Morgennebel

Irgendwie widersinnig: Um fünf lag ich – ohne dass der Wecker gerappelt hätte – hellwach und voller Tatendrang im Bett. Jetzt um viertel vor sechs taumele ich im Dreiviertelschlaf durch den Tiergarten und lasse mir von den Vögeln ein Schlummerliedchen singen. Frische 15 Grad, der Tau auf den Grashalmen überzieht die Wiesen mit einem weißgrauen Schimmer. Nur die Schnecken sind schon wach, dazu ein paar Pferde auf den Koppeln.

Gemütlich diesele ich die Steigung im Wald hinauf, virtuelle Streichhölzer stützen die Augenlider, denn hingucken muss ich schon, wenn ich keine Bruchlandung zwischen Wurzeln und Steinen hinlegen will. Erst im Tal hinter dem Brubacher Hof erwachen langsam die Lebensgeister, vor allem als beim Bergauflaufen auf dem weichen Trail die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumwipfel spitzen und das Laub vergolden. Am Waldrand vermittelt der blaue Himmel eine Ahnung davon, was der Tag bringen wird: Sommerhitze pur! Und doch liegen noch dicke Nebelschichten über den Wiesen und der Stadt – ein Sommermorgentraum. Überflutet-Werden von Endorphinen, dazu das Gefühl, dass heute nichts, aber auch gar nichts mehr passieren kann, das das Glück dieses Augenblicks zerstört.

Was Letzteres angeht, bin ich mir allerdings angesichts der Programmpunkte im Terminkalender inzwischen nicht mehr ganz so sicher … 🙄

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16 Gedanken zu “Morgennebel

  1. Guten Morgen, liebe FrauWeinbergschnecke – nichts geht über einen gepflegten Morgenlauf – ähnlich wie du war ich auch wieder recht früh auf den Beinen – und es lohnt sich, hast wunderschöne Bilder mit nach Hause gebracht, den Akku erfolgreich aufgeladen – komme, was will, heute kann dich keiner, aber wirklch keiner……………. schwüle Grüße von oben !! 😎

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    • Ja, liebe FrauUltraistgut, es lohnt sich sehr! Wäre ich wie ursprünglich geplant erst gegen halb sieben aufgebrochen, hätte ich nur einen Teil der zauberhaften Lichtstimmungen miterleben dürfen. Heute kann mich wirklich keiner … 😎

      Trocken-heiße Saharagrüße vom Moselstrand 🙂

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  2. Ein Grund mehr, meinen Wecker morgen wirklich früh zu stellen. 🙂
    Und eine Waldstrecke zu suchen. (Für den Herbst ist ja eh Trail dran.)
    Danke für die Motivation.
    Sehr schöne Bilder.
    Den Nebel habe ich auch noch gesehen, da war es allerdings schon nach sieben.
    Gelaufen bin ich erst um ca. 9-10 Uhr. Das ging noch so. (Zumindest zum Joggen.)

    Liebe Grüße
    Birthe

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    • Es lohnt sich, liebe Birthe! Die Runde durch den Mattheiser Wald ist doch auch für dich gut erreichbar! Wenn ich am Wochenende oder in der kommenden Woche Zeit habe, lauf ich mal hoch bis zum Waldrand (kurz vor der Pellinger) und dann über die Kuppe zurück Richtung Mariahof. Bringt noch ein paar zusätzliche Höhenmeter, die ich im Moment gut brauchen könnte. Die Runde war heute zeitlich leider nicht drin.

      Die Hitze kam zum Glück erst gegen Mittag, dafür aber schnell und intensiv. Selbst in meinem West-Büro wird es langsam warm. 🙄

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Liebe Anne,
    tolle, deine Bilder. Es gibt wenig Dinge die so schön wie dem Morgen beim Aufwachen zuzuschauen :-). Du hast das traumhaft eingefangen mit Bildern und Worten.
    Lieben Dank, sowas zu lesen macht Spaß
    Liebe Grüße
    Helge
    P.S. Ich hoffe natürlich das dein voller Terminkalender dir nix anhaben konnte 🙂

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    • Danke, liebe Helge! Ich war wieder mal völlig „breit“ heute früh – der Lauf, das Licht, der Sommer, da überfluten mich die Gefühle regelrecht. Und der Endorphinschub hält bis jetzt an – es war weniger der volle Tagesplan als ein sehr unerfreulicher TOP, den ich aber auch fröhlich und mit dem wünschenswerten Gleichmut bewältigt habe.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Dafür, dass du so müde warst, hast du die morgendliche Stimmung aber wunder- wunderschön beschrieben!
    Der Nebel wirkt auf mich schon fast herbstlich, auch wenn die Tage noch heiß sind… einfach nur schön. 🙂
    Ich hoffe, der Tag konnte diese gute Stimmung nicht mehr „beseitigen“. 😉

    Lieben Gruß, Doris

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    • Als ich dieses wunderschöne Licht und die Morgennebelschlieren sah, war ich schlagartig wach, da fiel das Schreiben leicht! 🙂 Jetzt kommen die Hoch- und Spätsommertage, die öfter mal mit Tau und Nebel anfangen, einfach herrlich!
      Und ja, gestern war ich immun gegen alle Unbill und „Irritationen“! 😆

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Ach Ihr beneidenswert disziplnierten Morgenläufer, Ihr werdet mit solchen Bildern belohnt.

    Ich sitze stattdessen schon wieder im (neuen) Büro. Und für den Rest des Tages werde ich das Laufen wohl sausen lassen, angesichts angekündigter 36 °.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Es hat gar nicht so viel mit Disziplin, zu tun, lieber Volker, eher mit Chronobiologie. Ich Lerche, du Eule! 😎

      Bei 36 Grad laufen? Nö, muss nicht sein! Die Nacht ist auch noch da. Abends um 10 dürfte es „nur noch“ so 28, 29 Grad warm sein. 😉

      Liebe Grüße zurück ins Büro (von Schreibtisch zu Schreibtisch sozusagen),
      Anne

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  6. Wunderschöne Bilder, Anne! Hach, könnte ich mich doch auch so früh aufraffen!
    Jetzt könnte ich los, weil ich irgendwie nicht mehr in den Schlaf komme. Aber angesichts der 23° in der Nacht will mein Kreislauf nicht so recht. Ich leg mich nochmal hin, versuche nochmal eine Mütze Schlaf zu finden und schaue so gegen 6 Uhr, ob es geht.
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Puh, halb 5 und nicht mehr schlafen können – ich hoffe, du konntest doch noch einmal zur Ruhe kommen, liebe Bianca. Ich war um halb 4 wach, weil es stürmte und donnerte. Jetzt drückende Schwüle und ich weiß nicht, ob ich wirklich radfahren will und soll … Gewitter sinnd mir unheimlich! 🙄

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Ich konnte – zum Glück! Hier ist es zwar warm (25°), aber bewölkt und leicht windig. Das ist noch ganz angenehm. Mal schauen, wenn ich meinen Kreislauf in Schwung kriege, dann laufe ich. Sonst wird es wohl eine Fahrradrunde. Aber bei Gewitter… Never ever!

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        • Prima! Ich hab mich dann doch noch für’s Laufen entschieden – ohne Gewitter! Aber schwül … 🙄 Fahrrad wäre mir leichter gefallen!

          Viel Spaß dir und ein schönes Wochenende,
          Anne

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