130 Paar schwarze Strumpfhosen – Probe zum Schweicher Fährturmlauf 2013

Wo kommen bloß die vielen Leute in schwarzen Strumpfhosen her?“ – so oder ähnlich mag mancher des Laufsports Unkundige denken, wenn eine knatschbunte, etwa 130 Frau und Mann starke Karawane an ihm vorüber trabt. Die Gastgeber vom LT Schweich, die zu diesem Probelauf auf ihrer Wettkampfstrecke für den 2. Schweicher Fährturmlauf geladen haben, fallen in ihren signalroten Jacken natürlich besonders auf. Aber die Lektüre der Bekleidungsaufdrucke lässt genau wie viele Gespräche am Rande darauf schließen, dass die Gäste teils ein gutes Stück Anfahrt auf sich genommen haben: Föhren, Trier, Konz, Hochwald, Schengen … Schweich „zieht eben an“! Hauptsächlich Vereins- und Lauftreffläufer, die ihren gewohnten Trainingslauf an die Mosel verlegt haben. Aber auch „Freelancer“ wie mich, die es nicht ganz so eilig haben.

Entsprechend machen wir uns nach der knappen Vorbesprechung im Stadion, instruiert von „Cheffe“ Dirk Enkel, in unterschiedlichem Tempo auf den Weg. Drei Gruppen, jeweils angeführt von ein, zwei heimischen „Hasen“ im erwähnten Signalrot. 5:10 kann ich nicht, 5:40 will ich nicht, 6:20+x passt prima.

Also schön hinten im Feld einreihen, raus aus dem Stadion, über den Parkplatz und durch die Unterführung mit einem Schlenker runter ans Moselufer und flussaufwärts Richtung Ehrang. In der Nacht von Freitag auf Samstag hat sich eine dünne Schneeschicht auf das fiese Matschgraubraun gelegt – zusammen mit den leichten Minusgraden von heute ein dezenter Vorgeschmack von Winter. Gefühlt ist es zu Beginn eisig kalt, wir sind halt noch nix Gutes gewöhnt in dieser Saison. Zum Glück gibt sich das schnell, nach 3,5 km landen die Handschuhe in der Jackentasche, die Betriebstemperatur ist erreicht. Für einen langen Lauf bin ich zu schnell, aber das Tempo entspricht einem lockeren Dauerläufchen. Das unterbreche ich für einen Fotostopp, als die fixeren Gruppen uns wieder entgegenkommen.

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So sehr ich das Alleinlaufen schätze: In Gesellschaft läuft es sich manchmal doch sehr angenehm und kurzweilig. Man quasselt, zwischendurch guckt man mal schweigend über den Fluss und in Richtung Hügel, dabei wird man unwillkürlich ein wenig schneller – schwupps, schon sind wir wieder im Stadion. Ich trabe noch ein Ründchen auf der Bahn, um meinen Zehner voll zu bekommen. Lust hätte ich, so zwei, drei, vier Kilometer dranzuhängen. Aber die Vernunft siegt – auch wenn die Bronchien vermutlich sogar gute Miene zu diesem bösen Spiel gemacht hätten.

Daher nur noch ein bisschen Dehnen und dann ab Richtung Sporthalle, wo sich sich der Luxus dieses gemeinsamen Trainingslauf offenbart: Warmer Zitronentee zur Stärkung. Und warme Duschen! Quasseln hier, Quatschen dort. Läufer sind eben wirklich eine große Familie, in der man schnell Anschluss findet, auch wenn man sich vorher noch nicht kannte. So vergeht die Zeit schnell, bis Rainer mit seinen Olewiger Lauftreff-Kumpels von der 10-Kilometer-Zusatzschleife zurück kommt und wir uns frisch gewässert und trockengelegt auf den Weg nach Trier machen, um den Sonntag entspannt fortzusetzen.

Fazit: Freundschaftsläufe ohne Zeitnahme sind einfach was Tolles. Um so mehr, wenn sie so prima organisiert sind! Vielen Dank an die zahlreichen Helferinnen und Helfer vom LT Schweich: Einmal ist keinmal, zweimal ist dagegen schon so etwas wie eine kleine Tradition – und verpflichtet quasi zum dritten Streich! 😉

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19 Gedanken zu “130 Paar schwarze Strumpfhosen – Probe zum Schweicher Fährturmlauf 2013

  1. Oh wie schön!
    Das war es, was mir grad 3x hintereinander beim Lesen durch den Kopf ging.
    Erstmals für den tollen Lauftreff, die Menge der Läufer, die Organisation und deinen Bericht darüber,
    dann für deine Fotoneuheit – das ist ja wie Kino!!!
    und last but not least, dafür, wie gut es dir mit den 10km ergangen ist, nachdem dich letzte Woche der Husten noch geplagt hat. 😀
    Lieben Gruß, Doris

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    • Schön war’s, liebe Doris, in jeder Hinsicht! Nur dem Husten hat’s scheinbar nicht gefallen, der war ziemlich zurückhaltend und ist es auch jetzt noch! 😉

      Die Fotopräsentationsmöglichkeit bei WordPress hab ich heute erst entdeckt, ich find’s auch ganz witzig! 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

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  2. Die positive Stimmung war schon aus Rainers Artikel deutlich herauszulesen. Für Dich freut mich in erster Linie, dass die Bronchities ihr Pulver offensichtlich schon verschossen hat.

    Der Lauf war für Dich auf jeden Fall sehr gelungen. Prima, liebe Anne.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Doch, lieber Volker, die Bronchitis scheint sich vom Acker zu machen. Dass ich hin und wieder noch huste und das sicher auch noch zwei, drei Wochen tun werde, muss mich aber nicht vom Laufen abhalten. Meinte mein Hausarzt wenigstens bei der letzten Bronchitis. Solange ich mich wohldosiert belaste, schadet Laufen nicht, im Gegenteil!

      Danke, lieber Volker, und liebe Grüße nach OL,
      Anne

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  3. Liebe Anne,

    an solchen Läufen kann ich mich auch erfreuen, ohne Leistungsgedanken, einfach nur laufen in Gesellschaft, hört sich toll an. Respektabel finde ich auch Deine Vernunft nicht noch einen Schlenker dran zu hängen, wahrscheinlich hat es einen Sinn gehabt, so zu entscheiden 😎
    Ich war heute ganz entspannt und regenerativ mit meiner lieben Frau unterwegs. Es war schön sich wieder zu bewegen, aber schwitzen war wegen der 0°C nicht möglich;-)

    Salut
    Christian

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    • Lieber Christian, ja, ich kann mir vorstellen, dass dir das auch gefallen hätte! Es ging einfach um das gemeinsame Laufen, das Kennenlernen, Mit-anderen-unterwegs-Sein. Da ich mir vorgenommen hatte, es ruhig anzugehen, musste ich ohne Schlenker auskommen; stattdessen war ich ein wenig flotter unterwegs als ich erwartet hatte. So war’s genau die richtige Dosis, ich war nicht kaputt hinterher und auch die Bronchien haben es nicht übel genommen, eher im Gegenteil. 😎

      Schön, dass auch du wieder unter den Laufenden bist! So ein entspannter Familienlauf ist doch genau der richtige Einstieg nach einer Krankheitspause! ‚:-)

      Liebe Grüße, guten Start in die Woche,
      Anne

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  4. Trägt denn kein Mensch eine andere Farbe an den Beinen als schwarz ? Das fällt mir in deinem Bericht erst richtig auf ? Gibt es denn nur schwarze Hosen für den Winter – anscheinend, aber ich würde auch nicht mit einer neon- oder pinkfarbenen Hose durch den Winter laufen, aber vielleicht ein gedecktes grau oder blau oder grün oder.

    Wo wir gerade beim Anziehen sind, siehst chic aus auf dem Foto bei Rainer !! Kann man nicht meckern !! 😉

    Du hast Freude gehabt, wieder mit Gleichgesinnten ohne Wettkampfambitionen zu laufen, es ist dir offensichtlich körperlich und sonst auch sehr gut bekommen, wie man auch an den Fotos erkennen kann.

    Schön, dass solche Läufe angeboten werden !!

    Wünsche dir eine tolle, stressfreie, gesunde Woche !

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    • Ich hab noch eine uralte blaue Hose vom Kaffeeröster. Anthrazit hab ich auch schon mal gesehen. Aber etwas anderes als Schwarz ist kaum zu bekommen, es sei denn, man ist bereit, Leggings im 70er Look zu tragen! 😆 Immerhin hab ich zwei Gore-Hosen mit neongelben (s. Bild bei Rainer) bzw. grünen Einsätzen an der Seite.
      Danke für das Kompliment! Nur der Buff passte nicht, da hätte ich aus modischen Gründen meinen schwarzen nehmen sollen, allerdings wäre der zu warm gewesen. So hab ich genau richtig gekleidet meinen Spaß gehabt – und alles körperlich gut überstanden. Von solchen Läufen dürfte es gern mehr geben! 😎

      Vielen Dank, liebe Margitta – die wünsch ich dir natürlich auch!

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  5. Liest sich wirklich nach einem gelungenen schönen Probelauf. Irgendwann werde ich auch mal an einem Freundschaftslauf teilnehmen, dieses Wochenende passte es wirklich nicht rein.
    Auch schön zu lesen, daß deine Bronchien gut mitgemacht haben Pass gut auf sie auf!
    LG
    Ralph

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    • Lieber Ralph, ich hoffe sehr, wir treffen uns irgendwann mal bei so einer Veranstaltung. Zitronenkrämerlauf, Bendersbachtallauf, die eine oder andere Veranstaltung wird ja in diesem Winter und Frühjahr noch folgen. 😎

      Ich passe auf mich auf, versprochen!

      Liebe Grüße
      Anne

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  6. Als einziger Mann in der langsamen Gruppe habe ich mich richtig gut gefühlt: Nette Gesellschaft, moderates Tempo, kein Wettkampfstress. Und beim Zitronenkrämerlauf und Bendersbachtallauf wiederholen wir das hoffentlich.

    LG Harald

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    • Hallo Harald, schön, dass du die Fahne des männlichen Geschlechts in der langsamen Gruppe hoch gehalten hast und dass wir uns so kennen gelernt haben (ich war die mit der schwarzgelben Jacke). Dirk ist ja leider nach gut 2 km nach vorn „desertiert“. -) Ich hoffe auch, wir sehen uns bei den nächsten Freundschaftsläufen der Region wieder und halten dann die hinteren Teile des Feldes zusammen! 😎

      Liebe Grüße
      Anne

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  7. Freundschaftslauf? Das klingt ja echt nach einer spaßigen Veranstalung.
    Ich frag mich nur: Gibt es sowas bei uns in der Gegend eigentlich nicht?
    Ich hab da noch nie was von gehört, dass ein Verein zum Freundschaftslauf aufruft.
    Aber vielleicht sind das dann so vereinsinterne Läufe, von denen man als „Nicht-Vereins-Läufer“ nichts mitbekommt.
    Aber ich halte mal die Ohren offen. Bei so einem Lauf in der Gruppe wäre ich auch sofort dabei.

    Liebe Grüße
    Carsten

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    • Klingt nicht nur spaßig, ist auch so! 🙂

      Hier in der Gegend gab es traditionell im Frühjahr einen derartigen Lauf ohne Zeitnahme; inzwischen sind mehrere hinzugekommen. Ich bin ja auch nicht im Verein aktiv, aber dank eines sehr engagierten leitenden Mitarbeiters der Lokalzeitung (hallo Rainer! 😎 ) und dank einer Facebook-Gruppe „Laufen in Trier“ funktioniert der Informationsfluss inzwischen sehr gut!

      Ohren offen halten, vielleicht auch mal bei einem Lauftreff oder Verein nachhaken – dann mag sich auch in deiner Gegend Entsprechendes finden!

      Liebe Grüße
      Anne

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  8. Strumpfhose? Ich habe wirklich nochmal gekuckt, ob ich den richtigen Blog aufgemacht habe 🙂 Aber stimmt, fast jeder ist in schwarz unterwegs. Ich habe noch zwei alte in blau und grau. 6.20 ist bei euch die langsamste Gruppe? 😦 Da wäre ich zu langsam, jedenfalls über 10 Kilometer. Aber Klasse, dass es bei dir so gut funktioniert hat
    Liebe Grüße Elke, die hofft die Viren nicht retour zu schicken

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    • „Offiziell“ natürlich „Tights“ – aber im Grunde sind wir doch alle „Heldinnen in Strumpfhosen“, liebe Elke! 😆 Egal, ob schwarz, blau oder grau.

      Als ich hörte „6:20“, bin ich erstmal erschrocken! Dann hab ich beschlossen, ich nehme mir die Freiheit langsamer zu laufen, falls mich das Tempo zu sehr anstrengt. Das war dann nicht nötig, weil ein lockerer bis zügiger DL mir gerade recht kam. Für einen sehr niedrigpulsigen langen Lauf war ich aber eigentlich zu schnell.

      Liebe Grüße,
      Anne (die deine Hoffnung teilt und gute Besserung wünscht) 😎

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  9. Pingback: Tschö 2013 | Weinbergschneckes Blog

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