6. Akt: Sägezähne

6. Akt von „Der TV bewegt“ – die überaus hohe Luftfeuchtigkeit der vergangenen Tage verheißt Spannung: Welches Programm erwartet uns heute im Trierer Waldstadion? Die Spekulationen reichen von Kneipp’schem Wassertreten über Flossenschwimmen im Neo bis hin zum Wakeboarden auf der Wasserskianlage an der gefluteten Aschenbahn.

Nur eins ist klar: „Der TV bewegt“ und Rumpfstabi auf der grünen Wiese – das passt in diesem Jahr nicht zusammen. Es wäre scheinheilig, wenn ich diese Tatsache allzu demonstrativ bedauern würde. Es wäre allerdings auch blauäugig zu glauben, der Drops sei bereits gelutscht. Noch vier gemeinsame Trainingseinheiten. Ab morgen soll das Wetter trocken und warm sein. Und bis nächsten Donnerstag kann der Rasen gründlich abtrocknen. 🙄

Heute fehlt mir das radlerische Aufwärmen. Der verspätete Feierabend lässt keinen Boxenstopp daheim zu. Und das Rad am Morgen mit zur Arbeit zu nehmen, war angesichts des Dauerregens nicht mal einen Gedanken wert. Also Busfahren bis zur Kaiser-Wilhelm-Brücke und ein zügiges Warm-up die Treppe von der letzten Trainingseinheit hinauf. Wenn wir heute nochmal die Stufen hoch wetzen, besteh‘ ich drauf, dass ich mir ein Intervall schenken darf! 😎

Aber heute gibt’s eh keine Treppe. Heute gibt’s nach kurzem Einlaufen im Falschen Biewertal einen Waldweg. Bergauf. Da krieg ich nix geschenkt. Will ich auch nicht, denn Waldwege lauf ich noch lieber hoch als Treppen.

Erstens tut Bergauflaufen ebenfalls der Optik der Glutealregion gut (wer’s glaubt, … 🙄 ).

Zweitens verbessert Bergauflaufen die Lauftechnik: Man hebt die Knie ein bisschen mehr als beim flachen Rumgeschlurfe. Man muss die Arme mehr einsetzen. Und ich profitiere davon, weil ich quasi zwangsläufig den Fußaufsatz Richtung Vor- und Mittelfuß verändere und nicht mehr so mit der Ferse aufdotze, wie ich es sonst – zumindest bei höherem Tempo – tue.

Und drittens ist es egal, warum Bergauflaufen gut tut, weil’s einfach Laune macht. 🙂

2013-05-31_Erdbeer 005

Und hinterher: Erdbeere-Mango-Straciatellajoghurt-Shake

Vorab gibt’s ein paar Übungen zur Lauftechnik: Beidbeinig aufwärts hüpfen, schön locker aus dem Fußgelenk, „wie ein Flummi“, so Michi. Bei ihm sieht’s nach Flummi aus. Bei mir fühlt es sich wie Bowlingkugel an. Zusätzlich Sprungläufe die Steigung hinauf. Das schult den kraftvollen Abdruck mit dem hinteren Bein.

Dann werden Sägezähne ins Höhen-, Puls- und Tempoprofil von Garmin gemalt: Erst vier kleine Zähnchen auf einem Steigungsabschnitt von hundert Metern. Flott bergauf, im ruhigen Trab oder gehend bergab. Die Gruppe muss sich erst einmal organisieren, bis jeder den richtigen Abstand zum Vorläufer wählt und die schnellen Gemsen und Bergziegen den gemütlicheren Mulis und den kraftvollen Hannibal’schen Elefanten nicht mehr in die Hacken laufen.

Anschließend vier größere Sägezähne, denn jetzt steht das gelbe Wendepunkthütchen 50 Meter weiter entfernt. Das erfordert mehr Einsatz, wenn auch die letzten Meter noch in halbwegs gleichem Tempo bewältigt werden wollen wie die ersten. Aber es klappt wirklich gut. Vor allem beim letzten Bergaufabschnitt– „die letzten 50 Meter des Stadtlaufs“, so klingen Michis Worte in unseren Ohren. Rainers Kollege zieht trotzdem vorbei und muntert mich auf dagegen zu halten. Nichts zu machen! Ich bleibe halbwegs dran, aber den Zielsprint verliere ich glatt. Wart’s ab! Beim nächsten Mal krieg ich dich! 😉

2013-05-31_Sägezähnchen

Viermal kurz, viermal länger – ich find‘ das Muster schon recht hübsch! 😉

Noch ein wenig auslaufen, erst mit den anderen 10er-Aspiranten, dann ein Ründchen allein, bis Rainer und Christoph mit den Halbmarathonis zurück sind. Um nicht auszukühlen, mache ich noch bei ihrer Gymnastik mit. Keine Dehnungen für die Beinmuskulatur, denn die könnten meine Waden und Oberschenkel nach den anspruchsvollen Bergläufen übel nehmen. Aber Schultern und Nacken zu dehnen, tut der Schreibtischarbeiterin immer gut. Und meditatives einbeiniges Fußkreisen oder Hula-Hoop ohne Reifen hat ja auch noch keinem geschadet. 😎

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16 Gedanken zu “6. Akt: Sägezähne

  1. Die Garmin-Zähne sind ja wirklich beeindruckend, Anne! Das sieht so richtig nach ernsthaftem Training aus. Da überlege ich doch glatt, ob ich heute mal wieder ein Hügelchen (zumindest einmal) in Angriff nehmen soll!! 😀
    Ab morgen wird es trocken bei euch? Klingt toll, dann wünsch ich mir NW-Strömung und das schöne Wetter wird pünktlich zu meinem Urlaubsende/Arbeitswiedereintritt bei uns sein 😆
    Lieben Gruß, Doris

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    • Ernsthaft mit ’ner Menge Spaß dabei, liebe Doris! Spaß hättest du auch allein, also nix wie rauf auf die Hügel!

      Das mit dem „trocken“ war nur ein Gerücht: Ein kräftiges Schauer gab es heute früh, und einladend sieht es auch jetzt noch nicht aus! 😦 Trotzdem „fürchte“ ich, der Sommer kommt, wenn du wieder arbeiten musst. Es gibt keine höhere Gerechtigkeit auf dieser Welt … 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  2. Aha, keine Matten im Schlamm! DAS war schonmal gut. Euer Training von gestern gefällt mir ausnehmend gut. Ich bin gespannt, wie der Stadtlauf danach funktioniert!
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Keine Matten im Schlamm, nur Hubbel auf festen Waldwegen! Auf den Stadtlauf bin ich auch gespannt. Den könnte ich zur Abwechslung mal ernsthaft angehen, sprich: Nicht mit 95, 96 % laufen, sondern wirklich ausbelasten und sehen, was geht. Mal sehen … 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  3. Das sieht ja nach richtig anspruchsvollem Training aus. Und scheint Spaß gemacht zu haben.
    Und die schöne Grafik…. 🙂
    Du wirst aus der Unterführung bei den Kaiserthermen nur so heraus fliegen!
    Liebe Grüße,
    Birthe

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    • Die Grafiken von SportTracks find ich immer wieder hübsch! Die Sägezähne der Pulskurve dürften gern noch ausgeprägter (sprich: die Erholung schneller/deutlicher sein). Aber das kommt schon noch. 🙂

      Ich hoffe doch sehr, dass ich aus der Unterführung nur so herausfliege. Und auf dem letzten Stück geht’s dann „bergab“, das lädt zu einem richtig schnellen Kilometer 10 ein. 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Aus dir macht der michi noch eine Läuferin der ersten Sahne !!

    Am besten gefällt mir GLUTEALREGION, sehr vornehm ausgedrückt, gluteus maximus und minimus und sonstige kenne ich ja genügend, zumal ich mich auch mit dieser Region schon wegen meiner Perifies-Gescichte ausgiebig befasst habe; der Ausdruck GLUTEALREGION lässt sich natürlich ableiten, aber war mir bisher nicht bekannt.

    Ich finde schon, dass Laufen der Optik der GLUTEALREGION ein besseres Bild verleiht, zumindest ist die Muskulatur fest und kann sich sehen lassen – schau‘ mal bei michi – ganz diskret – natürlich !! 😉

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    • Oh, da ist Hopfen und Malz verloren, fürchte ich! Ich hab zwar eine flinke Zunge und einen brauchbaren Wortschatz, aber flotte Beine werde ich in diesem Leben nicht mehr bekommen. 😦

      Und diskret oder nicht – ich werde doch meinem Trainer nicht auf den … gucken – oder heiße ich etwa Mrs. Robinson? 😉

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    • Das übt sich, lieber Volker! Du musst nur öfter Berge hochlaufen! 😉

      Das mit der Fabelzeit halte ich allerdings für unwahrscheinlich. Für meine alten Bestzeiten auf 5 km bis HM hab ich ja auch schon ziemlich systematisch trainiert, zwar nicht mit kurzen (Berg-)Intervallen, aber doch mit regelmäßigen Tempoläufen und so schnuckeligen Einheiten wie 3-5 x 1000 m im 10er-Tempo. Und ich fürchte, gegen 7 kg (immerhin: Tendenz leicht fallend) und 5 Jahre mehr kommt das beste Training nicht an! Oder doch? 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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    • Vielen Dank für die Klarstellung, lieber Rainer! Einen Moment hab ich befürchtet, dass du dich auf ganz andere Kurven beziehen und deine Aussage mit einem deiner Blog-Fotos vom letzten Training belegen würdest! 😉

      Was die Unerreichbarkeit bestimmter Körpermaße angeht, kann ich dir nur beipflichten – so viele Sägezähne können wir gar nicht in unsere Garmin-Profile laufen, um auch nur annähernd dieses Format zu erreichen. 🙂

      Trotzdem: Wir bleiben dran! 😎

      Liebe Grüße,
      Anne

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  5. Das sieht nach einem atemraubenden Training aus! Bei mir ist das meist eher weniger gleichmäßig. Irgendwie bekomme ich das nicht so recht hin, mit den Intervallen. Da schlackert alles an mir und bei der Geschwindigkeit rum…

    Deinen Shake muss ich mal probieren – hört sich köstlich an! Zumal ich an Erdbeeren und alles, was sie enthält einfach nicht vorbeikomme!

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    • Ich glaube, das übt sich mit dem gleichmäßigen Laufen und der Krafteinteilung. Oder? 😎

      Der Shake ist köstlich – ich quirle mir momentan sehr oft so etwas nach dem Sport. Brombeer-Banane ist bisher mein Favorit! 🙂

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