Danke, Herr Dr. Wessinghage!

Dr. Thomas Wessinghage schreibt in der neuen Runner’s World: „Die Frage, ob auch ein zügiger Lauf über nur 25 bis 30 Minuten Sinn macht, lässt sich ganz eindeutig mit ‚ja‘ beantworten.“

Nun ist mir Herr Dr. Wessinghage nicht besonders sympathisch, seit er vor einigen Jahren maßgeblich an der Doku-TV-Serie „Von 0 auf 42“ mitgewirkt hat. Es weckt meine Zweifel an seiner Kompetenz als Arzt und Trainer, dass er sich für ein solches Projekt hergegeben hat, das für die Gesundheit der Teilnehmer höchst fragwürdig war. Außerdem soll man ja eh nicht kritiklos auf selbst- oder fremdernannte Laufgurus hören, auch wenn diese früher mal Europameister auf der 5.000 m-Strecke waren.

Aber wenn Herr Dr. Wessinghage nun einmal zufällig etwas schreibt, was mir blendend in den Kram passt, sauge ich seine Worte begierig auf. Und setze sie gleich in die Tat um. Herr Dr. Wessinghage schreibt nämlich weiter: „Vor allem dann, wenn das Training ansonsten ganz ausgefallen wäre.“ Und ausgefallen wäre der Lauf wohl, weil es heute mal wieder später im Büro wurde und morgen wieder sehr früh losgeht.

Also rein in die Neonklamotten und raus auf die Piste. Erstmal locker anlaufen und dann auf der Gefällstrecke beschleunigen, natürlich nur so, dass ich mit der Stirnlampe noch gefahrlos durch das Dunkel komme. Der Dampf meines Atems vermengt sich mit der nebelfeuchten Luft. Die Lichter des Dorfes unter mir strahlen orange. Eine letzte Serpentine, vorbei an den schicken Neubauten, die Fußgängerampel zeigt grün, also gleich weiter ins Dorf und nicht auf dem unebenen Weg am Bach entlang. Nix mehr mit „abschüssig“, stattdessen flach bis leicht wellig. Egal! Noch der Kilometer durch die Kleingärten. Auch noch das Hügelchen hoch? Doch, passt scho‘!

33 Minuten Frischzellenkur nach einem anstrengenden Tag – brilliante Idee! Danke, Herr Dr. Wessinghage! 8)

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17 Gedanken zu “Danke, Herr Dr. Wessinghage!

  1. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass ein Lauf von 30 Minuten keinen Sinn machen soll! 😮 Mit welchen Gründen wird dies behauptet?

    Ich war gestern auch wieder mit meiner neuen Laufgruppe unterwegs, fünf stirnlampenbewaffnete „Glühwürmchen“ im Dunkeln, 40 Minuten und ich hätte nie gedacht, dass Laufen in der Gruppe so viel Spaß machen kann. Juhu, meine Beine haben zum ersten Mal seit ca. 3 Wochen komplett Ruhe gegeben, ich klopf auf Holz dass es so bleibt. Eine der Lauftrainerinnen ist übrigends Antje Schuhaj, eine Ultraläuferin. Vielleicht kennt Ihr Insider sie? Eine sehr sympatische, natürliche Person.

    Aber Gas geben, so wie Du können wir natürlich noch nicht. Ich freue mich für Dich, dass dies bei Dir wieder so gut klappt, Anne! 🙂

    Liebe Grüße Elke

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    • @Elke: Gründe? Das Umziehen lohnt sich kaum! 😆
      Toll, dass dir die Gruppe so viel Spaß macht. Eure Trainerin kenne ich nicht, ich bin aber alles andere als eine Kennerin der „Ultra-Szene“.

      Danke, liebe Elke! 8)

      Anne

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  2. Genau – so eine kurze Feierabendrunde nach einem anstrengenden Arbeitstag ist einfach das beste Rezept, um den Streß loszuwerden. Und wenn man dann noch die Bestätigung von einem Laufguru bekommt – umso besser 😉 . Aber ich bin sicher, diese Aufforderung hättest du überhaupt nicht gebraucht.
    lG
    Ralph

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  3. “ Die Frage, ob auch ein zügiger Lauf über nur 25 bis 30 Minuten Sinn macht, lässt sich ganz eindeutig mit ‘ja’ beantworten.“

    Die Frage, ob ein langsamer, langer Lauf über 30 Minuten und länger Sinn macht, lässt sich ebenfalls mit JA beantworten.

    Wie auch immer, die Freude am Laufen in der dunklen, dunklen Nacht kommt rüber, ich sehe dich neongelb leuchten mit roten Bäckchen und mit einem strahlenden Lächeln zu Hause ankommen, dann ist es wurscht, ob du langsam oder ob du schnell zu Gange warst, Sauerstoff aufgenommen, so viel wie andere in einem Monat, Ablenkung pur – Freude, Ablenkung – Lebensqualität eben !

    Und jeder von uns weiß, wovon du sprichst ! 8)

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    • @Margitta: Mal unter, mal über 30 Minuten, je nach Zeit, Lust und Gesundheit. Gleich geht’s auf die Piste, da sind mehr als 30 geplant. Mal gucken … Hauptsache Freude am Laufen!!! 8)

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  4. Da bist Du wohl durch Olewig gelaufen 😉

    Besser wenig als gar nichts, ist auch meine Meinung. Und, übrigens: die Laufkolumne morgen dreht sich – wie von dir angeregt – um das Thema „Mehr Licht!“

    Liebe Grüße
    Rainer 8)

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  5. Auch ein kurzer Lauf ist ein Lauf und der bringt immer was. Das ist für mich auch ohne Erklärung durch einen Doktor klar. Ich freue mich aber über diesen Beitrag, denn ich bin einer der keine langen Läufe macht und da klingt es einfach angenehm wenn auch ein Doktor schreibt das ein kurzer Lauf auch was bringt. Ich vermute auch, Du wärst auch ohne die Worte von dem Herrn Wessinghage gelaufen.

    Freundliche Grüße
    Bernd

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  6. Ich erinnere mich noch gut an das „Von Null auf 42“ und an Dr. Wessinghage, den ich noch als Läufer kannte. Auch mir gefiel das damals überhaupt nicht, wie das ganz ablief.
    Und ich war heute auch nir 7km unterwegs 😉

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    • @Martin: Die Sendung war echt schrecklich, mir taten v.a. die übergewichtige Frau und die etwas „eigenwillige“ leid, die beide vom Doc z.T. regelrecht gemobbt wurden. 😦

      Ich hatte gestern noch einmal nur 5 km – Hauptsache Laufen! 8)

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    • Hallo Rudolf, willkommen auf meinem Blog – schön, dass du hergefunden hast! 🙂

      Im Vergleich zum TV-Glotzen bringen 30 Minuten in der Tat VIIIEL mehr … zum Glück habe ich gar keinen Fernseher mehr! 😆

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