Durchlüften

Nass ist es. Von oben – hier wechseln sich feines Gesprühe aus der großen Blumenspritze und dicke Regentropfen ab. Und von unten – der Anstieg vom Tiergarten hoch zum Mariahof besteht aus olivgrüner Schmierseife, die dafür sorgt, dass die türkisfarbigen Pegasus endgültig nicht mehr als solche zu erkennen sind. Kraftraubend, der weiche Untergrund. Ohne ein kurzes Stückchen Gehpause auf der asphaltierten Rampe geht’s noch nicht wieder. Immerhin: Das Stadtpanorama belohnt für den Aufstieg, auch wenn das Nieselgrau den Weitblick trübt.

Vorbei am Gutshof und dem Forsthaus, dann die steile Straße hinunter zurück in die Stadt. Zum „Rollen-Lassen“ ist der Asphalt zu uneben, ich würde in der Dämmerung die Schlaglöcher zu spät sehen. Also kontrollierter Tiefflug hinunter zum Altenheim an der Härenwies. Eine Spaß-Runde um den winzigen Fischteich, dann quer durch Weismark und Feyen runter an die Mosel.

An der Staustufe braust und brodelt der Fluss wie ein gigantischer Topf mit kochendem Wasser. Wenn das so weitergeht, hat sich das Thema „Laufen auf dem Leinpfad“ demnächst wieder mal für einige Tage erledigt. Aber noch hat der Fluss Platz in seinem Bettchen.

Im beschleunigten „Duracell-Häschen-Schritt“ gönne ich mir die knapp drei Kilometer bis zur Römerbrücke. Dann die Wende und noch einmal kräftig durchlüften: Wind und Regen peitschen ins Gesicht, die Haut beginnt zu brennen, die nackischen Beine werden frisch gekühlt. Einfach nur klasse!

Knapp anderthalb Stunden, dann ist leider die Maximaldosis „Laufen“ erreicht, die ich mir für diese Woche zugestanden habe. Schade! Aber Vorsicht ist besser … 😎

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10 Gedanken zu “Durchlüften

    • @Bianca: Ja, vor ein paar Wochen hätte ich nicht damit gerechnet, dass sowas nicht nur möglich ist, sondern auch gar nicht übermmäßig anstrengt. Bei 10 Grad kann man schon „unten nackisch“ laufen, das war sogar sehr angenehm! 😎

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  1. Oho, auch noch mit nackischen Beinen unterwegs. Ich hatte gestern mal die lange Tight an, zum dritten Mal in diesem Winter

    Der Lauf klingt so ähnlich, wie der den ich am Mittwoch unternommen habe. Der Regen hat uns lieb zur Zeit 😉

    Eineinhalb Stunden, TOLL, liebe Anne!

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    • @Volker: Wie ich schrieb: 10 Grad laden zum nackischen Laufen ein. Und bei uns ist der Wind nie ganz so garstig wie bei euch auf dem platten Land, darum ließ sich das gut aushalten! 😎
      Ich trau dem Frieden ja noch nicht, aber TOLL fand ich es auch!

      Danke, lieber Volker!

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  2. Wow, und ich dachte ich lebe in den Bergen! 😀 Ich habe mich heute auch mächtig durchlüften lassen, nur dass es bei uns wirklich zu kalt für nackige Beine gewesen wäre. Gestern hat es gute 25 cm geschneit und heute morgen wusste Petrus dann nicht, ob er es bei starkem Wind schneien oder regnen lassen soll. Das Ergebnis war ein Riesengematsche und waagrechter Regen, der wie Eisnadeln im Gesicht brannte. Vorbeifahrende Autos, deren Fahrer mich ungläubig ansahen als hätte ich grüne Fühler auf dem Kopf, spritzten mich wirklich bis zum Kragen mit Schneematsch voll. Als ich nach 70 Minuten und 10,5 km wieder zu Hause war, war ich so nass als hätte ich mich in kompletter Laufmontur unter die Dusche gestellt. Aber schee wars! 😀 Ich glaube Dir hätte es auch gefallen. 🙂

    Liebe Grüße Elke

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    • @Elke: Klar, wenn’s schneit bzw. schneematscht, ist endgültig kein Kurze-Hosen-Wetter mehr. Trotzdem wär ich gern dabei gewesen. Grüne Fühler … 😆 ! Wenn man einmal nass ist, macht weiterer Regen ja nicht mehr so viel aus, finde ich. Die heiße Dusche tut dann trotzdem gut – diann aber bitte ohne die Laufmontur! 😉

      Liebe Grüße
      Anne

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  3. Mit nackischen Beinen ginge hier gar nichts mehr – zu kalt, vor allem mit Wind, da würde man sich die Waden endgültig abfrieren, aber in den südlicheren Regionen ist es ja bekanntlich meist wärmer.

    Frau Weinbergschnecke läuft bei Regen – ich glaube, das hättest du vor ein, zwei Jahren nicht getan – oder ? Man kann jedem Wetter etwas abgewinnen, so man läuft und zur Genießerin wird und an einem Stadium angekommen ist, an dem man gerne noch weiterlaufen würde, setzte da nicht die Vernunft ein.

    Ach ja, das gefällt mir alles – alles ! 😉

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    • @Margitta: Ja, bei euch sorgt allein der Wind dafür, dass sich die Frage nach dem „Nackisch-Laufen“ gar nicht stellt!
      Bei Regen wäre ich vor 2 Jahren auch gelaufen, wenn ich es mir vorgenommen hätte – aber es wäre eher „Pflichterfüllung“ gewesen. Inzwischen kann ich solche Läufe aber sehr genießen – wie überhaupt jeden Lauf im Moment! 😎

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  4. Nackische Beine habe ich mich nicht getraut am Samstag. Auch wenn es wahrscheinlcih gut getan hätte. Waren wir da gleichzeitig unterwegs?
    Eineinhalb Stunden klingt gut 🙂 ! Aber gut zu lesen, daß du die Vorsicht nicht vergisst.
    lG
    Ralph

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  5. @Ralph: Nackische Beine waren am Samstag optimal, in Lang wäre es mir vermutlich zu warm geworten. Wir waren tatsächlich etwa zeitgleich unterwegs, ich bin gegen 16:45 Uhr gestartet. 😎
    Die Vorsicht bleibt – und das ist gut so! 😉

    Liebe Grüße
    Anne

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