8. Akt: Einsames Rumturnen

18:15 Uhr. Im Regenradar leuchtet apartes Dunkelblau mit violetten Einsprengseln über Luxemburg: Starkregen! 🙄 Heftige Windböen und erste Tropfen zeigen, dass die Schlechtwetterfront allmählich Trier erreicht und sich dort für einige Stunden breit machen wird. Das stört die Läuferin nicht. Die Radfahrerin um so mehr. Bei der Vorstellung, triefnass am Waldstadion anzukommen, dort weiter nasszuregnen und auszukühlen, um noch triefnasser durch den Stadtverkehr zurück zu radeln, gruselt es mich.2013-06-13_Regen3Na gut, wozu gibt es einen Bus? Eigentlich um damit zu fahren. Das setzt allerdings voraus, dass er tatsächlich fährt und nicht im Verkehrschaos stecken bleibt. Von dem gibt’s heute reichlich dank einer Kombination aus Großbaustelle in Heiligkreuz und Dickfelligkeit der Trierer Autofahrer. Man könnte die ausgeschilderte Umleitung benutzen. Man kann sie aber auch konsequent ignorieren und den kürzesten Weg bevorzugen. Dummerweise hat das zur Folge, dass es an dessen Engpass in der Bernhardstraße manchmal  kein Vor und Zurück mehr gibt.

Als nach 20 Minuten immer noch keine „82“ gekommen ist, hat sich das Thema „Training mit dem TV“ erledigt: Pünktlich schaffe ich es nicht mehr, auch mit dem Rad nicht – und wenn ich Pech habe, ist die Gruppe dann bereits zum Dauerlauf unterwegs und ich finde sie nicht mehr. Seufzzzz!

Also wird allein trainiert. „Rumturnen“ stand in Michis Plan. Also turne ich rum, im Wohnzimmer bei offener Balkontür und mit Musikbegleitung, auch wenn sommerliche Reggaeklänge von Bob Marley mir etwas unpassend vorkommen. Erst Stabis: 3 x 15 Crunches gerade, 3 x je ca. 1 Minute Vierfüßlerstand beidseits, 3 x 15 Abduktoren beidseits. Dann Koordination auf dem Balance Pad: 3 x ca. 1 Minute Einbeinstand beidseits, 3 x 20 Kniebeugen, 3 x 15 Zehen- und Hackenstand. 2013-06-13_Regen1Es schifft immer noch heftig. Aber der Regen ist wenigstens wärmer als noch vor ein paar Wochen. Also kann ich mich auch noch ganz gepflegt durchregnen lassen: 10 Minuten bis zu den Weihern traben. Laufkraft: 3 x 15 Bordsteinkante, 3 x 15 Parkbankübung beidseits. Bisschen bisschen. Lauf-ABC: Je 3 x ca. 20-.30 m Anfersen und Skippings. Bisschen traben. 3 x ca. 80-100 m Steigerungen mit Trabpause. Ein knappes Viertelstündchen heimjoggen. Deeeeehnen. Letzteres fällt etwas kürzer aus als sonst. Aber wenn man so nass ist, darf man zwei Minuten einsames Rumturnen auch durch zwei Extraminuten warmes Duschen ersetzen. Ich finde, ich war vorher fleißig genug! 😉 2013-06-13_Regen2

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23 Gedanken zu “8. Akt: Einsames Rumturnen

  1. Das ist ja ärgerlich, dass Du wegen so einer dummen Stauerei nicht zum gemeinsamen Training vordringen konntest. Je mehr gebührt Dir der Respekt, dass Du das heutige Tagesprogramm alleine durchgezogen hast.

    Im Trierischen Volksfreund hast Du ja gleich nochmal eine gute Figur gemacht, inklusive lobender Wort für die Aktion TV bewegt. Nicht nur den Rainer wird es freuen.

    Liebe Grüße vom Volker, der heute auch 14 km im Regen gelaufen ist, allerdings im seichten 🙂

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    • Ich war stocksauer, lieber Volker! Manchmal ist es echt Mist, kein Auto zu haben. Andererseits: Ich finde es auch ein bisschen abartig, wenn da 60 Leute allesamt einzeln mit dem Auto zum Training kommen, u.a. weil der Treffpunkt nicht per Bus erreichbar ist. So schön der Weißhauswald ist, so unpraktisch finde ich es, sich dort zu treffen.

      Der TV-Beitrag von Holger gefällt mir sehr gut – das Lob ist nicht geschleimt, sondern ernst gemeint. 🙂

      14 km! Alle Achtung – und der Nacken hält? Super!

      LG;
      Anne

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  2. Ok, wenn es bei euch am Nachmittag geregnet hat … ist es dann nachts irgendwann bei uns.
    Rumturnen klingt cool. Ich bin für sowas alleine viel zu faul. Schön das du es trotzdem durchgezogen hast.
    Ich habe heute meine zügige 10er alleine Runde gemacht. Bei 26°C und Sonne so gegen 19 Uhr 😮 . Das haben wir uns verdient 😉 .

    Liebe Grüße
    Tati

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    • Ich hoffe, der Regen schwächt sich auf dem Weg zu euch ab – hier war er heftig.

      Eigentlich bin ich zum rumturnen auch zu faul. Aber momentan will ich mich nicht drücken. Und es tut ja auch gut! 🙂

      26 Grad und Sonne? Puh! Ich bin auf morgen gespannt, da bin ich auch am Spätnachmittag zum Laufen verabredet. Bei Sonne … 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Na, da bin ich mir nicht so sicher … ich fürchte, als „Germany’s next Gazelle“ kommt ein übergewichtiges Rüsseltier nicht in Frage! 😉

      Wie geht’s dir und deinem Haxen? ❓

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Das ist der Nachteil, wenn man zu weit weg wohnt, und wenn man es eilig hat, nicht (mehr) rechtzeitig zum Ziel kommt, aber das stört FrauWeinbergschnecke alles nicht, so wie dein Mitturner Rainer schon sagte, du hast dir den Titel “ Musterschülerin “ verdient, die nicht mal kneift, wenn der Trainer nicht anwesend ist – ja !

    Allzu gerne würde ich dabei sein, um dich erstens zu beobachten und zweitens daran Teil zu haben an deinem Programm, das du mir dann bei passender Gelegenheit auf Wunsch sicherlich hier vorführen wirst – gell ??

    Nass siehst du schon aus, aber wer ist das nicht in diesen Tagen – ich finde da schöööööööööööööööööööööön – und du offensichtlich auch !! 😉

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    • Michi hat mir schon versprochen, dass er nächste Woche einen Extra-Koordinationsblock für mich einbaut, wenn ich will – aber zum Glück bin ich (momentan!) diszipliniert genug, um auch allein „rumzuturnen“. Das Programm führe ich dir selbstredend gern vor – noch besser, wir ziehen es gemeinsam durch, was für dich ein Leichtes sein sollte! 😎

      Ja, nass war es und war ich in der Folge auch. Beim Laufen ist das wirklich schön und macht sogar Spaß, aber beim Radfahren nervt’s! 🙄

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  4. Das mit dem Bus ist ja ärgerlich.
    Ich wundere mich auch, dass nicht häufiger in der Bernhardstraße kontrolliert wird. Wäre doch gut für´s klamme Stadtsäckel.
    (Nächstes Mal ab Charlottenstraße fahren?)
    Dein Alternativprogramm liest sich aber richtig gut. Chapeau.
    Liebe Grüße,
    Birthe

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    • Ich fürchte, man kann die Autofahrer nicht zwingen, die beschilderte Umleitung zu nehmen. MMn hätte man aber die Bernhardstraße sperren und nur für Busse und Anlieger freigeben sollen. Die jetzige Situation ist Mist! Das zeigt ja auch der Unfall mit der jungen Radlerin vor einigen Tagen, der bei anderer Verkehrsregelung wohl nicht passiert wäre.

      Ab Charlottenstraße zu fahren wäre besser gewesen. Aber du weißt vermutlich, wie das ist: Man steht und wartet auf den Bus. Man kann sich die Verspätung erklären und hat daher Geduld. Und auf einmal ist es dann für Alternativen zu spät. Selbst wenn ich in die Charlottenstraße gerannt wäre, hätte ich den Anschluss Richtung Pallien nicht mehr bekommen und wäre frühestens um viertel vor acht am Stadion gewesen, noch dazu total abgehetzt. 😦

      Das Alternativprogramm war ausgiebig – ich bin mal wieder stolz auf mich! 😉

      Danke & liebe Grüße,
      Anne

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  5. Hallo Anne,
    da bekomme ich ja fast ein schlechtes Gewissen, so konsequent, wie du da turnst. Das ist die einzige Trainingseinheit, zu der ich mich zwingen muss. Und das wird im Laufe der Jahre nicht besser. Auch wenn ich tatsächlich merke, das es gut tut.
    Dann kannst du ja beim nächsten Bloggertreffen mal eine Turneinheit leiten – siehe Margittas Kommentar 🙂
    Liebe Grüße und ich fange dann nächste Woche damit an, ganz bestimmt…
    Karina

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    • Wie lange die Konsequenz anhält, vermag ich nicht zu prognostizieren, liebe Karina. Eigentlich muss ich mich auch dazu zwingen, was mir immer wieder schwer fällt. Aber momentan sag ich mir einfach, dass es sein muss! 🙂

      Ich nehm dich beim Wort und frag nächste Woche nach – dann möchte ich nur Erfolgsmeldungen hören bzw. lesen! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Wow bist du fleißig. Ich wäre aber auch nicht mit dem Rad gefahren bei dem Sauwetter. Da ist laufen bei regen schön aber mit dem rad nene . Bei mir geht gar nichts. Hab gerade einen tollen Allergieanfall mit Kreislaufbeschwerden die mich in die Knie zwingen mit Schwindel und Kopfschmerz.

    Schreib mal schön weiter da hab ich wenigstens was zum Lesen wenn ich laufen kann.

    LG Bärbel

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    • Ach du Schreck, liebe Bärbel – liest sich gar nicht gut, wie es dich wieder erwischt hat! Gute Besserung!
      Ich lauf und turne dann mal ein wenig für dich mit. Heute nachmittag bin ich mal mit einem Arbeitskollegen verabredet; bin gespannt, wie das klappt. 🙂

      LG,
      Anne

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  7. Mensch, Anne! In der Schule wärst Du glatt als „Streberin“ durchgegangen! Obwohl Du es (dem ärgerlichen öffentlichen Nahverkehr sei Dank) nicht zum Training geschafft hast, werden die Übungen brav ausgeführt. Bei mir hättest Du ein Fleißkärtchen bekommen. 😀
    Im Ernst – ganz super finde ich das!!! Diese Selbstdiziplin geht mir zur Zeit vollkommen ab. Ich laufe und fertig! Manchmal radeln – sonst nichts. Kein Stabi, kein Yoga, nur gaaaanz wenig Rückengymnatik. DAS muss aber wieder anders werden!
    Liebe Grüße, Bianca

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    • „Streberin“! 😆 Ich muss Michi mal fragen, ob er mir ein Fleißsternchen ins Haufaufgabenheft klebt! 😉

      Bei mir klappt das mit der Selbstdisziplin auch nur schubweise. Ich könnte wetten, dass ich in spätestens 3 Monaten nicht mal mehr weiß, wie die Koordinationsübungen gehen. 🙄 Also nutze ich die Zeit, in der die Selbstüberwindung leichter fällt. 😉

      Die Zeit kommt bei dir auch wieder. Bestimmt! Und immerhin läufst du ja! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Stimmt, immerhin laufe ich! Aber Du hast mich motiviert! Gestern Abend habe ich glatt noch meine Rückenübungen ganz konsequent durchgezogen. Mich würde mal interessieren, ob Du den Eindruck hast, dass Dein Einsatz sich lohnt. Vielleicht magst Du mal darüber schreiben.

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  8. Ohh – so fleißig!
    Wenn ich von Wetter und öffentlichem Nahverkehr dazu gezwungen worden wäre, das Training zu versäumen, wäre ich wohl auf der Couch gelandet!
    Ich finde auch, das gibt einen Riesenpluspunkt und beim Stadtlauf, darfst du die nächsten 5 Läufer überspringen :).
    Lieben Gruß, Doris

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    • Wenn ich 50 Sekunden schneller wäre, fände ich das glaube ich besser … eine Belohnung hab ich allerdings verdient, da stimme ich dir zu, liebe Doris! 😆

      Lieben Gruß,
      Anne

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