Fülle

Genug ist nicht genug! Gepriesen werde
Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzureich beschwerte,
Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.

Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!
Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde!
Die trunknen Wespen summen in die Runde:
„Genug ist nicht genug!“ um eine Traube.

Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen
Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,
Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,
Genug kann nie und nimmermehr genügen!

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

Die Zweige des Apfelbäumchens beugen sich in der Tat stark zur Erde. Mit Pfirsichen kann mein Garten allerdings nicht dienen. Die Zwetschgen sind schon auf einem Kuchen gelandet, wenigstens diejenigen, die nicht die Wespen gefressen haben. Auf die Trauben müssen die schwarzgelb gestreiften Plagegeister noch warten, die sind noch nicht reif, ebenso wie die Brombeeren. Die Himbeeren stammen aus dem Nachbargarten. Notverwertung sozusagen – der Nachbar erntet sie einfach nicht und ich sehe nicht ein, sie umkommen zu lassen (natürlich hab ich vor dem Pflücken gefragt 😉 ).

Wild rankend erobert Kapuzinerkresse den Eingang zum Gewächshaus, das von just aufblühenden Sonnenblumen überragt wird. Und auch ansonsten blüht es ganz nett – man beachte die einzige Dahlie, die die elendige Schneckenbande übrig gelassen hat.

Außerdem hat gerade das Gemüse Saison. Tomatenzeit in fünf Variationen: Cocktail-, Stab- und Buschtomaten sind reif, mit den Roma- und Fleischtomaten brauche ich noch etwas Geduld. Die Chilischoten landen demnächst in Olivenöl, zusammen mit ein paar Rosmarinzweigen und Pfefferkörnern. Der erste Hokkaido ist schon „schlachtreif“, die anderen Kürbisse müssen noch wachsen. Wie ich der Fülle Herrin werden soll, weiß ich noch nicht. „Genug kann nie und nimmermehr genügen!“ – ich glaube, ich bin da doch ein wenig bescheidener. 😎

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28 Gedanken zu “Fülle

  1. …WANN woltest du uns alle nochmal zum Festschmaus einladen?
    Das ist ja eine reichliche Pracht.
    Bei uns drohen die Äste (Ästchen) des Pfirsichbaums mal wieder zu brechen. Dabei sind die noch lange nicht reif.
    Pflaumen und Äpfel gibt es bald auch reichlich. Brombeeren sowieso. Nur das viele Schöne, das mehr Arbeit braucht (Tomate, Kürbis, Kartoffel, wasauchimmer) gibt es bei uns seit ein-zwei Jahren nicht mehr. Vielleicht nächstes Jahr wieder. Mal sehen.
    Viel Spaß beim Ernten, verwerten, essen,
    Birthe

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    • Spätestens wenn die Kürbisse reif sind … 😎 Ich weiß auch nicht, warum ich jedes Jahr so viel anbaue, ich kann nie alles aufessen. Momentan nehme ich zweimal pro Woche Zucchini mit ins Büro, Abnehmer finden sich immer. Die Kartoffeln sind leider nicht so doll in diesem Jahr – ein Opfer der Schnecken und der Trockenheit. Aber so viele und vor allem gesunde Tomaten hatte ich noch nie.
      Der Pfirsichbaum im Nachbargarten ist leider vor 2 Jahren erfroren, ansonsten hätte ich mich da auch reichlich bedient. 😉

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  2. So ein Garten ist wie eine Ketchup-Flasche, erst kommt lange Zeit gar nichts und dann alles auf mal 😀

    Die überlebende Dahlie ist eine Pracht. Kapuzinerkresse weckt bei mir Kindheitserinnerungen. Wenn ich mich recht entsinne, war Kapuzinerkresse das erste, was wir als Kinder selber gesät haben 🙂

    Tolle Bilder, diese Fülle ist eine Pracht.

    Liebe Grüße
    Volker

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  3. Fast wäre ich erschlagen ob der Bilderpracht der schönen Gartenprodukte – wer soll das alles essen, wer soll die Vasen füllen mit den vielen Blumen ? Es wird Zeit, dass ich die Pferde sattle und mich in Richtung Trier bewege, um dort die Herbstzeit – aktiv natürlich – in diesen göttlichen Gärten zusammen mit dir zu verbringen, um – ebenfalls mit dir gemeinsam – von der der köstlichen Ernte zu profitieren, wie sonst solltest du alles alleine in dich hinein(fr)essen ?

    Wie ich lese, gibt es noch mehr Anwärter – zum Schluss musst du noch auslosen ? 😉

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    • Es wird in der Tat Zeit, liebe Margitta! Ein Tomatensalat mit roten Zwiebeln als Vorspeise, ein Kürbis-Kokos-Süppchen mit Garneleneinlage als Zwischengang, für den Hauptgang denken wir uns noch was aus, zum Dessert Himbeer-Sahnequark – wäre die Menüfolge recht? Dann vielleicht eine kleine Radtour zur Saarschleife, am Samstag ein gemeinsam gelaufener Halbmarathon rund um die Eifelmaare?!

      Nix wie los, die Bettchen sind schon aufgeschüttelt! 🙂

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      • Doch, bis auf die Kürbissuppe, das ist nicht so mein Geschmack, aber ansonsten gehen wir kondom – äh – konform !! Nun überlege ich nur noch, mit dem Rad oder laufend ? Bis Samstag müsste ich da sein, aber mit dem HM wird es dann nix, ich werde dich mit den Augen begleiten !! 😉

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        • Ok, statt der Suppe gibt es was „Festes“, vielleicht könntest du einen geräucherten Ostseefisch mitbringen? Für den HM organisier ich dann eine Rikscha, dann kannst du nicht nur mit den Augen, sondern gemütlich auf einem Bänkchen sitzend mittendrin dabei sein! 😉

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  4. Oh wie schön, auch bei dir Fülle pur!
    Ich komme auch gerade vom Garten rein, wo ich das Essen für morgen gepflückt habe 😉 – gibt es etwas schöneres???
    Wünsch dir noch einen schönen Wochenendausklang!

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  5. Liebe Anne,

    gefühlt ist der Sommer vorbei und Deine Gartenfrüchte scheinen sich aufzulehnen und lassen Dich Sommerbeeren ernten, allerdings kündigen andere fast schon reife Gartenfrüchte (Kürbis) den Herbst an. Sehr schön, was Du da alles gehegt und gepflegt hast. Genieß es 🙂

    Salut
    Christian

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  6. Lieber Christian,

    ja, morgendliche Dunkelheit, Kühle, Regen – der Sommer ist rum. Die Himbeeren sind seine letzten Früchte, alles was jetzt kommt, ist herbstlich. Ich mag den Herbst – und bin dankbar für den schönen Sommer, den wir hatten. 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

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  7. Einfach lecker! Ich habe auch eine ganz schön reiche Tomatenernte! Mein erstes Erntejahr! Ich freue mich darüber! Wir haben in unseren Ziergarten ein Hochbeet (Erdbeeren und Kräuter und ein paar Kleinigkeiten) und ein Tomatenhaus (suuuper) gequetscht. Eine Ecke, die vollkommen mit Giersch bedeckt war, wurde großzügig mit Mulch bedeckt. Dort wachsen jetzt Himbeeren, Lavendel und Rhabarber! Da war die Ernte in diesem Jahr noch Mau, aber der Rhabarber wächst jetzt wie Unkraut. Das wird klasse im nächsten Jahr. Mitten im Rosenbeet wächst noch eine Zucchinipflanze. Wow, die werden ganz schön groß. Das wusste ich vorher nicht. Fast ist der Lavendel nebendran verdrängt. Aber das Unkraut auch! 🙂 Ich bin was den Garten betrifft ganz schön faul. Aber es wächst trotzdem alles ganz wunderbar.
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Eigene Tomaten sind unvergleichlich lecker, nicht wahr?! Und Himbeeren erst! Zucchini haben in der Tat (unter anderem) den Vorzug, dass sie viel Unkraut verdrängen. Und lecker sind sie ebenfalls. Sehr gute Entscheidung also, einen Garten anzulegen. So viel Pflege brauchen die meisten Gemüse gar nicht. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Hat man doch getan, lieber Martin: Die Stacheln weggezüchtet! Meine Gartenbrombeeren sind dornenlos. Leider ist aber auch ein Teil des Aromas auf der Strecke geblieben; die wilden Beeren schmecken einfach besser. 😎

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  8. Hallo Anne,
    unfassbar zu welch Verhalten du deinen Garten bringst. Du kannst ja quasi rund um die Uhr essen und wirst wohl doch nicht alles lehr bekommen 🙂 . So eine reiche Ernte. Bei dir wachsen Pflanzen, die kenne ich noch nicht mal.
    Ich wünschte ich hätte mehr Zeit und mehr Ahnung. Genügend Garten habe ich. Aber ich bin so froh, das ich grad so meinen Haushalt geregelt bekomme.
    Ich glaub ich brauche einen Gärtner 😀
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Ich muss gar nicht so viel tun, liebe Helge! Nur ein bisschen Kompost drauf und pflanzen. Es wächst nicht alles, die Schnecken machen manches platt, anderes Ungeziefer gibt es auch – aber irgendwie bleibt doch immer genug für mich übrig. :-9

      Du könntest ja mit einem kleinen Beet anfangen. Zucchini geraten eigentlich immer. Ein bisschen Salat auch. Und dann … vielleicht macht es Spaß, vielleicht muss doch der Gärner her! 😆

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Wow was für eine ernte und Blütenpracht. Wusste gar nicht dass Du so einen Prachgarten hast?
    Und auch einen grünen Daumen wie man sieht!

    Viel Spaß noch mit deinem Grünzeug! 😉
    LG Gerd

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    • Kleingarten in einer Schrebergartenkolonie, lieber Gerd! Ein bisschen Kalk, ein bisschen Kompost, eine Prile Gesteinsmehl, dann wuchert alles fast von selbst, 🙂

      Vielen Dank und lieben Gruß,
      Anne

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