Dann eben nicht! – 6. Meulenwaldlauf in Hetzerath

12:15 Uhr, Trier-Schneckenhaus: Der Plan ist eigentlich ganz überschaubar: Gemütliche 30 Kilometer einradeln, 8,5 Kilometer locker laufen – 30 Kilometer entspannt ausradeln. Und nun? So ein bisschen vera### fühle ich mich von den Wetterfröschen schon. Das, was da von Norden heranzieht, ist nicht „wechselnde Bewölkung“, sondern eine Wolkenwand. Und die wird nicht vom Wind wieder auseinandergerissen, sondern entlädt sich über uns und beweist dabei überraschende Ausdauer. OK, dann eben nicht einradeln, das wird zu knapp! Stattdessen nehme ich die Regionalbahn. Aber mit Rad – es gibt ja noch die Chance auf einen trockenen Heimweg.2013-05-24_Hetzerath0114 Uhr, Hetzerath-Sportplatz: Jau, das ist sehr übersichtlich. Und gemütlich. Ein paar Hände voll Teilnehmer. Ein umfangreiches Kuchenbüffet und alles, was Läufer sonst noch so hinterher essen und trinken wollen. Dazu jede Menge Blümchen. Anderenorts gibt’s eine Flasche Wein als „Zugabe“ zum Startgeld. Beim Meulenwaldlauf gibt’s – wie passend! – ein blühendes „Fleißiges Lieschen“.2013-05-24_Hetzerath14Der Start liegt etwa 5 Kilometer vom Sportplatz entfernt. Und ein ganzes Stück oberhalb des Orts. OK, dann eben nicht mit dem Rad zum Start! Stattdessen in Haralds Auto – nun verstehe ich auch, warum er mir so dringend vom Radeln abriet … 🙄2013-05-24_Hetzerath1315 Uhr, irgendwo im Meulenwald: Auf geht’s! „Klein, aber fein“ – so lässt sich die Veranstaltung charakterisieren. Insgesamt etwa 120 TeilnehmerInnen in den drei Läuferfeldern (Bambini, 5 Kilometer und 8,5 Kilometer) und einer Walking-Gruppe. Harald und ich reihen uns hinten ein. Von Anfang an führt die Strecke ausschließlich über Waldwege. Die sind zwar weich, aber nicht so matschig, dass das Laufen riskant oder unangenehm würde.2013-05-24_Hetzerath04 Ich komme aus dem Grün-Anschmachten gar nicht raus. Der Meulenwald ist einfach schön, jetzt mit dem frischen Maigrün der Buchen und den feinen zartgrünen Spitzen der Fichten um so mehr. Und dazwischen leuchtet immer wieder das Froschgrün der mit farblich passenden Kompressionsstrümpfen perfekt gestylten Läufer von der LG Meulenwald-Föhren.2013-05-24_Hetzerath03Nach zwei unkomplizierten Kilometern werden der dritte und vierte Kilometer etwas fordernder. Sprich: Es geht kräftig bergauf. Wir machen piano. Harald hat nicht seinen besten Tag erwischt und ich mag nicht schneller, sondern will lieber so’n bisschen in der Gegend rumgucken und fotografieren.2013-05-24_Hetzerath05Nach 4 Kilometern ist die Kuppe erreicht. Für ein kurzes Stück führt der Weg aus dem Wald heraus und eröffnet einen traumhaften Panoramablick über die Feld- und Wiesenlandschaft rund um Dierscheid. Ein wenig Stehenbleiben und Genießen muss erlaubt sein.2013-05-24_Hetzerath06 2013-05-24_Hetzerath07Dann bedarf es aber eines Zwischenspurts, um Harald wieder einzuholen. Etwas schweren Herzens – aber nun auch noch die Infotafeln des Waldlehrpfads zu studieren, wäre endgültig nicht mehr im Sinne eines Lauf“wettkampfs“ gewesen. 😉2013-05-24_Hetzerath09Eine kurze steile Rampe hoppeln wir hinauf, angefeuert von einer Handvoll Zuschauern, inklusive Kinder, die genau wie wir Spaß am Abklatschen haben. Ja, hier im Meulenwald ist an der Strecke mehr los als beim Stadtlauf im Schrotti-Viertel von Trier-West!2013-05-24_Hetzerath08

Von nun an können wir es bergab rollen lassen. Ein bisschen einsam wird’s auf der Stecke. Ein Krankenwagen mitten im Wald – das Rote Kreuz von Dierscheid genießt die „Sommerfrische“. Einige Spaziergänger, die beiden Damen vom Verpflegungsstand. Weiterhin Zeit zum Grün-Anschmachten. Einer ist wohl noch hinter uns – oder nicht? Egal. Harald hadert doch etwas mit seiner Form, die ihm eine Persönliche Schlecht-Zeit auf der Strecke beschert. Ich nehme das Ganze als reinen Genusslauf. Im Ziel bei warmem gesüßtem Tee zeigt die Uhr einen Pulsschnitt im unteren GA2-Bereich. Passt also genau.2013-05-24_Hetzerath122013-05-24_Hetzerath10 2013-05-24_Hetzerath112013-05-24_Hetzerath1617:40 Uhr, Hetzerath-Sportplatz: Nach ausgiebigem Quatschen mit anderen Läuferinnen, unter anderem mit Birthe, die souverän vor Marion die Frauenwertung gewonnen hat, und der Siegerehrung mache ich mich doch noch mit dem Rad auf den Rückweg. Ein kurzer welliger Streckenabschnitt eröffnet herrliche Ausblicke auf grüne Wiesen in den Ausläufern der Eifel.2013-05-24_Hetzerath20 2013-05-24_Hetzerath19 2013-05-24_Hetzerath18Dann geht’s vorbei am Sportflugplatz. Kurz überlege ich, ob ich dort gleich den eben bei der Tombola gewonnenen Gutschein einlösen will. Aber es rollt gerade so schön. OK, dann eben nicht! Stattdessen im 30er-Schnitt flüchten vor dem Unwetter, das sich über mir zusammenbraut.2013-05-24_Hetzerath2218:16 Uhr, Schweich-Bahnhof: Das ist jetzt irgendwie Mist! Die Türen der Regionalbahn schließen sich vor meinen Augen – ohne mich und mein Rad. Und ich frage mich, wo ich die fehlenden 30 Sekunden verloren habe. Viel Zeit zum Überlegen bleibt aber nicht, weil die schwarzblaue Wolkenfront mich eingeholt hat. Just bevor die ausgiebige Intensivdusche vom Feinsten einsetzt, schaffe ich es noch runter in den Ort. OK, dann eben nicht direkt nach Hause! Stattdessen das Abendessen in eine örtliche Pizzeria vorverlegen.

2013-05-24_Hetzerath21

19:15 Uhr, Schweich-Ort: Der Guss ist vorüber. Nur kalt ist es jetzt. Aber mit Mütze unterm Helm und Regenjacke lassen sich die letzten 15 Kilometer ganz angenehm und trocken strampeln. Und zur Besorgung des Feierabend-Fußball-Biers (das dann aber gar nicht mehr getrunken wird), reicht die Zeit auch noch.

Fazit: Der Meulenwaldlauf ist ein sehr „ursprünglicher“ Lauf auf einer fordernden, aber nicht übermäßig schweren Strecke. Ohne Auto geht’s leider wegen der großen Entfernung der Strecke von der sonstigen Infrastruktur mit Duschen, Verpflegung etc. kaum. Aber schon der wunderschönen Umgebung und der familiären Atmosphäre wegen lohnt sich die Teilnahme!

Laufen 25.05.2013, Höhe

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19 Gedanken zu “Dann eben nicht! – 6. Meulenwaldlauf in Hetzerath

  1. Hallo Anne,

    da hast du ja noch einen spannenden Heimweg erlebt mit Tempospitzen und leckerem Essen. Ich finde es toll, dass du auch bei schlechtem Wetter das Alternativtraining mit dem Rad betreibst. Ich sollte mir dich zum Vorbild nehmen, damit mein neuer „Renner“ auch seine Daseinsberechtigung nachweisen kann. Und wer weiß? Vielleicht wird die Form dann auch wieder besser.
    Noch einen schönen Sonntag (auch wenn er natürlich wieder verregnet ist) und liebe Grüße
    Harald

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    • Hallo Harald,
      auf die Spannung hätte ich gern verzichtet – aber gut, in diesem Jahr muss man das Wetter nehmen, wie es kommt. 🙄

      Das Alternativtraining kann ich nur empfehlen. Erstens macht es Spaß und zweitens kann man damit was für die Ausdauer und damit die Form tun, ohne sich orthopädisch zu sehr zu belasten. Naja, und drittens wäre es doch schade, wenn dein Renner nur herumstehen und auf schönes Wetter warten würde. 😉

      Gleichfalls einen schönen Sonntag, mit lieben Grüßen,
      Anne

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  2. Was man alles erleben an einem einzigen Tag, das kann man bei dir lesen, lernen: Fahrrad fahren, Regionalbahn nutzen, laufen in schöner Landschaft mit bester Begleitung, Tombola-Gutschein, Einkehr beim Italiener, einkaufen…………und das alles ohne Auto, daran sollte sich manch einer ein gutes Beispiel nehmen.

    Und dann zu Hause vor dem Fernsehschirm das Spiel des Jahrhunderts auf sich wirken lassen – wie auch immer……sich unter die warme Decke kuscheln und vielleicht noch einen Blick in buntes Lesematerial werfen……. das mache dir erst einmal einer nach. YES !! 😉

    Nasse Grüße von der Ostsee bei warmem Tee !

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    • Fast ohne Auto – ohne Haralds Flitzer hätten mich die Höhenmeter bis zum Start ganz schön ins Schwitzen gebracht. Irgendwie wäre es gegangen, aber motorisiert war es halt doch komfortabler. 🙂
      Fußball gab es nur im Hintergrund – die Nase hing eher im bunten Lesematerial, das viel spannender war als jedes Rumgebolze von jungen Männern in kurzen Hosen!

      Prost an die nasse Ostsee von der nassen Mosel – ebenfalls mit einem Tee! 🙂

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  3. Hallo Anne,
    gemütliche 30km einradeln, laufen und ausradeln im 30er Schnitt. Ordentliches Programm, was du da absolviert hast. Der Jens bietet auch Triathlonkurse an, nicht nur Laufkurse 😉
    Und so lecker, wie die Spaghetti aussehen, war es es doch gut die 30sec. unterwegs liegen gelassen zu haben.
    Im ersten Moment beim Lesen dachte ich, du hättest einen Rundflug gewonnen 😉
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Naja, liebe Karina, die ersten 30 km sind dem Regen zum Opfer gefallen. Wenn ich die in den Beinen gehabt hätte, wäre der Lauf sicher nicht so locker geworden. Tria? Och nö, für mich ist das Rad primär ein Fortbewegungsmittel und kein Sportgerät. Und auch das Schwimmen soll nur Spaß machen und kein Training sein. 😉

      Gegen einen Rundflug hätte ich nichts gehabt … aber es wurden hauptsächlich Spirituosen und Gründpflanzen verlost, von Flug hab ich nichts mitbekommen 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Wie schön, die versprochenen Bilder.
    Bei der Bank war ich ja versucht, aber ich hatte leider kein Picknick dabei. 🙂
    Wir haben dich ja beim tapfer heimradeln noch gesehen, und ich hatte mich gefragt, ob du am Flugplatz hältst.
    Nun, so weißt du ja, wohin du demnächst mal eine Fahrradtour machst.
    Immerhin hatten wir gestern ja großenteils Glück mit dem Wetter.
    Und km2-4 waren wirklich 100hm? Interessant. Da muss ich doch gleich nochmal schauen, was da so auf der Uhr steht.

    Ich hatte übrigens den Eindruck, es war fast mehr Kuchen da als Teilnehmer…. Wirklich eine gute Betreuung. 🙂
    Schade, dass dieses Persönliche bei vielen großen Veranstaltungen verloren geht.

    Liebe Grüße,
    Birthe

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    • Ja, die Bank wäre ein feiner Picknickplatz gewesen. Ein paar Minuten hättest du doch eigentlich Zeit gehabt; du hättest trotzdem gewonnen … 😉

      Ich hab tatsächlich kurz überlegt, ob ich mein Abendessen schon am Flugplatz einnehme. Aber mir war wirklich nach Radeln – schade, dass der Regenguss zur Zwangspause geführt hat.

      Das mit den 100 HM kommt mir irgendwie spanisch vor, denn so steil hab ich die Strecke gar nicht in Erinnerung. Wäre gespannt zu erfahren, was andere Uhren gemessen haben!

      Das mit den „Fast mehr Kuchen als Teilnehmer“ fiel mir auch auf! 😆 Ich finde es sehr bemerkenswert, wie viel die Hetzerather da auf die Beine gestellt haben – rundum hat alles gepasst! So ein familiärer Lauf ist mir hundertmal lieber als eine anonyme Großveranstaltung!

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Ich habe mal nachgeschaut. Es waren wirklich ca. 100hm auf den 2 km (160 gesamt). Hätte ich nicht gedacht.
        EIN Manko hatte die Veranstaltung übrigens doch: Die Strecke war viel zu kurz. (Aber das wusste ich ja vorher.)

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        • Dann sind unsere Garmins sich einig – ich hätte das auch nicht vermutet. Und mit gemessenen 8,3 km war die Strecke auch zu kurz. Gemessen an der Ankündigung, aber auch in Relation zur Schönheit der Landschaft. 🙂

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  5. Hallo Anne,
    wow, sag mal, wieso startest du denn nicht bei Duathlons? Bei deinen Aufwärmradumfängen sind die doch für dich sicher auch machbar??!
    Der Lauf klingt wirklich super! Genau solche mag ich – kleines Starterfeld, gemütliche Atmosphäre, nicht allzuweit weg, Das war ja wirklich ein toller Tag! 😀
    Lieben Gruß, Doris

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    • Hallo Doris,

      wie ich bei Karina schrieb, das geplante Einradeln fiel dem Regen zum Opfer. Die kurze Strecke an der Mosel war z.T. noch unter Wasser, und über den Umweg wäre es zeitlich zu eng geworden. Aber grundsätzlich nutze ich das Rad eher als Fortbewegungsmittel und habe keinen größeren sportlichen Ehrgeiz beim Radeln.
      Der Tag war trotz des Regens rundum gelungen und der Lauf richtig schön – sehr empfehlenswert! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  6. Liebe Anne,

    Hauptsache Du hattest Spass, wenn auf das Einradeln nicht geklappt hat 😉 Dein „Wettkampf“geist lässt aber etwas zu wünschen übrig, tstststs 🙂
    Der Regen macht es sogar mir im Moment schwer mich zu motivieren, da er kalt ist und durch den starken Wind oft genug waagrecht daher kommt, aber dennoch bleibt der Stolz nach einem Lauf, oder?

    Salut und eine kurze Arbeitswoche

    Christian

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    • Du hast schon recht, lieber Christian, mir fehlt einfach die richtige Einstellung zum „Wettkampf“! 😆 Frau muss halt Prioritäten setzen – oder die Strecke zweimal laufen, einmal ohne Fotoapparat, einmal mit. 😉

      Wenn selbst du als bekennender Regenfan dich zum Laufen überwinden musst, will das schon einiges heißen! Ich musste mich heute auch überreden – wäre nicht nächste Woche ein Zahnarzttermin, der mich mindestens einen, eher zwei Lauftage kostet, ich wäre wohl auf dem Sofa geblieben. Aber dann hab ich es – mit ein bisschen Lauf-ABC – doch noch auf eine gute Stunde gebracht … und war stolz! 🙂

      Auch dir eine gute (& kurze) Arbeitswoche, liebe Grüße,
      Anne

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  7. Das Wetter sieht auf den Bildern doch ganz schick aus 😉 Ein ereignisreicher Tag für Dich.

    Das mit dem „andemGrünnichsattsehenkönnen“ geht mir auch immer noch so. So intensiv habe ich das schon lange nicht mehr wahrgenommen. Das liegt wohl dran, dass es so spät dran ist in diesem Jahr.

    Endlich mal ein „Essensbild“, dass mir nicht gefällt. Ich mag keine Oliven 😉

    Einen schönen Abend und guten Wochenstart wünscht
    Volker

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    • Auf den Bildern war das Wetter ja auch noch schick … 🙄 Vielleicht liegt es ein wenig daran, dass wir so ewig auf das Grün warten mussten. aber im Grunde geht mir in jedem Jahr so das Herz auf, wenn ich durch frisches Buchengrün laufen darf. 🙂

      Die Oliven hätte man auch weglassen können, sie waren völlig geschmacksneutral, während die Tomatensoße mit den Kapern und Sardellen sehr lecker war.

      Auch dir nur das Beste für die kommende Woche,
      Anne

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  8. Das war aber ein toller Tag! Der Lauf hätte mir auch gefallen. Klein und familiär!
    Und dann noch eine Fahrt mit dem Rad im Anschluss. Ein ganz schönes Programm, Anne.
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Bin sicher, dass du dich dort auch wohl gefühlt hättest! Die Kombi Rad – Lauf macht einfach Spaß. Da ich das Radfahren nicht als Sport, sondern als Fortbewegung sehe und entsprechend locker nehme, ist es gar nicht so anstrengend! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Pingback: Tschö 2013 | Weinbergschneckes Blog

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