3. Akt: Asche fressen

Den abwechslungsreichen 2. Akt, „Wir lernen das ABC“ und „Wir laufen am Limit“, hab ich in der vergangenen Woche verpasst. „In vollen Zügen“ war eindeutig schlechter. Von Mannheim nach Trier in knapp 5 Stunden – dieses unsägliche Alternativprogramm wird an Zähigkeit nicht einmal von einer Wagner-Oper übertroffen.

Zum 3. Akt von „Der TV bewegt“ bin ich wieder dabei. Gerade mal so eben, denn der Arbeitstag war etwas länglich. Mit dem Rad heimkommen, Banane rein, Wasser rein, Sportklamotten an und wieder per Rad die gut 20 Minuten zum Waldstadion gehetzt, zwischendurch den Drahtesel für das kurze Stück treppauf geschultert. Von oben bleibt es trocken, aber dank der hohen Luftfeuchtigkeit fühle ich mich schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz wie frisch geduscht.

Eine große Truppe sind wir heute. Weil Daniel kurzfristig erkrankt ist, betreut Michi neben den 10 km-LäuferInnen auch die AnfängerInnen. Mit der Herde von knapp 40 Schäfchen geht’s ab ins Stadion. Auch Rainer ist mit dabei, als Achillessehnen-Risikopatient zieht er unser flaches Tempolauf-Programm den Bergläufen vor, die Jens mit seiner Gruppe geplant hat. Schön, so haben wir noch ein wenig Zeit zum Quasseln und für letzte Planungen des Blogger-Treffens.

Locker einlaufen mit Rainer und Olli, dann im großen Kreis auf dem Rasen ein paar neue Kräftigungs- und Koordinationsübungen. Und jetzt wird’s ernst: Tempo bolzen, Asche fressen! 8 bis 10 mal 3 Minuten schnell, 1 Minute Pause dazwischen. Immer schön im Kreis rum auf der Bahn, die vom Regen etwas angematscht ist, aber auf der es sich trotzdem (oder gerade deshalb?) angenehm läuft.

Preisfrage: Wie schnell ist heute schnell? Bereits beim ersten Intervall sagen mir Pulser und Körpergefühl, dass „schnell“ heute „nicht so schnell“ bedeuten muss, wenn ich nicht nach den ersten drei Blöcken kapitulieren will. Es fällt mir schwer, ein richtiges Tempo zu finden, weil ich so eine Einheit noch nie gelaufen bin. Normalerweise – wenn ich überhaupt mal Tempotraining mache – renne ich schnelle Intervalle mit längeren Pausen oder zügige Dauerläufe ohne Pause. Aber nicht sowas.Laufen 08.05.2013Eins, zwei, drei, vier, fünf – jedesmal sehne ich den Pfiff herbei, der das Ende des schnellen Abschnitts signalisiert. Ich würde ja gern mit einer Gruppe laufen, dann würde es vermutlich leichter gehen. Aber die vier KollegInnen vor mir sind ein paar Sekunden zu schnell und hinter mir passt das Tempo auch nicht richtig. Also renn-trabe ich so vor mich hin und lasse mich immer wieder von Rainer überrunden – zum Glück ist die Bahn nicht trocken, sonst würde ich wohl bei jeder Überrundung in einer Staubwolke verschwinden. 😉

Nach sechs schnellen Abschnitten mache ich aus der Trabpause jeweils eine Gehpause, um den Puls deutlicher runterzubekommen. Sieben, acht. Den achten Abschnitt noch einmal richtig zügig. Mit diesem Pflichtprogramm ist es heute gut. Genug Asche gefressen – Nummer 9 und 10 spare ich mir. Ich kann mich damit entschuldigen, dass ich seit Freitag jeden Tag „auf den Beinen war“, zwar nicht immer laufend, aber radelnd oder marschierend. Nun will ich aber morgen und am Samstag für unseren LäuferInnenbesuch fit sein. Außerdem ist die Rennerei im roten Rund bei der Schwüle doch etwas mühselig – wer will schon einen Kreislaufkollaps riskieren. 😎

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10 Gedanken zu “3. Akt: Asche fressen

  1. Kreislaufkollaps der anderen Art 😆

    Das war schon eine Trainingseinheit der etwas anspruchsvolleren Art. Besonders bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit. Spaß gemacht hat es dennoch. Und jetzt entspannen wir uns.

    Ich freue mich!

    Bis später

    Rainer 😎

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    • Es erinnerte auch ein bisschen an Bootcamps, der Trainer mit der Pfeife am Rand, wir hechelnd auf der Bahn! 😉

      Quatsch, der Michi ist ein Netter – trotzdem macht mir sowas nur dann Spaß, wenn es hinreichend selten stattfindet. 😆

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  2. Wie schnell ist schnell? Eine interessante Frage. Jedes Mal wieder. Und in zehn Jahren, wenn du denkst, du hast mehr Erfahrung. (hast du dann natürlich auch) stellst du sie dir trotzdem wieder.
    Ich finde übrigens eine bestimmte Strecke schnell laufen mit Pause (da sieht man das Ende) viel einfacher als eine bestimmte Zeit schnell laufen zu müssen.

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    • Mir fällt es auch viel leichter, sowas wie 400 oder 1000 m schnell zu rennen – da weiß ich, wie ich die Belastung dosieren muss. Aber 3 Minuten? Wie du schreibst, man sieht nicht, wie weit es noch ist. Ursprünglich hatte ich gehofft, ich schaffe in der Zeit 1,5 Bahnen, da wäre das Schätzen leicht gewesen. Den dafür nötigen 5:00er-Schnitt konnte ich am Mi nicht laufen (bzw. ich hätte das nicht 8 x geschafft). Aber da will ich (wieder) hin! 😎

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  3. Während meines ersten Marathontrainings habe ich dieses Tempogebolze auf der Aschenbahn gehasst. Da hätte ich heute keine Lust mehr zu.

    Ich denke, Du bist jetzt schon mitten im Bloggertreffen. Ich freue mich sehr morgen dazu zu stoßen 🙂

    Habt einen schönen Abend, bestell schon mal liebe Grüße wenn Du das hier noch lesen solltest.

    Bis morgen!
    Volker

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    • Ach, so alle Jubeljahre mal macht das schon Spaß … aber nicht allzu oft. 🙄

      Ich hoffe, du bist gut unterwegs und vielleicht sogar schon angekommen. Wir sehen uns gleich, liebe Grüße,
      Anne

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  4. Was für eine Einheit! Nicht von schlechten Eltern! Ich finde das super, dass Du bei dem Kurs mitmachst. Wenn ich demnächst meine Grundlage wieder aufgebaut haben, dann mache ich auch mal wieder ein wenig Tempo. Sonst bleibt es beim Schleichtempo. Und eine Zeit lang macht mir das durchaus Spaß. Nur nicht zuviel Zwang dabei.
    Viel Spaß beim Bloggertreffen. Bin in Gedanken voll dabei!
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Danke, liebe Bianca, den Spaß haben wir!

      Was den Kurs und das Tempolaufen angeht: Ja, wenn man das ganz zwanglos angeht, macht es richtig Spaß! 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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