7. Akt: Summertime

„Summertime – and livin‘ is easy …“. Von wegen! Milljunen Leut‘ chillen auf den Kneipenterrassen am Zurlaubener Ufer oder am Viehmarkt. Milljunen Grills haben den ersten Einsatz des Jahres. Milljunen gut gekühlte Rieslinge und angenehm temperierte italienische Rotweine fließen in die Kehlen. Ganz Trier genießt einen entspannten Frühsommerabend. Nur die 10er-Trainingsgruppe von „Der TV bewegt“ macht einen auf „Abteilung Attacke“. Tempodauerlauf an der Mosel. Am schattenlosen Palliener Ufer. Ohne den kühlenden Wind der letzten Tage. 🙄

Vorab klappt’s endlich mit der seit Wochen geplanten Gymnastik auf dem Rasen im Waldstadion. Nur in der Kurzvariante allerdings: Jeweils was Hübsches für die Bauchmuskulatur und für die Wirbelsäulenstrecker. Dann turnen die Halbmarathonis allein weiter und wir 10er-Aspiranten traben runter an die Mosel. Letzte Gelegenheit zum Plaudern, nachher wird die Luft dafür nicht mehr reichen.

An der Unterführung geht’s los. Aufgabe: Nicht „all out“ rennen, sondern GA2. 17 ½ Minuten Richtung Pfalzel und dann retour. Der gute Wille ist da. Aber allein mit gutem Willen rennt man nicht 35 Minuten schnell. Der Körper muss schon mitmachen. Und der will nicht. Ich kenne eigentlich mein GA2-Tempo. Wenigstens das, was an normalen Tagen passt. Heute ist dann wohl kein normaler Tag. Den Puls krieg‘ ich hoch. Viel zu hoch. Die Füße dagegen nicht. Blöd irgendwie! 😦

Im Geiste lasse ich das berufliche und sportliche Programm der letzten Tage, inklusive der zu kurzen Nächte, Revue passieren. Ich nöle innerlich über die Wärme (genau wie ich vorher über Kälte und Dauerregen genölt habe) und schimpfe mit mir, weil ich im Tagesverlauf zu wenig gegessen und vor allem getrunken habe. Körperlich besser geht’s mir deshalb nicht. Aber ich höre wenigstens auf, mich über das miese Laufgefühl zu wundern und am Nutzen der ganzen Trainiererei zu zweifeln.

Mach ich eben langsamer. 150 m Gehpause gibt’s trotzdem, weil sich der linke Achillessehnenansatz beschwert. Da bin ich wohl zwischendurch unrund gelaufen – dafür krieg ich von meinen Füßen sofort die Quittung. Der letzte schnelle Kilometer und das Auslaufen fühlen sich aber wieder lockerer und flüssiger an, der Sehnenansatz ziept nicht mehr und gibt auch heute, am Tag danach, Ruhe.

Und überhaupt macht Laufen ja eigentlich doch Spaß, auch wenn’s mal anstrengend ist. Allerdings kann ich nicht eben behaupten, dass ich das bevorstehende Ende der kraft- und tempobetonten Trainingsphase bedauere. Am Wochenende noch ein längerer lockerer Lauf und eine ausgedehntere Radeinheit zum Ausklang. Dann folgt eine Regenerationswoche. Von „Füße hochlegen“ wird aber sicher keine Rede sein, wie ich unseren Coach einschätze. 😉

2013-06-06_Füße hoch 002

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16 Gedanken zu “7. Akt: Summertime

  1. Liebe Anne, das war gestern sicher nicht der ideale Tag, um eine Tempoeinheit zu laufen, noch dazu in der Sonne. Aber Du hast Dich nicht davor gedrückt, wie meinereiner, und hast Deinen Körper schon mal an sommerliche Temperaturen gewöhnt. Bei kühleren Temperaturen wirst Du dann bestimmt fliegen! LG Doris

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    • Liebe Doris, ja, für einen im diesen Jahr noch nicht an Wärme gewöhnten Körper (der eh eine geringe Wärmetoleranz hat) war das gestern nichts. Ich hätte mich auch gedrückt, wenn ich allein gewesen wäre, oder ich hätte mir eine schattigere Strecke gesucht. Zum Glück ist der Start zum Stadtlauf morgens um 9. Da kann es eigentlich nicht so warm werden. Ob ich dann allerdings fliegen werden …? 🙄 Besser wird es mir aber sicher gehen. 😎

      LG,
      Anne

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  2. Hallo Anne,
    ich denke auch, dass der Körper einfach noch nicht an die Belastung bei Wärme gewöhnt ist. Das der Puls dann höher als sonst ist normal. Mir ging es am Mittwoch ähnlich, nach den GA2 Intervallen. Ich hatte später sogar etwas Schüttelfrost. Also keine Sorge. Viel trinken. Wasser statt Riesling natürlich 🙂 .
    Komisch, dass jetzt so viele „Fuss-“ oder „Nacken“krank sind. Hoffentlich gibt das keine Epidemie.
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Hallo Karina,

      puh, Schüttelfrost hatte ich nicht. aber ich war ziemlich dehydriert, auch heute früh noch. Wenn man mehr als 2 kg in 2 Tagen verliert, ist das (leider!) überwiegend kein Fett! 🙄 Jetzt steht die Wasserflasche neben der Tastatur, damit ich das Trinken nicht vergesse.

      Fußkrank bin ich zum Glück nicht. Einfach nur ein vorübergehendes Zwicken, das vermutlich eher psychosomatischer Natur war. Alles wieder gut! Schon unterwegs, auch am späteren Abend und erst recht heute. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne
      (schon mal mit den besten Wünschen für das Wochenende – du wirst den Kraichgau rocken! 😎 )

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  3. Deswegen bin ich inzwischen kein Freund mehr von solchen starren Trainingsveranstaltungen. Weil sie logischer Weise keine Rücksicht auf meine Tagesbefindlichkeiten nehmen können.

    Aber Du schlägst Dich ja tapfer 🙂 Dafür mein allergrößten Respekt 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Tja, aus dem gleichen Grund ist das mit mir und den Trainingsplänen nicht als dauerhafte Beziehung gedacht. Ich wollte es einfach mal wieder ausprobieren. Für eine begrenzte Zeit ist es ok. Aber nach dem Stadtlauf kommt definitiv wieder der Plan nach F. Schnauze zum Einsatz! Und vorher auch, wenn mir andere Pläne nicht gut tun. 😎

      Danke, lieber Volker! Bei dir alles besser?

      LG,
      Anne

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  4. Nein, ich sage nichts mehr gar nichts mehr – nein, ich halte mich ganz da raus, ganz raus !! Wenn ich mir vorstelle, in Gemeinschaft auf einen Drill alle zusammen schnell laufen, ehrlich, da wundert es mich nicht, dass eine Beine nicht wollen, wahrscheinlich wollten sie nicht, weil dem Kopf das nicht gefiel – und hat es konsequent auf die Beine übertragen – ja, so muss es gewesen sein, kann ja nur, aber du weißt es ja selbst ganz genau. Ach ja, bald ist es vorbei !! Halte tapfer durch, dann kannst du wieder so laufen, wie DU willst, ganz alleine mit dir……………….. 😉

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    • Mich drillt oder zwingt ja keiner, liebe Margitta … das Ganze ist Teil eines freiwilligen und zeitlich befristeten Experiments, das ich zudem jederzeit abbrechen kann, wenn ich will. Allerdings zeichnet sich der Ausgang schon ab … Ab Juli gibt es wieder F. Schnauze, angereichert um einiges, was ich aus dem Experiment mitnehme! 😉

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  5. Hallo liebe Anne,
    ich hab großen Respekt vor deiner Leistung, weil ich vermutlich genauso mit mir hätte kämpfen müssen. Ich brauche immer relativ lange, um mich an die höheren Temperaturen zu gewöhnen und kaum bin ich soweit, ist der nächste Winter schon wieder da. 😆
    Aber nachdem ich ja sehr zur Bequemlichkeit neige, kommen mir manchmal solche Gruppenläufe gerade recht, um den Schweineyeti niederzuringen und trotzdem mal durchzubeissen. Dir scheint es da ähnlich gegangen zu sein. Ich bin wirklich gespannt, wie es dir dann beim Stadtlauf gehen wird. Und bis dahin trällere ich Stücke aus Porgy und Bess vor mich hin….
    Lieben Gruß, Doris

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    • Das Bekloppte ist, dass es wirklich nicht heiß war. Aber der Körper hat sich überhaupt noch nicht auf Temperaturen über 20 Grad eingestellt. Ich brauche auch immer Zeit zur Umgewöhnung – und an richtig schwüles Wetter gewöhne ich mich nie. 🙄

      Ich glaube, durchgebissen hätte ich mich auch allein – wenn ich was angefangen habe, ziehe ich das in der Regel auch durch, selbst wenn es hart wird. Aber vermutlich hätte ich beschlossen, dass entweder Zeit oder Ort für so eine Tempoeinheit nicht was Richtige sind! 😉

      Was den Stadtlauf angeht, hoffe ich auf das Prinzip „Superkompensation“. Michi hat versprochen, dass wir nächste Woche regenerieren dürfen … da fahr ich auf jeden Fall Schonprogramm und vertraue darauf, dass ich daraus um so fitter und frischer hervorgehen werde.

      Bis dahin: „Fish are jumping, and the cotton is high …“

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Tempodauerlauf. Bei dem Wetter. Kein Wunder, wenn das sich nicht so gut anfühlt. Man ist ja nichts mehr gewöhnt. 😉
    Da geht der Puls mal schnell höher als die Beine rennen können. 😉
    Unter solchen Bedingungen klingt Regeneration doch richtig verlockend.
    Auch wenn ich „befürchte“, dass es eine großenteils aktive Regeneration wird.
    Ach ja, du hast vergessen: Milliunen Mücken…. 😦
    Genieß den Sommer!
    Birthe

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    • Ja, liebe Birthe, man ist echt nichts mehr gewöhnt! Ich hoffe, dir ergeht es in Waxweiler besser! 😎

      Die Regenerationswoche wird läuferisch wirklich regenerativ! Ich hab mal flüchtig auf den Plan geschaut: Sie scheint mir eine einzige große Turnstunde zu werden! 😆 Als ob wir das über Wochen versäumte Stabi-Training nun in einer Woche nachholen sollten … ich seh’s schon kommen, nächsten Sonntag hab ich wunderbar erholte Beine, aber einen grauenhaften Bauchmuskelkater! 😉

      Milliunen Mücken … jetzt wo du es sagst! Ich schwing mich gleich auf’s Rad und hoffe, die Biester schlafen nicht! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. Du hoffst, die Biester schlafen NICHT? Na dann viel Spaß. (Oder meintest du „noch“?)
    Morgen soll es ja (bitte, bitte) teilweise bedeckt sein und womöglich auch noch regnen. Das klingt doch vielversprechend.
    (Oder es regnet nur kurz und dann geht es durch die Dampfsauna. Wir werden sehen.)
    Und viel Spaß beim „Turnen“.
    Viele Grüße,
    Birthe

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    • Äääää, natürlich „noch“! 😆

      Morgen regnet es. Und ist wunderbar temperiert. Ganz sicher! 🙂

      Viel Spaß & viele Grüße,
      Anne

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