Andere Welt

Wochenende! Und eine vormittägliche Gelegenheit zum Herbstsonnetanken, bevor der vorhergesagte Regen sich einstellt. Mir ist nicht nach „lang“. Nur nach „Höhe“. Und nach ein wenig Entdeckungsreise. Und Farbe!

Also erst einmal die Talrunde zum Warmlaufen. In der Gärtnerei locken bunte Stiefmütterchen, an den Rebstöcken halbreife Trauben. Aber verführen kann mich nur der Anstieg Richtung Brubacher Hof. Heute mal die Rampe hinter der Gärtnerei, die zwar nur ca. 150, 200 m lang ist, mich aber mit zweistelligen Steigungsprozenten ganz schön fordert.

Weiter auf der „Waldautobahn“, abzweigen auf die „Kreisstraße“, einen Trampelpfad quer durch ein Waldstückchen. Achtung wegen der Wurzeln! Aber auch wegen der quer über den Weg liegenden Baumstämme und Äste. Nach dem dritten Hindernis glaube ich nicht mehr an Zufall … wozu liegt das Zeug da nur? Intensiver Pferdegeruch gibt die Antwort. Den Jungs und Mädels vom Brubacher Hof ist Ausreiten auf flachem Terrain wohl zu langweilig.

Na dann: Hüh! Und drüber! Am Waldrand der Blick über die Hügel und die Stadt. Alles noch so grün! Die Laubfärbung beginnt erst.

Ich teste einen Abzweig, der durch die Felder Richtung Mariahof zu führen scheint, vorbei an einer Pferdekoppel.

Einige hundert Meter weiter heißt es „Ende Gelände“. Zumindest endet der offizielle Weg. Ein Stück laufe ich über eine Wiese, aber dann drehe ich doch um, weil ich nicht sehen kann, ob ich von der Wiese wieder zurück auf einen festen Weg komme, ohne über Stacheldrahtzäune oder durch Brombeerhecken zu klettern.Dann also doch auf dem Sträßchen weiter.

Am Mariahof wieder ein unbekannter Pfad, der mich vorbei an den Anlagen der Mariahofer Kleingartenfreunde und der Wolfsberghalle führt.

Kleines Seitensträßchen, nächster Kleingartenverein, im Quasi-Sturzflug bergab Richtung Härenwies. Ein neugieriger Schlenker über den Friedhof. Ob es eine so gute Idee war, direkt gegenüber ein Alten- und Pflegeheim zu bauen? Ich möchte jedenfalls weder heute noch im Alter bei jedem Blick aus dem Fenster zwangsweise an meine Sterblichkeit erinnert werden.

Zum Schluss ein Schlenker am Schwimmbad vorbei und um die Weiher. Gar nicht so weit, insgesamt gerade mal 12 Kilometerchen. Und doch das Gefühl, 80 Minuten in einer ganz anderen Welt gewesen zu sein.

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20 Gedanken zu “Andere Welt

  1. Gerade mal 12 Kilometerchen, das ist einfach zu wenig 🙂 – für mich wäre da schon das Maximum erreicht. Aber 12 Kilometerchen sind 12 Kilometerchen und nicht 0 Kilometerchen und es sind 12 Kilometerchen mit schönen Bildern

    Schönen Sonntag und freundliche Grüße
    Bernd

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  2. Ja, nach 12 Kilometerchen so viele Eindrücke! In 80 Minuten bergauf und bergab laufend die Gegend erkundet! Herrlich, einfach schön!
    Bei uns ist’s schon ein wenig bunter, und das Wetter nass und stürmisch. Hoffentlich ist es morgen besser. Da will ich lang (gerade mal 7 km) laufen. 😉
    Liebe Grüße, Bianca

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    • Ja, liebe Bianca, es war ein abwechslungsreicher Lauf, der einen Heidenspaß machte! Ich drück dir die Daumen, dass es dir morgen genau so geht und dass das Wetter etwas einladender ist, um es deinem ISH möglichst schwer zu machen!

      Liebe Grüße
      Anne

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  3. Ich war heute auch in einer anderen Welt unterwegs, allerdings verlief der Lauf alles andere als erfreulich.

    Schöne Bilder von einem entspannten Lauf. Freuen wir uns, das alles noch so grün ist, kahle Bäume haben wir noch lange genug. Was den Friedhof angeht: Nun ja, da haben es die alten Leute halt nicht mehr so weit….

    Ich habe mal ein Jahr neben einem Friedhof gewohnt, kann da nur sagen: Ruhige Nachbarn… 😉

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Das war bei dir in der Tat eine ganz andere Welt, lieber Volker. Eine, die mich auch mal reizen würde, sofern ich sie nach getaner Lauf“arbeit“ wieder verlassen darf! 😉
      Tja, der Gedanke „kurze Wege“ war vielleicht auch für die Planer maßgeblich. Aber so irgendwie … ich hätte lieber lebhaftere Nachbarn.

      Liebe Grüße,
      Anne

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      • Wenn Dich das auch mal reizt: Die Laufveranstaltung gibt es nächstes Jahr wieder. Dann können wir uns beide anmelden. Du kannst dann diese Welt auch mal erleben und ich kann meine Schlappe wieder wettmachen.

        Du bist herzlich willkommen!

        Nochmal liebe Grüße
        Volker

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  4. Schöne Bilder zu deinem „Erkundungslauf“.
    So lassen sich neue Wege entdecken und manchmal eben auch Hindernisse, über die dann in „hopp-hopp-hopp-anne-läuft-galopp“ Art drübergehüpft wird! 😀

    Lieben Gruß, Doris

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  5. Anscheinend gibt es doch noch Stellen in deiner Gegend, in denen du dich nicht auskennst, immer mal ausbüchsen und andere Orte erkunden, das ist Abenteuer pur !

    Doch, ich würde mir das gerne ansehen, wenn du über Brombeerhecken und/oder Stacheldrahthzäune klettern würdest – nein, das war nur Spaß, ich möchte wirklich nicht, dass du dann irgendwo verlassen herum hängst, und kein Mensch weit und breit würde dich aus dieser schlimmen Lage befreien, nee, das wollen wir nun wirklich nicht.

    Und zwölf Kilometerchen sind auch Kilometer !

    Es ist alles so friedlich, still und herbstlich auf deinen Fotos – zum Erholen von des Alltags Lasten genau das Richtige.

    Grüße von der Ostsee soll ich dir ausrichten ! 😉

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    • Es gibt noch soooo viele Wege, die ich bisher nicht probiert habe. Irgendwie neigt man/frau ja doch dazu, mit kleinen Abwandlungen immergleiche Runden zu laufen. Aber wenn man mal experimentiert, findet sich sehr viel Schönes. Was macht es da schon, wenn man mal eine Sackgasse erwischt (von denen gibt es in der Gegegnd sehr, sehr viele).
      Die stacheligen Hindernisse zu überwinden, würde mir wohl gelingen – allerdings hätte ich Sorge um meine schönen Laufsachen. Ein Kratzer auf der Haut heilt ab, aber eine Laufmasche in einem Gore-Shirt bleibt für die Ewigkeit …

      Friedlich und still war es, keine Autos, kaum Menschen, nur einige Rinder und Pferde, genau richtig. 😎

      Ganz liebe Grüße zurück an die Ostsee … und einen schönen Sonntag! 😉

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  6. Anne auf Expedition, toll, so was macht doch richtig Spass und wenn es nicht mehr weiter geht umdrehen, schön zu lesen und die Bilder zeigen schon deutliche Spuren des beginnenden Herbstes. Den habe ich heute auch getroffen und war überrascht, wie licht das Blätterdach schon geworden ist.
    Ein Altenheim direkt am Friedhof? Ist ja fast schon makaber, aber spart Transportkosten 😉

    Salut und schönes WE
    Christian

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    • In Sachen „Expedition“ bist du sicher Experte, lieber Christian! Den Herbst sieht man schon überall nahen, in diesem Jahr leider (noch) nicht so bunt wie im vergangenen.
      Etwas makaber ist deine Anmerkung, ja, aber manchmal darf das auch sein. 😉

      Auch dir ein schönes Wochenende,
      Anne

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  7. Ja, irgendwie verfällt man häufig dazu, aus Bequemlichkeit immer die selben Runden zu laufen. Da kommt eine kleine Erkundungstour gerade richtig. (Ich bin gestern eine bekannte Strecke einfach mal anders herum gelaufen. Dann leider mit Schlussanstieg.)
    Auf diesem Wurzelpfad habe ich vor vielen Jahren einmal im Winter gegen Abend eine ältere Dame getroffen, die anscheinend auch die Abkürzung gehen wollte beim Spazieren. Sie war gestürzt und kam alleine nicht mehr hoch.
    Nur mit Hilfe zweier junger Männer kam habe ich sie dort wieder herausbekommen. (Man hörte das Auto auf einem nahen Weg. Die hatten sich idiotischer Weise dort festgefahren. Was auch immer sie dort gesucht haben.)
    Nicht auszudenken, wenn da niemand mehr vorbeigekommen wäre.
    Was ein Glück, dass wir eben NICHT immer die selben Wege gehen.

    Dir noch einen schönen SONN-Tag
    Birthe

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    • So ein Schlussanstieg treibt doch zum Schluss den Puls nochmal richtig schön hoch! 😉 Manchmal kann ich aber auch drauf verzichten … 🙄

      Wirklich nicht auszudenken, was mit der Frau passiert wäre, wenn du nicht zufällig da gewesen wärst. Da kamen die beiden Männer auch gerade recht – selbst wenn sie dort mit ihrem Auto nichts zu suchen hatten. Ist scheinbar doch alles für irgendetwas gut! 😎

      Auch dir schönen Sonntag, liebe Birthe!

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  8. Hallo Anne, die Wege, die Du da erkundet hast, kenne ich alle, glaube ich. Und wenn Du von herbstlich gefärbtem Ahorn schwärmst, dann kann ich Dir nur empfehlen jetzt und sofort in die Simmentaler Alpen zu fahren. Der Bergahorn dort steht gerade „in Flammen“, nur optisch zum Glück. Ein echter Traum. In den nächsten Tagen werde ich dazu mal ein paar Fotos liefern.
    Du warst erkältet? Na ja, ich habe mir auch etwas eingefangen und werde mich deshalb in den nächsten Tagen mit Anstrengenden Dingen zurückhalten.

    Es ist aber auch schön, wieder da zu sein.

    In diesem Sinne liebe Grüße

    Rainer 😎

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    • Da isser ja wieder – herzlich willkommen zurück, lieber Rainer!

      Ich bin mir sicher, dass du alle diese Wege kennst. Ich muss mich mit ihnen und dem bunten Ahorn auf dem Campus begnügen … kein Urlaub in Sicht. Fein, dass wenigstens du es so schön angetroffen hast! Die Erkältung hättest du nicht als Souvenir mitbringen müssen. Aber die behältst du ja – im Gegensatz zu den Fotos – hübsch bei dir! 😉

      Liebe Grüße
      Anne

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