Brett vorm Kopp

„7:04“ zeigt Garminchens Display in den Kleingärten. Komisch. So lahm kommt mir mein Lauf gar nicht vor. Naja, egal. Ich hoppele einfach weiter, nun bergauf, am Amphitheater vorbei, die Sickingenstraße hoch, und biege in den Saar-Hunsrück-Steig auf dem Weinlehrpfad ein. „7:22“ irgendwo unterhalb vom Campus II. Ok, es ging ziemlich hoch auf den letzten paar hundert Metern, da kann das Tempo schon passen. Aber irgendwie dachte ich, ich sei flotter rauf gekommen.2013-08-24_Irsch 003„7:33“ am Trimmelter Hof – wenn ich Blei in den Beinen hätte, könnte ich das ja noch verstehen. Aber mit lockerem Fahrwerk?

2013-08-24_Irsch 008Als auf dem Flachstück aus der „7:33“ eine „7:35“ geworden ist, frag ich mich, ob nach dem Dahinscheiden des Pulsgurts nun auch Garminchen selbst im Sterben liegt. Viel langsamer als ich kann der alte Herr auch nicht sein, der sich auf seinen Stock gestützt die Straße hinauf müht.2013-08-24_Irsch 002Beim nächsten Blick – bergab laufend im Wald – steht da eine „7:58“. Jetzt bin ich mir sicher, dass das Gerät ein Fall für die Tonne ist. Ich laufe schließlich nicht quasi rückwärts … 🙄

2013-08-24_Irsch 004…, nur ganz offensichtlich übermüdet, halb blind und mit einem dicken Brett vorm Kopp. Ein genauerer Blick auf die kleinen Buchstaben links oberhalb der Zahl lässt erkennen, dass da nicht „Pace Runde“ steht, sondern „Uhrzeit“. Vor Kurzem hab ich die verschiedenen Displays neu konfiguriert. Aber die Macht der Gewohnheit ließ mich das Feld oben links immer noch als Geschwindigkeitsanzeige interpretieren. 😆2013-08-24_Irsch 006Nachdem das Rätsel nun auch gelöst ist, kann ich meine Berg-und-Talbahn mit klarerem Kopf fortsetzen. Weil der Halbmarathon am kommenden Wochenende auf den ersten 15 Kilometern ein ziemliches Auf und Ab darstellt, hab ich mir für heute ein ähnliches Profil ausgeguckt.Geschwindigkeit 24.08.2013, HöhePetrisberg – Trimmelter Hof – Irsch – Kernscheid – Brubacher Hof – Mariahof. 18,3 Kilometer, 350 Höhenmeter, insgesamt mit einem deutlich besseren Gefühl als am vergangenen Samstag (was auch an der besseren Ortskenntnis und an den sehr angenehmen Temperaturen gelegen haben kann 🙂 ). Geschwindigkeit 24.08.2013Läuferische Heldinnentaten werde ich nächste Woche ganz sicher nicht vollbringen. Aber ich bin fit genug, um „in Würde“ einen hügeligen Halbmarathon durchzulaufen, und muss nicht auf die 10 km ummelden. 🙂

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32 Gedanken zu “Brett vorm Kopp

  1. Super!!! Ich stelle mir gerade vor, wie du um 8 Uhr 30 mit Irrsinnstempo die Hügel raufwetzt, weil du glaubst, zu langsam unterwegs zu sein!!!
    Aber gut zu wissen, dass es sich nur um einen Interpretationsfehler handelte und nicht um eine Erlahmung der Uhr oder gar von dir!!?! 😀
    Nächste Woche ist es also bei dir soweit? Ich hab ja noch 4 Wochen und habe gerade mit einem 3. lockeren Lauf meine Entlastungswoche beendet. Dafür gehe ich heute noch Schwimmen und morgen, so der Regen es zulässt, radeln.
    Ich wünsch dir ein wunderbarliches Wochenende, lieben Gruß, Doris

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    • Zum Glück reicht ja mein Körpergefühl aus, um zu erkennen, dass 8:30 gar nicht sein kann, liebe Doris! 😉 Da ich meine Läufe derzeit Gottseidank weder nach Trainingsplan noch mit bestimmten Zeitzielen im Kopf abspule, hatte ich auch gar nicht den Impuls, schneller zu machen. Ich hab mich nur gewundert und im ersten Moment doch etwas an meinem Körpergefühl gezweifelt! 🙄

      Ja, kommenden Samstag. Einen Plan hab ich zwar nicht, aber der gesunde Menschenverstand sagt mir schon, dass ich bis dahin nichts wirklich Anstrengendes mehr machen sollte. Also wird morgen ebenfalls geradelt oder geschwommen – wenn es nicht (wie momentan) zu arg regnet. 🙂 Bei dir alles „im Plan“?

      Gleichfalls ein wunderbares Wochenende,
      Anne

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      • Naja, „im Plan“ nicht wirklich… Ich habe mal wieder großzügig die Tempoeinheiten geschwänzt oder gekürzt und bei den langen Läufen ist es mal so, mal so… Aber momentan bin ich grad etwas schlecht drauf, weil ich scheinbar was ausbrüte 🙄

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        • Oh Mist, liebe Doris! Pass auf dich auf. Mal eine geschwänzte Tempoeinheit oder ein vergurkter langer Lauf ist nicht schlimm. Aber jetzt krank zu werden wäre doof. 😦 Einkuscheln, Tee trinken, vielleicht ist morgen wieder alles gut. Lieber mal einen Lauf weglassen als sich übernehmen!

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  2. Da muss ich ja doch grinsen.
    Je länger man läuft, desto langsamer wird man….
    Aber die Buchstaben sind ja auch wirklich sehr klein. 🙂
    Der Rest, nach Aufklärung des Rätsels ist ja vielversprechend.
    Nächste Woche wirst du den Lauf genießen können. So schlimm auf und ab geht das gar nicht.
    Und die Landschaft entschädigt dich dann für die ab und zu anstrengenderen Kilometer.

    Liebe Grüße
    Birthe

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    • Es ist so sonderbar, wenn du gefühlt wie eine (zugegeben etwas moppelige) Elfe den Berg hochschwebst – und im Display siehst du Elefanten-Trampel-Pace! 😆

      Der Lauf macht mich zuversichtlich, was den Samstag angeht. Ich hab ja nur geringe Umfänge trainiert, die Läufe aber (bilde ich mir ein) ganz gut auf die Anforderungen abgestimmt. Anstrengend darf es sehr gern sein, wenn der Genuss nicht auf der Strecke bleibt. Und ich glaube, wenn ich’s vernünftig angehe, werde ich das Ganze genießen können und mich nicht überfordern.

      Bist du eigentlich auch dabei?

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Bin wahrscheinlich am Sonntag in Merzig. Das Tempo ist zwar nicht wie erhofft, aber es ist eine gute Strecke um den aktuellen Stand mal einzuschätzen. (Oder doch lang und gemütlich? *grübel*)
        Und der Kuchen nachher ist ja unschlagbar… 🙂

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        • Schade, ich hätte dich gern in der Eifel gesehen! Dort wäre eigentlich eine schöne Gelegenheit für einen langen Lauf mit 21 km Endbeschleunigung: Von Gillenfeld auf direktem Weg nach Daun, dort kurz entspannen und dann mit ein paar Schleifen über die Hügel zurück. 🙂 Rainer hat es im vergangenen Jahr vorexerziert, zeitlich passt das sehr gut. 😎

          Aber Merzig ist ja auch nett, vor allem, seit im Startbereich mehrere Dixies stehen und nicht nur eines wie bei meiner ersten Teilnahme! 😆

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  3. Eigentlich wäre es auch schön gewesen, wenn Garmin seinen Dienst aufgegeben hätte, dann wärst du den Brotkasten los, müsstest allerdings wieder tiefer für ein neues, innovativeres Teil in die Tasche greifen, mir kommen solche Situationen nach jahrelangem Tragen und Schielen auf Neues gerade recht, abgesehen mal von den Neuinvestitionen.

    Ähnliches ist mir auch schon passiert, wenn ich unterwegs dachte – wie du – das kann nicht möglich sein, aber nobody is perfect – wir schon lange nicht (obwohl ?), des Rätsels Lösung ist geklärt.

    Du hast schon ein sehr interessantes Profil, das kann man nicht anders sagen – auf und ab und ab und auf- was sagt uns das aus psychologischer Sicht ? *hüstel*.

    Läuferische Heldentaten – was ist das ? Jeder ist ein Held, der die Strecke besiegt – oder was ?

    Liebe Anne, ich wünsche dir ein tolles Wochenende mit viel Ruhe und Erholung, Freude und allem, was zur vollkommenen Zufriedenheit beitragen kann.

    Adios ! 😎

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    • Da mein guter alter Brotkasten alles bietet, was ich brauche, schiele ich gerade so gar nicht nach etwas Innovativem. Klar, solchen Schnickschnack wie Trittfrequenzmesser für’s Radfahren oder gar Schrittfrequenzmessung für’s Laufen gibt es. Es gibt Multifunktionsgeräte, die mit ins Schwimmbecken dürfen. Die P###-Geräte bieten irgendwelche Fitness-Indizes, andere haben eine superpräzise barometrische Höhenmessung oder sehen einfach schicker aus. Aber all das brauch ich nicht. Da kauf ich mir lieber was Schickes zum Anziehen oder noch ein Paar Schuhe. 🙂

      Ja, das ständige Auf und Ab – eine Metapher für das Wesen unseres Läuferdaseins … ob es auch für meine Launen steht – wer weiß?! 😆

      21 Kilometer zu „besiegen“, ja, das ist vielleicht schon eine kleine Heldentat. Aber eigentlich meine ich mit Heldentat etwas wie „an die Grenzen des eigenen Leistungsvermögens gehen und sie weiter rausschieben“. Das werde ich mir aber am Samstag nicht antun. Ich will den Lauf genießen und vor dem Dunkelwerden ins Ziel kommen. Dafür muss ich (voraussichtlich) nicht bis ans Limit gehen.

      Danke, liebe Margitta, dir / euch wünsche ich dasselbe! 🙂 Wie geht es übrigens den beanspruchten Glutealregionen nach der gestrigen Radtour? 😉

      Tschö (wie die Triererin sagt) 🙂

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      • Liebe Anne, gut wenn du mit deinem alten Brotkasten zufrieden bist !

        Für dein Laufen steht ? Das wiederum glaube ich nicht, zumindest kenne ich eine Anne, die gleichbleibend nett, lieb, freundlich, ausgeglichen ist – Punkt !

        Was die Heldentat betrifft, habe ich dich auch verstanden, vorher und jetzt !!

        Zu guter Letzt, was meine Glutealregionen angeht, besser als erwartet, gestern unmittelbar danach leichte Unannehmlichkeiten, die sich aber in der langen Nacht sang- und klanglos vom Acker machten, mir einen unerwartet angenehmen Lauf in gewohnter Länge ermöglichte.

        Tschau – wie die Italienerin sagt ! 😉

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        • Ohoh, liebe Margitta, du hast mich noch nicht erlebt, wenn ich mich über etwas so richtig geärgert habe … 🙄 Wie auch immer, MEISTENS bin ich nett, lieb und freundlich. 🙂

          Wir verstehen uns – nicht nur mit Blick auf meine Laufziele! 😎

          Wie gut, dass einem gewohnt langen Lauf nichts im Weg stand, auch keine schmerzende Glutealregion. Laufen war heute sicher die bessere Entscheidung, ich glaube, Radfahren wäre euch schwerer gefallen! 😆

          Äddi (das ist Letzebuergesch! 😉 )

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  4. Liebe Anne,

    sei froh, dass Du nicht am Nachmittag laufen warst oder am frühen Morgen, dann wäre die Verwirrung perfekt gewesen 😀 Soviel zur Versklavung des Menschen durch die Technik…
    Lass Dich nicht verunsichern, so langsam und kraftlos scheinst Du nicht zu sein, ich drücke weiter die Daumen für den Halben am nächsten WE.

    Salut
    Christian

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    • Lieber Christian,

      bei so gravierenden Abweichungen von der „Normalgeschwindigkeit“ wäre ich vermutlich viel früher auf des Rätsels Lösung gekommen. Aber Zeiten zwischen 7:00 und 7:30 können bei mir schon mal rauskommen, wenn ich kräftig bergauf muss, darum dauerte es so lange, bis der Groschen fiel! 🙂

      Da sich der Lauf richtig gut anfühlte, bin ich im Grunde sehr zuversichtlich für Samstag. Angestrengt, aber nicht gequält ins Ziel kommen – das müsste möglich sein!

      Danke für’s Daumendrücken – ein erholsames Wochenende wünsch‘ ich euch!
      Anne

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  5. Hallo Anne,
    ich hätte dich gern bei den Halbmarathon begleitet (ich war schon angemeldet), doch ich muss leider aus gesundheitlichen Gründen passen. Du wirst sehen: Der Lauf ist gar nicht so hügelig. Bis zum „Großen Schlitzohr (Tunnel) geht es gemäßigt bergauf, lediglich die Runde um das Maar und dann bis zum Bahnhof ist etwas profilierter, was du aber wegen der schönen Aussicht überhaupt nicht merkst. Auf den letzten 5 Kilometern wird es noch einmal anstrengender, wenn es über den Mürmes geht. Ansonsten ist die Strecke gut zu laufen und ich bin mir sicher, dass du sie bei deiner Vorbereitung souverän bewältigen wirst. Viel Erfolg!!!

    LG Harald

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    • Hallo Harald,

      immer noch „außer Gefecht“? 😦 So ein Mist, du hast wirklich ein Seuchenjahr! Ich hätte dich sehr gern getroffen auf der schönen Maare-Tour! 🙂
      Vielen Dank für die Streckentipps! Ich hab mir noch einmal das Profil im Web genauer angeschaut und dachte dann auch, dass es sooo schlimm nicht ist. Beruhigend, dass die Strecke scheinbar ab km 15,5 nur noch flach ist bzw. sanft bergrunter führt. Falls sich die fehlenden Trainingskilometer gegen Ende doch bemerkbar machen sollten, kann ich mit diesem Wissen leichter ruhig bleiben.

      LG und danke für die guten Wünsche! Im kommenden Jahr bist du wieder dabei!
      Anne

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    • Gern doch, liebe Karina! Ich hoffe, du musst dich nicht ausschließlich an einem Blog-Bericht erfreuen, sondern erlebst noch das eine oder andere Schöne an diesem Wochenende! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Den falschen Blick aufs Display kenne ich, ist mir auch schon passiert. Schon witzig, wie man dann ins Stutzen gerät.

    Ein locker gewuppter, höhenmeterreicher 18er. Da ist ein gutes Signal für das kommende Wochenende. Da kannst Du die Woche getrost ohne Anstrengung verstreichen lassen.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Man ist wirklich erst einmal irritiert, gell? Zum Glück laufe ich ja ohne Zeitvorgaben. Die Vorstellung, mich abzukämpfen ohne Ende, um bei jedem Blick auf die Uhr festzustellen, dass ich NOCH langsamer geworden bin, finde ich allerdings durchaus erheiternd 😆

      Trainingsmäßig könnte ich jetzt bis kommenden Samstag eh nichts mehr gewinnen. Höchstens was kaputtmachen, wenn ich es kommende Woche übertreibe. Also lasse ich es ruhig angehen! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Hihi – also ich muss sagen, ich musste doch erst einmal sehr schmunzeln. Und ich weiss genau – so etwas hätte mir ohne Probleme auch passieren können 🙂 Vielen Dank für den Schmunzler.
    Liebe Grüsse
    Ariana

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    • Gern geschehen, liebe Ariana! Ich musste richtig lachen, als ich endlich gemerkt habe, warum ich gefühlt schnell, aber zahlenmäßig scheinbar so schneckenlangsam bin! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Hallo Anne,
    wie süß! Ich musste grad herzlich lachen :lol:.
    Man stelle sich mal vor du wärest um 10:30 Uhr gestartet :-).
    Es zeigt natürlich auch, das wir mehr auf unseren Körper und weniger auf die Technik hören sollten.
    Für deinen Halbmarathon bist du wohl gut drauf :-).
    Genieße ihn.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Gottseidank bin ich (noch) nicht so technik-hörig, dass ich die 10:30 „geschluckt“ hätte, liebe Helge! Auch über den 3:50er-Schnitt neulich hab ich mich zwar gefreut, aber habe ( zu Recht, wie ich im Nachhinein feststellte) vermutet, dass Garminchen in diesem Fall ein Problem mit der präzisen Ortung hatte.

      Die Vorbereitung für den HM würde ich in Schulnoten als „ausreichend“ einschätzen. Ich fühl mich ganz gut – und „ausreichend“ reicht ja aus zum Ankommen und (hoffentlich) auch Genießen. 😎

      Danke dir und liebe Grüße,
      Anne

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  9. Anne, klasse! Ich lach‘ mich scheckig. Das hätte mir auch passieren können. Allerdings wäre ich über eine Pace von 7 Uhr noch was sehr erfreut gewesen. Gewundert hätte ich mich erst ab neun, und so lange kann ich zur Zeit ja nicht. Also wäre das ein Traumlauf für mich gewesen!

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