Kopfkino

Gestern war Garminchen tot – Akku leer. Also gab’s ein „nacktes“ Läufchen von etwa einer Dreiviertelstunde. Ungewohnt, es fehlt einfach was, wenn ich nicht zwischendurch mal auf ein Display schauen oder wenigstens hinterher die Zahlen angucken kann. Zum Glück lässt der kleine Kasten sich problemlos reanimieren. Ein paar Stunden an der Steckdose und schon ist er wieder dienstbereit. Also kann’s heute früh gut ausgerüstet losgehen im novembrigsten Novembergrau, das der November zu bieten hat.

Runter an der Abtei St. Matthias vorbei an die Mosel und ab Richtung Konz.

Erst im feinen Nieselregen, danach in angenehm milder, nur etwas feuchter Luft.

Ein kurzer fixerer Abschnitt mit Birgit, die aus dem Hochwald ins Tal gekommen ist, um auch mal wieder einen entspannten längeren Lauf zu machen. Den Zehner vom vergangenen Samstag noch einmal diskutieren, Laufpläne fürs kommende Jahr austauschen, sonstige Läuferthemen bequatschen – dann lasse ich sie ziehen, weil sie sich ein deutlich schnelleres Tempo vorgenommen hat als ich heute laufen will.

Es hängt teils noch erstaunlich viel Laub auf den Bäumen. Birken leuchten goldgelb, dazu Brombeerblätter in einem intensiven Karminrot.

Im Park am Schloss Monaise entspannte Spätherbststimmung mit Laubschichten in allen Brauntönen.

Ab km 13 werden die Beine heute ein wenig müde. Und die lange Gerade am Ufer wird zääääh! Also Kopfkino einschalten: Einen markanten Punkt ein Stück voraus auswählen, einen Baum zum Beispiel. Und an dem mental eine motorbetriebene Winde befestigen, von der ein Seil zu mir führt, das ich mir um die Hüften knote. Und dann muss ich mich nicht mehr anstrengen, sondern die Technik übernimmt die kraftraubende Arbeit und zieht mich ran. Ich muss nur die Füße in Bewegung halten. Funktioniert wirklich – das Ganze fühlt sich nicht mehr so mühselig an!

Auf der Adenauer-Brücke noch ein kurzer Blick in den Nebel, dann geht’s ohne Schlenker Richtung Heimat. 17 km dürfen auch mal genug sein, vor allem wenn man am Tag zuvor bis Mitternacht am Schreibtisch gesessen und gearbeitet hat.

Advertisements

30 Gedanken zu “Kopfkino

  1. Akku leer? Das ist etwas was mir so gut wie noch nie passiert ist. Mag sein da ich nach jeden Lauf und nach jeder Runde mit dem Rad schaue wie das Batteriesymbol aussieht, wenn es weniger als halb voll ist, dann hängt der Garmin recht schnell mit dem USB-Kabel zum Aufladen am PC. Laufen ohne den FR das hatte ich mal erlebt, als er defekt war und ich wieder eine genau bekannte Strecke mit Stoppuhr laufen musste.

    Schöne Bilder hast Du wieder mitgebracht. Die Brombeerblätter sehen wirklich wunderschön aus.

    Schönen Sonntag und freundliche Grüße

    Bernd

    Gefällt mir

    • Ich hab den FR wohl aus Versehen nach dem letzten Lauf angelassen … anders kann ich es mir nicht erklären. Naja, ist ja kein Weltuntergang, es geht auch ohne. Ist nur ungewohnt! 😎
      Danke für die Komplimente zu den Bildern. Das Rot der Brombeeren gefiel auch mir besonders gut!

      Viel Grüße
      Anne

      Gefällt mir

  2. Das Du immer wieder Zeit findest die Landschaf zu fotografieren find ich toll. Ich mag auch nicht ohne Garmin laufen auch wenn ich selten draufschaue. Da fehlt mir was und ich kann auch die KM nicht in die Statistik einschreiben. Das macht mich beim Laufen ohne unruhig was schon komisch ist.

    Liebe Grüße nach Trier

    Bärbel

    Gefällt mir

    • Ich nehme mir die Zeit – es ist mir einfach wichtig geworden, ein bebildertes Lauftagebuch zu haben! 😎

      Schon verrückt, wie man sich ein so ein Kästchen am Handgelenk gewöhnt, gell? Ich war auch irgendwie unruhig unterwegs! 😉

      Liebe Grüße nach Sachsen
      Anne

      Gefällt mir

  3. 17 Kilometer das ist ja schließlich schon was – und du spielst es fast runter !! Schöner Lauf, schöne Landschaft, schöner Herbst, was will das Läuferherz mehr – und dann noch nebenbei Laufpläne fürs kommende Jahr austauschen – das hört sich spannend und vielversprechend an !! 😉

    Arbeite nicht soviel – das muss ich dir jetzt mal sagen, liebe Anne !! 😉

    Gefällt mir

    • Doch, liebe Margitta, im Grund war ich sehr zufrieden mit den 17 km. Solche Distanzen wieder im Griff zu haben und nicht hinterher stundenlang ins Halbkoma zu fallen, entspricht dem Fitnesszustand, den ich gern haben will. Die Laufpläne kamen eher von Birgit, die z.B. einen Startplatz für den Berlin-HM ergattert hat! Ich bin noch ziemlich planlos … 😉

      Das mit der Arbeit … nun ja, wäre ich vorher fleißiger gewesen, hätte ich mir nicht die halbe Nacht um die Ohren schlagen müssen! 🙄

      Gefällt mir

  4. Huch Garminchen leer. Ein Blick auf meinen zeigt auch ein totes Display. Lohnt nicht den Strom, solange ich nicht laufen kann. Bei dir scheint es recht gut und locker zu laufen. Freu mich für dich. Das mit der Arbeit … da schließe ich mich unserem Ultraistgut an. Kein Stress, ist ungesund und Erholung muss sein. Wie beim Laufen.

    Liebe Grüße
    Tati

    Gefällt mir

    • Ach Mensch, liebe Tati, noch immer kein Wiedereinstieg in Sicht! 😦 Da schick ich doch noch ein Bündel Genesungswünsche auf die Reise!
      Den Stress hab ich mir selbst zu verdanken … es wird aber ab übernächste Woche besser! Erholen durfte ich mir heute beim Laufen und zwei anschließenden Geburtstagseinladungen. 😉

      Liebe Grüße
      Anne

      Gefällt mir

  5. Naja, 17 km sind schon etwas mau, da hättest Du wirklch noch was dranhängen können 😉 😉

    Milde Luft beflügelt. Eine schöne Strecke hast Du Dir da ausgesucht.

    Ich hoffe, dass Du nach dem Lauf nicht mehr gearbeitet hast. Geniesse noch den Abend.

    Liebe Grüße
    Volker

    Gefällt mir

    • Ich bin eine Lusche, sprich’s nur aus, lieber Volker! 😉
      Unterwegs kam mir die Strecke furchtbar nebelgrau und teils auch langweilig vor. Aber beim Betrachten der Bilder hab ich auch gedacht: Doch, das ist doch eigentlich ganz schön hier! 😎

      Nach dem Lauf hab ich nur noch faul rumgelegen, um anschließend viiiel Kuchen zu essen und viiel leckere Möhren-Ingwer-Suppe und mich dabei prima zu unterhalten! Mit anderen Worten: Purer Genuss! 😎

      Gefällt mir

  6. Oje, wo habt Ihr denn die Sonne versteckt? Zieht die Mosel so viel Nebel an? Euer Wetter passt zwar zur Jahreszeit und zum Totensonntag sowieso, aber da bin ich schon froh, dass wir Sonnenschein hatten.
    17 km? Wow, Du hast meine volle Bewunderung und auf so ein „Winden-Kopfkino“ muss man erst mal kommen. 😀 Werde das auch mal ausprobieren. Ich dachte immer, ich hätte viel Phantasie 😉
    Und ich erhebe wie die Anderen auch mahnend den Zeigefinger: Du arbeitest wohl zuviel und das tut auf Dauer nicht gut. Hoffentlich ist es nur eine Ausnahme. Denn in unserem Alter muss man das Leben geniessen 😉

    Liebe Grüße Elke

    Gefällt mir

    • Die Mosel ist leider ein Nebelloch, liebe Elke, da ist es oft so grau.. Aber eigentlich mag ich dieses melancholisch stimmende Wetter gar nicht so ungern.
      Das mit dem Kopfkino funktioniert bei mir blendend. Wenn nicht Motorwinde, dann andere Bilder. Beim 10er am letzten Samstag sind wir am Fluss mit Stromschnellen entlang gelaufen – da hab ich mir vorgestellt, ich steh auf einem Surfbrett und lasse mich über die Wellen tragen. Angesichts des hohen Wasserstands auf der Straße passte das bild noch besser als im vorletzten Jahr, als ich es auch schon verwendet hatte! 😆

      Ich arbeite ja nicht immer so viel … aber danke, dass ihr alle auf mich achtgebt!

      Liebe Grüße,
      Anne

      Gefällt mir

  7. Mein Garmin ist inzwischen auch wieder reanimiert und konnte mich heute wieder auf meinem Lauf begleiten. Ich mag das auch gerne, wenn ich mir den Lauf in Zahlen anschauen kann. Da bin ich ein wenig freakig, finde ich. Egal!
    17km – das ist super! Den Trick mit dem Kopfkino teste ich auch mal.

    Gefällt mir

    • Noch ein Garmin-Junkie – find ich gut, liebe Bianca! Auch wenn es etwas freakig ist, es gibt schlimmere „Macken“! 😉
      Probier’s aus mit dem Kopfkino – ich finde, es klappt richtig gut.

      Liebe Grüße
      Anne

      Gefällt mir

  8. Die Tücken von Garminchen! Wenn sie sich wenigstens wieder problemlos animieren läßt, ist alles gut.
    Wie sich die Bilder gleichen. Ja, heute war grauestes Novembergrau angesagt. Schön, daß du deinen Lauf durchgezogen hast. Kopfkino war wirklich nötig.
    Was hat du eigentlich vor?
    lG
    Ralph

    Gefällt mir

  9. Zum Glück klappte die Reanimation – was würde ich ohne Garminchen tun???
    An der Saar also das gleiche Bild wie an der Mosel 🙄 aber gut, jedes Wetter hat seine Reize!
    Wenn du mit der Frage nach dem Vorhaben auf etwaige offizielle Laufteilnahmen anspielst: Ziel ist, in den nächsten Monaten regelmäßig 3-4-mal pro Woche zu laufen und dabei verletzungsfrei ca. auf 40+/- 5 Wochenkilometer zu kommen. Pro Woche ein langer Lauf um die HM-Distanz herum, vielleicht auch mal etwas länger, einfach weil’s Spaß macht und gut tut. „Offiziell“ werde ich frühestens Anfang März in Schweich beim Fährturmlauf starten (Silvester bin ich nicht in Trier). Wenn ich bis dahin fit genug wäre, würde ich Ende März beim Bendersbachtallauf (ohne Zeitnahme) auf der längeren Strecke mitlaufen. Und vielleicht ein, zwei HMs … da ist aber noch nichts entschieden. 😎

    Liebe Grüße
    Anne

    Gefällt mir

  10. Liebe Anne,

    Garmin amputiert ist echt eine Katastrophe 😉 Nene, es geht auch ohne, wie Du bewiesen hast. Allerdings fühlt man sich doch etwas komisch, ständig der Blick aufs Handgelenk und da fehlt dann was.
    Ich hatte mich bewusst 2010 gegen die Streckenaufzeichnung mit Garmin & Co. entschieden und es hat viel Spass gemacht und ich habe gelernt, seitdem spielt das Handgelenkspielzeug eine weniger wichtige Rolle beim Lauf, erst hinterher wird es interessant 😎
    Dein Lauf hört sich wunderbar an, auch wenn am Ende der Kopf mithelfen muss, aber gerade das ist doch schön, Du weißt, dass Du es kannst und hast Mittel und Wege es fertig zu laufen, gefällt mir!

    Salut und angenehme Woche

    Christian

    Gefällt mir

    • Lieber Christian, „amputiert“ trifft es sehr gut! Mich interessieren die Zahlen unterwegs wenig, trotzdem geht der Blick reflexartig immer mal wieder hin. Wichtiger sind mir die gespeicherten Zahlen und Routen hinterher. 😎

      Manchmal muss der Kopf mithelfen, aber das schadet ja nichts und gehört auch ein bisschen zu einem längeren Lauf finde ich. Trübt auf jeden Fall den wunderbaren Eindruck nicht! 🙂

      Auch dir eine gute Woche, liebe Grüße
      Anne

      Gefällt mir

  11. Ach wie ich das kenne seit letzter Woche:Accu leer 😦
    Ist schon ein bisschen nervig, hat man sich so an das Dingelchen gewöhnt. Das es auch anders geht, hast du nun mal wieder bewiesen. Kopfkino misst zwar nicht deine Pace, aber unterhält auf jeden Fall besser.

    Gefällt mir

  12. Ohne Garminchen?
    Ja, das geht auch. Manchmal finde ich es sogar ganz entspannend, wenn ich nicht versucht bin, dann noch mal die Pace zu kontrollieren. Da kann man besser abschalten.

    Eine Seilwinde? Auch eine Idee.
    Ich benutze ja meistens ein langes Gummiband, das wie eine Schleuder hinter meinem Allerwertesten entlangläuft und irgendwo nach vorne führt. Fühlt sich „dynamischer“ an. Manchmal „befestige“ ich auch Abschleppseile an vorauseilenden Läufern. Natürlich auch möglichst aus Gummi, weil sich das ja bekanntlich zusammenzieht. 🙂

    Gefällt mir

    • Das mit dem Gummiband habe ich auch schon probiert, liebe Birthe – nur hatte ich da manchmal das Empfinden, dass es sich eher in die Länge dehnte als zusammenzog! 🙄 Jedem seine Bilder, die Hauptsache ist ja, dass sie funktionieren! 😎

      Gefällt mir

  13. Liebe Anne,
    tja, da sehe ich mal, was ich verpasse, wenn ich zusehr darauf aus bin, 20 km in 2 Stunden zu laufen! Du hast sehr schöne Bilder gemacht. Wenn wir uns wieder treffen, schalte ich die Uhr aus und bleibe bei dir!

    Gefällt mir

    • Liebe Birgit, irgendeinen Vorteil muss das Schneckentempo ja haben! 😆 Man kriegt viel mit und kann, wenn man das Laufen so spielerisch anpackt wie ich es momenan tue, für einen Schnappschuss auch mal ein paar Sekunden stehen bleiben!
      Ich freu mich immer, wenn wir uns treffen und ein Stückchen zusammen laufen … wenn ich schön fleißig trainiere, reicht’s vielleicht irgendwann auch für ein paar Kilometer mehr in deinem Tempo für die langen Läufe! 😉

      Liebe Grüße
      Anne

      Gefällt mir

  14. Pingback: Achtsamkeit | Weinbergschneckes Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s