Keine Experimente!?

„Keine Experimente!“ – so lautete der Slogan der CDU um Konrad Adenauer im Bundestagswahlkampf 1957. Er konnte überzeugen, wie das Wahlergebnis belegt!

„Keine Experimente!“ – das gilt beim Laufen höchstens dann, wenn alles glatt läuft. Das tat es aber zuletzt nur bedingt. Zumindest bei einigen meiner Neutralschuhe, den ziemlich gedämpften Nike Pegasus, hatte ich das Gefühl, mit ihnen nicht mehr gut klarzukommen: Ich setze nicht sauber auf, der Fuß sackt im Mittelbereich durch und kippt leicht nach innen. Auf Rat eines Orthopädietechnikers hin, bei dem ich letzte Woche auf dem Laufband war, hab ich daher gestern mal wieder experimentiert: Ein Paar meiner älteren, allerdings nur sehr leicht gestützte Schuhe hervorgeholt, um auszuprobieren, ob die besseren Halt geben als ungestützte.

Ergebnis: Von Anfang an stört die Stütze. Und nach knapp 3 Kilometern merke ich immer deutlicher, dass beide Füße fehlbelastet werden und ich Zug im Fersenbereich an der Innenseite des Fußes empfinde. Also umkehren, Lauf abbrechen und die Schlappen runter, bevor ich mir mit ihnen wieder mein Fahrwerk zerlege. Und ausgiebig die Waden dehnen, denen dieses Experiment auch nicht besonders gut bekommen ist. Heute früh zum Glück alles im grünen Bereich.

Und nun? Die gestrigen Testkandidaten werden endgültig ausgemustert. Die Pegasus landen vorerst im Schrank. Für längere Läufe habe ich zwei unterschiedliche Modelle des Lunarglide, bei denen die Probleme bislang nicht auftreten – ich hoffe, dass das auch deutlich jenseits der 20 km noch so sein wird. Mit den härteren Brooks Green Silence und den K-Swiss Blade Light Run läuft’s auf Strecken bis 10 km sehr ordentlich. Ein wenig rumprobieren muss ich vermutlich trotzdem noch. Also: „Experimente – Experimente – Experimente. Und immer an die Füße denken!“ 😉

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14 Gedanken zu “Keine Experimente!?

  1. Liebe Anne, dein Problem ist nicht nur deines, ich erlebe Ähnliches in unmittelbarer Nähe, und glaube nicht, dass es ein Problem der Schuhe, sondern eines deiner Füße ist,aus meiner Sicht, was ich bis jetzt von dir höre, sind sie sehr willig und schmerzfrei bereit, 10 Kilometer zu laufen, alles, was darüber hinaus von ihnen verlangt wird, macht dir Probleme, ich glaube nicht, dass der Schuh daran “ schuld “ ist.

    Natürlich würde ich es auch immer wieder ausprobieren, weil ich es auch nicht hinnehmen wollte, aber warum solltest du dich ewig herum quälen, um 20 oder 3o km mehr unter Schmerzen laufen zu können.

    Genieße das, was du kannst, zerbrich‘ dir nicht dein schlaues Köpfchen und laufe so, wie du kannst und was dir dein Körper erlaubt, vielleicht ergibt sich alles andere auch noch mit der Zeit – ohne Druck – einfach laufen, mal mehr, mal weniger, so, wie es dir deine Füße gestatten, ich glaube, das ist das beste und nimmt dir auch den Druck, meist funktioniert es erst dann, wenn dieser verschwunden ist……….

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    • Liebe Margitta,

      Mich-Quälen und Druckmachen habe ich für mich gestrichen! Wenn es mit Läufen deutlich über 20 km nicht geht, dann geht es nicht – Punkt. Wenn ich nicht schnell laufen kann, laufe ich langsam. Punkt. 😎

      Das Schuhproblem mit dem Pegasus ist allerdings ein anderes: Da spüre ich schon nach wenigen km (ca. 1/2 Stunde), dass der Fuß „durchsackt“. Ich habe keine Schmerzen, aber es fühlt sich „nicht richtig“ an. Da dieses Problem bei anderen Schuhen nicht auftritt, denke ich, dass Körper und Schuh (momentan) nicht mehr zueinander passen. Darauf möchte ich reagieren … und das Laufen genießen, ohne dabei ständig und im Übermaß an die Füße zu denken! 🙂

      Vielen Dank für deine liebevolle Mahnung und ein ganz lieber Gruß an dich und diejenigen in deiner unmittelbaren Nähe, die auch mit ihren Schuhen bzw. ihrem Fahrwerk hadern. 😉

      Anne

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  2. Liebe Anne, ob Margitta mit ihrer Aussage Recht hat, vermag ich schwer zu sagen. Stimmen tut auf jeden Fall, den Druck rauszunehmen und die langen Läufe nicht zum Nonplusultra zu erklären. Bislang läufst Du ja auch immer mal wieder einen langen Lauf und das läßt sich sicher auch immer wieder „einstreuen“ Immer nach Lust und Befinden und nicht nach Plan, was hälst Du davon? 🙂

    Damit das Laufen immer nur Lust bleibt und nicht zum schmerzenden Frust wird.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Lieber Volker,

      da ich momentan eh nicht nach festem Plan laufe und mir keine verbindlichen Umfänge, Geschwindigkeiten etc. setze, halte ich sehr viel davon. Ich will halt gern einen langen Lauf von 20-25 km pro Woche machen, weil mir das eigentlich gut tut. Aber wenn das körperlich nicht drin ist oder ich keine Lust habe, lasse ich es bleiben. Und ich will gern im Herbst – ohne Zeitambitionen – ein oder zwei HMs laufen. Aber wenn das Druck macht, melde ich mich dort gar nicht erst an. Einfach laufen und gucken was rauskommt! 😎

      Liebe Grüße
      Anne

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  3. *seufz* Damit knuddel ich auch immer wieder rum. Zum Glück von Anfangstagen an nicht mehr so, daß ich ernstlich pausieren muß, aber immer wieder nervig. Mal die Ferse, mal der Oberschenkel, mal der Zeh… gerade ist es der Rücken. Weg ist es so gut wie nie bei meinen Zivilisationsgräten. Am wenigsten stört es, wenn ich Schuhe, die Art der Bewegung, die Geschwindigkeit, die Distanz, das Gelände…ach, alles so oft wie möglich variiere. Nur Bergablaufen ist IMMER Gift. War jetzt sehr hilfreich, das Kommentar, wa? 😛

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    • *** Sing ***: „Du bist nicht allei-hein!“ 😉 Nicht allein zu sein, tut gut – insofern war der Kommentar SEHR hilfreich!

      Bei mir war’s zuletzt oft komplett weg, aber das Vertrauen in den Körper ist genau so futsch. Und dann wird jedes kleinen Zwicken und Zwacken zur potenziellen Bedrohung 🙄

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  4. Solche Schuhe hab ich auch. Letztes jahr neu gekauft Neutralschuh und läuft sich wie auf einem Sofa. Viel zu weich. Da hatte ich Probleme im Vorderfuß am Fußballen und Zehengelenken.
    Der Fuß ist schon so ein Kunstwerk, hab ich gerade auch wieder schmerzhaft erlebt. Da wir ja nur die 2 haben müssen wir halt sorgsam damit umgehen. Es ist halt nur so das erst nach dem Schuhkauf und einigen Km die Probleme kommen und dann steht der Schuh halt da und hat Geld gekostet und laufen geht damit nicht mehr und und naja so ist das eben. Ich würde auch mal testen und dann konsequent aussortieren was Probleme macht. Das bringt ja nix wenn mann immer wieder pausieren muß. Hach immer diese Entscheidungen, kann es nicht einfach mal den Schuh geben der sich perfekt von alleine an den Fuß anpasst?
    LG Bärbel

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    • Leider müssen wir wohl den einen oder anderen Fehlkauf „in Kauf nehmen“, liebe Bärbel – ärgerlich, kostspielig, aber nicht zu ändern. Manchmal merkt man es erst spät, oder die eigenen Bedürfnisse ändern sich! Die wenig Tauglichen kommen jetzt auf den Speicher, vielleicht hab ich irgendwann man Verwendung dafür. Und die, die sich gut anfühlen, werden weiter erprobt.

      Ach ja, Barfußlaufen ist vermutlich auch keine Lösung … oder doch? 😎

      LG,
      Anne

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  5. Der Abbruch des Laufes war die einzig mögliche Entscheidung. Aber du hast wertvolle Erkenntnisse dadurch erhalten. Wenn Schuhe nicht (mehr) zu den Füßen passen dann fort damit ❗ Du hast Schuhe, mit denen du anscheinend recht gut klar kommst. Mit etwas Glück ist einer dabei, der auch auf den längeren Strecken gut zu deinen Füßen ist.

    Der letzte Satz gefällt mir besonders 🙂 .
    lG
    Ralph

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    • Bevor ich mir die Haxen poliere, breche ich lieber ab. Gebranntes Kind … 🙄

      Mit den Lunarglide komme ich zumindest bis gut 20 km klar. Und damit bin ich sehr zufrieden! 😎

      Liebe Grüße
      Anne

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  6. … und immer an die Füße denken! Genau, damit ist fast alles gesagt. So wie ich dich kenne, wirst Du nach Deinen Erfarhungen keine Verletzung mehr riskieren. Und die Aussage „Ich will halt gern einen langen Lauf von 20-25 km pro Woche machen, weil mir das eigentlich gut tut.“ gefällt mir ebenfalls.

    Ich bin also nicht auch so pessimistisch wie Margitta. Aber letztlich musst du selbst entscheiden.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • Richtig erkannt, lieber Rainer, gebranntes Kind … 😎

      Im Grund geht es um „Versuch und Irrtum“ – so lange ich nicht alle für mich akzeptablen Möglichkeiten ausgeschöpft habe (in punkto Gymnastik und Lauf-ABC hab ich sicher noch viel Potenzial), werde ich sicher nicht die Flinte ins Korn werfen und längere Distanzen für mich komplett abschreiben. Aber alles läuft komplett ohne Druck … und immer an die Füße denken! 😉

      Liebe Grüße
      Anne

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  7. Den Lauf hätte ich auch nicht zu Ende gebracht. Es war richtig, nach Hause zu laufen. Ich hatte letztens eine Begegnung dieser Art, als ich mir ein paar neue Schuhe bestellt habe. Da war schon nach wenigen Metern klar, dass wir keine Freunde werden. Ich hatte Glück. Die Schuhe konnte ich noch zurückgeben.
    Nee, keine Experimente mehr.
    Liebe Grüße,Bianca

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    • Leider braucht man ja manchmal neue Schuhe, liebe Bianca. Wenn dann das alte Modell nicht mehr erhältlich ist, muss man notgedrungen experimentieren. Oder wenn sich das Mysterium „Körper“ verändert. Meine Pegasus haben ja immerhin 500 bzw. 300 km treue Dienste geleistet und haben mir den Wiedereinstieg ins Laufen ermöglicht. Und vielleicht nehme ich sie noch für ganz kurze Läufe.

      Liebe Grüße
      Anne

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