Nüchtern laufen

Manche Läufer preisen den Wert des Nüchternlaufens. Andere klagen, sie bekämen das mit dem Nüchternlaufen nicht hin. Ich behaupte: Angetrunken liefe es sich noch deutlich schlechter! 😉

Zumindest schaffe ich es mit anderthalb Gläsern Sekt (natürlich ausschließlich aus dienstlichen Gründen konsumiert) im fast leeren Magen nicht auf die Piste. Es muss daheim erst einmal gegessen werden, dann wird ein wenig gedöst, aufgeräumt und Post beantwortet.

Kurz vor neun. Ich denke an „Vom Winde verweht“ und bin versucht, den weisen Worten von Scarlett O‘ Hara zu folgen: „Verschieben wir es auf morgen!“. Andererseits: Morgen ruft die Arbeit (und für unsere BesucherInnen das Vergnügen) ziemlich laut und ausgiebig.

Also doch noch raus und ungeplant ein bisschen ausnüchtern … äh auspowern. Trocken ist’s, der Mond verschwindet aber immer wieder hinter Wolkenschleiern. Stirnlampe mag ich trotzdem nicht, ich kenne ja den Weg. Für einen Abendlauf läuft’s wirklich „schneckenfix“ heute: 6 km im 5:55er-Schnitt! Plus ein entspannter Jogging-Kilometer. Die letzten Meter eine noch entspanntere Gehpause … und der Kopf ist endgültig wieder klar. So nüchtern darf ein Tag gern enden! 😎

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20 Gedanken zu “Nüchtern laufen

  1. Liebe Anne, so gesehen ist ja jeder Lauf ein Nüchternlauf 😉 Dieses Kopf frei bekommen, das ist schon etwas ganz wichtiges und ich denke, ich wäre nicht beim Laufen geblieben, wenn es das nicht gäbe. Dein Beitrag gefällt mir richtig gut, klassisch und witzig 🙂

    Salut und schönes WE
    Christian

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    • Danke, lieber Christian! Du hast recht, das Kopf-Freibekommen ist etwas so Wichtiges – es motiviert auch mich so zum Laufen, wie es kein Trainingsplan und kein „Wettkampfziel“ je könnte.

      Auch dir ein schönes Wochenende – erhol dich gut und hab hoffentlich hundefreien Spaß am Laufen!

      Anne

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  2. Nü… nü…nüchtern? Geht denn das überhaupt? *Hicks*

    Schließlich kann man nach einem ouzodurchtränkten Abend am nächsten Tag auch 35 km laufen 😉

    Dienstlich Alkohol trinken? Hmmm, in Sachen Gesundheitsschutz ist das aber sehr bedenklich 😉

    Viel Spaß auf der langen Nacht. Lass Dir die lange Nacht nicht so lang werden.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Tja, lieber Volker, unser Suchtbeauftragter war nicht zugegen, der hätte zu dem Thema sicherlich eine dezidierte Meinung gehabt! 😉
      Man kann dem drohenden Kater davonlaufen, aber auch den Restrausch (besser: Das Räuschchen) aus dem Körper wetzen. Gibt ein gutes Gefühl! 😎

      Ich hoffe, die lange Nacht wird nicht so lang. Es gibt so viele attraktive Projekte, die besser zum Anfassen und Anschauen geeignet sind als das, was wir zu bieten haben … da hoffe ich, dass wir uns nicht alleine in unserem Veranstaltungsraum langweilen müssen.

      Danke und liebe Grüße
      Anne

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  3. Hut ab vor der Energie, sich nach Sekt und Auffüllen des Magens um 21.00 Uhr – und das im Dunklen – noch einmal auf den Weg zu machen, das hätte ich nicht geschafft, das wäre mir definitiv zu spät, zu dunkel.

    Aber – wie man liest – bringt es Freude und tut gut, das wissen wir ja, aber Respekt, dass du dich auf die Socken gemacht hast, jetzt fällt es vielleicht noch relativ leicht, wenn es aber draußen schneit und friert, dann ??

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  4. Zu spät und zu dunkel war es mir auch, liebe Margitta, aber die Lauflust überwog! In den Wald laufe ich dann nicht mehr, das ist mir trotz Lampe zu gefährlich, aber auf Asphalt und z.T. im Lichte der Laternen unbelebter Straßen geht’s.

    Letzten und vorletzten Winter bin ich auch im Dunkeln gelaufen, wenn es schneite und fror – und es war TOLL! Daher bin ich auch guter Dinge, was die kommende kalte und düstere Zeit angeht. Viel schlimmer als Dunkelheit und Kälte finde ich sowieso Regen oder Nebel in der Dunkelheit. Wenn die Tropfen auf der Brille landen und sich das Licht der Stirnlampe darin bricht, habe ich ziemliche Schwierigkeiten mit dem Sehen.

    Liebe Grüße und ein ganz besonders schönes Wochenende 😎
    Anne

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  5. Ne, ehrlich gesagt, um diese Uhrzeit wäre ich im Dunkeln nicht mehr alleine losgelaufen. Ich hätte es wohl eher mit „Sektmagen“ oder „Sektbeinen“? 😉 versucht. Bist Du auch so alkoholungewohnt wie ich, dass so wenig gleich schwummrig macht? Mir geht es jedenfalls immer so und ich bin froh wenn es extra Orangensaft gibt.
    Aber eigentlich stell ich mir einen Vollmondlauf sehr schön und romantisch vor, dann aber nur mit Laufbegleitung. Und die habe ich halt leider nicht. 😀
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende!

    Liebe Grüße Elke

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    • Sekt + Kohldampf, dass geht gar nicht. Dann lieber im Dunkeln … macht mir nicht viel aus, Angst hab ich kaum. Da ich sehr wenig Alk trinke, reagiere ich auch sehr stark darauf. Leider gab es nichts ohne Alkohol. 😦

      Danke, liebe Elke – dir auch! 😎

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  6. Und dann konntest Du schlafen? Oder bist Du in deiner Wohnung weiter Runden gerannt? Gestern Abend wäre ich am liebsten auch nochmal raus gegangen, nach einem wieder einmal langen und anstrengendenArbeitstag. Aber da hat meine Scarlett gesiegt 😉

    Eine schönes Wochenende!

    Rainer 😎

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    • So doll ist es bei mir nicht mit dem Schlafen, wenn ich schnell gelaufen bin (ein langsamer Lauf wirkt dagegen eher schlaffördernd). Aber der Lauf musste sein. 😎

      Was deine Scarlett angeht: Du wirst sie schon in den Griff kriegen … werde zum Frauenversteher und zähme sie! 😉

      Schönes Wochenende auch dir, lieber Rainer!
      Anne

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  7. Gratulation zum erfolgreichen Sieg über Scarlett! Ich gestehe, nach solch ausführlicher Pause daheim wäre ich wohl nicht mehr auf die Piste gegangen.
    Nach dienstlich getrunkenem Sekt bin ich allerding auch schon gelaufen. Direkt nachdem ich daheim war. Die ersten zwei, drei Kilometer sind etwas wackelig, aber am Ende der Runde ist der Alkohol verdampft, so wie von dir beschrieben. Es gibt nichts Besseres zum Ausnüchtern 🙂
    lG
    Ralph

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    • Danke, lieber Ralph! Wenn ich nicht gewusst hätte, dass am Freitag Null Zeit zum Laufen ist, hätte ich mich wohl auch „gedrückt“. Der Sekt allein hätte mich wohl nicht abgehalten vom Laufen, aber ich war soooo hungrig … 😎

      LG,
      Anne

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  8. Na, was ein Glück, dass ich keinen Alkohol vertrage.
    Da kann ich mich dann abends einafch auf die Couch legen und faulenzen. 😉
    Nach abendlichen Läufen komme ich gar nicht mehr so schnell runter und schlafe sehr spät.
    Da ist morgens im Dunkeln schon besser.
    Respekt, dass du Scarlett niedergerungen hast. (Aber pass blos auf, bald wird es kalt und dann kriechen die Schweineelche wieder aus allen Ecken und versammeln sich in Gruppen, um harmlose LäuferInnen zu behindern.)

    Ein schönes helles und sonniges Wochenende, und trotz allem viel Spaß heute Abend.
    Birthe

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    • Das Problem mit dem Nicht-Runterkommen hatte ich dann auch. Aber im Moment fällt es mir schwer, morgens vor der Arbeit zu laufen. Außerdem hatte ich das Gefühl, noch was loswerden zu müssen. 😎

      Jaja, die Zeit der Elche naht! Ich frag mich eh, ob „Scarlett“ nicht in Wahrheit ein gut rasierter und verkleideter Schweineelch war. Er hatte unter dem Häubchen so komische Ausbuchtungen … wenn ich so drüber nachdenke, könnten das Elchschaufeln gewesen sein! 😉

      Liebe Grüße,
      Anne

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  9. Hier meldet sich eine untreue Seele zurück. Vor ca 2 Jahren war ich schon mal ein regelmäßiger Besucher und Fan (hatte deinen Blog sogar als Startseite!) Aber als du dann nicht mehr so viel laufen konntest brachte ich nicht die nötige Empathie auf und suchte anderswo meinen Lauf-Lese-Spaß. So ist das halt mit den virtuellen „Freunden“: Da wird aus „Gefälltmir“ dann schnell „Gefällt mir nicht mehr so“ und weg sind sie. Ich habe auch ein hinreichend schlechtes Gewissen und bitte demütig um Wiederaufnahme.
    Zu dem Text oben kann ich auch was beisteuern. Ich bin gestern direkt nach dem Mittagessen (ein Riesenhaufen Nudeln mit einem Riesenhaufen Broccoli und Zwiebeln) inklusive 0,5l Bier (mit Alkohol) und 0,5l Kaffee (mit Milch) gelaufen: Sportlernahrung at its best also. Den letzten Schluck Kaffee getrunken und los. Eigentlich wollte ich langsam laufen, aber dann rollte es prima und ich bin bei bestem Befinden 13km mit 6min/km gelaufen (was für mich eigentlich schnell und auch recht lang ist) und habe mich einfach nur gut gefühlt. Manchmal muß man wohl die Regeln durchbrechen.
    Gruß Matthias

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  10. Hallo Matthias,

    schön, dich wieder hier zu lesen – ich hatte mit schon Gedanken gemacht! Tja, wer Gutes zu schätzen weiß, landet irgendwann doch wieder hier … 😉 Spaß beiseite, willkommen zurück, ich freu mich!
    Was deinen Lauf angeht: Ein unorthodoxes Carboloading, fürwahr! Wie gut, dass wir nicht immer verstehen, warum es gut oder schlecht läuft. Ohne Überraschungen wäre das Läuferleben langweilig! 😉

    Viele Grüße
    Anne

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