Nicht das Paradies

Doch, gelaufen wird auch hin und wieder bei Weinbergschneckens, trotz des Garten-Einmach-Marathons der letzten Tage. Schließlich habe ich in dieser Woche noch Urlaub, und den will ich nutzen. Heute zum Beispiel. Weil’s so sensationell schönes Spätsommerwetter ist, gönne ich mir sogar ein gepflegtes kleines Koppeltraining.

Erst eine flotte Kaffeefahrt ins Ländchen, die Rätsel aufgibt: Warum hat man eigentlich auf dem Rad an der Mosel gefühlt IMMER Gegenwind? Egal: Wenn die Welt so verzaubert ist, spüre ich die Anstrengung kaum. Der Fluss glitzert in der Sonne, das satte Grün der Bäume spiegelt sich in den Wellen. Dagegen zeigt sich über den Igeler Kletterfelsen schon die erste herbstlich gelbe Laubfärbung. Ein großer Schwarm Nilgänse auf den Wiesen vor Wasserbillig beratschlagt offenbar, ob man gemeinsam gen Süden fliegen oder im milden Moseltal überwintern sollte – im Dezember werden wir sehen, wie die Entscheidung ausgefallen ist.

Kaum daheim werden nur schnell die Schuhe gewechselt und in den Radler-„Windel“höschen geht’s auf die kleine Hausrunde im Tiergarten: Los mit Blick auf den Petrisberg.

Petrisberg

Vorbei an den prallen Rieslingtrauben, dem Weingut und der Gärtnerei.

Auf dem Pfad zwischen Brombeeren und Haselsträuchern entlang.

Weiter auf dem schmalen Waldweg.

Den Rindern auf ihrer Sommerwiese beim Heumampfen „Guten Tag“ sagen.

Auf dem Sträßchen oberhalb des Weinguts den Blick Richtung Stadt schweifen lassen.

Und mich freuen, dass auch die blauen Trauben (Spätburgunder vermutlich) vom Hagel verschont blieben, der an der Mittelmosel so grausame Schäden angerichtet hat.

Zum Schluss nach einem kurzen Endspurt im 5er-Schnitt mit etwas müden Beinen (aber schmerzfrei!) ein Besuch im Apfelgarten, in dem ich in der vergangenen Woche schon reiche Ernte eingebracht habe: 60 Kilo Äpfel zum Mosten abgeliefert und einen Teil des Mosts zum Gären in den Keller verfrachtet – wenn alles klappt, trinke ich im Dezember Viez aus eigener Produktion. Etwa 40 Kilo gepflückt und eingelagert, weitere zu Kompott verarbeitet, etliche verschenkt. Und ein Ende des Apfelsegens ist noch nicht in Sicht – überzeugt euch selbst!


Nein, das ist nicht das Paradies. Aber ich finde, es ist ganz, ganz nah dran!

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16 Gedanken zu “Nicht das Paradies

  1. Schön, wenn man erkennt, dass man nahezu im Paradies lebt 🙂 Das auch noch mit schwarzbunten Kühen! Durch das Paradies muß man aber nicht so schnell durchwetzen, 5er-Schnitt, alle Achtung, ließt sich beachtlich.

    Übrigens: Gegenwind haben wir hier oben auch, es stürmt schon recht herbstlich. Allerdings durfte ich ihn ab und an auch als Rückenwind geniessen 🙂

    Unsere Weintrauben sind hier tatsächlich auch noch richtig rot geworden, allerdings fehlt es an Süße 😦

    LG Volker

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    • @Volker: Gewetzt bin ich höchstens 300 m, ein übermütiger Endspurt. Ansonsten bin ich friedlich vor mich hingeschlurft im 7er Schnitt und öfter zum Fotografieren stehen geblieben. 8) Meine Trauben waren auch nicht so doch, bevor sie richtig reif waren, haben die Vögel zugeschlagen. Ich gestehe, dass die im Wingert eine echte Verführung sind … aber geklaut habe ich sie trotzdem nicht! 😉

      Liebe Grüße
      Anne

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  2. Nicht das Paradies und dann solche paradiesischen Bilder. Wie dann erst das richtige Paradies aussehen wird. 8)

    Zum Fotografieren bleibe ich auch gerne mal stehen, fotografiere allerdings auch beim Laufen ohne dabei anzuhalten.

    Freundliche Grüße
    Bernd

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  3. Schön, deine Bilder. Und alles so bekannt. Da tut es gut, einmal eine andere (fotografische) Sicht auf die Dinge zu bekommen. Und dann auch noch diese Äpfel! Pass nur auf, dass du nicht vom falschen Baum naschst 😉

    Liebe Grüße
    Rainer

    P.S.:
    Ich freue mich, wenn du beschwerdefrei läufst 🙂

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  4. Tolle Bilder vom Koppeltraining 8) !

    Die Frage, warum der Wind immer von vorne kommt, stellte ich mir auch schon 😉 . Das ist das große Rätsel, das wohl alle Sportler beschäftigt, die an Flüssen unterwegs sind. Für die Lösung gibt’s sicher den Nobelpreis.

    Schön zu lesen, daß du schmerzfrei diesen schönen Urlaubslauf gnießen konntest. Ich drücke die Daumen, daß es so bleibt 🙂 !
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Beim Laufen stört es ja nicht ganz so, aber beim Radeln … gestern an der Saar auch wieder erfahren. Kopfschüttel!

      Dankeschön für’s Daumendrücken und liebe Grüße
      Anne

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  5. Wow ich bin hin und weg. Ich will auch Urlaub. Äpfel hab ich genau 3 Stück von meinen im letzten Jahr gepflanzten Säulenbäumchen geerntet. Aber Nachbar hat 4 Bäume voll u.a. auch einen Roten. Die sind richtig lecker und da er nicht weiß im Moment wohin nehm ich halt auch welche ab. Deine Laufstrecke ist ja so toll schön das du schmerzfrei den Lauf genießen konntest.

    Liebe Grüß

    Bärbel

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  6. @Bärbel: Mein Urlaub ist leider am Montag rum – da allerdings dann das schlechte Wetter kommt, ist’s halb so wild. Und die letzten Tage habe ich gut genutzt. 8)

    Liebe Grüße,
    Anne

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