Rollen lassen

Ein mittleres Wunder ist geschehen! Wo über Jahre hinweg Wurzelaufbrüche den Asphalt in ein Waschbrett verwandelt haben, ist jetzt alles eben. Wo männliche Radler wegen der heftigen Schläge aus dem Sattel gehen mussten, um nicht vor Schmerz das dreifach gestrichene c zu jodeln, kann man heute störungsfrei vor sich hin strampeln. Wer auch immer das Geld zusammengekratzt hat, um die vollkommen kaputten Passagen mit ihren Stolperfallen für Läufer frisch zu asphaltieren – er hat etwas äußerst Verdienstvolles getan, das allerdings auch längst überfällig war! Endlich macht das Radfahren am Konzer Moselufer wieder Spaß! Trotz der Kälte, die an einem Fast-Schon-Mai-Sonntag zum Handschuhtragen zwingt. 70 Minuten lockeres Radeln, hinterher Stretching … ich bin aber auch sowas von brav! 😉

2013-04-28_Kalt 003

Angesichts des Spaßes auf der Radrunde ist auch das kleine Ärgernis zu Beginn schnell abgehakt. Beim Bergabfahren gerate ich nämlich in einen Pulk von mindestens 15 Hundebesitzern nebst Kleinkindern, die ohne links und rechts zu gucken vom Parkplatz direkt auf den Radweg latschen, mich zum heftigen Abbremsen zwingen und auf mein „Achtung, hier ist ein Radweg!“ auch noch pampig werden.

Es wird so viel über „Schwarmintelligenz“ geschrieben. Aber wenn sich eine Horde von Menschen in der Öffentlichkeit bewegt, sollte man besser von „Schwarmdämlichkeit“ oder „Schwarmdreistigkeit“ sprechen. Jedes Gruppenmitglied überlässt es den anderen, aufmerksam für die Umwelt zu sein! Alles schnattert wild und ist nur miteinander beschäftigt, ohne ein Auge für die Umwelt zu haben. Jedes Pavianrudel, jede Murmeltierfamilie verhält sich im Umgang mit potenziellen Gefahren vernünftiger! So gesehen ist es wirklich erstaunlich, dass menschliche Dummheit noch nicht ausgestorben ist. 😉

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22 Gedanken zu “Rollen lassen

    • Du hättest sie mal erleben sollen .. 😉

      In Winterradbekleidung war’s ok – es hat auch nur eine halbe Stunde gebraucht, bis die Schuhe dank Wärmflasche wieder aufgetaut waren! 😎

      Liebe Grüße zurück,
      Anne

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  1. Ach herrjeh, ein Rudelärgernis! Dem bin ich heute Vormittag erfolgreich ausgewichen…
    Aber Hauptsache ist, der Rest der Runde hat dich wieder entschädigt und du konntest dich über die neue Glattheit (?), Ebenheit(?) (äh… weißt du was ich meine??) der Strecke, freuen und dahinsausen.
    Lieben Gruß, Doris

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    • Ich konnte nicht ausweichen, ich musste mitten durch!: roll:

      Ja, ich weiß, was du meinst! 😉 Es war mehr so ein regeneratives Rollen als ein Sausen. Aber allein zu wissen, dass man jetzt sausen kann, macht Freude! 😉

      Lieben Gruß,
      Anne

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  2. ja das wurde wirklich mal Zeit 🙂 war die letzten zwei Wochen zwar etwas komplizierter zur Arbeit zu Radeln, bei den ausgehobenen Löchern und Baumaschinen, aber es hat sich auf jedenfall gelohnt! 🙂

    Grüße, Läufer und Radfahrer Dominik aus Konz 🙂

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    • Bringt dir morgens bestimmt ein bis zwei Minuten, oder? 😉 Mich wundert, dass die Schwäne offenbar bei dem Getöse cool geblieben sind, es wird wenigstens momentan fröhlich weitergebrütet. 😎

      Viele Grüße zurück an den schnellen Läufer und Radfahrer! 🙂

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  3. ich habe mich heute morgen einem kollektiven Rudelereigniss angeschlossen: die 10 km im Rahmen des Oberelbe-Marathon in Dresden 🙂 – obwohl heute morgen gerade mal eine einstellige 1 auf dem Thermometer stand hat es richtig Spaß gemacht beim kollektiven Bibbern und Laufen.
    Ich hoffe wir sind als Massenrudel nicht ganz so unangenehm aufgefallen, wie deine Begegnung.
    In der Hoffnung auf wärmere Tage
    bis bald Jacqueline aus Sachsen

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    • Naja, für solch ein Rudelereignis werden ja normalerweise Straßen gesperrt und man läuft keinen Radlern zwischen die Speichen! :-9

      Ihr habt trotz der Kälte viel Spaß gehabt, so soll es ja auch sein bei einem Wettkampf! 🙂

      Viele Grüße,
      Anne

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  4. Ja, die Schwarm…äääh…unachtsamkeit. Gleiches Phänomen z.B. beim Familienausflug. Allein gehen die Kinder nicht verloren. Ist man zu zweit, kann es schon passieren, dass man mal suchen geht, weil ja irgendwie gerade der/die andere doch bestimmt aufgepasst hat… 🙂

    Die Strecke nach Konz ist sommertauglich gemacht? Wäre ja eine Idee für den letzten (nicht ganz so) langen Lauf nächste Woche.

    Evtl. bis Mertesdorf (dann aber nur gucken oder gaaaanz kontrolliert)

    Birthe
    (Derzeit nur in die anderer Richtung mit dem Fahrrad unterwegs. Da gibt es auch ein paar üble Stellen.)

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    • Bisher habt ihr aber noch immer alle Kinder wiedergefunden, oder? 😉

      Die Strecke nach Konz läuft sich wirklich angenehm, keine Stolperfallen mehr. In anderer Richtung (v.a. im Stadtgebiet von Trier) gibt es in der Tat auch fiese Stellen, hoch nach Irsch/Hockweiler sicher auch!

      Für Mertesdorf hast du doch einen Startplatz, oder? 😉

      LG,
      Anne

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      • Tja, das mit dem Startplatz wusste ich bis eben noch nicht. (Das war so ein: Wenn ich selbst melden muss, laufe ich nicht- Lauf. 😉 Und siehe da, es klappt.)
        Durch deine Bemerkung neugierig gemacht, habe ich dann mal auf den einschlägigen Seiten nachgeschaut. 🙂
        Also TDL am Samstag. Ruuuuhig bleiben üben. 😉
        So 45 Minuten werden die Kinder ja ohne mich auskommen. (Geht euch mal Kuchen holen, ja?)
        Und ja, bislang sind alle wieder aufgetaucht. 🙂
        LG, Birthe

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        • Das mit dem „ruuuhig bleiben“ wird dadurch etwas erleichtert, dass die Strecke auf dem Hinweg ja ganz leicht ansteigt. Dafür kann man auf dem Rückweg richtig Gas geben. 😎

          Badesachen nicht vergessen, das Freibad eröffnet am Samstag! Ich freu mich schon auf’s entspannte Ausschwimmen! 🙂

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            • Och, die Mertesdorfer Duschen fand ich immer ganz ok (von denen am Beckenrand mal abgesehen). Aber Ausschwimmen ist netter! 🙂

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  5. Ach ja, liebe Anne, wie sehr mir das bekannt vor kommt, sowohl aus der Sicht vom Sattel, als auch als Läuferin, ebenso das mit den Löchern im Asphalt, die regelmäßig im Frühjahr wieder zugepflastert werden. Ach ja, man hat es nicht leicht, weder als Fahrradfahrer noch als Läufer, aber wir Frauen tragen es gelassen, wie fast alles !! 😉

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  6. Wie du warst radeln? =-O Warum bist du dann nicht ein Stück mit uns geradelt? Oder waren wir gestern so schrecklich? 😉 Wir hätten uns sehr über deine Begleitung gefreut! Bei uns waren es 89 km und lang nicht so kalt wie gestern und vor allem nicht so naß 😀 LG Elke

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    • Um Himmelswillen, liebe Elke, es lag doch nicht an euch – es war ein richtig netter Abend gestern! Ich brauchte nach der anstrengenden Woche einfach einen Tag für mich. Zuerst wollte ich schwimmen, aber dann hab ich mich gegen 10 doch für’s Radeln entschieden. Da wart ihr vermutlich längst auf und davon, oder? 😉 Zum Glück war das Wetter heute angenehmer, da ließen sich die 89 km bestimmt besser bewältigen!

      LG,
      Anne

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  7. Eine schöne Radeltour hat doch was! Mit dehnen hinterher! Muss ich jetzt jauch eden Mittag stretchen? 😉
    Die Rudelspaziergänger sind doch ein Ärgenis für sich. Und dann noch auf dem Radweg! Da hätte ich mich auch geärgert.
    Radfahrer leben gefährlich. Innerhalb von einer Woche wäre ich fast 2x Mal übergemangelt worden. Allerdings von besch… Autofahrern!

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    • Das mit dem Dehnen steht halt im Plan … ich glaube, es wird dich nicht umbringen, wenn du drauf verzichtest! 😉

      Radfahrer leben echt gefährlich. In der Stadt mag ich eigentlich gar nicht mehr unterwegs sein, weil es z.T. keine Radwege gibt und man ständig in Gefahr ist. 🙄

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  8. Irgendwie ist alles im Leben auf Ausgleich bedacht. Die Freude über den neu geteerten Radweg mußte also durch ein Rudel Vollpfosten getrübt werden. Somit ist wieder alles im Lot 😉

    Aber nicht ganz, der gute Radweg bleibt länger erhalten als der Ärger über eine Handvoll Trottel.

    Also keep smiling 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Keep smiling, klar doch! So ein temporäres Ärgernis lenkt uns doch nicht nachhaltig aus. Schließich bin ich mit der Ignoranz dieser Leute nur ein paar Sekunden konfrontiert – die laufen ihr ganzes Leben so rum und werden damit noch häufiger anecken! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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