Aktive Regeneration – 10. Hospizlauf 2013

„Macht fit“ steht auf der Tube. Und ich Depp hab es bisher immer mit Training versucht! 🙄 Egal, die Massage mit Pferdesalbe tut den müden Waden und Oberschenkelrückseiten gut. Die meckern nämlich. Dürfen sie auch. Sie haben schließlich was geleistet. 2013-07-06_Hospizlauf13Seit dem Trierer Stadtlauf am Sonntag hab ich mehr Stabi- und Koordinationseinheiten (drei) absolviert als Läufe (einen).  😆 Nur am Dienstag ein kurzes Läufchen, dann drei Tage die Beine still gehalten – ergab sich einfach so aus Zeitmangel. Aber am heutigen Samstag hat die passive Regeneration ein Ende! Jetzt wird aktiv regeneriert: Beim 10. Hospizlauf Trier – fast schon eine Pflichtveranstaltung für die LäuferInnen der Region. Wie im vergangenen Jahr bin ich auch 2013 wieder dabei!

Die letzten zwei Mini-Etappen von Schweich bis Trier will ich mitlaufen. 5.6 und 6.6 km. Plus 2 flott gewetzte Kilometer von der Wohnung zum Bahnhof – ich wäre mal besser vorher nicht in den Garten gegangen, denn das Einsammeln der unzähligen Nacktschnecken beanspruchte doch mehr Zeit als gedacht, so dass es mit dem Zug etwas knapp wurde. Plus knapp vier Kilometer vom Schweicher Bahnhof mit einem kleinen Schlenker runter zur Moselbrücke.2013-07-06_Hospizlauf03 2013-07-06_Hospizlauf02 2013-07-06_Hospizlauf01Auf den Radweg Richtung Mehring kommt mir der Läufertross schon nach wenigen Metern entgegen. Wahnsinn! Was vor 10 Jahren als One-Man-Aktion mit Begleiter begannt, ist heute eine Großveranstaltung! Die Karawane scheint gar kein Ende zu nehmen! 150 Läuferinnen und Läufer vielleicht, dazu etliche BegleitradlerInnen.2013-07-06_Hospizlauf16 2013-07-06_Hospizlauf17 2013-07-06_Hospizlauf092013-07-06_Hospizlauf08Am kurze Zeit später erreichten Verpflegungspunkt ein Hallo mit vielen bekannten Gesichtern: Rainer natürlich, der schon über Nacht mitgelaufen ist und seine neuen Mizunos ausführt. Marcel und weitere Kollegen aus dem Olewiger Lauftreff. Die „Grünen“ von der LG Meulenwald-Föhren, die wieder eine Staffel gestellt haben: Birthe, Harald, Marion, Wolfram und viele andere. Auch die TV-Bewegten Ruth und Margret (vermutlich auch noch viele weitere) sind dabei.2013-07-06_Hospizlauf06 2013-07-06_Hospizlauf05 2013-07-06_Hospizlauf07 Beim Weiterlaufen nach kurzer Pause wird gequasselt und gequasselt. Mal mit dieser, mal mit jenem. Gern lasse ich mir von den „Nachtaktiven“ berichten, wie wunderbar das Erlebnis ist, durch die Dämmerung in den (noch) frischen Morgen hineinzulaufen. Und wie beeindruckend es ist, dass selbst auf den Nachtetappen immer mindestens 10 Läufer unterwegs waren. Das will ich auch haben .. nächstes Jahr … oder übernächstes!

Nach einem kurzen Schlenker durch Kenn geht’s wieder auf dem Radweg weiter. Ein großer Motorradclub „auf Tour“ begrüßt uns mit Winken und Hupen. Danach verschwinden wir zum Glück unter Bäumen – zum Glück, weil sie Schatten spenden. Der Sommer ist da – und wir sind noch nicht dran gewöhnt.

In Ruwer machen wir wieder Station. Trinken ist Pflicht. Allerdings ist es angesichts des – so nicht vorhersehbaren Gedränges – nicht so leicht, bis zum Ausschank vorzudringen. Einen halben Becher alkoholfreies Bier erbeute ich, dann kommt Rainer und teilt großzügig eine Flasche Mineralwasser mit mir, die er irgendwo aufgetrieben hat.2013-07-06_Hospizlauf112013-07-06_Hospizlauf10Das Wieder-Anlaufen nach 10, 15 Minuten ist eklig. Nicht nur ich stöhne innerlich; die milden Unmutsbekundungen einiger lassen erkennen, dass es anderen auch so geht. Und doch überwiegen Begeisterung und vor allem Staunen ob des Lindwurms von inzwischen wohl 250 Läufern, der auf der schattenlosen Straße durch’s Industriegebiet Richtung Innenstadt trottet.2013-07-06_Hospizlauf04Erstaunlich, wie gleichmäßig die vornweg laufenden Tempoläufer den anvisierten 6:25er, 6:30er Schnitt treffen. Eigentlich mein lockeres Dauerlauftempo. Mit bereits 15 km in den Beinen aber gefühlt ein Tempodauerlauf. So weit bin ich seit Mitte Mai nicht mehr gelaufen, und da hab ich deutlich ruhiger gemacht. So bin ich ganz froh, mich mit der Ausrede, fotografieren zu wollen, kurz ausklinken, am Rand stehen bleiben und ein paar Bilder schießen zu können.2013-07-06_Hospizlauf18 2013-07-06_Hospizlauf12Sehr gute Idee – auf diese Weise bekomme ich nämlich Michaela, meine frühere Laufpartnerin, endlich mal wieder zu sehen. Sie läuft im Shirt des „Brüderkrankenhauses“, das die Veranstaltung sehr großzügig durch Spenden unterstützt und viele MitarbeiterInnen auf die Straße gebracht hat. Mit ihr bringe ich dann „irgendwie“ auch noch die letzten paar hundert Meter hinter mich.2013-07-06_Hospizlauf15Doch, nach 18.7 km ist es dann auch mal gut mit dem Laufen in der prallen Mittagssonne. Findet auch mein Kreislauf, der auch eine halbe Stunde und etliche Becher Wasser später noch etwas wackelig ist (kein Wunder, zuhause wiege ich trotz reichlicher Flüssigkeitsaufnahme immer noch 1,5 kg weniger als am Morgen). Aber die von Rainers Sohn #2 organisierte Cola gibt wieder Energie – und ein Leckerli vom Kuchenbuffet tut das Übrige.2013-07-06_Hospizlauf14Bei Bierchen, Schwenkbraten und Bratwurst (aber alles nicht für mich 😉 ), Live-Musik und ausgiebigen Klönereien unterm Sonnenschirm setzt dann allmählich entspanntere Müdigkeit ein. Nicht mal anderthalb Kilometer sind’s vom Hospizhaus bis heim zu mir. Aber heute lauf ich freiwillig keinen Meter mehr. Stattdessen wird gemütlich heim geschlappt, geduscht, sehr viel getrunken und das Wellness-Programm für die Beine absolviert, Pferdesalbe inklusive.

Merke erstens: „Aktive Regeneration“ muss etwas weniger aktiv ausfallen, wenn sie regenerativ sein soll. 😉 Merke zweitens: Wenn ich Ende August den Maare-Mosel-Halbmarathon wirklich genießen und einige für mich noch viel wichtigere, nicht „wettkampfbezogene“ Herbst-Laufpläne umsetzen will, sollte ich in den nächsten 2 1/2 Monaten ein bisschen was für meine Ausdauer tun. 🙂

Und merke drittens: Der 10. Hospizlauf war – zumindest gemessen an der Teilnehmerzahl ein riesiger Erfolg. Hoffen wir, dass das Urteil nach Auszählung der Spenden mindestens genau so positiv ausfällt! Ein dickes und herzliches Dankeschön an die Organisatoren und all die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die das Ereignis „auf die Beine gestellt“ haben. Das Jubiläum wird nicht die letzte Auflage gewesen sein … 😎

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24 Gedanken zu “Aktive Regeneration – 10. Hospizlauf 2013

  1. Schön war´s.
    Sehr schön. 🙂
    Und ab Ruwer war das ja eine riesige Menge Läufer.
    Unglaublich. Einfach Wahnsinn.
    Schön auch, dich mal wieder getroffen zu haben.
    Wenn auch – wie es nun mal auf solchen Veranstaltungen so ist- nur kurz von Zeit zu Zeit.

    Erhol ich gut,
    Birthe
    (uah, bin ich müüüde)

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    • P.S.:
      Nachtrag zu einer nicht ganz so gemütlichen, aber garantiert tollen „Konkurrenzveranstaltung“….
      Hast du mal den Flo gegoogelt? Einfach nur ge##. :-O

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    • Wirklich schön war’s, liebe Birthe! Bei solchen Veranstaltungen ist die Zeit, die zum Quatschen bleibt, wirklich immer sehr kurz. Ich war aber irgendwann auch sowas von platt, dass ich einfach nur noch heim und unter die Dusche wollte.

      Liebe Grüße und gute Nacht – schlaf dich aus! 🙂
      Anne

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  2. Was für ein langer Bericht – schöne Sache so ein Benefiz-Lauf, wäre er in der Nähe, hätte ich bestimmt mitgemacht, warum wohnt ihr auch soweit – viele, viele Menschen, sehr warm, und du mittendrin.

    Spendenläufe finde ich immer richtig gut, sicherlich kommt viel zusammen !!

    Ausdauer – ja – das ist etwas, was man sich Schritt für Schritt erwerben muss, jetzt hast du denen 10-wöchigen Kurs erfolgreich hinter dich gebracht, nun hast du Zeit, dich von heute zu erholen, und dann feilst du an der Ausdauer – schade nochmals, dass du oder ich soweit wohne, würde gerne mit dir zusammen feilen, damit wir dann hier unseren 30-er laufen können, aber ich bin sicher, das wird !!

    Nicht wettkampfbezogene Herbstlaufpläne – worum handelt es ich da ? 😉

    Sommerliche Grüße von der traumhaften Ostsee – längst nicht so warm wie bei euch ! 😎

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    • Ja, wenn ich mal am Schreiben bin, kann’s schon lang werden. 😉

      Ich glaube auch, dass etliche Spenden zusammen gekommen sind. Du hättest bestimmt auch gern beigetragen und wärst mal mit diesem, mal mit jener plaudernd ein gutes Stück mitgelaufen. Aber die Entfernung von der Ostsee an die Mosel … 🙄

      Das mit der Ausdauer wird auf jeden Fall. Wenn ich – passend zum Wetter – etwas langsamer gelaufen wäre, wären 18-20 km sicher kein Problem gewesen. Und bis zum Herbst – da plane ich schöne lange Läufe an der Küste in sehr angenehmer Begleitung – wird das schon mit den 10-12 km, die noch auf die 30 fehlen! 🙂

      Sommerliche Grüße zurück (und ein wenig sehnsüchtige, denn die Frische der Ostsee haben wir hier nicht)
      Anne

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  3. Das liest sich doch wirklich schön! So lange Läufe bei der prallen Sonne sind leider überhaupt nicht meins – kann gut verstehen, dass dein Kreislauf da auch etwas beleidigt ist. Dann auch noch das weiterlaufen nach der Pause … aber gut, es scheint dir Spaß gemacht zu haben. Und ist das nicht eigentlich das Wichtigste? 😉

    Liebe Grüße,
    Markus

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    • Genau, lieber Markus, der Spaß ist das Wichtigste. Neben dem Gemeinschaftserlebnis. Freiwillig würde ich sonst nie in der prallen Sonne laufen.

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne,
    danke für den wunderschönen Bericht! Er hat meinen Vorsatz, im kommenden Jahr auch mit dabei zu sein sehr bestärkt! Ich kann mir gut vorstellen, wie angenehm es sich anfühlen muss, wenn da so eine große Gruppe an Läufern alle mit dem gleichen „Hintergedanken“, nämlich etwas gutes zu bewirken, durch die Gegend, durch Tag und Nacht läuft!
    Erhol dich gut und einen schönen Sonntag!

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    • Liebe Doris, wenn ich dich motivieren konnte, im kommenden Jahr mit dabei zu sein, freu ich mich sehr! Du wirst sehen, es ist ein tolles Erlebnis!

      Vielen Dank und nur die besten Wünsche zurück,
      Anne

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  5. Hallo Anne,
    leider immer noch erkältet und deshalb dann doch nicht mitgelaufen. Aber mental per Live-Twitter war ich bei euch.
    Und parallel per Live-Tracking bei Flo 🙂 Wahnsinn!
    Hoffe, es klappt im nächsten Jahr.
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Oh je, Karina, da hast du dir aber was Hartnäckiges eingefangen! 😦 Gute Besserung!
      Nächstes Jahr klappt’s bestimmt, es ist wirklich ein tolles Erlebnis. Vielleicht bekommen wir ja mit Rainer und anderen sogar eine Staffel zusammen?!
      Über Flo kann man nur ehrfürchtig staunen – Wahnsinn! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Wow, ich bewundere ehrlich deine Leistung. Hab ich es richtig kapiert du bist mehrere Runden gelaufen oder gab es eine lange? Und für wen war der Erlös? Ich hätte auf jeden Fall auch versucht ein oder zwei Runden mitzulaufen. 😀 Achja was hast du mit den eingesammelten Nackschnecken getan?
    Liebe Grüße Elke, die auch müde Beine hat, allerdings vom Mountainbiken 😉

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    • Es gab eine gaaanz lange Strecke: 200 km von Koblenz bis Trier an der Mosel entlang! Davon bin ich nur die beiden Schlussetappen von insgesamt gut 12 km gelaufen (plus die Wege von Wohnung zum Bahnhof und vom Bahnhof zum Treffpunkt – mangels Auto musste ich eben mit der Bahn ein Stückchen rausfahren). Erlös war für’s Trierer Hospizhaus bestimmt, Näheres hier: http://www.hospiz-lauf.de/

      Die Nacktschnecken haben eine Seereise im Bach nahe des Gartens angetreten …

      Liebe Grüße und gute Erholung für die Beine,
      Anne

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    • Pferdesalbe ist sehr angenehm. Auf dem Bild ist ein Probetübchen aus der Apotheke. Es gibt sie aber günstiger im Drogeriemarkt, am besten im 500 g-Pott! 🙂

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  7. Viele Textzeilen mit vielen Bilden über viele Kilometer bei vielen Plusgraden bei viel Sonne. Da schwitzt ich schon beim Lesen 😎

    Wie angenehm muß da der Lauf in den Morgen sein. Wenn Du wirklich mal zu dieser Zeit laufen willst, lass es mich wissen, liebe Anne. Das ist etwas, was ich auch noch nie gemacht habe. Diese „Wissenslücke“ könnten wir dann doch mal gemeinsam schließen 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Ich schwitz auch schon ohne Lesen, lieber Volker! 🙂

      Doch, so einen Lauf in den Morgen sollten wir mal erproben – wirst du dann die Nacht durchmachen oder braucht es ein Erdbeben, um dich zu wecken? 😉
      Neulich bin ich ja schon mal in die blaue Morgenstunde reingelaufen. Aber im Dunkeln bin ich ewig nicht gestartet. Vielleicht diese Woche mal, wenn die Wärme sich festsetzt.

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Also, wenn Du da mit dem Erdbeben etwas arrangieren könntest, wäre das nicht schlecht 😉

        So richtig weiß ich noch gar nicht, wie ich das angehen würde. Rainer sagt „durchmachen“, wie siehst Du das?

        Liebe Grüße
        Volker

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        • Wenn es um die Teilnahme am Hospizlauf geht, ist „Durchmachen“ sicher optimal. Geht es nur um einen Morgenlauf, würde ICH vorher schlafen. 🙂

          Bzgl. des Erdbebens habe ich wegen der etwaigen unerwünschten Nebenwirkungen einige Skrupel. Nicht dass die schöne alte Porta Nigra in Stücke fallen muss, nur damit der Volker endlich mal wach ist … 🙄

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