Übertrieben

Ich geb’s zu: Meine Parkbankübungen lassen nach wie vor jegliche Eleganz vermissen. Aber dass ein etwa 3-jähriges Mädchen auf dem Spielplatz bei meinem Anblick anfängt zu HEULEN, finde ich dann doch übertrieben. 🙄

Die Eltern der Kleinen bedenken mich mit Blicken, die zwischen Vorwurf, Mitleid und Verständnislosigkeit schwanken – ich muss ihnen fast noch dankbar sein, dass sie ihrer Tochter nicht die Augen zuhalten oder sie wegzerren. Ok, ich habe verstanden. Das nächste Mal trainiere ich im Dunkeln! 😉

Hätte ich das heute getan, hätte ich allerdings den Rest des Sonnenscheins verpasst. Pünktlich zum Wochenbeginn hat sich nämlich wieder Schönwetter mit milden 16, 17 Grad eingestellt. In Frühlingsfarben schwelgend hänge ich ein gut 40-minütiges Joggingründchen im Tiergarten an.203-04-29_Schafe 01

Die Runde beschert mir ein Rendezvous mit der riesigen Schafherde, die ich schon im vergangenen Jahr hier antraf. Sehr entspannend, ein paar Minuten innezuhalten, die Flut an wolligen Leibern vorbeiziehen zu sehen und dem Stimmengewirr der Muttertiere und ihrer Lämmern zu lauschen. Leider hinterlassen die Vierbeiner den Asphalt nicht gerade im reinlichsten Zustand … nun gut, meine Green Silence haben glücklicherweise nur wenig Profil …

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18 Gedanken zu “Übertrieben

  1. Also so geht das wirklich nicht, liebe Anne. Als junge Erwachsene kann das Mädchen dann mit Ihrem Therapeuten dieses Kindheitstrauma aufarbeiten :mrgreen:

    Die wolligen Vierbeiner hätten das sicher lockerer weggesteckt 😉

    Aber die sorgten dann ja gleich für die nächste elegante Übung: Den Tanz über die Hinterlassenschaften. Den kenne ich übrigens ganz gut 😀

    Da sag nochmal einer Laufen ist langweilig, man bzw. frau erlebt dabei doch immer etwas 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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  2. DANKE, lieber Volker! Jetzt fühl ich mich nicht nur wie der letzte Bewegungstrottel, sondern hab auch noch Schuldgefühle, weil ich das arme Kind traumatisiert habe! 🙄
    Und wenn ich in Gegenwart der Schafe rumgeturnt wäre, hätte es vermutlich eine Stampede gegeben, die Tiere wären in Panik verendet und ich hätte dem Schäfer seine halbe Herde ersetzen müssen.
    Mit Tanz über die Hinterlassenschaften war nicht viel zu machen. Wenn 600 Tiere auf einer 3 m breite Straße getrieben werden, gibt es hinterher kaum noch eine saubere Stelle.

    Ja, das Läuferleben ist schon voller kleiner Abenteuer! 😆

    Liebe Grüße,
    Anne

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  3. Nur nicht einschüchtern lassen, liebe Anne. Kinder müssen das aushalten. Vom Trauma der Bewegung … Ein neuer Therapieansatz für Kinderpsychologen.

    Aber sollen die Schafe ruhig mal ziehen. Wir bewegen uns im Zweifel gegen den Strom. Auch wenn es manchmal dreckig wird 😉

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Hinterher wirft man mir noch vor, ich würde meinen KollgeInnen aus der Therapiefraktion die Klientel beschaffen … 🙄

      Wir schwimmen gegen den Strom, lieber Rainer, das hast du schön gesagt. Auch wenn uns das manchmal in die Sch### bringt! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  4. Liebe Anne, die Kleine hat bestimmt nicht deinetwegen geweint, wahrscheinlich haben die Eltern ihr gerade in diesem Moment einen lang gehegten Wunsch nicht erfüllt, und da fangen ja Mädchen bekanntlich an, kullernde Tränchen zu verlieren, um dann doch noch…… weißt schon, schließlich waren wir ja auch mal so klein !!

    Bleib‘ am Ball, lass‘ dich nicht beirren, denn bekanntlich macht ja Übung den…………….. weißt schon !! 😉

    Die Schafe finde ich auch schön, ich mag solche Herden – und genauso ungeniert solltest du dich auch bewegen, mögen sie denken, was sie wollen, die anderen…… die Kleine hat sicherlich nicht deinetwegen geweint, so schlimm kann es gar nicht gewesen sein !! 😉

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    • Ich hoffe mal, die Eltern haben nicht gelogen, als sie hinterher meinten, die Kleine hätte unbedingt noch rutschen wollen und nicht mehr gedurft. 😉 Übung macht … genau … ich werde jetzt wie ein braves Schäfchen weiterturnen, immer den anderen nach … es wird auch schon viel besser! 😎

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  5. Oh Schafe wie schön. Im Moment ist Lämmerzeit die sind so süß. Übrigends könntest du doch Übungen auch mit der Herde machen. So Ausfallschritt nach vorn gleich dehnen der Muskulatur und nebenbei sammelst du den Dünger ein für den Garten (grins).

    Vlt. müßte ich auch mal wieder regelmäßig zu Thai.Bo gehen, da machen wir auch immer so ähnliche Sachen nur ohne Parkbank und kleine Kinder. Wie läuft das denn ab mit dem urs, bekommt ihr da einen Wochenplan? Bei uns im Radio (radio Zwickau) läuft gerade von 0 auf 42 Marathon im Herbst in New York. Da konnte man sich anmelden. Was ich aber als Schwachsinn ansehe von April bis zum Herbst auf Marathon zwar mit Trainer aber in den paar Monaten nenenene..

    LG Bärbel

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    • Dass die Schafe dir gefallen, dachte ich mir schon … obwohl: Du willst ihnen ja eh nur an die Wolle! 😉 Die Lämmer sind süß, davon waren sehr viele mit dabei, die Herde ist etwa 600 Köpfe stark.

      Für den Kurs bekommen wir jede Woche einen Plan (im Moment 3 Laufeinheiten mit Stretching und ergänzenden Kraftübungen, später auch Lauf-ABC). Einmal wöchentlich treffen wir uns, da werden die Übungen erklärt / ausprobiert und wir machen ein Läufchen zusammen. Momentan noch alles ganz harmlos! 😎

      Von den 0 auf 42-Aktionen halte ich auch nichts, völlig hirnrissig und verantwortungslos. Es mag einzelne Leute geben, die das hinkriegen, aber das Verletzungsrisiko ist viel zu groß.

      LG,
      Anne

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  6. Hallo Anne,
    wahrscheinlich hat die Kleine geheult, weil sie mitmachen wollte, aber nicht durfte!!!! Die Eltern versuchen gerade ihr jegliche Bewegungsfreude abzugewöhnen und waren dementsprechend sauer, wie sie dich dabei erwischt haben, beinahe verschüttete Erinnerungen in der Kleinen wachzurütteln!!! 😉

    Da sind mir die Mutterschafe mit ihrem Nachwuchs lieber – die sind da irgendwie viel ausgeglichener :D.
    Lieben Gruß, Doris

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    • Das ist eine schöne Erklärung, liebe Doris … endlich bin mal nicht ich die „Böse“! 😆 Die Erziehung bei „Schafs“ ist sicher viel freier als die bei „Menschs“. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  7. War es denn wirklich wegen deinen Übungen? Vielleicht war die Kleine einfach neidisch, dass sie noch nicht so sportlich ist wie du 😉
    Beim Laufen mag ich es eigentlich, wenn mir hin und wieder mal Tiere über den Weg laufen. Eine Schafherde ist bestimmt nicht minder spannend! Schade, dass sie auf den paar Metern dann so viel Dreck hinterlassen. Aber Augen zu und weiter laufen 😉

    Liebe Grüße,
    Markus

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    • Ich fürchte, in punkto Sportlichkeit hätte die Kleine mich locker in den Schatten gestellt! 🙂

      Tierische Begegnungen beim Laufen mag ich auch sehr, wenn es sich nicht gerade um unfreundliche Hunde oder Wildschweine handelt. Daher hab ich mich über die Schafe gefreut. So ein paar Köttel sind da wirklich egal … 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  8. Ja, ja… Kleine Mädchen erschrecken, das kann’se! Was die Kinder von heute auf dem Spielplatz alles so für Anblicke ertragen müssen. Früher waren da wenigstens Massen von anderen Kindern, und die lieben Kleinen waren beschäfftigt. Dass Du soviel Aufsehen erregt hast, kann doch nur bedeuten, dass sonst nicht viel los war!
    Uuuuh, und ein Ritt druch die Schaftsch… Auch nicht schön. Aber die Schafe, die gefallen mir!
    Liebe Grüße,Bianca

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    • Ja, die Kleine war tatsächlich allein mit ihren Eltern und ihrem Brüderchen da, keine Spielgefährten in Sicht. Da musste sie sich wohl mit der moppeligen Alten beschäftigen, die nebenan komische Turnereien vollführt. 😉

      Die Schafe waren so schön, da störten ihre Hinterlassenschaften nicht übermäßig. 🙂

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Sie sind auf den Petrisberg weitergewandert. Jetzt hättest du Schafe und Spielplatz direkt beieinander. 🙂
    Ich vermute ja auch, dass die Kleine mitmachen wollte.
    Aber nicht durfte.
    „Du kannst doch nicht mit deinen dreckigen Schuhen auf die Bank! Da wollen sich noch Leute hinsetzen…!“

    Warst du eigentlich erst in der Schafk… oder erst auf dem Spielplatz? 😉

    Ich wünsch dir einen schönen sonnigen Feiertag,
    Birthe

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    • Aha, auf den Petrisberg – dann hab ich die Schafköttel übermorgen auf dem Weg ins Büro! 🙂

      Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich statt der Parkbank – eben wegen der Zuschauer und um pampige Kommentare zu vermeiden – ein etwa gleich hohes Mäuerchen genutzt habe. Und natüüürlich bin ich den Schafen erst später begegnet! 😆

      Schönen Feiertag gehabt zu haben – am Nachmittag war ja sogar Sonne dabei!
      Anne

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