Sonntagmorgen in Schweich

Ein wenig frisch ist es schon heute früh. Ziemlich frisch sogar.

Ungewohnt frisch für diesen Winter.

Aber schön! Reif auf Wiesen und Blättern, die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich über den Höhen – nur um im Moseltal von einer Nebelsuppe gebremst zu werden. Als Rainer und ich über die Autobahn gen Schweich rollen, bleibt der Himmel grau. Früh, fast zu früh dran sind wir zu diesem gemeinsamen Trainingslauf, der – organisiert vom Lauftreff Schweich – zur Besichtigung der neuen 10 km-Strecke des 1. Schweicher Fährturmlaufs dienen soll.


Entsprechend leer ist erst einmal der Parkplatz. Doch peu à peu trudeln sie ein: Die Lauftreff-Läufer und -Walkerinnen in ihren roten Jacken – und viele, viele auswärtige Gäste, unter anderem auch Dirk, den ich bislang nur aus Blog-Kommentaren und dem RunnersWorld-Forum im WWW kenne. Und rein virtuell ist wie versprochen natürlich auch Margitta dabei! 😉

Insgesamt etwa 70 Läuferinnen und Läufer machen sich gegen 10 Uhr erst einmal auf den Weg zum Sportplatz, auf dem am 17. März um 15:30 Uhr der Startschuss fallen wird. Ein paar einführende Worte von Dirk, dem Organisator des Trainingslaufs und Trainer des Lauftreffs. Dann geht’s los über die superflache Strecke, durch eine Unterführung auf den Moselleinpfad und erst einmal flussaufwärts Richtung Trier.

Gemütlich laufen und möglichst zusammenbleiben, so die Ansage. Und das klappt sehr gut! Mit „WWW-Dirk“ und Rainer laufe ich zusammen, es wird munter gequasselt bei einem Tempo, das für die beiden sehr entspannt, für mich locker bis zügig ist. Gelegentlich schweift der Blick über den Nebel, der noch immer über dem Wasser hängt, und die in der Ferne leuchtenden roten Sandsteinfelsen. Ein wenig Aufmerksamkeit braucht aber auch der Weg, auf dem matschige Spuren des Hochwassers, wenige Unebenheiten durch Wurzeln (die bis zum Lauf aber noch mit Sprühfarbe gekennzeichnet werden) und vereiste Pfützen kleine Hindernisse bilden.

Der Weg ist nicht sehr breit, aber trotzdem können auch drei bis vier Personen bequem nebeneinander laufen. Wenn im März alle Mitstreiter einigermaßen diszipliniert rechts bleiben, wird es also keinerlei Probleme geben, wenn sich Schnelle und Langsamere auf der Wendepunktstrecke begegnen. Am Wendepunkt bei etwa 4,5 km wird kurz gewartet, um die Truppe wieder zusammenzubekommen. Für die leichter bekleideten Herrschaften möglicherweise etwas lästig …

Zurück geht’s zügig weiter, andere Quasselpartner finden sich, „Trainer-Dirk“, ein paar Herren, ein Stückchen laufe ich auch mal allein vor mich hin und genieße den Blick auf die Sonnenstrahlen, die sich nun doch vereinzelt sehen lassen. Am zweiten Wendepunkt wieder ein kurzer Stopp, bis alle beieinander sind, dann die letzten knapp 1,5 km zurück ins Stadion.

10,03 km zeigt die Uhr im Ziel – es geht doch nichts über eine exakte Vermessung. 😉 Mit 1:02:24 war’s für mich ein lockerer bis fordernder, aber nicht übermäßig anstrengender Trainingslauf. Und richtig Spaß hat’s gemacht auf einem schönen, leicht zu laufenden Kurs! Wenn ich gesund bleibe (und kein Hochwasser kommt!), heißt es also am 17. März: 1. Schweicher Fährturmlauf – ich bin dabei! 😎

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20 Gedanken zu “Sonntagmorgen in Schweich

  1. Schöner Lauf und bestimmt auch Klasse Strecke. Das Wetter war ja heute auch perfekt.
    Ich spiel auch immer mit dem Gedanken mal in der Laufgruppe mitzulaufen, aber naja alleine find ich eben einfach gut. Wenn ich mit meinem Mann laufe ist das immer wie ein Wettlauf was ich ja nicht will.

    Schönen Sonntag wünsch ich Dir noch

    Bärbel

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    • @Bärbel: Morgens war’s noch neblig – ansonsten hast du recht: Perfekt! Und Spaß hat es gemacht! Aber es war eine einmalige Angelegenheit: Ein Lauf zur Streckenbesichtigung. Ansonsten bin ich auch Alleinläuferin, weil ich am liebsten mein Tempo laufe, ohne mich auf andere einstellen zu müssen.

      Auch dir einen schönen Sonntag, liebe Bärbel,
      Anne

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  2. Ach, und ich dachte, es sei nur ein Trainingslauf zusammen mit anderen, so doch ein offizieller Lauf, aber ich war dabei, ich habe es gespürt bei meinem morgendlichen Ritt bei – wie du sagst – ebenso schönem Wetter.

    Das war ja ein richtig offizieller Lauf, dein erster seit langer Zeit, und es ist richtig gut gelaufen ohne größere Anstrengung – super, liebe Anne !

    Neue Pläne für März auch schon – na dann – kann man nur beten, dass alles gut bliebe und noch besser werde ! 😎

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    • @Margitta: Der Lauf war zwar ein wenig „offiziell“, da von einem Lauftreff organisiert, aber letztlich doch ein Trainingslauf ohne Startnummer, ohne Zeitnahme und natürlich ohne jeden Wettkampfcharakter. Allerdings waren viele andere LäuferInnen dabei, weit mehr als ich erwartet hatten.
      Bis März fließt noch viel Wasser die Mosel runter und ich habe viel Zeit, meine Kilometerchen abzuspulen. Wenn dann der offizielle Lauf ist und ich gesund bin und Zeit habe, werde ich voraussichtlich dabei sein. Ohne große Zeitambitionen, ohne „Trainingsplan“, strukturiertes (Tempo-)Training etc. – einfach zum Spaß, mit Einsatz, aber nicht übermäßiger Anstrengung! Und damit alles gut bleibt, helfen weiterhin äußerste (!) Vorsicht im Umgang mit den verletzlichen Haxen – und vielleicht auch Beten und Daumendrücken! 😉

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  3. Auch für einen bekennenden Alleinläufer ist es doch einfach mal nett in einem „Rudel“ Gleichgesinnter unterwegs zu sein. Speziell wenn es bei dem Lauf um nichts geht. Das klingt nach Geselligkeit und Spaß.

    Und wenn Du es am 17.03. ruhig und ohne Erfolgs- und Leistungsdruck angehen läßt, brauchst Du Dir sicher auch um Deine Haxen keine Sorgen zu machen. Du bist doch schon wirklich wieder gut dabei.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • @Volker: Ja, gelegentlich macht das Laufen in der Gruppe einen Heidenspaß, so auch heute. Und wegen des 17. März mach ich mich sicher nicht verrückt … „Einfach laufen“ heißt die Devise!

      Liebe Grüße
      Anne

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  4. Bei der Überschrift dachte ich erst, „was macht Anne denn in Schweich?“ Aber nachdem ich die ersten Bilder erblickte, war mir alles klar. Du hast also die neue Laufstrecke erkundet. Danke für den Bericht 🙂 !
    Von der Streckenbreite klingt das irgendwie nach Mertesdorf. Könnte mit den beiden Wendepunkten wirklich eng werden. Ich werde dabei sein, eine Gelegenheit uns mal wieder zu sehen 😎 .
    Hat der Lauf in der Gruppe nicht Lust gemacht, das mal öfter zu machen?
    lG
    Ralph

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  5. @Ralph: Fein, dass du auch da sein wirst! 😎

    Die Streckenbreite entspricht in etwa der in Mertesdorf – du kennst ja den Moselleinpfad.Die ersten und letzten paar hundert Meter durch den Ort sind verwinkelt, aber ansonsten kann man (wenn man denn kann 😉 ) richtig Gas geben. Und da es in Mertesdorf funktioniert mit der Wendepunktstrecke, sollte das auch in Schweich kein Problem sein, wenn alle Teilnehmer klar informiert sind (was sie sein werden). Außerdem sieht man ja die Schnelleren entgegenkommen und kann Platz machen – Überrunden würde da mehr Risiken bergen. 8)

    Manchmal kann ich mir das Gruppenlaufen schon vorstellen, aber so ganz regelmäßig? Ich weiß nicht, dafür genieße ich das Alleinlaufen bei freier Zeiteinteilung zu sehr. Vor allem muss es vom Tempo her in der Gruppe passen. Meine Erfahrung ist, dass ich in Begleitung (egal, ob einzelne Mitläuferin oder Gruppe) meist schneller laufe, als ich es vorhatte – manchmal auch zu schnell.

    Liebe Grüße
    Anne

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  6. Hallo liebe Anne,
    vielen Dank für deinen wunderschönen Blog über unseren gestrigen gemeinsamen Lauf. Sehr nett, dich auch einmal persönlich kennengelernt zu haben. Schön, dass es dir so gut gefallen hat. Hätte ruhig noch etwas länger gehen können; wir hatten ja soviel Gesprächsstoff 🙂
    Viele Grüße Dirk

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    • Hallo Dirk,

      das war wirklich eine Aktion, die mir riesig Spaß gemacht hat – dann fällt auch das Schreiben darüber leicht!

      Ich finde ja solche zwanglosen gemeinsamen Trainingsläufe eh klasse, auch wenn (oder gerade weil) ich sonst eher allein laufe. Vielleicht lässt sich Ähnliches ja bei Gelegenheit wiederholen?!

      Viele Grüße
      Anne

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    • @Gerd: Genau! 😆 Arttypisch schreitet auch die Genesung der Weinbergschnecke langsam voran – aber es läuft, und auch wer lange braucht, erreicht irgendwann sein Ziel!

      Liebe Grüße
      Anne

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  7. Hallo Anne, sehr schön beschrieben. Das hat wirkich Spaß gemacht und hätte ruhig doppelt so lang sein dürfen. Da stimme ich Dirk zu.

    Bin gespannt, wann wir das nächste Mal gemeinsam „an den Start“ gehen.

    Liebe Grüße
    Rainer 8)

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  8. @Rainer: Danke! Du hast – in deinem „großen Blog“ 😉 – auch einen sehr schönen Bericht verfasst, der hoffentlich viele LäuferInnen nach Schweich lockt!

    Die doppelte Länge hätte ich (noch) nicht geschafft nach meinem Wiedereinstieg. Aber mal sehen, wie es Ende März aussieht, wenn der Bendersbachtal-Lauf stattfindet. Die 11 km sollten auch jetzt schon kein Problem sein. Wenn ich gesund bleibe und gut weitertrainieren kann, sind vielleicht sogar die 25 km drin – ist ja zum Glück wieder ein Lauf ohne Zeitmessung und „Wettkampfstress“! 😎

    Aber ich hoffe natürlich, dass wir uns auch vorher schon einmal laufenderweise begegnen!

    Liebe Grüße
    Anne

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  9. Das klingt ja nach einem richtig netten Erlebnis,
    Dass die Strecke teilweise recht eng ist, kennt man ja von anderen Läufen. Meist sortiert sich das dann ja auf den ersten 1-2 km.
    Im März werden wohl nur die Kinder Laufen, und ich komme zum Zuschauen mit. (Und Kuchen essen.Mjam.)
    Ich würde mich sehr freuen, wenn es bei dir auch mit dem Bendersbachtallauf klappt. Besonders, falls es die 25km Strecke sein sollte. Da hat man ja noch mehr Zeit, die schöne Landschaft zu genießen.
    Und dann gibt es einen kleinen Klönschnack hinterher. 🙂

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    • @Birthe: Keine Cup-Ambitionen in diesem Jahr? Das wäre eine Strecke, um eine richtig gute Zeit für die Wertung einzufahren!

      Naja, aber mir wäre die Serienwertung auch zu stressig – 6 von 10 Läufen muss man erst einmal zusammenbekommen. Und Kinder aufmuntern und Kuchen essen hat auch was! 😉

      Mal sehen, wie es bis Ende März so gehen wird. Wenn alles so gut weiter geht wie bisher (und ich geduldig bleibe!), halte ich die 25 km für sehr realistisch. Ein Spaziergang wird es wegen des happigen Profils sicher nicht, aber ich sollte bis dahin in einem Trainingszustand sein, der mich das Abenteuer müde, aber wohlgelaunt und schmerzfrei überstehen lässt. 😎

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  10. Naja, das mit dem Cup ist schon stressig. Ich weiß nicht, ob ich da alle Läufe zusammenbekomme. Aber das Handicap für Schweich ist wohl eher, dass der Beinwald-Marathon eine Wocher vorher ist. Das ist ein Bisschen knapp.

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  11. @Birthe: Eine Woche ist in der Tat sehr knapp – noch nichts mit Superkompensation und Chance auf neue 10er-Bestzeit. Also stattdessen Kinder aufmuntern und Kuchen essen – das ist doch eine prima Alternative, v.a. Letzteres! 😆

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