Nix zu lachen

Wenn es im Alltag wenig zu lachen gibt, muss eben der Sport für die „lichten Momente“ sorgen. Zum Glück tut er das. Ein Feierabendlauf zum Austoben: Runter an die Mosel joggen und am Zewener Ufer den Turbo zünden, der bei tendenziell übergewichtigen Schnecken naturgemäß ein eng begrenztes Leistungsvermögen besitzt.

Dosiert wird Gas gegeben – ich will zügig laufen, irgendwo zwischen Zehner- und Halbmarathontempo, aber nicht mit raushängender Zunge rennen. Und dabei keuchen, hecheln und stöhnen wie der muskelbepackte und mit einem reichlich gefüllten Trinkgurt ausgerüstete Mittdreißiger, der mich überholt, will ich schon gar nicht. Nur 150 m weiter ist es bei dem Sportskameraden schon wieder vorbei mit dem fixen Rennen. Er positioniert sich zum Strullern gut sichtbar am Ufer und entsorgt unter den Augen zahlreicher LäuferInnen und RadlerInnen die bereits konsumierten Getränke. Die 100 m bis zum nächsten Gebüsch waren ihm wohl zu weit … gar nicht zum Lachen! 🙄

Ich spare mir einen Kommentar und laufe „meinen Stiefel runter“. Immer ein Auge auf die Mosel gerichtet, wo die Schwäne mit ihren noch grauen Jungen nebst etlichen weiteren Enten und sonstigem Wassergeflügel den Sommerabend genießen, der zuerst noch recht schwül ist, aber frisch wird, sobald die Sonne sich verkrümelt hat. 3 x 2 km flott mit jeweils einem langsamen km dazwischen, noch ein flotter km zum Schluss, weil’s so schön war. Ein wenig Dehnen unter der Brücke – danach im entspannten Trab zurück in die Stadt. Ich kann ja doch noch lachen … 😉

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12 Gedanken zu “Nix zu lachen

  1. Liebe, liebe Anne, unterschwellig klingt es bei Dir in letzter Zeit nicht so doll. Ich wünsche Dir vom ganzen Herzen, dass Du die Sache im Griff behälst und nicht wie ich und manch andere ins Straucheln gerätst. Pass auf Dich auf.

    Ein paar flotte Kilometer sind da natürlich ganz hilfreich zumindestens ein Lächelns ins Gesicht zu zaubern, das angesichts eines enthemmten Pinklers hoffentlich nicht gleich wieder vergangen ist 😉

    Halt Dich aufrecht! 😀

    Liebe Grüße
    Volker

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    • Ja, lieber Volker, ich geb mir Mühe – vielen, vielen Dank für die guten Wünsche!
      So ein Stehpinkler wird mir nicht die Laune verderben, der ist nur ein verständnisloses Kopfschütteln wert. 😎

      Liebe Grüße
      Anne

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  2. Wie gut, dass du das Laufen hast, wo sonst könntest du neue Kräfte sammeln (außer bei uns !!) 😉

    Der Herr, der nicht warten konnte bis zum nächsten Gebüsch, ist nicht alleine auf der Welt, von solchen rücksichtsvollen Männern der Gesellschaft kann auch ich berichten, und auch ich finde das gar nicht lustig – war wäre, wenn wir Frauen ebenso handelten, aber welche Frau tut so etwas – ich kenne keine !

    Dir wird das Lachen nie vergehen, da würde ich vorher einschreiten ! 😉

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    • Wie gut, euch zu haben, liebe Margitta – auch das sogt dafür, dass mir das Lachen nicht vergeht. Und bis zum Urlaub ist es ja auch nicht endlos lang hin … 😎
      Wir Frauen würden uns sicher nicht einfach an den Straßenrand hocken … Männer sind da schmerzfrei, manche wenigstens. 😉

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  3. Ja, es gibt Zeiten, da braucht man das Laufen um das Lachen noch zu behalten. Ich drücke die Daumen, das wieder bessere Zeiten im Alltag einkehren.

    Der Läufer, der sich da so „rücksichtsvoll“ entleerte, konnte vermutlich überhaupt nicht mehr länger das Tempo halten. So wählte er eben die – in seinen Augen – weniger peinliche Variante 😉 .

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  4. Hm, wie hast Du mir kürzlich geschieben: Kein Job ist es wert, sich auffressen zu lassen? Ich hoffe Du nimmst Dir das auch selber zu Herzen 😉

    Die Öffentlichkeitsstruller kann ich auch nicht verstehen. Mir wäre das ja so megapeinlich! Ob es daran liegt, dass in Männertoiletten auch nebeneinander ins Pissoir gebieselt wird und sich daher die Männerwelt in der Öffentlichkeit nichts dabei denkt?
    Ich stelle mir gerade vor wenn wir Frauen in öffentlichen Toiletten nur eine gemeinsame Rinne hätten. 😀 Undenkbar!

    Liebe Grüße Elke

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  5. Ja, liebe Elke, anderen gute Ratschläge zu geben ist immer leicht … sich selbst dran zu halten dagegen … 🙄
    Warum manche Männer so schamlos sind – keine Ahnung. Vielleicht mag sich ja ein Herr hier äußern … 😉

    Liebe Grüße
    Anne

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  6. Liebe Anne,

    gerade kam mir der Gedanke, was wohl passiert wäre, wenn du neben dem Stehpinkler zu lachen angefangen hättest??! Ob ihn das wohl ins Gebüsch getrieben hätte?
    Ich wünsche dir allerdings lieber andere Anlässe, die dich zum lächeln bringen und viel Kraft für diene momentan scheinbar anstrengende Arbeitssituation.

    Lieben Gruß, Doris

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    • Auslachen – oder fragen „Ist der niedlich – wächst der noch?“ 😆 Ich fürchte, genützt hätte es auch nicht. Im Moment ist es eine wahre Seuche mit den Stehpinklern – gestern auf dem Rückweg vom Garten stand einer MITTEN auf dem Fußweg und pieselte die Alkoholika dort hin, die er vorher zu sich genommen hatte. Da konnte ich mir doch ein „Wer nicht saufen kann, soll’s bleiben lassen.“ und eine Beschimpfung nicht verkneifen. 🙄

      Danke, liebe Doris … alles wird gut! 😎

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  7. Nee, das geht ja gar nicht. Sich so einfach mitten an den Weg stellen und pinkeln. Bäh!!! Wenigstens ins Gebüsch kann Mann sich ja wohl schlagen.
    Anne, lass Dir das Lachen nicht nehmen. Nicht vom Job oder sonst etwas!!! Das ist nicht immer leicht, ich weiß.

    Liebe Grüße
    Bianca

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  8. Mancher Mann kann leider nicht – erstens der Läufer, zweitens siehe meine Antwort zu Doris‘ Kommentar.
    Bis mir komplett das Lachen vergeht, muss schon einiges passieren – danke dir, liebe Biana! 🙂

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