Jammern

Man könnte die ganze Zeit jammern über dieses Wetter: Nieselig, grau, feucht. Milde 6 Grad fühlen sich ekliger an als die fast zweistelligen Minusgrade der letzten Wochen. Nicht kalt, eigentlich sogar zu warm für Langarmshirt plus dünne Jacke. Aber irgendwie klamm. Pfui Deibel!

Nur meine innerer Schweineelch läuft bei solchen Bedingungen zu Hochform auf. Normalerweise hilft es, ihm mutig entgegenzutreten, ihm ins Gesicht zu lachen und ihn notfalls noch einmal kräftig anzuraunzen, damit er seine Schaufeln einzieht. Gestern Abend hat er mich allerdings eingeschüchtert. Als er sich da mit verspiegelter Sonnenbrille auf der Nase vor mir aufbaute, lässig den Baseballschläger in der rechten Hand haltend und ihn locker in die linke Handfläche schlagend, war mir nicht nach Zoff. Eine halbe Stunde Rudern im Wohnzimmer mit ein paar flotten Intervallen tut es ja auch! 😉

Über Nacht sind die Bedingungen kaum angenehmer geworden. Aber vom Jammern werden sie natürlich auch nicht angenehmer. Und immerhin ist es hell und es regnet nicht. Einsam ist das Läuferinnenleben trotzdem. An den Weihern habe ich die Wege für mich allein. Die Enten planschen auf der kleinen Wasserfläche, die das Eis schon freigegeben hat. Das Schwanenpaar hockt dagegen noch missmutig wirkend auf der dicken Eisschicht und scheint auf den Frühling zu warten, um endlich mit der Brut beginnen zu können.

Auch an der Mosel nur tristes Grau. Da macht das Fotografieren keinen Spaß! Beim amerikanischen Klopsbrater laufen gerade die ersten Familien zum Mittagessen ein. Für mich gibt’s nur einen dringenden Boxenstopp in den sanitären Einrichtungen, dann geht’s weiter bis zur Römerbrücke. Vorbei an den missgestimmten Gänsen kreuze ich die Brücke und laufe am anderen Ufer zurück. Knapp ein Stündchen immerhin, ein wenig zäh, aber es geht doch. Und irgendwann hat das fiese Grau – auch ohne mein Zutun! – noch in jedem Jahr dem frischen Grün (oder wenigstens vorübergehend dem strahlenden Weiß) Platz machen müssen. Ergo lohnt das Jammern wirklich nicht – nur ein wenig Geduld, und dann …!

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10 Gedanken zu “Jammern

  1. Aber Anne, was sind das denn für trübsinnige Töne. Temperatur und Luftfeuchrigkeit waren doch genial heute. Und das bisschen Grau schüchtert uns doch nicht ein 😉

    Heute früh im Tiergarten hättest du jede Menge Läuferinnen und Läufer getroffen. Da war tierisch was los.

    Ich wünsche dir viel Entspannung und Ruhe!

    Liebe Grüße
    Rainer 🙂

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    • Ach, ich weiß auch nicht. Vielleicht wirklich Spätwinterblues! Mit der Ruhe klappt es nur bedingt am Wochenende … Durchhalten bis zum 9. März heißt die Devise! Dann hab ich 14 Tage Urlaub, bis dahin steht aber noch einiges an …

      Mal sehen, vielleicht klappt es ja mit der Sauna heute oder morgen, täte sicher gut! 😎

      Danke und lG,
      Anne

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  2. Liebe Anne, jammern geht gar nicht, gar nicht, gar nicht – auch ich habe Ähnliches erlebt, warum laufen wir eigentlich nicht gemeinsam – du und ich ? Habe ich etwa gejammert, hast du etwas gehört, gelesen oder sonst ?

    Die Feuchte in der Luft liebt mein Körper gar nicht, dann schon lieber kräftigen Regen, das ist etwas Reelles, aber so ein weder noch, dazu noch der graue Himmel, die Einsamkeit, die wir doch eigentlich mögen, gell ?

    Aber wir trösten uns gemeinsam damit, dass morgen alles, alles, aber auch alles besser sein wird, aber jammern, nee, das geht gar nicht ! 🙄

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    • Du und gejammert? Nie! Du hast nur ebenfalls dein Missbehagen kundgetan, weil es auch bei dir heute nicht so rund lief! Reich mir die Hand, liebe Schwester, dann laufen wir wenigstens virtuell zusammen! Ohne zu jammern natürlich, mag der Himmel auch noch so grau sein! 😎 Jammern bringt’s einfach nicht!

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  3. Nich jammern … hach, wenn ich dürfte wie ich wollte … wäre ich heute über Mittag bei wunderschönem Sonnenschein …
    Das Wetter wird auch bei dir bald mal besser 😉

    Liebe Grüße
    Tati

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  4. Liebe Anne, da haben wir wohl mehr oder minder Deutschlandweit die gleichen Bedingen.

    Teile Deines Artikels könnten auch in Oldenburg spielen.

    Muß ich mir Sorgen um Dich machen wegen des Schweineelchs? Der scheint zu Gewaltexzessen bereit 😦

    Liebe Grüße und halte durch, der Urlaub naht!

    Volker

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    • @Volker: Tja, Grau allerorten … da müssen wir einfach durch, das Ende ist in Sicht!

      Was den Elch angeht: Du weißt doch, wie das mit Halbstarken ist: Die machen gern mal einen auf dicke Hose, aber wenn man sich nicht gleich einschüchtern lässt, sind sie ruckzuck ganz klein mit Hut! 😆

      Liebe Grüße
      Anne

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  5. Liebe Anne,
    bald wird es Frühling!!!
    Dann wird alles besser.
    Und jammer nicht, weil es draußen ungemütlich ist. Das wird jetzt garantiert täglich besser. Ich hätte übrigens gerne getauscht. Mir hat so ein verflixter Schweineelch was falsches zu essen gegeben. Anderthalb Tage elend rumsitzen. Morgen ist das Wetter egal, Es geht endlich wieder raus zum Laufen. Naja, ganz egal auch nicht. 😉
    Also schick den Schweineelch morgen ruhig hier rüber. Da hat er nichts zu lachen!

    Und immer an den Urlaub denken. Nur noch drei Wochen, die vergehen im Fluge.
    Liebe Grüße,
    Birthe.

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    • Oh weh, Schweineelche als „Giftmischer“ – das hatte ich noch nie, das ist echt perfide! Ich hoffe, heute geht es dir wieder gut und du kannst auf die Piste! Noch drei Wochen auch für dich, allerdings nicht bis zum Urlaub, sondern bis zu Tag X – und der wird klasse! 😎

      Und danach kommt dann der Frühling … 😉

      Liebe Grüße
      Anne

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