dem Berg auferlegst :-D.
    Ich finde es toll. Und ich finde auch nicht wirklich, das der Berg gewonnen hat. Du hast ihn ja bezwungen. Und eventuell sollten wir das demnächst mal zusammen versuchen. Und Karina nehmen wir auch mit. Du wirst sehen, gemeinsam fliegen wir da nur so rauf :-D. Und dann holen wir uns gleich noch den Käsekuchen.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Liebe Helge,

      naja, so richtig bezwungen hab ich in nicht, selbst wenn es also keine Niederlage gewesen sein sollte, ein Sieg schmeckt schal, wenn er auf solch einer Strecke teils erwandert wurde. Wie eine Siegerin fühle ich mich erst, wenn ich die Steigung halbwegs gleichmäßig durchlaufen kann. 🙂

      Gib Bescheid, wenn euer Coach euch „Hubbel“ ins Programm geschrieben hat und ihr auf den Markusberg wollt. Dann komm ich mit zur „Flugstunde“ – mit oder ohne Käsekuchen! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  11. Solche Steigungen sind nicht einfach und ich hätte mit Sicherheit auch meiner lieber Not damit.
    Es ist auch nicht einfach, sich erneut so einer Herausforderung zu stellen, wenn man zuvor schon mal daran gescheitert ist. Aber immerhin hast Du den Berg dennoch gepackt, wenn auch nicht laufend.
    Ich war übrigens auch mal in Trier und zwar als dort eine Gartenschau war. Weiß nicht mehr, wann das war. Aber Dein Bericht und auch die Bilder dazu erinnern mich daran.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  12. Pingback: Am Busen der Natur | Weinbergschneckes Blog

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